Monday Night Football 2013, #11: Carolina Panthers – New England Patriots Preview

Das Monday Night Game von heute Nacht, 02h30 (live SPORT1 US und Gamepass) rundet den massiven NFL-Spieltag 11 mit einem würdigen Matchup ab: Carolina Panthers (6-3) gegen die New England Patriots (7-2), ein Duell, das vor vielen Jahren wie nur ein, zwei Handvoll andere meine Begeisterung für den Footballsport entfachte: Die beiden waren in Superbowl 38 Gegner.

Super Bowl XXXVIII, eines der Spiele, die du nicht rational erklären kannst. Ein haushoher Favorit (New England) gegen einen komplett unbekannten Underdog (Carolina), mit leicht positiv verunfallter 10-3 Bilanz in engen Spielen ins Finale gekommen und ohne einen einzigen wirklich geläufigen Starspieler für die US-Massen. Ein Hängen und Würgen über die ersten 27 punktelosen Minuten. Dann eine Explosion in den letzten drei Minuten vor der Pause. Ein punkteloses, wenn auch qualitativ besseres drittes Viertel, und dann brachen im Schlussviertel alle Dämme mit 37 Punkten und einem Sieg-Kick für Iceman Vinatieri in 9 Sekunden vor Schluss. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen.

Seither haben die Panthers bei mir einen Schuss gut, drücke ich ihnen heimlich die Daumen, den so verdammt knapp verpassten Pott von damals zu doch noch zu holen. Einer ist noch dabei: WR #89 Steve Smith, der Superzwerg. Und so gut aufgestellt, die Lombardi-Trophy zu holen, wie es die Carolina Panthers 2013/14 sind, waren sie noch nie, inklusive damals.

Ich sage nicht, dass Carolina das beste Team der Liga stellt, aber ich behaupte, dass die Panthers Titel-Material sind. Ihre Defense, die ich schon letzte Woche versuchte ausführlich zu beschreiben, gehört zu den besten im Lande. Die Secondary ist suspekt, aber das kannst du kaschieren, wenn du mit deiner Front-Seven so dominierst. Man darf gespannt sein, was so eine Unit gegen Tom Brady und die langsam in Schwung kommenden New England Patriots aufstellen wird; ein Brady, der nicht die Zeit zum Werfen kriegt, war stets ein bloß durchschnittlicher NFL-Quarterback. Insofern wird es für Carolina essenziell, Bradys Leben in der Pocket ungemütlich werden zu lassen. Das andere Super-Matchup: TE Gronkowski gegen einen der beiden Panthers-Linebacker, #59 Kuechly oder #58 Davis.

Auf der anderen Seite New Englands steht eine Patriots-Defense, die dieses Jahr erstmals nach vielen Saisons wieder richtiges NFL-Format aufweist: Mit 5.6 NY/A ist man die neuntbeste Pass-Defense im Lande, und das kaschiert die schwache Lauf-Defense (53% Success-Rate, #31 der Liga). Diese Lauf-Defense muss gegen Carolina allerdings verstärkt werden, denn die Panthers gehören zu den gefährlichsten Lauf-Teams in der NFL.

Wie viel Carolina laufen wird, hängt auch davon ab, ob QB Cameron Newton Erfolg mit seinem Passspiel hat. Das wiederum wird auch an der Gesundheit des wichtigsten Patriots-DBs #31 Aqib Talib hängen. Talib schleppt immer noch Wehwehchen mit sich, aber sollte er einsatzbereit sein, wird das ein geiles Matchup mit Steve Smith. Talib und Smith – das war zu Zeiten, als Talib noch bei den Buccs war, eines der hitzigsten Duelle der NFL.

Carolina ist in den Wettbüros favorisiert, und ich kann mir durchaus ausmalen, dass die Panthers das Ding gegen die Pats gewinnen. Ich würde Carolina eine leichte Favoritenrolle zuschustern, aber bei den Pats weißte nie… deswegen ist das auch eine Super-Ansetzung. Wichtiger ist der Sieg auf alle Fälle für Carolina, denn das Wildcard- und Divisionsrennen in der NFC ist deutlich heftiger als für die Pats, die die AFC East quasi im Sack haben.