Die Wüstenmuschi

Zaha Hadid wird morgen den Entwurf für eines der WM-Stadien für Katar 2022 vorstellen, die Arena von Al Wakrah. Die Designvorlage für das spektakuläre Dach ist laut Architektenbüro ein traditionelles katarsches Boot. Man kann darin auch eine Muschel erkennen. Und die ganz Kreativen erkennen darin eine Muschi.

Der Entrüstungssturm auf Twitter und im Boulevard („It is not clear whether or not all their stadiums will be shaped like ladies’ private parts.”) ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Es wird minütlich darauf gewartet, dass die nächste millionenstarke Anti-Kampagne auf Facebook gegründet wird.

Date am Donnerstag, #12: Atlanta Falcons – New Orleans Saints

Heute Nacht: Das Duell aus der NFC South, von dem man vor der Saison hatte mehr erwarten können als eine 2-8 Truppe der Atlanta Falcons, die gegen New Orleans Saints mit inversem Record trifft. Ab 02h30 live bei SPORT1 US und im Gamepass.

Donnerstagsspiele geben mir oft die Gelegenheit, ansonsten übersehene Mannschaft zu analysieren. New Orleans ist diesmal nicht „übersehen“. Die Saints werden nach Woche 11 als #1 im Power-Ranking ausgespuckt, mit einer Sieg-Erwartung von 76% auf neutralem Feld gegen den durchschnittlichen NFL-Gegner. Alles über 75% ist schon sehr dominant und wird fast nie von einer Mannschaft über die gesamte Saison gehalten.

Gehen wir zu den Falcons, die nach der 13-3 Bilanz letztes Jahr diesmal eher Richtung Top-Draftpick unterwegs sind. Ich behaupte, dass ich vor der Saison als Pessimist gegolten hatte, als ich Atlanta am unteren Ende der Playoff-Kandidaten und als schlechtestes Team der NFC South eingestuft hatte. Atlanta unterbietet dieses Jahr aber selbst meine moderaten Erwartungen.

Erstes Problem: Die 2-4 Bilanz in engen Spielen. Die Falcons unter Mike Smith waren nun viele Jahre lang eines der erfolgreichsten Teams in engen Spiele mit maximal einem Score Differenz. Nicht so 2013. Zuletzt aber waren die Probleme eher Blowouts. Die kann man an mehreren Dingen festmachen: Verletzungen (alles an wichtigen Skill-Players ist dauerhaft oder zeitweise verletzt) und die erwartet furchtbare Pass-Defense (#29 der Liga mit 7.2 NY/A). Es regnete eine ganze Latte an Big-Plays gegen Atlantas zahnlose Abwehr. Das ist Redskins-Level. Meine Excel-Tabelle weißt 36 Pass-Plays auf, die gegen Atlanta über 20yds gingen, ligaweites Schlusslicht. Wenn du dann auch noch auf die gewohnten INTs verzichten musst (Atlantas traditionell INT-hungrige Defense heuer mit nur 1.8% INT-Quote), geht es schnell den Berg runter.

Die Offense um QB Matt Ryan passt eigentlich soweit halbwegs: Ryan ist nicht spektakulär gut, aber er hält den Laden besser als erwartet zusammen. Er wirft zwar mehr INTs als aus den letzten Jahren gewohnt (2.9% INT-Quote), aber du kannst Ryans niedrige Quoten nicht auf Dauer halten. In Julio Jones fehlt der klare Top-WR schon fast die ganze Saison, und auch andere angedachte Stars wie Roddy White oder RB Steven Jackson humpeln sich durchs Jahr. Und die mangelnde Tiefe vor allem bei den Ballfängern hatte ich schon im Sommer als einen der negativsten Punkte herausgehoben.

Sieht insgesamt nicht gut aus für die Falcons. Schon in der ersten Saison-Woche spielte man gegen New Orleans. Schon damals war man – noch mit fittem Kader – die etwas schwächere Mannschaft. Man hätte trotzdem in der letzten Sekunde noch gewinnen können, aber weil die Würfel dieses Jahr schon von Anfang an eher gegen Atlanta fallen, verlor man auch dieses Spiel. Ich würde nicht darauf wetten, dass es diesmal anders ausgeht.