Monday Night Preview, #12: Washington Redskins – San Francisco 49ers

Den Abschluss von NFL-Woche 12 macht heute Nacht das Monday Night Game (ach was?) zwischen Washington Redskins (3-7) und den San Francisco 49ers (6-4). Die Ansetzung ist reizvoll, nicht nur wegen zwei der spektakulärsten Quarterbacks in der NFL, sondern auch wegen der Umstände: Für Washington ist es das Spiel der letzten Chance. Für San Francisco noch nicht, aber die 49ers brauchen dennoch dringend die Big-Points, um im hochklassigen Wildcard-Rennen der NFC nicht ins Hintertreffen zu geraten. Und schließlich auf Match-Up Ebene: Der strauchelnde Pass-Angriff der Niners gegen die schlechteste Secondary der Liga (WAS mit 7.5 NY/A die #32) – wenn nicht heute, wann dann gibt es die Chance zur Renaissance für Colin Kaepernick und seine Jungs?

Offen gestanden: Mit einer Einschätzung, ob diese Renaissance heute gelingen wird, schieße ich ins Dunkle. Ich habe keine Ahnung. Ich habe im Power-Ranking von letzter Woche beschrieben, weswegen mich die Offense der Niners perplex hinterlässt: Kaepernick ist Kaepernick. Granaten-Wurfarm, Super-Scrambler, schlampig „pre-snap“ (viele verbrannte Timeouts) und ungestüm nach dem Snap. Hatten wir alles 2012. Haben wir alles 2013.

Zwei Dinge, die allerdings diesmal anders sind: Das downfield-Element. Das geht den Niners komplett ab. Boldin ist per Definition eine Mitteldistanzwaffe. Vernon Davis ist offensichtlich nicht fit genug für die markanten tiefen Routen durch die Spielfeldmitte, die 2012/13 so großartig funktionierten. Heute soll WR Crabtree sein Comeback feiern. Ich würde nicht drauf wetten, dass ein von Achillessehnenriss kurierter Crabtree sofort massiven Impact hat, aber es gibt zumindest die Hoffnung.

Das zweite Element: Kaepernick kassiert viel mehr Sacks als letztes Jahr (fast um 50% höhere Sack-Rate). Ich würde rein den optischen Eindrücken nach vieles davon auf beschriebenes mangelndes downfield-Element schieben; Kaep muss einfach zu oft den Ball halten. Aber Kaep dürfte nicht komplett freizusprechen sein: Ein mobiler QB sollte hinter einer so guten Offense Line nicht so viele Sacks einstecken.

Der Gegenüber Robert Griffin III erlebt aktuell, wie das NFL-Leben ohne reibungsloses Laufspiel aussieht. RG3 ist nicht horrend, aber es geht alles einen Zapfen unrunder als letztes Jahr. Die Scrambles sind zögerlicher, die Würfe eine Spur unpräziser, und weil Washington mit seiner katastrophalen Defense häufig Rückständen hinterher läuft, ist RG3 noch öfter gefragt, per den Gegner per Wurfarm zu attackieren. RG3 hat alle Tools, aber die nutzt er dieses Jahr zu ineffizient. Er hat auch nicht die optimale Unterstützung durch die Skill-Players, und er ist noch blutjung, insofern würde ich nicht zu viele Abgesänge anstimmen. Wäre RG3 letztes Jahr nicht so sensationell gewesen, würden wir ihm keinen Strick aus einem okayen, aber nicht großartigen zweiten Profijahr (zumal nach schwerer Verletzung) drehen.

Personell ist San Francisco vor allem in der Defense den Redskins haushoch überlegen besetzt. Es bräuchte schon einen unvorhergesehenen kompletten Zusammenbruch der Niners-Defense, damit ich Washington eine reelle Siegchance gebe. Tipp: 49ers gewinnen und Mike Shanahan kann beginnen, sich gedanklich auf einen neuen Arbeitgeber für 2014 einzustellen.

5 Kommentare zu “Monday Night Preview, #12: Washington Redskins – San Francisco 49ers

  1. geiles spiel,schade das die season der redskins schon vorbei ist sonst wäre das Spiel sicher auf einem höheren Level.so hof ich auf keap das die niners in die playoffs kommen.

  2. Ich habe diese Saison wenig 49ers geschaut, daher mal ne Frage: inwiefern kann man die 49ers D für das eher schlechter als erwartete Abschneiden verantwortlich machen? Das war ja die letzten beiden Jahre eine der Stärken.

  3. An der Defense gibt es nicht viel auszusetzen. Es gab vor zwei Monaten das eine oder andere Verletzungsproblem (u.a. LB Willis), dann verabschiedete sich OLB Smith in die Entzugsklinik, und wenn du solche Ausfälle hast, kriegt ein Defensive Backfield schonmal ein paar Schwierigkeiten. Das 49ers-Backfield ist nicht das beste der Liga, es ist vielmehr eine potenzielle Sollbruchstelle, aber mit dieser dominanten Front-Seven fällt es nicht so stark auf. Also im Prinzip alles wie gehabt in den letzten 2-3 Jahren in San Francisco.

  4. Nur dass in dieser Saison Kaepernick auch mal schwache Spiele auspackt. Eh nicht überraschend, vor allem bei einem QB der so stark mit dem Vertical Passing Game arbeitet bzw. auf Big Plays mit seinen Füßen angewiesen ist. Vor allem Vernon Davis fehlte Kaepernick als Security Blanket zeitweise extrem. Und Boldin ist rausnehmbar, wenn man sich auf ihn konzentriert, das hat man diese Saison gesehen.

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