Akademische Viertelstunde 2013, Week 12

Die Akademische Viertelstunde heute als Kurzausgabe. Vom College-Samstag habe ich diesmal außer einer Stunde Zappen durch den ESPN-Player gestern am späten Abend kaum was mitbekommen. Und natürlich habe ich mich durch Youtube gezippt:

Die Szene kommt aus dem Spiel Auburn vs Georgia und steht dem Bluegrass Miracle in nichts nach. Sie entschied einen Klassiker, der bei uns über offiziellem Wege nicht zu sehen war. Es ist eine Szene, die für alles steht, was ich am College-Football so liebe, unabhängig von allen verabscheuenswürdigen Dingen, die nebenher passieren. Es ist wie ein unhaltbar abgefälschter Fernschuss in der 93ten Minute zum 4:3 nach einem wilden Fußballspiel: Du kannst nix machen. Alle Vorbereitung, alles Training ist nicht mehr entscheidend. Es entscheiden Kleinigkeiten, instinktive Handlungen. Es ist die offensichtlichste Variante von „Glück im Sport“. Glück und Pech spielen eine sehr viel größere Rolle als wir glauben. Meistens ist dieser Faktor aber gut versteckt in einem 2cm überworfenen Ball oder einem Drop. Nicht immer ist er so klar ersichtlich wie hier. 4th-und-18 brachte den Spielzug der Saison. Und Aaron Murray und seine University of Georgia werden bei mir mit jeder dieser brillanten Niederlagen tiefer in meine Herzkammer eingeschlossen.

Faktisch hat dieses Ergebnis, ein 43-38 Sieg Auburns über Georiga, mehrere Auswirkungen: Zum einen eliminiert es Georgia aus dem Rennen um den SEC-Finalplatz in der Eastern Division. Zum anderen erhält es Auburns Chance, mit einem Auswärtssieg in zwei Wochen bei Alabama selbst den Finalplatz der Western Division zu sichern. Das Feld für eine gehypte Iron Bowl 2013 ist also bereitet.

Da geht das zweite Ergebnis des Tages fast schon unter: Ich meine, ich habe es nicht direkt angekündigt, aber ich hatte auf die Gefahr des Upsets bei USC TrojansStanford Cardinal deutlich hingewiesen. Und siehe da, USC putzte Stanford, das mächtige Stanford, das erst letzte Woche die Oregon Ducks in einem intensiven Footballspiel geschlagen hatte. Damit vergab Stanford den Matchball, seinen Finalplatz in der Pac-12 zu sichern. Oregon kann nun mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen der Regular Season (u.a. noch „Civil War“ gegen Erzfeind Oregon State am letzten Spieltag) an Stanford vorbeiziehen und sich aus eigener Kraft den Platz in der Rose Bowl sichern, wo man am 1.1. auf den Sieger der Big Ten Conference trifft.

Noch ein drittes Ergebnis ragt heraus: Duke, das kleine versnobte Duke, putzte die Miami Hurricanes sensationell hoch 48-30 und hat sein Schicksal in der ACC-Coastal Division nun selbst in der Hand! Duke gegen FSU als ACC-Endspiel, das hätte echt niemand so kommen sehen.

Für mehr College-Recap kann man bei Matt Brown („The Professor“) von Sports on Earth nachlesen, der deutlich ausführlicher ist.

Die BCS-Rankings nach Woche 11

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama            10-0    26.0
#2   Florida State      10-0    32.7
#3   Ohio State         10-0    21.2
#4   Baylor              9-0    30.6
#5   Oregon              9-1    27.9
#6   Auburn             10-1    16.9
#7   Clemson             9-1    19.1
#8   Missouri            9-1    20.8
#9   Stanford            8-2    20.4
#10  Oklahoma State      9-1    18.7
#11  South Carolina      8-2    14.6
#12  Texas A&M           8-2    16.5
#13  Michigan State      9-1    11.7
#14  UCLA                8-2    16.3
#15  Fresno State        9-0     6.3
#16  Northern Illinois  10-0     7.3
#17  Arizona State       8-2    22.7
#18  Central Florida     8-1     9.0
#19  Wisconsin           8-2    21.3
#20  Oklahoma            8-2    10.2
#21  Louisville          9-1    12.1
#22  Louisiana State     7-3    15.3
#23  USC                 8-2    14.8
#24  Ole Miss            7-3     9.2
#25  Minnesota           8-2     3.5

Die Top-3 nächste Woche mit Pflichtübungen. #4 Baylor muss gegen #11 Oklahoma State ran (Baylor diese Woche mit einem 63-34 Kantersieg über Texas Tech). Die Schlussphase im College-Football bleibt spannend. In zwei Wochen dann das Thanksgiving-Wochenende mit etlichen Rivalitäten.

Monday Night Football 2013, #11: Carolina Panthers – New England Patriots Preview

Das Monday Night Game von heute Nacht, 02h30 (live SPORT1 US und Gamepass) rundet den massiven NFL-Spieltag 11 mit einem würdigen Matchup ab: Carolina Panthers (6-3) gegen die New England Patriots (7-2), ein Duell, das vor vielen Jahren wie nur ein, zwei Handvoll andere meine Begeisterung für den Footballsport entfachte: Die beiden waren in Superbowl 38 Gegner.

Super Bowl XXXVIII, eines der Spiele, die du nicht rational erklären kannst. Ein haushoher Favorit (New England) gegen einen komplett unbekannten Underdog (Carolina), mit leicht positiv verunfallter 10-3 Bilanz in engen Spielen ins Finale gekommen und ohne einen einzigen wirklich geläufigen Starspieler für die US-Massen. Ein Hängen und Würgen über die ersten 27 punktelosen Minuten. Dann eine Explosion in den letzten drei Minuten vor der Pause. Ein punkteloses, wenn auch qualitativ besseres drittes Viertel, und dann brachen im Schlussviertel alle Dämme mit 37 Punkten und einem Sieg-Kick für Iceman Vinatieri in 9 Sekunden vor Schluss. Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen.

Seither haben die Panthers bei mir einen Schuss gut, drücke ich ihnen heimlich die Daumen, den so verdammt knapp verpassten Pott von damals zu doch noch zu holen. Einer ist noch dabei: WR #89 Steve Smith, der Superzwerg. Und so gut aufgestellt, die Lombardi-Trophy zu holen, wie es die Carolina Panthers 2013/14 sind, waren sie noch nie, inklusive damals.

Ich sage nicht, dass Carolina das beste Team der Liga stellt, aber ich behaupte, dass die Panthers Titel-Material sind. Ihre Defense, die ich schon letzte Woche versuchte ausführlich zu beschreiben, gehört zu den besten im Lande. Die Secondary ist suspekt, aber das kannst du kaschieren, wenn du mit deiner Front-Seven so dominierst. Man darf gespannt sein, was so eine Unit gegen Tom Brady und die langsam in Schwung kommenden New England Patriots aufstellen wird; ein Brady, der nicht die Zeit zum Werfen kriegt, war stets ein bloß durchschnittlicher NFL-Quarterback. Insofern wird es für Carolina essenziell, Bradys Leben in der Pocket ungemütlich werden zu lassen. Das andere Super-Matchup: TE Gronkowski gegen einen der beiden Panthers-Linebacker, #59 Kuechly oder #58 Davis.

Auf der anderen Seite New Englands steht eine Patriots-Defense, die dieses Jahr erstmals nach vielen Saisons wieder richtiges NFL-Format aufweist: Mit 5.6 NY/A ist man die neuntbeste Pass-Defense im Lande, und das kaschiert die schwache Lauf-Defense (53% Success-Rate, #31 der Liga). Diese Lauf-Defense muss gegen Carolina allerdings verstärkt werden, denn die Panthers gehören zu den gefährlichsten Lauf-Teams in der NFL.

Wie viel Carolina laufen wird, hängt auch davon ab, ob QB Cameron Newton Erfolg mit seinem Passspiel hat. Das wiederum wird auch an der Gesundheit des wichtigsten Patriots-DBs #31 Aqib Talib hängen. Talib schleppt immer noch Wehwehchen mit sich, aber sollte er einsatzbereit sein, wird das ein geiles Matchup mit Steve Smith. Talib und Smith – das war zu Zeiten, als Talib noch bei den Buccs war, eines der hitzigsten Duelle der NFL.

Carolina ist in den Wettbüros favorisiert, und ich kann mir durchaus ausmalen, dass die Panthers das Ding gegen die Pats gewinnen. Ich würde Carolina eine leichte Favoritenrolle zuschustern, aber bei den Pats weißte nie… deswegen ist das auch eine Super-Ansetzung. Wichtiger ist der Sieg auf alle Fälle für Carolina, denn das Wildcard- und Divisionsrennen in der NFC ist deutlich heftiger als für die Pats, die die AFC East quasi im Sack haben.

NFL 2013/14, Week 11: New Orleans Saints – San Francisco 49ers und die 22h-Spiele

[01h40] Endstand New Orleans Saints 23, San Francisco 49ers 20.

Verdienter Sieg der Saints, keine Frage. San Francisco schmarotzte nur von den Fehlern und brachte selbst nicht viel zu Wege. Das hätte am Ende fast gereicht, weil man New Orleans zu nur noch Field Goals halten konnte, aber letztlich kommst du mit so einer schwachen Offense eben nicht durch: Kaepernick und Co. mit unterirdischen 3.7 NY/A Passspiel – das ist schlechter als Tebow und entsprechend auch zu wenig, um trotz vieler glücklicher Fügungen dort zu gewinnen.

Wenn du dann depperte Strafen á la Tampa Bay oder Detroit begehst, verlierst du schnell mal ein solches Spiel. Eine „Fair Catch Interference“ bei Gleichstand in den letzten zwei Minuten ist einfach ohne Hirn.

[01h35] Punt der 49ers. 1:43 vor Schluss nimmt #43 Darron Sproles an der eigenen 25yds Line den Ball per „Fair Catch“ auf. Ein 49er rauscht natürlich trotzdem heran und rammt Sproles nieder. 15yds-Strafe. Brees kann von der eigenen 40yds Line starten.

[01h32] Es wird dramatisch in New Orleans: 1tes Play der Niners, Sack gegen Kaepernick. Payton nimmt ein Timeout. Zweites Play, und Kaepernick bringt den Ball gerade vor der eigenen EndZone noch weg. Es gibt keine Intentional-Grounding, weil Kaepernick ein paar Zentimeter (nicht „well outside“ wie es der Head-Ref verkündete) außerhalb der Pocket war.

[01h27] NO 20, SF 20/Q4 2:06. Hartley nagelt ihn aus 42yds rein. Fraglich allein, weshalb die Saints ein Timeout verbrannten, das u.U. noch wichtig wird.

[01h22] Passversuch Brees, von der Seite rauscht #55 Ahmad Brooks herein und bringt Brees via Sack zu Fall. Fumble. Aber es gibt ein Personal-Foul gegen Brooks, der zu hoch gegen Brees zu Werke ging. In der Wiederholung sehen Brooks‘ Arme zirka so breit aus wie Brees Oberkörper… und das ist nichtmal eine allzu große Übertreibung.

[01h14] Ein Problem, das ich schon letztes Jahr jede Woche an Kaepernick kritisierte: Er nimmt zu viele überflüssige Timeouts. Jetzt haben wir November 2013. Kaepernick ist ein Jahr in der NFL. Da macht ihm der Coach den Gefallen, bereits alle Timeouts in der ersten Hälfte per Challenge verbrannt zu haben, und Kaepernick sagte DANKE und nimmt eben das zweite sinnlose Timeout. Solche Dinger tun dir weh. Saints sind nur 3pts hinten. SF hat nur mehr ein Timeout für die eventuell enge Schlussphase. Das kann noch weh tun. Ach, und: Punten mussten die Niners so auch.

[01h08] NO 17, SF 20/Q4 7:50. 77yds-Drive der Niners, aber sie krönen ihn nicht. Nach drei Stops direkt vor der GoalLine kriegt Sean Payton Schiss und nimmt das billige 21yds-FG, bei dem selbst Aikman möglicherweise gekickt hätte. Möglicherweise.

[01h05] Endstand Miami 20, San Diego 16.

Der letzte Drive der Chargers führt noch einmal in Scoring-Reichweite, aber weil San Diego nach einem Sack ohne Timeouts operieren musste, verging zu viel Zeit. 10-15sek vor Schluss hätte man ernsthaft über einen QB-Spike nachdenken können, der fast immer eine schlechte Idee ist, aber in dieser Situation möglicherweise die bessere Alternative gewesen wäre. 7sek, und die letzte Hail Mary fällt in der EndZone zu Boden. Anstelle 1sek auf der Uhr zu lassen, lässt der Uhr-Schiri die Uhr auf null ticken.

[00h58] NO 14, SF 20/Q4 13:22. Längster 49ers-Drive des Tages: 49yds, aber es brauchte 13 Plays.

[00h54] Miamis Trainerstab versucht, mit aggressivem PlayCalling die Chargers auszuspielen – gelingt nicht ganz, da die Fins einen Sack kassieren. Fins? 2013? Sack? Könnte man jetzt drüber lästern, aber finde ich grundsätzlich gut, das mit der Offense zu Ende bringen wollen, auch wenns wie hier scheitert. Allerdings sollte man nicht wie Tannehill aus dem Spielfeld laufen (auch wenn die Auswirkung hier dank 2min Warning minimal war… ein paar Sekunden waren’s trotzdem)

Miami Punt. San Diego hat nun 1:55 und muss von der eigenen 17 starten und einen TD erzielen.

[00h45] San Diego hat in Miami auch schon wieder in den self destruction mode geschaltet: Obwohl man eigentlich minimum ebenbürtig ist , eher die bessere Mannschaft, liegt man in Rückstand, und hier ist, warum: Sie kassieren unzählige Strafen (10/76yds) und eben beim Versuch, 5min vor Schluss heranzukommen, gelangte man in FG-Range ehe QB Rivers einen Sack kassierte. Punt von der MIA 36, 3:56 to go. Weil deine Defense ja so zuverlässig ist… Weiterhin MIA 20, SD 16.

[00h41] 4th-Down der Saints in 49ers-Territorium, 5yds to go: Brees geht tief, und der Ball fällt incomplete. Damit erneut gute Feldposition für San Francisco, aber offensichtlich brauchen die Niners noch ca. 30yds geschenkt, um Gefahr auszustrahlen. Insofern: Gute Entscheidung auszuspielen.

[00h34] Diese *sorry* Scheiße, die Aikman da labert, macht mich immer wieder narrisch, und ich kann nix dagegen machen, obwohl ich mich mental seit Stunden drauf eingestellt habe.

[00h26] NO 14, SF 17/Q3 10:52. Kaepernick nutzt den Turnover zum TD: 17yds-Rakete in die EndZone für TE #85 Davis. San Francisco mit 17 Punkten aus Drives mit 11yds, 43yds und 22yds Länge. Du nimmst die Punkte natürlich nur zu gern, aber für die Saints ist da längst noch nicht Licht aus.

[00h23] Brees mit einem weiteren schlampigen Spielzug, übersieht den in der Zone stehenden LB #55 Brooks, der einen einfachen Turnover abfängt; Brooks fumbelt im Return, darf den Ball aber behalten. Es ist der dritte Turnover der Saints – und der einzige Grund, weswegen San Francisco hier noch im Spiel ist.

[00h20] Endstand Chicago 23, Baltimore 20. K Gould würgt ihn aus 37yds rein. Tja. Ich will nicht behaupten, dass die Wahl gegen Ball und für den Wind die einzig richtige war, aber ich halte es für die bessere Alternative. Jeder Madden-Spieler würde genauso handeln.

Aber gut. Die Ravens haben es nicht nur dort verloren. Die Ravens haben es verloren, weil dieses Jahr die Regression etwas böser zustößt als letztes Jahr, als sie mit letzter Kraft einen Freak-Titelrun holten.

[00h16] Punt der Ravens, und die Bears bewegen gleich den Ball relativ souverän, sind nach einem Supercatch des TE #83 Bennett in FG-Reichweite.

[00h07] Halbzeit New Orleans 14, San Francisco 10.

Enttäuschendes Spiel beider Offenses bis jetzt. Auf der anderen Seite sehr gute Abwehr-Vorstellung vor allem der Saints bislang. Bei den Niners kann man in der Secondary in S #31 Whitner (lt. Aikman einer der besten Safetys der Liga) eine recht klare Sollbruchstelle ausmachen, selbst ohne All-22 Tape.

[00h04] Ravens gewinnen den Münzwurf und nehmen natürlich auf meine Gedanken scheißend das Ballrecht. Chicago damit in einer guten Position, wenn die Ravens nicht gleich den TD machen.

[00h00] Baltimores K Tucker gleicht 3sek vor Schluss gegen die Bears zum 20-20 aus. Es wird in die Overtime gehen, und mein Gedanke in diesen Windverhältnissen: Wer den Münzwurf gewinnt, muss eigentlich Kickoff wählen, also deferren. Das ist verrückt, aber in diesen Windverhältnissen möglicherweise die bessere Entscheidung. (wer den Münzwurf verliert, entscheidet die Platzhälfte)

— den Wind nehmen— das hat vor vielen Jahren ein Detroit-HC (Marty Mornhinweg?) gemacht und wurde dafür geprügelt. Mit den neuen Overtime-Regeln ist das möglicherweise mittlerweile eine gute Entscheidung.

[23h58] NO 14, SF 10/Q2 1:58. 1yds-Lauf FB Jed Collins. New Orleans nutzte den langen 80yds-Return des Kickreturners. Danach powerte sich RB #29 Thomas über 3-4 Leute durch zur 1yds-Line in einem Play, in dem sich Niners-CB #25 Brown verletzte. Dann der TD.

[23h52] Halbzeit Seattle 24, Minnesota 13.

Bei den Seahawks ist heute erstmals WR #11 Percy Harvin mit dabei. Endlich. Harvin ist einer der besten Spieler der Liga (nicht bloß „Receiver“), und dürfte nach den Jahren in der Schrott-Offense in Minnesota nun erstmals adäquates Personal um sich sehen – und adäquates Personal + Harvin liest sich wie eine der besten Offenses im Lande. Harvin dann auch gleich mit 1-2 Super-Catches.

Auch Russell Wilson ist heute gut drauf. Da sind dann immer wieder Wilson-Pässe eingestreut, bei denen du dir denkst, mann, das kriegen selbst Luck und RG3 nicht zustande! Zum Beispiel der TD kurz vor der Pause war so ein fantastischer Wurf.

[23h47] NO 7, SF 10/Q2 3:34. Phil Dawson nagelt ihn aus 55yds rein. Es ist ein Gewürge für die Niners, die zwar schematisch nun die richtigen Plays auf diese simpel-aggressive Saints-Defense ansagen, aber es fehlen einfach genügend Wide Receiver oder gute Tight Ends mit guten Händen (hallo, Vance McDonald!), dass es erfolgreicher wäre.

[23h41] INT des CB #24 White gegen Kaepernick. Knifflige Sache, der Spielzug: White wird beim Catch vom Receiver zu Boden gestoßen, rennt aber weiter und fumbelt an der 1yds-Line den Ball in die EndZone zum Touchback. Der Video-Review dauert minutenlang und ist totale Auslegungssache: Schiri-Guru Pereira hätte down by contact gegeben, aber der offizielle Ref gibt den Touchback, und damit den 49ers sofort den Ball zurück.

[23h36] Halbzeit in Miami mit Stand 10-10. Auch optisch geben sich beide Teams recht wenig. San Diegos QB Rivers fast nur mit Kurzpässen, bringt zwar 8/12 an den Mann, aber soweit ich das sehe kein Pass für einen Receiver, alles Gewichse für RB und TEs. Bei den Dolphins hat die Offense Line ein paar Probleme, vor allem bei Blitzes aus dem Defensive Backfield. Ansonsten keine größeren Tendenzen abzulesen.

[23h23] NO 7, SF 7/Q2 10:16. Ein Play später kommt Kaepernick mit einem Fade für #81 Boldin raus – Touchdown gegen CB #24 Lewis.

[23h21] Einer der höchst gelobten Coaches der Liga, Jim Harbaugh, hat eine Woche nach dem schlechten Spiel gegen Carolina den nächsten eventuell schlechten: Wenige Minuten nach dem völlig sinnlosen Challenge gegen Brees wird auch sein Ruf um eine Anerkennung eines klar gedroppten „TD-Catches“ von WR Baldwin (die process-Regel) nicht wahrgenommen. Keine Challenges für Harbaugh mehr heute.

[23h17] Wenn schon San Francisco aus eigener Kraft nix zustande kriegt, hilft Saints-WR Lance Moore mit, der einen Punt in der eigenen RedZone fumbelt (respektive im offiziellen Regelbuch „Muff“).

[23h11] Die Befürchtungen der Chargers, dass Rookie Fluker als Left Tackle die Sollbruchstelle werden könnte, bestätigt sich in der ersten Halbzeit nicht. Gute Protection für Rivers für meinen Geschmack; die Bolts-Offense ist aber etwas vorhersehbar, wenn ich mit einem Auge zuschauend jedes Mal genau den Draw für RB Woodhead prognostizieren kann.

[23h05] NO 7, SF 0/Q1 0:44. Super-Drive der Saints: 11 Plays, 97yds, abgeschlossen mit 1yds-Pass für TE #89 Hill. Mit drin waren:

  • RB Ingram, jener bislang so verspottete Mark Ingram, der schon letzte Woche gute Läufe gegen Dallas hatte.
  • RB Sproles, der mit nicht gut aussehender Verletzung runter musste.
  • Eine überflüssige Challenge des Niners-Coaches Harbaugh.
  • Sehr abwechslungsreiches Spiel der Saints; Schlüsselspielzug war für WR #17 Meachem, der zwischen die Zonen kam und 44yds machte.

[23h00]

[22h53] In Chicago wurde eben ein bissl genauer auf das Feld gezoomt: Es ist in einem Wort beschrieben ein Schlachtfeld. Da dürfte die Erfolgschance am besten sein, einfach gradeaus zu laufen, da Haken schlagen nimmer physikalisch möglich ist.

[22h50] Die Offenses kommen noch nicht recht in Schwung. Die Saints spielen eine sehr aggressive Defense, stellen die Box voll und auf jeden potenziellen Ballfänger einen Mann in „Press-Coverage“ ab – gegen San Francisco sehr wichtig, da die Niners im Pass wie im Lauf eine Gefahr darstellen. Dann tiefer Pass, CB Jabari Greer knickt bei einer haarigen Pass-Defense (keine Flagge für PI?) um und muss raus – sieht nicht so aus, als wäre der Fuß nur verstaucht.

[22h38] Da freust du dich auf ein Superspiel, und das erste vom Spiel ist die Stimme Troy Aikmans.

[22h28] Weiter geht’s mit dem hochklassigen 22h30-Feld. Die Vorschau habe ich zu Mittag online gestellt. In Miami gehen derweil schon die Kopfjäger um:

NFL-Week 11 am Abend: Liveblogging von einem großen Footballabend

[22h35] Oakland gewinnt überraschend in Houston. Texans fallen auf 2-8 Siege. Ein Riesen-Boohay wird um den Umstand gemacht, dass WR Andre Johnson nach einigen unschönen Worten vom QB Matt Schaub vorzeitig das Feld verließ. Schaub ging dann auch nicht mehr zum Handschlag aufs Feld und trottete Johnson hinterher in die Endzone.

[22h32] Endstand Pittsburgh Steelers 37, Detroit Lions 27.

Vermeidbare Niederlage für Detroit, das in der zweiten Halbzeit nix mehr zustande brachte. Man wird sehen müssen, was Dick LeBeau in der zweiten Halbzeit umstellte, aber aufalle Fälle ging immer viel. Johnson mit null Einbindung. Viele Drops (allerdings auf beiden Seiten).

Pittsburgh mit einem verdienten, hart erkämpften Sieg. Die Steelers wurden im zweiten Viertel überrollt, aber sie haben sich zurück ins Spiel gebissen und bei allen Schwierigkeiten einige saubere Drives gespielt. Keiner war besser als der 16-Play, 97yds-Drive zum TD nach dem missglückten FG-Fake der Lions. Dieser Super-Drive lässt die Entscheidung von Schwartz natürlich noch dümmer aussehen. Aber trotzdem: Schön zu sehen, dass Schwartz auch Eier hat.

[22h27] Die 22h-Spiele beginnen. Ich werde den entsprechenden Eintrag öffnen, wenn die 19h-Spiele alle entschieden sind.

[22h23] RG3 wirft unter Druck einen Verzweiflungspass in die EndZone – und der wird abgefangen von #22 Boykin. Meiner Meinung nach ein überflüssiger Pass Griffins, da es 3rd-und-1 war und noch ein weiteres Down zur Verfügung gestanden hätte. Damit gewinnen die Eagles die Partie 24-16.

[22h21] PIT 37, DET 27/Q4 2:28. TD Cotchery ins linke Eck der EndZone – ein wunderschön designter Pass zur Entscheidung. Jetzt fehlen natürlich die drei Punkte vom FG-Versuch und alle Pundits werden sich dran aufhängen.

[22h18] Super-Play der Redskins, die ein 3rd-und-25 verwerten.

[22h16] Dann kommt der Fehler: Stafford tief, INT für CB Allen und Return hinein tief in die Platzhälfte der Lions. Detroit hat nur mehr 2 Timeouts.

[22h11] Washington war 0-24 hinten. Dann wachten RG3 und seine Pass-Offense auf, und nun sind die Skins nach zwei erfolgreichen 2pt-Conversions bei 16-24 und 81yds vom nächsten TD entfernt. Ich glaube, es wäre das erste Mal in der NFL-Geschichte, dass ein 0-24 mit drei TD+2pts aufgeholt würde.

[22h09] PIT 30, DET 27/Q4 4:46. Monster-Drive der Steelers, 16 Plays für 97yds und 8:03min verbrannt. Mehrere Schlüsselspielzüge waren dabei, aber keiner war wichtiger als gleich das erste 3rd-Down, das tief in der eigenen RedZone ausgespielt werden musste, und der heute überragende WR #84 Brown machte es; Brown hatte heute auch seine Drops, aber den wichtigen fing er.

Danach schöner Kampfgeist der Steelers, mit unterschiedlichen Spielzugdesigns, 4th-Downs und schließlich 1yds-TD Pass für Brown. Detroit muss nun antworten.

[21h51] YES! Detroit 27, Pittsburgh 23, Lions an der 8yds-Line gestoppt, und Jim Schwartz sagt einen Fieldgoal-Fake an! Der scheitert, aber Schwartz, das ist mal ne Ansage, nachdem er letzte Woche kritisiert wurde, bei 20-13 keine 2pts-Conversion probiert zu haben.

[21h46] Ende des dritten Viertels in Pittsburgh, und es war ein schlechtes Viertel, was Ausführungsqualität anging: Dropps, überworfene Bälle, Personal-Fouls… die ganze Latte. Da spricht der Evantfan in mir: „Können wir nun bitte zurück zu Qualitätsstufe Zweites Viertel wechseln?“

[21h34] PIT 23, DET 27/Q3 5:14. Ein Drive, in dem die Steelers den verwaisten WR #84 Antonio Brown wiederfinden, der auch prompt mehrere gute Catch+Läufe macht. Brown geht an die 0,5yds Line. Aber dann macht Detroit den Lauf platt und Roethlisberger überwirft einen meterweit in der EndZone frei stehenden Tight End mit #81 um zirka einen Meter. Ohne Not, einfach so. Tomlin nimmt am Ende lieber das FG von der 3yds-Line – eine sehr schlechte Entscheidung nach 4th-Calculator.

[21h31] Kuriose Szenen in Houston: Case Keenum wird auf die Bank gesetzt und durch Matt Schaub ersetzt. Sieht nicht so aus als wäre Keenum verletzt oder irgendwas. Einfach straight gebencht. Warum?

[21h27] Chicago – Baltimore wird fortgesetzt.

[21h22] TB 38, ATL 6/Q3. Brutales Spiel für die Falcons, die zum dritten Mal en suite abgeschossen werden. Verletzungen ja, aber die Defense ist trotzdem katastrophal, auch wenn man die Erwartungen an die Gegenbenheiten anpasst. Tampas QB Glennon sieht ohne Anflüge von Druck aus wie ein Pro Bowler (10.3 NY/A bislang). Noch besser: RB Bobby Rainey, der eine 1A-Kopie vom verletzten Doug Martin abgibt. Nochmal: Rainey war ungedraftet. Wenn man bedenkt, dass für Trent Richardson gleich zweimal 1st-Rounder (1x ein Top-3 Pick) ausgegeben wurden…

[21h17] Erstmals ein gut getimter Passrush für einen OLB der Steelers (Worilds kommt im rechten Moment durch), und schwupps auch 3’n’out für Detroit. Nach dem Punt gibt es Nickligkeiten, u.a. stößt die Pittsburgh #54 Carter einen „Blau-Weißen“ zu Boden.

[21h13] 70yds-Punt der Steelers nach einem 3’n’out zu Beginn zweite Halbzeit (Schwartz hatte mit einer Challenge Recht: Steelers-Pass war incomplete).

[21h11] Es geht weiter in Pittsburgh. Mike Tomlin eben mir einem problematischen Halbzeit-Statement, sinngemäß:

Wir müssen nix am System ändern. Wir müssen nix bei Ike Taylor ändern. Ike muss einfach besser spielen.

Ich weiß nicht, ob Tomlin damit die wahren Probleme in Pittsburgh verkennt…

[21h06] Man mag das Power-Ranking runtermachen, man mag die Redskins in Grund und Boden reden, aber Baby: Die Eagles haben was. Auch in dieser Partie wieder mit einer fast perfekten Offense-Vorstellung für QB Foles (bislang 12.0 NY/A) und vor allem: Einer großartigen Defense-Vorstellung. RG3 macht keinen Stich. Washingtons Pass-Offense mit 14 Drop-Backs für 3 (in Worten: DREI) Yards Raumgewinn! 36yds in 10 Würfen, 4 Sacks für -28yds.

[20h58] Gewaltiger 91yds-TD für #15 Michael Floyd im dritten Down: Hab ich eben Pittsburghs Ike Taylor für schlechtes Tackling gebasht? Jacksonvilles Defensive Backfield macht kollektiv den Taylor. Floyd flutscht minimum drei oder vier Jags durch die Finger und läuft durch. Arizona führt damit 24-14.

Halbzeitreport

[20h51] Pittsburgh Steelers 20, Detroit Lions 27

Fassungslose Stats der Quarterbacks in Pittsburgh: Roethlisberger mit 211 Pass-Yards (9.7 NY/A), Stafford trotz einiger Fehler zu Spielbeginn mit 327 (!!) Yards (10.9 NY/A). Calvin Johnson schon wieder mit 179 Receiving-Yards inklusiver mindestens zweier sensationeller Zirkus-Aktionen.

Pittsburghs Defense gibt mir Rätsel auf: Das ist keine Steelers-Defense. Null, wirklich NULL Passrush für Stafford. Das kann nicht allein am Ausfall von OLB Woodley liegen. Das müssen strukturelle Probleme sein. Ist an den Abgesängen auf DefCoord Dick LeBeau doch was dran? Mal schauen, ob LeBeau wenigstens halbwegs was wie Adjustments zur Pause zustande bekommt. Denn klar ist: Da muss aus Steelers-Sicht was passieren.

Pittsburgh sah nur Land, wenn Stafford Mist baute: Überworfene Bälle (drei Drives der Lions wurden mit Staffords unpräzisen Bällen beendet, und möglicherweise wären alle drei zum TD gegangen) bzw. direkt von Stafford in die Hände der Steelers geworfene Bälle: CB Taylor droppte zwei INTs.

[20h36] Beim Battle of Ohio passieren heute nur unvorhergesehene Dinge: Nach dem INT-TD Return für Cleveland machen die Bengals einen blocked-FG TD und einen Fumble-Return TD und führen nun trotz schlechtem Spiel der Offense 28-13.

[20h31] PIT 20, DET 24/Q2 1:42. Meine Fresse, wie leicht lässt sich die Steelers-Defense hier ausspielen? RB #35 Bell über 2yds zum TD, aber schon vorher konnte Bell mutterseelenallein einen Checkdown über das halbe Spielfeld tragen, mit Begleitschutz OG #75 Warford, der erstaunlich athletisch einen entscheidenden Gegenspieler aus dem Weg räumte.

[20h28] Aus Chicago:

[20h25] Hallo, Hallo: Erstes Three’n’Out für die Steelers, und von den Rängen fliegen die Boo-Birds!

[20h20] PIT 20, DET 17/Q2 3:52. 19yds-TD. Wie schon geschrieben: Das Spiel hat das „Make-Up“ eines gigantischen Shootout. 5 Plays, 74yds. Pettigrew, Pettigrew, Pettigrew, Durham, Johnson und TD. Geht so einfach, und die Defense kriegt keinen Zugriff. Bei FOX wird danach eine Hymne auf Calvin Johnson als sehr gebildeter Mensch abgehalten.

[20h17] Eagles-Offense: Pässe für 49, 42, 26, 24, 23, 19, 15 Yards. Ich will nicht sagen, dass ich nicht vor der Schlechtigkeit der Redskins-Secondary gewarnt hätte… Philly führt ungefährdet 17-0.

[20h13] PIT 20, DET 10/Q2 7:19. Weiterhin zahnlose Lions-Defense: RB Bell kriegt einen Checkdown genau zwischen die Zonen der Linebackers und macht daraus einen Riesen-Raumgewinn. Dann verpasst Roethlisberger mit einem suboptimal geworfenen Ball für TE Miller den Touchdown, auch wenn Miller den Ball durchaus auch hätte festhalten können. Unglaublich, wie viele Punkte hier schon verschenkt wurden… aber so wie die Offenses hier die Eier bewegen, werden da noch viele Yards und Punkte kommen.

[20h11] CIN 14, CLE 13/Q2. Sanu ist der Superstar des Drives: 6yds-TD Catch, aber schon vorher hatte er eine 25yds-Completion als Quarterback für Bernard – ein Pass, der durchaus schön genug ist um mit Dalton mitzuhalten.

[20h08] Mike Pereira:

Das Spiel würde nicht neu gestartet, sondern fortgesetzt.

[20h05] PIT 17, DET 10/Q2 10:13. Erster Spielzug, tiefer Ball Stafford für WR #81 Johnson in komplett zusammengebrochener DEckung. Von der Seite rauscht CB #24 Ike Taylor heran und unternimmt einen Tackleversuch wie ein homophobes Mauerblümchen. Johnson kann locker zum 79yds-TD durchlaufen.

[20h03] PIT 17, DET 3/Q2 10:29. Diesmal ist es Roethlisberger mit dem weggeschmissenen TD. Nur Fieldgoal.

[19h59] Zwei Ereignisse von anderen Feldern:

  • Tampa-Atlanta: Fantastischer TD-Lauf für RB Bobby Rainey, dem kleinen Zwerg von der Western Kentucky University. Rainey war ungedraftet. Danach spielt Schiano einen überraschenden Onside-Kick aus! Schiano! Toll, dass der Kick auch noch gelang. Schiano holt mächtig Pluspunkte.
  • Houston-Oakland: Case Keenum ist zu geil. Ein Spaßfootballer aus dem Bilderbuch. Der neue Favre. OK, das mag übertrieben sein, aber Keenum sieht in diesen ersten Spielen seiner Profi-Karriere aus wie der Anti-Schaub. Und genau den hatten die Fans doch gesucht.

[19h55] Fumble Reggie Bush, frei geschlagen vom Steelers-DB #20. LB Timmons mit einem Return in die RedZone hinein.

[19h54] Impressionen aus Chicago:

[19h51] CIN 7, CLE 13/Q2. Spektakel in Cincinnati: Nun ist es OLB James Harrison mit einer INT gegen QB Campbell, inklusive eines saucoolen INT-Returns, auf den so mancher Runningback stolz wäre. Zwei Plays später: 25yds-TD für TE Gresham. Pathetische Browns-Defense allerdings beim TD.

[19h45] PIT 14, DET 3/Q2 14:05. Stafford in Stafford-Form: Dritter Drive, diesmal hinein in die RedZone, aber dann überwirft Stafford schon wieder im dritten Down einen offenen Receiver (TE Pettigrew). Pettigrew hätte den Catch zum Touchdown trotzdem machen können, aber da muss der QB einfach präziser sein. Großer Rückstand zwar für Detroit, aber mit ein wenig Präzisions-„Adjustment“ für Stafford sind die Lions hier voll im Spiel.

[19h43] CIN 0, CLE 13/Q1. INT-Return #23 Haden. Es war die zweite INT für Haden im ersten Viertel.

Die erste: Erstklassige INT von Haden in Cincinnati gegen QB Andy Dalton. Aber auch Daltons Wurf ist mit „suboptimal“ noch schön beschrieben; ich würde die komplette Schuld an dem Pick Dalton zuschieben, da konnte der WR #18 Green nix dafür.

[19h37] In Chicago sieht es nun nach einer wetterbedingten Spielunterbrechung aus.

[19h35] Die Steelers-Trikots hatten wir letztes Jahr schon mal in einem eigenen Blogeintrag, samt Link zur Geschichte dieses sehr ähem… speziellen Trikots.

[19h32] PIT 14, DET 0/Q1 3:58. 47yds-Catch’n’Run Touchdown erneut für WR #84 Brown. Wusste gar net, dass Brown so schnell ist, dass er sämtlichen Cornerbacks auf und davon rennen kann. Erkenntnisse aus dem Spiel bislang: Die Steelers probieren sich stark an der no huddle Offense, und Roethlisberger scheint damit blendend zurecht zu kommen. Weniger Detroit, deren Front-Seven null Druck zustande bringt. Zahnlose Abwehrvorstellung bislang.

[19h30] Ich frage mich gerade, ob Joe Flacco mit seinem starken Arm heute in Chicago einen „Wettbewerbsvorteil“ der besonderen Güte besitzt? In dem Wind sind besonders hart geworfene Bälle deutlich von Vorteil.

[19h28] Matt Stafford mit den gewöhnlichen Eingewöhnungsproblemen im ersten Viertel, überwirft im zweiten Drive zum zweiten Mal im dritten Down einen völlig offenen Ballempfänger (#11 Ogletree wäre zum TD durchgelaufen). Detroit muss punten.

[19h21] PIT 7, DET 0/Q1 6:20. 34yds-Pass für #84Antonio Brown rechts raus; Brown nimmt den kurzen Pass auf und lässt zwei Verteidiger abprallen, kann danach locker durchlaufen. Sehr „runder“ Drive der Steelers auf einem schwer bespielbaren Feld: 8 Plays, 68yds, TD.

[19h18] CHI 0, BAL 7/Q1. Ray Rice straft mich im ersten Drive gleich mal Lügen mit einem 47yds-Lauf; Rice schließt den Drive dann auch gleich per 1yds-TD ab.

[19h13] In Detroit überwirft QB Stafford im dritten Down den offenen Reggie Bush, und danach wird im Heinz-Field (schweres Stadion für Kicker) der 4th-Down von der PIT 31 ausgespielt – nicht erfolgreich.

[19h06] Die beiden bad weather-Spiele heute sind in Chicago (Sturmböen) und Pittsburgh (leichter Regen) zu verorten.

[18h43] Das Wetter heute früh war so schlecht, dass ich am liebsten sofort ins NFL-Playoffgeschehen eingestiegen wäre, aber dann kam ein Freund zu Hilfe, und wir machten eine erste Erkundungstour im Skigebiet. Schlechtes Wetter ist manchmal Ansichtssache.

Schlechtwetter ist Ansichtssache

Schlechtwetter ist Ansichtssache

Weil ich bis in die Mittagsstunden droben war, gab es heute eine zerstückelte NFL-Vorschau auf einen großartigen Footballabend mit etlichen Topspielen. Davor aber wie immer der Verweis auf die zwei wichtigsten Dinge:

Calvin Johnson hat zwar unter der Woche nicht immer voll trainieren können, aber er spielt.

NFL-Nachtvorschauer, Week 11: Denver Broncos – Kansas City Chiefs Preview

NBC hat dank “Flex-Scheduling” die Möglichkeit erhalten, das Spiel des Tages, Denver Broncos (8-1) vs Kansas City Chiefs (9-0) in die Primetime zu verschieben und als Sunday Night Game auszustrahlen. Deswegen wird es heute erst um 02h25 angepfiffen (live SPORT1 US und Gamepass).

Es ist in mehrerlei Hinsicht eines der großen Spiele dieser NFL-Saison, und es ist eines, das in den Staaten vergleichsweise wenig Beachtung findet – zumindest im Vergleich zu anderen Spielen dieser Größenordnung. Wenn ich mich zurückerinnere an die Saison 2007/08, als zu ähnlich fortgeschrittener Zeit im Saisonverlauf die ungeschlagenen Patriots auf die ungeschlagenen Colts trafen: Was war das für ein fassungsloser Hype damals! Und es war damals nicht einmal eine Partie, die in der US-Primetime lief.

Broncos gegen Chiefs kriegt auch vielleicht deswegen nicht die Aufmerksamkeit, weil viele den Chiefs misstrauen: 9-0 ja, aber gegen wen? Da scheinen „Kaliber“ wie Jacksonville, Giants, Titans, Raiders, Browns oder Bills und Texans (jeweils mit third stringer) auf, viele von denen waren arg verletzungsgeschwächt. Mein Power-Ranking sieht die Chiefs momentan trotz bestem Record in der Liga nur auf Rang 14 als quasi durchschnittliche Mannschaft.

Das hat Gründe: Die Offense ist durchaus labil. 5.2 NY/A im Passspiel ist der drittschwächste Wert der Liga in genau der Kategorie, in der es sich eine Spitzenmannschaft am wenigsten leisten sollte. QB #11 Alex Smith brilliert zwar als Verwalter der Offense, der die großen Bolzen vermeidet (1.3% INT-Quote ist der beste Wert der Liga), aber das funktioniert mangels ernsthafter Anspieloptionen (WR Bowe darf trotz Sauftour heute spielen) auch nur solange wie die Chiefs keinem Rückstand hinterherlaufen müssen – bisher selten der Fall, weil gegnerische third stringer nun mal keine drei Touchdowns in den ersten 20 Minuten auf das Feld zaubern.

Bei QB Peyton Manning (8.3 NY/A) und seiner geölten Pass-Armada dürfte das anders werden, wobei: Manning umwehen heute Geschichten von einer Knöchelverletzung; Manning ist „probable“, aber sein Einsatz soll nicht gefährdet sein.

Manning sieht seinerseits heute eine Defense, die er so dieses Jahr noch nicht kennt: 5.2 NY/A gibt die Chiefs-Defense ihrerseits nur auf – drittbester Wert der Liga. Die komplette Abwehr ist bisher eine Augenweide: Den NT #92 Poe habe ich oft gepriesen, und auch DE #94 Jackson soll ein Superjahr spielen. Dahinter operiert die beste Linebacker-Gruppe der Liga neben vielleicht noch San Francisco. Der OLB #91 Hali ist eindimensional wie Fladenbrot, aber ein Passrusher vor dem Herrn. Der OLB #50 Houston ist der kompletteste Linebacker der Liga und bisher vielleicht der Spieler der Saison.

Dahinter operiert ein Defensive Backfield mit drei Cornerbacks #24 Flowers, #27 Sean Smith und dem Rookie-Nickelback #31 Marcus Cooper und einem Safety #29 Eric Berry („The Fifth Dimension“), das sich gewaschen hat. Es bestehen Restzweifel, ob diese Secondary nur gegen die Liga-Mittelklasse dominiert oder das auch gegen Manning vermag, aber diese Fragen werden sich heute (hoffentlich) klären.

Für Denver ist es der Auftakt zu einem brutalen Drei-Spiele-Plan: Nächste Woche muss man ebenso in der Primetime nach New England, und dann ist schon der Auswärtstrip nach Kansas City angesagt. Das macht diese Partie für Denver heute zum „must win“: Der Wildcard-Playoffplatz in der AFC ist quasi schon fix, aber will man den Divisionssieg attackieren, muss zwingend erstmal das Heimspiel gegen Kansas gewonnen werden – gegen einen Head Coach Andy Reid, der fast schon eine legendäre Serie an Siegen nach der bye week innehat: 14 Jahre bye week, 13 Siege.

Ich würde nicht darauf wetten, dass die Serie anhält. Wenn Manning nicht tatsächlich schwerer verletzt ist, ist Denver meiner Meinung nach hier recht klar zu favorisieren. Die 72er Dolphins brauchen keine allzu große Angst um ihren Status als einzige Ungeschlagene der NFL-Neuzeit zu haben.


Komplettere Vorschau noch haben Andy Benoit von MMQB-Deep Dive und der unvergleichliche Mike Tanier von Sports on Earth geschrieben.

NFL-Spätspielevorschauer 2013, Week 11

Teil 2 der NFL-Vorschau auf den heutigen 11ten Sonntag im NFL-Kreis 2013 mit den Spielen um 22h05 und 22h25 [Teil 1 hier].

Miami Dolphins – San Diego Chargers

Kickoff 22h05

Zwei Teams mit 4-5 Bilanzen, insofern ist es ein nicht unwichtiges Spiel im AFC-Wildcardrennen. Beide Teams wurden auf diesem Blog in den letzten Wochen schon ziemlich rauf- und runtergenudelt [Dolphins][Chargers]. Ich bin immer noch erstaunt, dass die Chargers nicht mehr Aufmerksamkeit erregen, denn die Bolts-Offense ist wirklich eine Sahne: QB Philip Rivers als Leader der zweit-effizientesten Pass-Offense der NFL mit 7.6 NY/A in einer sehr variantenreichen Offense, der allerdings ein klarer Top-Wideout abgeht. Rookie #13 Keenan Allen hat sich als erste Option herauskristallisiert, aber der Angriff in San Diego ist alles andere als zentriert auf 1-2 Köpfe. Das führt dann auch dazu, dass San Diego die im Schnitt längsten Drives der Liga durchzieht: 40.2yds/Drive mit der zweitbesten Drive-SR% (76%) der Liga (Drive-SR% = in 76% der Fälle folgt für San Diego nach einem 1st-Down ein weiteres 1st-Down oder ein Touchdown anstelle von FG, Turnover oder Punt).

San Diego ist für mich relativ klarer Favorit in diesem Spiel, nachdem die Dolphins in der Incognito-Sache immer noch mit sich selbst beschäftigt sind und in den letzten Wochen die Offense um QB Tannehill zu stagnieren schien. Der Hoffnungsschimmer für Tannehill könnte das personelle ausgedünnte Chargers-Personal in der Front-Seven sein: U.a. stehen wohl die drei besten Passrusher nicht zur Verfügung.

New Orleans Saints – San Francisco 49ers

Kickoff 22h25, live bei SPORT1 US und mit pünktlichem Einstieg ab 22h25 auch bei PULS 4

Sahnepartie. New Orleans (7-2) als Inhaber einer knappen Divisionsführung in der NFC South gegen Superbowl-Teilnehmer San Francisco (6-3) als Team mit Dreispiele-Rückstand in der NFC West, und als Team, das sich seines Playoff-Seeds nicht mehr 100%ig sicher sein kann.

Das Matchup, über das man bei dieser Partie schreiben muss, ist – erfasst! – Saints-Offense (#3 mit 7.6 NY/A Passspiel, #9 nach SR% im Laufspiel) gegen die 49ers-Defense (#6 mit 5.5 NY/A Passspiel, #2 mit 63% SR% im Laufspiel). Das sind zwei der besten, beständigsten Mannschaftsteile in der NFL über Jahre.

Bei San Francisco ist eine Erkenntnis dabei, dass es nichtmal die beste Secondary braucht, um eine sehr gute Pass-Abwehr auf die Beine zu stellen: Über Leute wie #22 Rogers oder #25 Brown lacht die halbe Liga, und trotzdem ist den Niners nicht einfach beizukommen. So geht das, wenn vorne die Front-Seven dominiert (heute u.a. dürfte auch #99 Aldon Smith wieder zurück sein) und sowohl Laufspiel ohne zusätzliche Safety-Unterstützung kaputt macht als auch mittels kompletter Linebacker wie #52 Willis oder #53 Bowman kein kurzes Passspiel über Runningbacks und Tight Ends zulässt (SF gehört zu den fünf besten Teams im Abdecken von TE).

Gegen New Orleans trifft man aber auf die vielseitigste Offense der Liga, und das in deren Dome. Man hat Brees dort schon die besten Defenses des Landes zerlegen sehen, insofern wird San Francisco mit hoher Wahrscheinlichkeit mit seiner Offense punkten müssen…

…und darin liegt wohl der wahre Knackpunkt der Partie: Können Colin Kaepernick und Kollegen mit der Brees-Pace mithalten? Kaepernicks Pass-Offense ist bizarrerweise mit 6.5 NY/A die 10t-beste der Liga, aber das Blatt wendet sich schnell, wenn man die Freak-Performance im Season-Opener gegen Green Bay und die Spiele ohne TE Davis und/oder ohne WR Boldin rausrechnet: Dann haben wir eine mega-ineffektive Offense. Das reicht gegen Mittelklasse-Teams, weil San Francisco genügend sonstige Waffen in Offense und Defense hat, aber das reicht meistens nicht gegen die Spitzenteams – New Orleans ist ein solches, vor allem zuhause.

WR Michael Crabtree könnte helfen: Der Mann hat seinen Achillessehnenriss bald auskuriert, und wird demnächst wieder spielen; Crabtree war letztes Jahr, nach der Einwechslung von Kaepernick, dessen Lieblings-Anspielstation, und die Combo Kaepernick-Crabtree gehörte zum feinsten der NFL. Das ist erst ein Jahr her! Crabtree wird möglicherweise schon heute spielen (Status „uncertain“), auch wenn man sich schon fragen muss, ob es dieses Spiel, so wichtig es ist, wert ist, einen halbfitten Crabtree möglicherweise gleich schon wieder zu verheizen – zumal er nicht von Minute 0 an geschmiert laufen dürfte.

Also: New Orleans ist für mich im Superdome fast immer favorisiert. So auch heute.

New York Giants – Green Bay Packers

Kickoff 22h25

Es ist nun ziemlich genau einen Monat her, da waren die Giants 0-6 und die Lachnummer der NFL. Mein Power-Ranking protestierte. Es sah eine Mannschaft, die zwar unterdurchschnittlich drauf war (#22 der Liga), die aber immer noch wie ein Team spielte, das historisch gesehen die Saison mit 7 Siegen gegen einen durchschnittlichen Schedule beenden wird. Seither haben die Giants drei Spiele bestritten. Resultat waren drei Siege, und so steht „Big Blue“ heute mit 3-6 Siegen da, keine Welten vom Divisionsleader in der NFC East entfernt (Dallas mit 5-5) und heute mit der Chance, gegen einen schwer angeknockten Gegner aus Green Bay (5-4, muss heute wieder mit third stringer Scott Tolzien auf Quarterback ran) den vierten Saisonsieg einzufahren und sich endgültig im Playoff-Rennen zurückzumelden. Klingt verrückt.

Wenn man die Giants etwas genauer betrachtet, ist ihre Saison nicht 0-6 und dann 3-0. Sondern:

  • Recht explosive Pass-Offense zu Saisonbeginn, aber ein verrückter Turnover-Lauf, der die komplette Offense in die Scheiße ritt: Turnovers durch QB Manning, Fumble-Orgie durch so ziemlich jeden einzelnen Ballträger, plus 0-2 in engen Spielen.
  • Danach eine solidere Pass-Offense mit weniger Turnovers, aber auch weniger NY/A. Gegner mit Backup-QBs (Freeman/MIN, Barkley/PHI) und ein 2-0 Lauf in engen Spielen.

Gut und schlecht sind wie so oft relativ. Giants sind im Power-Ranking schon auf #13 hochgekraxelt, und dürften heute für viele leichter Favorit im Heimspiel gegen die Packers sein.

Seattle Seahawks – Minnesota Vikings

Kickoff 22h25

Diese Partie dürfte in Seattle (9-1) einen klaren Favoriten sehen, obwohl die Seahawks einige Spiele dieses Jahr knapper gestalteten als es ihnen lieb sein durfte. Trotzdem stellt Seattle die bessere, breitere, kompaktere Mannschaft, und solange man nicht völlig unterschätzt, was der Gegner an Quarterbacks heute aufmarschiert, sollte es ein souveräner Sieg werden.

Im Prinzip musst du Minnesota (2-7) nur die Box vollstellen. RB Peterson ist zwar weiterhin einer der besten, aber er ist natürlich nicht in der Lage, eine 8-Mann-Box dauerhaft zu killen. Eher umgekehrt: Dann wird er selbst gekillt. Das Problem an der Sache liegt sowieso woanders, nämlich in der suboptimal besetzten Quarterback-Position der Vikes. Wer auch immer spielt, das Passspiel ist kaum ernst zu nehmen. Deswegen sind die Vikes so leicht auszurechnen, und wenn nicht alle Würfel wie letztes Jahr auf ihre Seite fallen, sind sie relativ leicht einzubremsen.

NFL-Abendspielevorschauer 2013, Week 11

Wie am Morgen angekündigt, Teil 1 der zerstückelten NFL-Vorschau auf den heutigen Sonntag, beginnend mit den Partien, die um 19 Uhr MEZ angepfiffen werden. Den kompletten Sendeplan kann man im Eintrag von heute früh einsehen.

Chicago Bears – Baltimore Ravens

Chicago (5-4) hat nach der Verletzung des Packers-QB Rodgers plötzlich recht gute Aussichten auf einen Contender-Platz in der NFC North, muss aber heute selbst mit dem Backup-QB Josh McCown ran. Baltimore (4-5) auf der anderen Seite ist nominell im Rennen, aber die optischen Eindrücke des Superbowl-Titelverteidigers sind bisher meh.

Die Ravens kranken an einer Offense, für die ich das richtige Wort nicht finde. „Steril“ beschreibt es noch am knackigsten, aber die Vokabel hab ich schon für deutlich flüssigere Offenses verwendet, ist insofern mit Vorsicht zu genießen. Die beiden wichtigsten Effizienz-Stats der Ravens:

  • 5.6 NY/A im Passspiel ist ligaweite #25.
  • 28% Success-Rate im Laufspiel ist so abgeschlagenes Schlusslicht, dass ich keine historischen Vergleiche habe.

Dass die Offense halbwegs Punkte erzielt, liegt u.a. an relativ guter durchschnittlicher Starting-Fieldposition (28yds-Line, #10 der Liga), und z.B. letzte Woche wurde den Ravens von Cincinnati das Spiel mit Turnovers und -15yds Läufen in der Overtime quasi in den Schoß gelegt.

Die Bears-Defense auf der anderen Seite ist ihrerseits nicht wiederzuerkennen, kassiert mit 7.5 NY/A die meisten Passyards auf Down-Ebene ligaweit. Die Bears-Defense. Letzter in der Liga. Das hat mehrere Gründe, vom Philosophie-Wechsel des Front-Office (das mehr Offense wollte, was auch super funkiontiert) über neue Coordinators über alternde Stars hin zu Verletzungen (CB Tillman, LB Briggs fallen heute aus). Wenn die Ravens heute keine Yards machen können, ist ihnen auch nimmer zu helfen.

Auf der anderen Seite haben wir ein höherklassiges Duell Bears-Offense gegen Ravens-Defense. Beide Units sind jünger, beide sind in der oberen Ligahälfte zu verorten. Das Bears WR-Duo Marshall/Jeffery wird seinem Ruf gerecht, bei den Ravens klickt die Abwehr seit einigen Wochen gut genug, um diese ansonsten total enttäuschende Mannschaft in engen Spielen zu halten und vier Siege herausgewürgt zu haben.

Buffalo Bills – New York Jets

Das Livespiel bei SPORT1 US ist Buffalo Bills (3-7) – New York Jets (5-4) aus der AFC East, durchaus nicht so klar zu verorten wie es die Records der beiden Mannschaften vermuten ließen: Die Jets sind ein Heiß/Kalt-Team, das wunderbar eine Woche gewinnt, die nächste verliert. Die Entwicklung in den ersten neun Spielen: WLWLWLWLW. Demzufolge wäre heute in Orchand Park eine Niederlage dran.

Aber die Bills haben schon die ganze Saison über mit Verletzungsproblemen zu kämpfen: Erst war es die QB-Rotation, die runter bis zum vierten QB Jeff Tuel ging, nun ist es das WR-Problem: #10 Woods fällt heute aus, #13 Stevie Johnson ist mehr als fraglich (Leiste). Immerhin ist QB #3 E.J. Manuel wieder fit, aber Manuel allein kann nix richten: Der Mann ist noch sehr jung und unerfahren, und sah bislang noch nicht richtig reif für die NFL aus. Ohne adäquates Receiver-Personal könnte es ähnlich bitter werden wie im „Hinspiel“ gegen die Jets, als die Bills kein Laufspiel in die Gänge bekamen und Manuel gefühlt 60x werfen musste und 8-10x gesackt wurde. Wie der Teufel es will, haben sich die Jets unter der Woche auch noch mit S Ed Reed verstärkt.

Spricht eigentlich einiges für die Jets – diese Jets, die aber die 5-4 Bilanz mehr glücklichen Umständen zu verdanken haben als es dem geneigten Fan lieb sein dürfte. Heimvorteil Buffalo, leichte Favoritenstellung Buffalo würde ich meinen.


Die weiteren 19h-Spiele sind:

  • Pittsburgh (3-6) – Detroit (6-3). Wie funktioniert Detroits Passspiel im schlecht bespielbaren Heinz Field in Pittsburgh? Welcher Cornerback wird primär auf Calvin Johnson abgesetzt? Wie sieht das direkte Duell der Detroit-DL um Suh und Fairley gegen den starken jungen Steelers-Guard DeCastro aus? Wie ist generell der GamePlan der Steelers-Offense gegen eine Lions-Defense, die ihre Stärken plötzlich vorne in der Lauf-Verteidigung zu haben scheint?
  • Cincinnati (6-4) – Cleveland (4-5). Die Bengals sind ein Mysterium, obwohl jeder was, was sie gut und schlecht können. Das erste Duell der beiden im „Battle of Ohio“ endete dann auch passenderweise in einer Überraschung mit Browns-Sieg. Heute: Cleveland mit Backup-QB Campbell, der vielen Leuten besser gefällt als der demontierte Starter Weeden. Cincinnati ist solange Favorit wie sie die Bälle in der Offense nicht grundlos per Turnover verschenken.
  • Philadelphia (5-5) – Washington (3-6). Das erste Saisonspiel ist mittlerweile gefühlt weit weg, aber damals überrollte Philly mit QB Vick die Redskins nach Strich und Faden. Heute treten die Eagles ohne Vick an, dafür mit QB Foles (u.a. 16 TD, 0 INT). Foles wirkt blasser, ist aber bisher gegen eher subpare Defenses effizient. Phillys Offense ist ligaweit #2 nach meinen Ranking-Methoden. Die Redskins-Passdefense ist nicht „subpar“, sondern grottig. Bei den Skins werkelt man eifrig, um RG3 wieder auf altbekannte Höhen zu kriegen.
  • Tampa Bay (1-8) – Atlanta (2-7). Zwei große Enttäuschungen in einer Partie, in der es eher um den Top-Draftpick als um NFL-Playoffs geht. Die Buccs gefallen mir seit Wochen mit ihrem Kampfgeist, nachdem sie ein, zwei Spiele lang so ausgesehen hatten, als würden sie auseinander fallen. QB Mike Glennon ist immer dann gut, wenn seine Offense Line ihm Zeit gibt. Bricht der Passrush aber durch, ist es brutal, Glennon zuzuschauen. Er sieht dann so aus wie ein Gabbert: Man möchte meinen, er sieht dann die sprichwörtlichen Geister. Atlantas Lazarett kriegt aber nicht mit Gewissheit genügend Druck für eine Geisterstunde zusammen.
  • Jacksonville (1-8) – Arizona (4-5). War mein Cardinals-Hype unter der Woche verfrüht? Nicht sicher, ob wir dies heute erfahren werden, denn Jacksonville hat erstmal den ganz großen Angstschweiß vor der 0-16 Saison von der Stirn gewischt. Das spannendste an dem Spiel wird also sein, wie Arizonas Trainerstab die Carries verteilt zwischen dem ineffizienten Starting-RB Mendenhall (ist er überhaupt spielfit?) und dem Backup-RB Ellington, der zu den effizientesten Offensivspielern der Liga gehört, obwohl er fast keine Einsatzzeit kriegt.
  • Houston (2-7) – Oakland (3-6). Die Texans sind drei knappe Niederlagen von der Relevanz entfernt. Die Mannschaft spielt ordentlich, selbst mit dem third stinger Case Keenum, der allerdings etwas besser aussieht als es seine Stats vermuten lassen. Bei den Raiders ist es heute das Comeback des ehemaligen Penn State-QBs Matt McGloin. McGloin wurde viele Jahre lang verspottet als „Quarterback ohne Arm Strength“, als Mann, der Mühe hat, auch nur die 7yds-Checkdowns mit Pfeffer anzubringen. Das änderte sich für McGloin in seinem letzten College-Jahr, 2012, als er die von Sexskandalen, Sperren und Abgängen dezimieten Nittany Lions unter neuem Coach (Bill O’Brien) anführte und ein tolles Jahr spielte. Das reicht gar für McGloin, in die NFL zu kommen. Dort ersetzt er heute den verletzten Terrelle Pryor, der selbst eine ganz eigene unkonventionelle Geschichte ist. Damit haben wir heute zwei ungedraftete Rookie-QBs gegeneinander.

Sendeplan für NFL-Sonntag #11

Es gibt Gründe dafür, dass die Vorschau auf den heutigen NFL-Sonntag erst im Laufe des Tages erscheinen wird. Deswegen sei in der Frühe hier nur auf die Sendepläne des heutigen Footballtages verwiesen. Es ist ein leckerer Tag. SPORT1 US bringt folgende Partien:

19h    Buffalo Bills - New York Jets
19h    Cincinnati Bengals - Cleveland Browns (*)
22h25  New Orleans Saints - San Francisco 49ers
22h25  New York Giants - Green Bay Packers (*)
02h25  Denver Broncos - Kansas City Chiefs

PULS4 bringt in Österreich natürlich Saints vs 49ers (unterschiedliche Angaben auf deren Homepage, ob man ab 22h25 oder 22h40 einsteigt scheint 22h25 zu sein). Der Gamepass ist mittlerweile gefühlt jede Woche gratis zu haben, so auch diesmal (Kündigungsfrist für die Gratis-Jäger: 23.11.).

Tja, und CFL wird auch noch gespielt: Conference-Finals 2013. Live nur für jene, die keine Scham vor irgendwas kennen; on-demand ab morgen in der TSN-Datenbank. Vorschau dazu habe ich schon geschrieben.

Vorschau zur NFL wird noch kommen. Dazu muss ich mich aber erst durch die Matchups graben.

College Football 2013/14, Week 12 Preview

Vermeintlich ruhiges Wochenende diesen Samstag (wer erinnert sich noch an das letzte Mal, als ich dies von einem November-Samstag behauptete?). Den Stand der Dinge hat Seminole schon am Dienstag auf den Punkt gebracht, und es geht ab sofort für die Granden nur mehr darum, nicht mehr zu stolpern. Ein gefährliches „Nur“.

Das nominelle Spitzenspiel heute ist um 21h30 #7 Auburn Tigers#25 Georgia Bulldogs. Beide können mit einem Sieg in dieser Partie ihre Chance auf den SEC-Finalplatz ihrer jeweiligen Divisionen am Leben halten, auch wenn es für beide ein sog. „long shot“ ist: Auburn muss in zwei Wochen auf jeden Fall noch auswärts gegen #1 Alabama spielen, und Georgia muss auf mehrere Ausrutscher bei Missouri hoffen. Die Partie gehört dem CBS-Rechtepaket, deswegen ist es weder bei SPORT1 US noch im ESPN-Player zu sehen; schade, denn beide Teams sind spektakulär: Georgia spielte zuletzt wieder mit dem Großteil seiner Offense-Stars, Auburn hatte letzten Sonntag seine beste Saison-Performance und soll unter dem neuen Head Coach Gus Malzahn richtig attraktiven Football spielen – meilenweit von dem entfernt, was ich von den Tigers erwartet hatte. Auburn muss auch deswegen gewinnen, weil es dann selbst mit einer Niederlage bei Alabama noch eine Chance hätte, durch die Hintertür eine BCS-Bowleinladung zu bekommen (Mizzou ist der andere lebendige „at-large“-Kandidat).

Für die Big 12 Conferene hat #12 Oklahoma State#24 Texas große Implikationen (21h30, auch außerhalb der bei uns legal bekömmlichen Spiele); Texas ist noch ohne Conference-Pleite; Oklahoma State mit bisher einer Niederlage. Für die Cowboys ist ein Sieg wichtiger als für die Longhorns. Beide müssen später im Saisonverlauf noch gegen das ungeschlagene Baylor ran.

Damit zu dem, was uns bei SPORT1 US respektive im ESPN-Player geboten wird (gesamten Sendeplan siehe unten).

18hIllinois vs #3 Ohio State dürfte eher begrenztes Upset-Potenzial haben. Die Buckeyes haben sich im Saisonverlauf zunehmend verbessert und sind mittlerweile legitimes Top-5 Team, aber es könnte zu spät sein: Selbst bei einer Pleite einer der ersten beiden Mannschaften (Bama, FSU) wird Ohio State möglicherweise in den letzten Wochen noch von hinten überholt, von entweder #4 Stanford oder #5 Baylor. Um diese Gefahr zu minimieren, muss Ohio State hier nicht bloß gewinnen, sondern überzeugend gewinnen.

21h30 – Bleiben wir in der Big Ten Conference: Nebraska#16 Michigan State könnte eine Art „play-in“ für das Conference-Finale der B1G (Legends Division). Die Huskers wursteln sich mal wieder mit altbekannten Problemen durch die Saison, und weil es immer und immer wieder Spiele auf dieselbe Art verliert, gerät Headcoach Bo Pelini in Lincoln langsam unter Druck. Letzte Woche würgte man sich immerhin zu einem Achtungserfolg auswärts gegen Michigan (17-13 Sieg), sodass es heute tatsächlich noch die Chance gibt, den Finaleinzug aus eigener Kraft zu schaffen. #16 Michigan State ist ein unangenehmer Gegner; die Spartans haben zwar keine Offense, aber eine Defense vor dem Herrn. Daher muss hier die Auswärtsmannschaft als Favorit angesehen werden – für viele im Lande ist Michigan State die einzige verbliebene Hoffnung, Ohio State doch noch eine Pleite vor Beginn der Bowl Seaosn zuzufügen.

Parallel dazu das Heimspiel der #2 Florida State gegen Syracuse. Alle Welt wartet noch immer auf den Stolperer der Noles, und viele Chancen bleiben nimmer. Im Gegensatz zu anderen Jahren gab es heuer aber noch keinen Fetzen Anzeichen, dass die Jungs um den Heisman-Favoriten QB Jameis Winston ins Straucheln kommen. Winston geriet unter der Woche in Schlagzeilen wegen eines „sexual harrasing“-Vergehens aus dem vergangenen Dezember. Wird möglicherweise thematisiert, aber der Fall sieht auf den ersten Blick relativ gegessen aus.

FSU ist schon für das ACC-Finale qualifiziert; der Finalgegner steht noch aus: Heute spielen Duke und #23 Miami/FL (jeweils 3-2 in der ACC) gegeneinander. Duke ist ein Freakteam im College-Football; Duke ist eine Basketball-Uni zuerst bis zuletzt. Miami/FL muss nach der niederschmetternden Pleite gegen Virginia Tech ein Lebenszeichen geben.

1h#10 South Carolina (schon wieder an #10?) gegen Florida wird immer mit dem Namen Steve Spurrier verknüpft sein; Spurrier war erst QB und Heisman-Trophy Sieger bei den Gators und dann in den 90ern dort als Headcoach der Revoluzzer, der der SEC das Passspiel beibrachte. Bei den Fans geliebt, im Athletic-Department aufgrund seines Starkults zum Problem erklärt, scheiterte Spurrier später in der NFL grandios und kehrte  ans College zurück. Bei Florida bleiben ihm die Türen verschlossen – man liebe es ruhiger – und Spurrier heuerte bei den Gamecocks an. Heute kann er mit einem Sieg quasi dafür sorgen, dass der Trainerstuhl bei Florida im Winter frei wird: Will Muschamp steht dort schwer in der Kritik. Es wäre die sechste Saisonpleite – und Florida muss noch gegen FSU ran; das Aus für die Bowl-Season könnte das Aus für Muschamp bedeuten.

1h45#1 Alabama auswärts gegen Mississippi State. Die Bulldogs haben nicht mehr die Qualität vergangener Jahre, und selbst dann wären sie klarer Außenseiter gewesen. Alabama verliert zwar schon ab und an ein Spiel, das es nicht verlieren sollte, aber sie sind nun schon jahrelang gegen keinen klaren Außenseiter mehr gestolpert.

2hUSC gegen #4 Stanford, eine extrem wichtige Partie für die Pac-12 Conference. Stanford hält in seiner North-Division zwar den Tie-Breaker gegen Oregon, darf aber wegen Punktegleichheit trotzdem nicht verlieren!  (Nächste Woche kriegt Stanford noch den Erzfeind Cal zuhause.) Und USC ist nicht mehr zu unterschätzen: Ob es am Trainerwechsel von Lane Kiffin auf Ed Orgeron liegt oder woran auch immer: Die Advanced-Stats lieben die längst totgesagten USC Trojans (6-3). Die Offense ist zwar aufgrund von Verletzungen (WR Marquise Lee z.B. humpelt sich durchs Jahr) und mittelmäßigen Quarterbacks eine Enttäuschung, aber die Defense gehört – das ist überraschend – zu den besten im Lande. Stanford ist mit seiner ruhigen Spielweise natürlich favorisiert, aber ein klein wenig Upset-Alarm liegt in der Luft: Die Stanford-Offense ist nicht so gut wie sie gemacht wird, und schließlich ist es für USC vor eigenem Publikum am späten Samstag-Nachmittag (zweite Halbzeit dürfte im Dunkeln stattfinden) die Chance, eine als verloren abgeschriebene Saison doch noch zu retten. Entsprechend aufgeladen dürfte die Stimmung im L.A.-Coliseum auch sein.

Sendepläne

SPORT1 US mit folgendem Programm:

18h    #24 Wisconsin - Indiana
21h30  #2 Florida State - Syracuse
01h    South Carolina - Florida

EUROSPORT 2 ab 22h30 mit der Aufzeichnung von Penn StatePurdue aus dem Beaver Stadium.

Der ESPN-Player hat potenziell diesen Schwall an Spielen:

  • 18h: Illinois-#3 Ohio St, Temple-#17 UCF, #22 Wisconsin-Indiana, Ole Miss-Troy, Rutgers-Cincinnati, Western Michigan-Central Michigan
  • 18h21: Vanderbilt-Kentucky
  • 18h30: Boston College-NC State, Pitt-UNC, Virginia Tech-Maryland, Southern Miss-FAU
  • 20h: UMass-Akron, Georgia St-ULL
  • 21h: UConn-SMU
  • 21h30: #2 FSU-Syracuse, Nebraska-#16 Michigan St, Duke-#23 Miami/FL
  • 1h: #10 South Carolina-Florida, #20 Louisville-Houston, USF-Memphis
  • 1h30: Arkansas St-Texas St
  • 1h45: Mississippi St-#1 Alabama
  • 2h: USC-#4 Stanford
  • 4h15: Boise St-Wyoming, Nevada-San Jose St

CFL 2013, Conference Finals Preview

Wie schon die letzten Jahre konnte ich die Canadian Football League 2013 nur schwerlich verfolgen. Hatte ich als Schüler und Student noch die Zeit, mir gelegentlich die CFL reinzuziehen, gab es in den letzten 1-2 Jahren immerhin noch die Möglichkeit, CFL bei ESPN America zu verfolgen. Nicht so dieses Jahr. CFL beschränkte sich auf „on-demand“-Consum der TSN-Datenbank. Ein gutes on-demand (for free) Angebot zwar, aber CFL 2013 lief größtenteil an mir vorbei.

Diesen Sonntag finden die Conference-Finals statt, in denen die Teilnehmer am 101ten Grey Cup ausgespielt werden. Heut Vormittag hatte ich die Chance, mir die Tapes der Conference-„Semifinals“ (in Kanada eine Art Play-in) reinzuziehen, und wage mich mit wenigem Gesehenen und einigem Angelesenen an eine ausführlichere Vorschau auf die beiden Spiele.

Toronto Argonauts – Hamilton Tiger-Cats

Kickoff Sonntag 19h MEZ | Ab Montag on-demand bei TSN

Toronto gegen Hamilton ist quasi das „Regionalderby“ von Toronto, da die Tiger-Cats (oder, wer Eindruck schinden will: Die Ticats) im nahen Gülph ihre Heimspiele austragen und auch ihr derzeit im Umbau befindlichen Heimatstadion im 50km-Radius der größten kanadischen Metropole liegt. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern die Partie in Toronto die Massen bewegt, denn von meinem letzten Toronto-Besuch hatte ich den Eindruck, dass diese Stadt die Maple Leafs aus der NHL lebt und atmet, und dass sogar der Toronto FC aus der Major League Soccer mehr Resonanz im Großraum der Stadt erzeugt als die Argonauts, die immerhin eine der ältesten US-Franchises sind. Wie auch immer: Toronto ist der Titelverteidiger der CFL, und so lahm sie 2012 auch über weite Strecken spielten, so pathetisch ihr meist halbleeres Rogers Center auch oft wirkt, so feurig war das letztjährige Finale in einem rabaukenartigen Rogers Center.

2013 ist man wieder etwas langsam in die Saison gekommen, u.a. weil der QB #17 Zach Collaros, uns noch aus dem College Football bekannt, nicht in Schwung kam. In den letzten Wochen allerdings kehrte der etatmäßige QB #15 Ricky Ray zurück und seither glüht die Anzeigetafel! Ray fabrizierte in 10 Starts sensationelle 21 TD vs 2 INTs und 9.5 Y/A; Ray ist vielleicht noch einigen Madden-Spielern aus der NFL bekannt: In Madden-2005 scheint er im Depth-Chart der New York Jets auf. In der CFL ist er ein Star, der dieses Jahr viele Rekorde gesprengt hätte, wenn er die Saison heil durchgekommen wäre.

Toronto beendete die Regular Season mit 11-7 Siegen und dem besten Punktverhältnis im Osten. Allerdings müssen die Argos ab sofort auf den letztjährigen MVP RB Chad Kackert verzichten (Knöchel-OP). Ersetzt wird er durch den aus er NFL (Atlanta Falcons?) bekannten Jerious Norwood, ein Mann mit einer relativ tragischen persönlichen Geschichte.

Toronto gewann den Grunddurchgang der Eastern Conference und musste im Gegensatz zu Hamilton kein Play-In bestreiten. Die Ticats gewannen letzten Sonntag in der Overtime gegen Montreal nach einer dramatischen Schlussphase. Dabei wurde ein Altbekannter zum Helden: QB #13 Dan LeFevour, der bei Central Michigan am College vor wenigen Jahren mehrere Passrekorde sprengte und sich mit seiner beherzten Spielweise als weißer Scrambler in die Herzen der Fans spielte. LeFevour wird in Hamilton nicht als Starting-QB eingesetzt – diese Rolle besetzt der 38jährige Oldie #1 Henry Burris – sondern als eine Art freakiger „change of pace QB“ für spezielle Offensiv-Packages, in denen sein double threat von Vorteil ist. Am letzten Sonntag tauchte er im entscheidenden Spielzug in die Endzone nach einem Spiel, das so furchterregend schwach war, dass es schon wieder unterhaltsam war: Alles war dabei, von Sturmböen zu Regenschauern, matschigem Boden, verkickte Field Goals (solche Dinger gibt es in der NFL mit ihren Superstadien leider mittlerweile viel zu selten), ein Halbzeitstand von 2-0 pro Montreal durch zwei Singles, endlose Schiedsrichterdiskussionen, nur um am Ende zwei zum Leben erweckte Offences zu sehen, die sich die Kante gaben und plötzlich spielten als gäbe es kein morgen.

Das Wetter wird in der Rogers-Halle keine Rolle spielen, insofern ist qualitativ ein besseres Spiel zu erwarten. Ich traue den Ticats nicht. Ohne Windunterstützung sehe ich für diese Defence keine Chance, Ricky Ray und seine Armada zu stoppen, trotz der guten Ergebnisse in der Regular Season gegen Toronto (2 von 3 gewonnen). Toronto Argonauts for Grey Cup.

Calgary Stampeders – Saskatchewan Roughriders

Kickoff Sonntag 22h30 MEZ | Ab Montag on-demand bei TSN

Gehen wir rein nach Qualität der Ansetzung, ist das das vorweggenommene Endspiel: Calgary (14-4) als bestes Team des Grunddurchgangs, aber die Saskatchewan Roughriders (11-7) sind nur ein i-Tüpfelchen hinter den Stamps anzusiedeln. Es ist die ligaweit beste Offence (Calgary) gegen die ligaweit beste Defence (Saskatchewan) bzw. die ligaweit zweitbeste Offence (Saskatchewan) gegen die ligaweit zweitbeste Defence (Calgary) – jeweils nach Punkten. Den Unterschied in der Saisonbilanz kann man an knappen Spielen ablesen: Calgary war darin 4-3, Saskatchewan 4-6. In der Regular Season spielten beide viermal gegeneinander; dreimal gewann Calgary, aber zweimal davon denkbar knapp – und deswegen haben sie heute Heimvorteil.

Es dürfte auch von den Emotionen her das bessere Spiel sein als das erste Conference-Finale, denn Westkanada ist CFL-Territorium. Okay, die NHL dominiert Kanada, aber im Westen ist die CFL nur knapp dahinter. Würden wir sämtliche Ost-Franchises samt Toronto einstampfen, den Leuten im Westen wäre es egal, und sie würden einen flotten Dreier Calgary-Saskatchewan-Winnipeg veranstalten und die Liga hätte trotzdem bis in alle Ewigkeit Bestand.

Sportlich ist die Saison für den Head Coach John Hufnagel ein fettes Ausrufezeichen: 14-4 trotz einer unsäglichen Verletzungsmisere auf Quarterback: Erst wurde der unumstrittene Starter Drew Tate mit „Tennis-Arm“ rein- und rausrotiert, dann durch Backup Kevin Glenn ersetzt, der zeitweise von third stringer Bo Levi Mitchell vertreten wurde. Diese Misere machte aus Calgary ein Team, das für CFL-Verhältnisse erstaunlich lauffreudig ist, und entsprechend wenige Turnovers begeht. Nur 2 INTs pro 100 Passversuche sind quasi nix, und solange der brachiale FB Jon Cornish 7.0 Y/A erläuft, muss der Offence nicht bange sein. Glenn führt die Mannschaft dann auch mit relativ fehlerarmem Spiel an.

Was kann Saskatchewan da gegenhalten? Eine opportunistische Defence, die zwar durchaus viele Yards zulässt, aber die wenigsten Punkte der Liga. Man hält sich mit INTs und sehr guter Goal Line Defence über Wasser. Ist das haltbar? Nun, zumindest gibt es Superspieler wie den DE #99 Alex Hall, der im Lauf der Saison von Winnipeg per Trade geholt wurde. Hall ist eines dieser Monster, das möglicherweise tatsächlich nächstes Jahr einen NFL-Platz kriegen könnte.

Tja, und dann wäre da die Riders-Offence. Sie wird immer noch angeführt vom alten Recken QB #4 Darian Durant, einem schwarzen Krieger, der stets so spielt als sei ihm sein Körper kein Jota wert. Durant spielte seine beste Saison ever. 7.8 Y/A und nur 2.2% INT-Quote sind die Durant exzellente Werte. Man muss dazu sagen, dass Durants Qualitäten auch den Scramble zur rechten Zeit umfassen. Die Offence ist eh eine der konservativsten, was PlayCalling angeht: Man versucht noch ganz old-school, Laufspiel über den Brocken RB Kory Sheets zu implementieren, und dann, wenn der Gegner die Box zustellt, den Kurzpass zu werfen. Fraglich ist allerdings Sheets’ Gesundheitszustand nach schwerer Verletzung.

Zweifel gibt es auch ob der Fitness von Slotback #89 Chris Getzlaf, dem wichtigsten Skill-Player neben Durant (Knieverletzung), und von SB #81 Geroy Simon, dem 38jährigen ewigen Yards-Leader der CFL-Geschichte.

Hochziehen können sich die Riders aber auf alle Fälle an dem gigantischen Comeback-Sieg am letzten Sonntag gegen die BC Lions, die in unmenschlichen Konditionen bei -15 Grad Celsius und gefrorenem Boden per beherztem „4th Quarter-Comeback“ geschlagen wurden. Weniger berauschend waren die drei Viertel zuvor, als man an die Wand gespielt wurde und wohl selbst nicht wusste, weshalb man am Ende überhaupt die Chance zum Comeback bekam.

Ich bin Saskatchewan-Fan. In meinem Zimmer hängt noch immer eine grüne Riders-Fahne aus Regina. Aber ich tue mir schwer zu glauben, dass das heute in Calgary gut geht – obwohl: Diese intensive CFL-Rivalität bot in den letzten Jahren immer wieder knappe, spannende Spiele, in denen gefühlt fast immer der Außenseiter in den Playoffs gewann. Trotzdem: Calgary ist effizienter, Calgary sollte das Endspiel erreichen, das nächsten Sonntag ausgerechnet in Regina/Saskatchewan ausgetragen wird.

Nachklapp – NFL in Wembley 2013

Die Hymnen vor dem Spiel: NFL-Wembley 2013

Die Hymnen vor dem Spiel: NFL-Wembley 2013

Ich bin letzte Woche nicht dazu gekommen, deswegen heute ein kurzer Nachklapp zum zweiten Wembley-Wochenende der NFL 2013/14, dem Spiel Jacksonville JaguarsSan Francisco 49ers am 27. Oktober. Ich habe ein Fanberichte aus erster Hand von den Lesern Chris, Markus, Leon, Rice Up, Maurizio und Seven Destiny bekommen, und von Meiklson Bildmaterial.

Allgemeiner Tenor: Das Event als Ganzes war sehr gut geplant und gut durchgezogen, allein das Spiel war ein Langweiler und für die meisten auch für die maue Stimmung im Stadion verantwortlich. Generell scheinen die Jaguars viele Sympathien gesammelt zu haben.


Die Fan-Rally wurde dieses Mal wieder – im Gegensatz zum Septemberspiel – nicht mehr in der Regents Street abgehalten, sondern am Trafalgar Square. Von der in manchen Medien kolpotierten Besucherzahl von „bis zu 70.000“ soll die Fanmeile allerdings selbiges entfernt gewesen sein… nämlich meilenweit. Sehr positiv bewertet wurde der Fakt, dass sich die Jaguars mit der kompletten Mannschaft präsentierten, der unterirdischen Saisonbilanz trotzend. Fred Taylor war anscheinend auch dort, und soll einen sehr freundlichen Vertreter für „seine“ Franchise gegeben haben. Von der Anzahl der Fans wurde zwar geschätzt: Mehr 49ers-Fans, aber auch gleichzeitig mehr Fans im Jaguars-Trikot als angenommen.

Sehr positive Kritiken bekam die Tailgating-Szenerie: Wer mit Eintritts-Armband ausgestattet war, kam anscheinend blitzschnell durch. Der Ansturm muss wohl größer gewesen sein als erwartet; die Plätze in der Tailgating-Zone sollen jedenfalls bald etwas eng geworden sein. Es waren offensichtlich auch mehrere hundert Jags-Fans aus Übersee nach London geflogen, die sehr relaxte Gesprächspartner abgaben und die London-Atmosphäre lobten. Das Wetter war auch deutlich besser als befürchtet.

Das Spiel selbst ist schnell mit 49ers-Dominanz überschrieben. Die Jaguars hatten keine Chance. Das beste am Spiel soll der Einlauf des Jags-Maskottchens „Jackson de Ville“ (oder Devil?) gewesen sein. Im Stadion erlebt man aber offensichtlich einen besseren Chad Henne als am TV: Das Spiel wirkt schneller, die Aktionen selbst eines unterdurchschnittlichen NFL-QBs wie Henne wirken deutlich fluider und man beginnt zu begreifen, dass da wirklich Meister ihres Fachs in dieser Liga rumlaufen. Auf der anderen Seite soll die Stadion-Perspektive auch offen gelegt haben, dass ein Henne mittlerweile so verunsichert ist, dass er wie Gabbert nur noch den Checkdown sucht, um ja keine groben Fehler mehr zu machen.

Die Stimmung im Stadion wurde unterschiedlich bewertet: Überwiegend kann sie wohl mit „mau“ umschrieben werden, aber das ist bei einem Spiel, das schon ausgangs des ersten Viertels tot ist, kein Wunder. Rice Up saß im Unterrang auf der Seite, auf der die Jaguars einliefen, und beschrieb die Stimmung dagegen als „brillant“ trotz Spielverlauf. Von meiner persönlichen Warte kann ich hinzufügen, dass es im neuen Wembley-Stadion durch die schieren Dimensionen fast zwangsläufig unterschiedliche Zonen mit unterschiedlicher Atmosphäre gibt. Klar, wenne in einer „ruhigen“ Zone hockst, kann das schon mal etwas enttäuschend wirken. Auch beim Fußball fand ich die Arena nicht so besonders laut, zumindest gemessen an ihrer Größe.

Unisono kritisch gesehen wurde die Preisgestaltung rund um das NFL-Spiel, Eintrittspreise ins Stadion ausgeschlossen (diese sollen fair gewesen sein). Beim Rest muss man sich anscheinend fragen, für welche Menschen so ein NFL-Ausflug noch finanzierbar ist.

Nachfolgend: Die Bildergalerie, die mir Meiklson hat dankenswerter Weise zukommen lassen (Klick auf ein Bild zum Start der Galerie).

Date am Donnerstag, #11: Tennessee Titans – Indianapolis Colts

Start des 11ten Spieltags mit dem Divisionsduell aus der immer blasser werdenden AFC South, Tennessee Titans (4-5) vs Indianapolis Colts (6-3), ab 02h30 auf SPORT1 US plus Gamepass. Angesichts der Ausgangslage ist es vielleicht schon das Spiel, in dem die Colts den Divisionssieg quasi-fix machen können – es ist nicht anzunehmen, dass die Titans einen 3-Spiele Rückstand noch aufholen.

Das Spiel ist für beide auch die Gelegenheit, ihre peinlichen Vorstellungen vom Sonntag zu revidieren: Tennessee verlor zuhause gegen Liga-Schlusslicht Jacksonville, Indianapolis wurde von den St Louis Rams förmlich abgeschlachtet.

Indy sieht heute wieder einen Backup-QB gegen sich, diesmal Ryan Fitzpatrick, der zu den besseren seiner Sorte gehören dürfte. Die Titans-Offense ist eigenartig, weil sie auf Teufel komm raus versucht, ihre Runningbacks einzusetzen, während im Prinzip die Wide Receivers und Tight Ends die wahren Stars sind. Ich mag die Situation überschätzen, aber ein WR-Corp bestehend aus Hunter / Washington / Kenny Britt / Kendall Wright plus TE Delanie Walker dürfte zum NFL-weit besten Personal auf Skill-Player gehören, selbst mit einem komplett verunsicherten Britt. Man darf gespannt sein, was die Colts mit ihrem dürftig besetzten Defensive Backfield zustande bringen. Vielleicht wird DE Robert Mathis wieder zum Schlüsselspieler, wenn Mathis gegen die halbwegs solide Offense Line Druck entfachen muss.

Ich habe kein allzu großes Vertrauen in den Titans-Trainerstab. Ich befürchte ein erneutes Schlamassel an Play-Calling und die erneut falsche Strategie. Indianapolis dürfte die komplettere Mannschaft sein und für dieses Spiel trotz der Probleme, die auch die Colts haben, favorisiert sein.

NFL-Power Ranking 2013, Week 10: Die Wüste gibt ihr Geheimnis preis

Die Jacksonville Jaguars holten den ersten Saisonsieg. Der war wichtig für das Selbstbewusstsein dieser Franchise, die seit dem Owner-Wechsel auf Shadid Khan vor nunmehr fast zwei Jahren sehr umtriebig versucht, ihr graues Imkage aufzubessern. Jacksonville ist nicht wie Detroit 2008, das damals die negativste Saison brauchte, um endgültig die Reißleine zu ziehen und sich von Grund auf selbst zu sanieren. Jacksonville 2013 hat die Grundsteine zur Sanierung schon gelegt, und wusste um die Schwierigkeit, heil durch diese Saison zu kommen. Ein 0-16 hätte viel mehr Gespött bedeutet als es diese Franchise verdient hat.

Der Sieg über Tennessee kam in etwa so zustande, wie ein Jaguars-Sieg 2013 zustande kommen musste: Ein quasi-spielunfähiger verletzter gegnerischer Quarterback, vier Turnovers beim Gegner, ein Fumble-Return zum TD und halbwegs opportunistische eigene Offense. Mehr können die Jags 2013 nicht, aber sie können gegen einen strauchelnden Mittelklasse-Gegner – nix anderes war Tennessee – zuschlagen, wenn es die Situation erlaubt. Das haben sie gemacht, und nun kann die zweite Saisonhälfte in Ruhe und ohne Angst vor der Lächerlichkeit abgeschenkt werden.

Bei den Tampa Bay Buccaneers war eh nie die Gefahr einer sieglosen Saison. Die waren das vermutlich beste 0-8 Team aller Zeiten. Tampa fightete sich zu einem grundsoliden 22-19 Sieg über Miami. Leistung: Sehr gut.


Lass mich mal ein gefühltes Power-Ranking andenken. Wir haben mehrere Fraktionen:

  • CU in February: Seattle und San Francisco. Es kann nur einen von beiden geben, wenn überhaupt, klar, aber das sind die optisch überzeugendsten Teams bisher. Ja, San Francisco.
  • CU in January, weil wir so gut sind: New Orleans, Carolina, New England, Kansas City, Denver, Green Bay, Detroit. Ich weiß, dass die Rechnung in der NFC nicht aufgeht, weil es keine drei Wildcards geben wird, aber in etwa so fühlen sich die Teams an; bei den Packers natürlich einen gesunden Aaron Rodgers vorausgesetzt.
  • CU in January, weil die anderen so schlecht sind: Miami, NY Jets, Houston, Tennessee, Cincinnati, Baltimore, Cleveland, Pittsburgh, San Diego. Also das komplette AFC-Wildcard-Feld in der Bewerbung um den sechsten Seed (einer von diesen wird auch an die AFC North gehen).
  • Ciao im Dezember, weil die anderen zu gut sind? Arizona, Chicago. Das Los des NFC-Durchschnittsteams: Besser sein als die Counterparts in der AFC, aber die Gegner sind zu hochklassig. Oder? Wir werden über ein Team gleich nachher noch mehr lesen…
  • CU in January, weil einer die NFC East gewinnen muss: Dallas. Es muss aber nur einer heißlaufen, das Dallas rausfliegt.
  • Ciao im Dezember, weil nur einer die NFC East gewinnen kann: Philadelphia, NY Giants, Washington. Es muss aber nur einer heißlaufen, dass statt seiner Dallas rausfliegt.
  • Identitätskrise: Indianapolis, St Louis. Das 38-8 vom Wochenende dürfte das überraschendste Ergebnis der Saison sein. Bezeichnend, dass zwei der drei unberechenbarsten Teams (neben den Jets) daran beteiligt waren.
  • Saison im Gully: Atlanta, Minnesota, Buffalo, Tampa Bay.
  • Hauptpreis Bridgewater: Jacksonville, Oakland.

Vom gefühlten zum „offiziellen“ Sideline Reporter Power-Ranking nach Woche 10.

NFL-Power Ranking 2013, Week 10

NFL-Power Ranking 2013, Week 10

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 10.

Statistik-Sektion

Wichtigste Statistik-Inputs für Week 10

Wichtigste Statistik-Inputs für Week 10

Kommentar-Sektion

Das Spiel EaglesPackers sei ganz kurz aus dem Blickwinkel des Power-Rankings diskutiert, über den man Bescheid wissen sollte: Das Ranking weiß um keine Verletzungen. Der Fall Green Bay ist deswegen so krass, weil hier der beste und wichtigste Spieler der NFL, QB Aaron Rodgers, durch einen third stringer (Tolzien) ersetzt wird, der bislang keinen NFL-Pass geworfen hat. Das ist die krassest mögliche Verletzung seit Manning in Indianapolis ausfiel; allerdings spielte Manning nicht ein einziges Down in jener Saison und war insofern für das Power-Ranking irrelevant. Bei Rodgers nein. Hier rechnet das Ranking für den nächsten Monat mit den Werten, als spiele Rodgers noch mit.

Damit dürfte Green Bay die nächsten Wochen mit Vorsicht zu genießen sein, aber nicht nur Green Bay, sondern auch deren Gegner: Diese profitieren aus Ranking-Sicht in zweierlei: Sie werden bessere Defense-Werte einfahren (weil Tolzien eben nicht Rodgers ist), und sie kriegen einen Boost durch den Strength of Schedule, der Green Bay aktuell mit Sicherheit überbewertet. Insofern „Glück“ für die Eagles, die diese Woche massive Pluspunkte sammeln konnten, obwohl der Sieg eigentlich eine Art „Muss-Sieg“ war gegen einen übel angeknockten Gegner.

Ich werde übrigens das Ranking nicht auf die Rodgers-Verletzung anpassen, da ich ansonsten auch für weitere Verletzungen Adjustments machen müsste, Adjustments, für die schlicht genügend Daten aus der Historie fehlen. Ich bitte, die im Hinterkopf zu behalten.


Ich hab’s oben schon angesprochen, und nun der genauere Blick auf ein Team, das bisher völlig übersehen wurde. Schon letzte Woche schaute ich erstaunt auf mein Ranking der besten Defenses, und sieht da: Die sechsbeste gehörte den Arizona Cardinals! Nach einer weiteren exzellenten Cards-Vorstellung gegen Houston rückt Arizona diese Woche sensationell auf #10 im Gesamt-Power Ranking vor (letzte Woche: #19). Zugegeben, der Leistungssprung in absoluten Werten war nicht ungeheuerlich, aber trotzdem: Ich horche auf.

Was macht die Cards so besonders? Die Offense ist es nicht wirklich. 5.9 NY/A im Passspiel ist in einem Vakuum leicht unterdurchschnittlich und NFL-weit #20, und die mit 38% nur 26t-beste Lauf-Offense auch net so beeindruckend, und 4.7 INT pro 100 Passversuche sind gar der zweitschlechteste Wert der Liga, aber jetzt kommt’s: Geschafft hat Arizona das gegen den drittschwersten Schedule der Liga. Das Power-Ranking legt Wert auf Schedule-Anpassung, und belohnt die Cards dafür, diese Zahlen gegen einen solchen Schedule erreicht zu haben.

Was sehe ich bei den Arizona Cardinals? Eine weiterhin unterdurchschnittliche Offense Line. Einen QB Palmer, der zwar mit 15 INT mehr Turnovers begeht als Touchdowns, aber im Vergleich zu allem, was in Arizona die letzten drei Jahre Pässe geworfen hat, trotzdem drei Klassen höher einzustufen ist (Palmer = NFL-Durchschnitt). Eine unverständliche Situation auf Runningback, wo weiterhin mit Rookie Andre Ellington (7.2 Y/A) einer der effizientesten Offensivspieler der Liga hinter dem komplett ineffizienten RB Mendenhall (3.1 Y/A) zurückstehen muss. Mit welchen Augen schaut Arizonas Coaching-Staff die Spiele? Ist es Arians‘ Nibelungentreue zu Mendenhall, den er einst in Pittsburgh eigenhändig aus dem College draftete? Auf alle Fälle hat man eine solche Fehl-Rotation von Runningbacks zuletzt 2010 in Kansas City gesehen, wo damals Thomas Jones (3.1 Y/A) mehr Carries bekam als Jamaal Charles (6.5 Y/A). Diese Aufstellungsfehler kosten Arizona massig Prozentpunkte im Laufspiel – da ich annehme, dass Ellington früher oder später mehr Spielzeit bekommen wird (er muss!), erwarte ich von der Laufspiel-SR% einen baldigen Anstieg.

Ach, und Arizona hat: Eine extrem schnelle, wuchtige Defense. Diese Defense ist nach dieser Woche die #7 der Liga in meinem Ranking (letzte Woche wie gesagt #6). Der Kollege Herrmann schwärmt bekanntlich seit Jahren von Jungs wie DL #93 Calais Campbell oder LB #58 Daryl Washington, und ich hab auch noch einen dritten anzubieten, einen, der bislang als überschätzt galt: CB #21 Patrick Peterson. Houstons Andre Johnson, kein schlechter seines Fachs (das mag eine Untertreibung sein), musste am Sonntag einige der besten Zaubercatches seiner langen Karriere auspacken, um Peterson beizukommen. Ein sagenhafter Mann. Es scheint sich für Peterson im dritten Profijahr auszuzahlen, dass er nun so lange so konsequent in Manndeckung gestellt wurde, bis er es auf die harte Tour gelernt hat.

Arizona gewann zwar knapp gegen Houston, aber Houston ist mit 2-7 Record extrem unterschätzt. Es brauchte einen Defense-TD für Arizona, aber das Spiel mal nüchtern betrachtet, war Arizona die bessere Mannschaft. Arizona hat Carolina geschlagen. Arizona hat Detroit geschlagen! Die Lions-Niederlage in Woche 2 dort sieht mit einem Mal nicht mehr so übel aus… Kurzum: Mir dämmert, dass ich da bisher möglicherweise ein Team massiv unterschätzt habe. Ich bin vermutlich nicht allein, denn niemand interessiert sich für ein Team, das in der einsamen Sonorawüste ihr Dasein fristet. Aber dafür haben wir die Advanced-Stats, damit wir solche Teams genügend würdigen können.


Nachklapp zu Bengals @ Ravens. Jo, die Ravens gewannen, und sie hätten ohne einen unmöglichen Hailmary-TD keine Overtime gebraucht, aber das war trotzdem nix. Die Ravens sind keine Verirrung im Power-Ranking an #30. Sie gehören ziemlich genau dorthin. Das Hauptproblem ist die Offense: QB Joe Flacco hat wenig bis nix zum Arbeiten und vor allem genau null Laufspiel-Hilfe (Ravens-Laufspiel: 28% Success-Rate, was zu diesem späten Zeitpunkt in der Saison ohne Vergleiche ist). Trotzdem fand ich Flacco auch gegen Cincinnati unterirdisch. Flacco hatte einen guten Spielzug in der Overtime, als er sich die Zeit für einen 1st-Down Pass erkaufte, aber sonst? Sterilität 68 Minuten lang. Die 20 Punkte bekamen die Ravs geschenkt durch Bengals-Turnovers und Gio Bernard Negativ-Lauf. Ravens 2013: #25 Pass-Offense, #32 Laufoffense. Die Defense ist allerdings stark und eigentlich zu schade, um einen derartigen Schrotthaufen an Offense durchzuschleppen.

Aus den Bengals werde ich nicht schlau, obwohl jeder Laie der Checkliste entlang haarklein die Stärken und Schwächen aufzählen kann. Die Defense ist nicht das Problem; Baltimore ist kein Prüfstein, aber trotzdem musst du eine NFL-Offense erstmal so komplett dermaßen abwürgen wie Cincinnati auch gegen Baltimore wieder – zumal ohne die beiden wichtigsten Einzelspieler DT Atkins und CB Hall. DefCoord Mike Zimmer, alle Achtung! Die Offense wird Cincinnati über kurz oder lang killen. QB Andy Dalton hat den tiefen Ball einfach nicht drauf, kannste machen wasse willst.

Krasses Team sind sie, die Bengals: Letzte fünf Spiele zuerst zweimal en suite durch Last Second-FG gewonnen, dann die Jets mit 40pts-Sieg nach Hause geschickt, dann zwei Overtime-Pleiten hintereinander. Klingt erstmal nicht nach #4 im Power-Ranking, aber dort oben wird Cincinnati noch verortet.


St Louis Rams… rein optisch hätte ich die Rams schon das ganze Jahr höher als ihre mickrige Position im Power-Ranking eingestuft, aber es gab nix dran zu rütteln, dass weder die Pass-Offense noch die Pass-Defense in irgendeiner Weise konkurrenzfähig waren. QB Bradford konnte seine schwachen Effizienz-Stats mit sehr guten Turnover-Werten kaschieren, weswegen die Rams auch Spiele bei aller sonstigen Grottigkeit gewannen. Backup-QB Clemens ist effizienter als Bradford, das Defensive Backfield nutzt mittlerweile zumindest halbwegs den „vorne“ entfachten Wirbel der Passrusher um DE Long und DE Quinn, und schwupps sehen die Rams wie eine ernst zu nehmende Mannschaft aus. Ich kann mich erinnern, dass St Louis schon letztes Jahr besser abschloss als es ihr Power-Ranking erwarten ließ; das fällt positiv auf Headcoach Fisher zurück (ich lobte Fisher schon mehrfach). Wenn Fisher im nächsten Draft den richtigen Quarterback findet (und OC Schottenheimer austauscht) und einen der vielen sonstigen hohen Picks in den richtigen Defensive Back investiert, ist diese physische Mannschaft schneller als man denkt in den Top-10.

Indianapolis dagegen rutscht quer durch die Boards erstmal runter auf #15, wobei ich zugebe, dass mit die Heftigkeit des Absturzes schon überrascht. Aber die Colts haben in der Pass-Defense ordentlich eingebüßt (mittlerweile 7.0 NY/A), und vor allem hat ihr Schedule diese Woche einen bösen Knick erlebt: Einige der bisherigen Gegner wie Oakland, Miami oder San Francisco büßten massiv Boden ein und ziehen damit auch die Wertigkeit der Colts-Leistungen gegen diese Teams nach unten.

Indy ist damit erstmal dort angelangt, wo ich sie vor Saisonstart verortet hätte. Der Saisonstart der Colts war viel besser als ich erwartet hatte; seit die Verletzungen zuschlagen und vor allem WR Reggie Wayne nimmer helfen kann, die üble Offense Line zu kaschieren, ging es aber rapider mit den Colts abwärts als ich vermutet hätte.


Im Conference-Vergleich wird die NFC immer dominanter:

  • NFC .541
  • AFC .459

Wenn wir die besten Divisionen messen, geigt die NFC West dann auch schon mittlerweile gehörig auf (u.a. drei Teams in den Top-10 des Power-Rankings); die AFC South gurkt immer tiefer gen Bodensatz. Auffällig ist auch der Split: Alle vier NFC-Divisionen gelten als mittlerweile überdurchschnittlich; alle vier AFC-Divisionen als unterdurchschnittlich.

  1. NFC West .580
  2. NFC North .538
  3. NFC South .524
  4. NFC East .522
  5. AFC West .495
  6. AFC North .479
  7. AFC East .452
  8. AFC South .409

Award Watch

  • MVP-Watch: Peyton Manning, Drew Brees, Romo, Andrew Luck, Dontari Poe, Calvin Johnson
  • Offensiv-MVP: Manning, Jimmy Graham, Calvin Johnson, LeSean McCoy
  • Defensiv-MVP: J.J. Watt, Poe, Justin Houston, Ndamukong Suh, Richard Sherman, Luke Kuechly
  • Rookie-Watch: Sheldon Richardson, Star Lotulelei, Kiko Alonso, Andre Ellington, Eddie Lacy, Keenan Allen
  • Coach-Watch: Sean Payton, Andy Reid, Ron Rivera

In der Offense kehrt LeSean McCoy nach nur kurzer Zeit wieder ins Blickfeld zurück. Mit Luke Kuechly heißen wir einen Neuling im Blickfeld für den Defense-Player-of-the-Year Award willkommen. Das Feld ist mittlerweile hochklassig genug, dass Ndamukong Suh nur mehr mit etwas gutem Willen drin bleibnt. Bei den Rookies wird es Zeit, DeAndre Hopkins von der Liste zu streichen und zwei Neulinge aufzunehmen: RB Eddie Lacy aus Green Bay und WR Keenan Allen aus San Diego. Lacy war am College eine Nummer kleiner als sein dortiger Teamkollege Trent Richardson, aber in der NFL hat er schon jetzt mehr bewegt als „TRich“. Allen ist mittlerweile das tragende Element der Chargers-Offense und somit wertvoller als Hopkins.

Andre Ellington bleibt. Arizonas Coaching-Staff muss nur schleunigst kapieren, was er an dem Jungen hat; Gio Bernard wird nicht aufgenommen, aber es ist ein „noch nicht“ mit Zusatz „wohl sehr bald“. Beide kommen momentan zu wenig zum Einsatz. Allein vom angedeuteten Potenzial sind beide aber bereits die mit großem Abstand besten Optionen für ihre jeweiligen Teams.

Bei den Coaches fliegt Pagano erstmal runter. Doug Marrone von Buffalo und Marv Lewis aus Cincinnati haben sich endgültig mit subparen Eindrücken verabschiedet und werden dieses Jahr wohl nicht mehr aufgenommen.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 11

Woche 10 verlieft für das Power-Ranking schlecht: Nur eine 6-8 Bilanz. Über die Saison sind das nun 53-30 richtige Tipps, also 63.8%. OK, die Rodgers-Verletzung war dem Ranking nicht bekannt. Persönlich hab ich noch schlechter abgeschnitten und nur fünf richtige Tipps an diesem Spieltag abgegeben; man könnte auch sagen, ich war dabei 2-7 in engen Spielen. Damit habe ich bei NFL-Crush meine geteilte Führung erstmal wieder verloren.

HOME                 %   AWAY                  %
Tennessee           53   Indianapolis         47
Buffalo             52   NY Jets              48
Chicago             76   Baltimore            24
Cincinnati          73   Cleveland            27
Philadelphia        77   Washington           23
Pittsburgh          39   Detroit              61
Tampa Bay           48   Atlanta              52
Jacksonville        17   Arizona              83
Houston             80   Oakland              20
Miami               48   San Diego            52
New Orleans         66   San Francisco        34
NY Giants           44   Green Bay            56
Seattle             87   Minnesota            13
Denver              75   Kansas City          25
Carolina            66   New England          34

Eine Woche, auf die ich mich ungemein freue. Ich hoffe, Arbeits- und Uni-Stress lassen einen NFL-Sonntagabend zu, denn da sind – mit Verlaub – geile Matchups drunter. Vier Spiele innerhalb der 53%-Marke ist unerhört, und die besten Matchups sind da noch nichtmal inbegriffen: Saints-49ers, Broncos-Chiefs und Panthers-Patriots sind alles Spitzenspiele mit massiven Play-Implikationen.

Ad-hoc widersprechen würde ich der Packers-Favoritenstellung in New York (aus bekannten Gründen), und auch bei Lions @ Steelers sehe ich durchaus Upset-Potenzial: Die hochoktanige Lions-Offense im Schlamm des Heinz Field? Schaue ich mir an. Atlanta in Tampa Bay favorisiert? Hm…

Denver gegen Kansas City wurde von NBC via Flex-Scheduling in die Primetime gehievt und ist bei uns leider, leider nur in der Nacht zu sehen. Das Modell gibt es den Broncos eine 75%ige Chance zuhause gegen die Chiefs, was 3 aus 4 entspricht – würde ich so unterschreiben. Es riecht viel danach, dass die alten Kämpen der 72er Dolphins den Sekt schon mal kalt stellen können – für die ritualisierte Feier zur Niederlage des letzten Ungeschlagenen.

Die Akademische Viertelstunde, Woche 11: Wir sortieren aus

Der elfte Spieltag hat uns das mögliche BCS-National Championship Game auf den Servierteller gelegt: Die an #3 gerankten Oregon Ducks verloren in Stanford, und #1 Alabama sowie #2 Florida State holten überzeugende Siege. Aus dem Trio der möglichen Superteams 2013 sind nur noch zwei übrig geblieben. Wenn beide ungeschlagen durch die Saison kommen, werden sie zweifellos um die letzte BCS-Kristallkugel Anfang Januar in Pasadena spielen.

#1 Alabama gewann im Spitzenspiel des Samstags mit 38:17 gegen #13 LSU, ein deutlicher Endstand. Aber Achtung, so deutlich war das Spiel nicht. Bis hinein ins dritte Viertel konnte Louisiana State ein 17:17 halten, und hatte dabei zwischenzeitlich sogar wie die bessere Mannschaft ausgesehen. Alabama spielte nicht so großartige Defense wie man es erwartet hatte. Bama machte aber die wichtigen Plays, wie diesen Fumble kurz vor der Endzone, als der Tigers QB Zach Mettenberger hinten ran schon jubelte, während sich ganze Menschenberge auf den frei geschlagenen Ball türmten.

Eigentlich ist ja LSU-Coach Les Miles bekannt für seine verrückten Eingebungen. Aber diesmal hatte ausgerechnet der als langweilig verschrieene Nick Saban von Alabama den Lacher auf seiner Seite, als er im dritten Viertel bei Gleichstand statt eines Punts einen „Punt-Fake“ ansagte, der prompt gelang, und zur großen Wende in diesem Topspiel beitrug. Alabama machte den Touchdown, und walzte in der Folge über einen geschlagenen Gegner zwei weitere Touchdowns drüber.

Fans quer durch die Staaten schreien „We Want Bama!“.

Sie alle wollen den Skalp dieser dominierenden Mannschaft der letzten Jahre. #2 Florida State ist in der besten Position, einen Schuss zu bekommen: Die Seminoles zeigten auch mit Wake Forest keine Gnade und gewannen angeführt von ihrer Defense 59-3. Die Quarterbacks von Wake hatten folgende Statistiken:

Wake Forest Passing Game vs Florida State

Wake Forest Passing Game vs Florida State

FSU ist mit dem Sieg für das ACC-Finale qualifiziert. Der Gegner dort ist offener denn je, denn die Miami Hurricanes verbockten auch das Spiel gegen Virginia Tech, und damit gibt es in der Coastal-Division der ACC nun folgenden Stand: Georgia Tech 5-2, Virginia Tech 4-2, Duke 3-2, Miami-FL 3-2, North Carolina 3-3, Pitt 2-3, Virginia 0-6. Wahrscheinlich ist es eh egal, denn fürchten muss sich FSU vor niemandem.

Das zweite Spitzenspiel des Wochenendes fand bereits am Donnerstag in Eugene, Oregon statt: #3 Oregon Ducks gegen #5 Stanford Cardinal, und ich nahm es in der Einleitung vorweg: Oregon vergeigte. Einen Spielbericht zu schreiben, ist eigentlich überflüssig, denn korsakoffs Vorschau am Donnerstag trat zu 100% ein. Stanford hatte 45 Minuten Ballbesitz und führte im Schlussviertel schon mit 26:0, ehe Oregon doch noch kurz in Schwung kam und am Ende nur einen Onside-Kick von einem dramatischen Finish entfernt war.

Einen genaueren Blick lass uns mal trotzdem wagen: Oregon hat keinen Stanford-Komplex. Die Ducks haben gut gespielt. Sie haben ein 4th Down an der Stanford 4-Yards Line verpasst, sie haben zwei Fumbles in der Redzone von Stanford begangen. Das hab auch ich gelernt: So was passiert.

Trotzdem: Hut ab vor Stanford. Oregon schon wieder geschlagen, und damit ist die Bahn frei für Stanford, wenigstens erneut die schwere Pac-12 Conference zu gewinnen. Nicht vergessen sollte man in all dem Jubel: Oregons QB Marcus Mariota bestritt das Spiel schwer angeschlagen mit kaputten Bändern im Knie.

Das dritte Spitzenspiel war „All Baylor“, auch am Donnerstag: #6 Baylor ließ Oklahoma wie prognostiziert keine Chance und gewann eine dominant geführte Partie. Sollten ganz oben entweder Alabama oder Florida State noch stolpern, sind die Bears der Favorit der Massen, durch die Hintertür ins BCS National Championship Game einzuziehen. Auf alle Fälle rückten die begeisternden Bears erstmal auf #4 in den Rankings vor, und sie bekommen in den letzten Wochen der Saison die Möglichkeit, gegen akzeptable Gegner ihren SOS aufzubessern (Texas zum Beispiel ist seit letzter Woche wieder gerankt).

Tja, und Johnny Manziel hatte sein vielleicht letztes Heimspiel in College Station. Alle erwarten von Johnny Football nun den Gang in die NFL. Die Fans wurden hinterher auch quasi von den Baggern aus dem Stadion gefahren: Das Kyle Field wird nun ausgebaut auf über 100.000 Zuschauer:

Die BCS-Rankings nach Woche 11

No.  TEAM                W-L     SRS
#1   Alabama             9-0    26.7
#2   Florida State       9-0    31.6
#3   Ohio State          9-0    21.1
#4   Stanford            8-1    20.9
#5   Baylor              8-0    30.7
#6   Oregon              8-1    27.3
#7   Auburn              9-1    16.4
#8   Clemson             8-1    17.1
#9   Missouri            9-1    20.8
#10  South Carolina      7-2    14.8
#11  Texas A&M           8-2    16.1
#12  Oklahoma State      8-1    17.0
#13  UCLA                7-2    15.6
#14  Fresno State        9-0     6.4
#15  Northern Illinois   9-0     5.7
#16  Michigan State      8-1    10.7
#17  Central Florida     7-1    10.9
#18  Oklahoma            7-2     8.6
#19  Arizona State       7-2    22.3
#20  Louisville          8-1    13.1
#21  Louisiana State     7-3    15.1
#22  Wisconsin           7-2    19.4
#23  Miami/FL            7-2     8.7
#24  Texas               7-2     9.8
#25  Georgia             6-3    11.9

Schon zwei Mid-Majors in den Top-16. Der beste Champion einer Mid-Major Conference kriegt bekanntlich eine automatische Einladung (AQ) in die BCS, wenn er die Saison in den Top-12 beendet, oder in den Top-16 mit dem Zusatz bei zweiter Option, dass es besser klassiert sein muss als zumindest ein BCS-Conference Champion. Weil sowohl Fresno als auch Northern Illinois im Moment vor dem besten Team der ACC liegen, ist die Chance gut. Beide müssen aber ungeschlagen durchkommen.

Vorne bleibt Ohio State noch knapp vor Baylor, und Ohio State hat entgegen den landläufigen Vermutungen mittlerweile auch einen sehr guten SRS-Wert. Trotzdem wären die Buckeyes gegen #4 Baylor klarer Außenseiter. Oregon fällt nicht weit, auf #6 nämlich, aber die Chancen der Ducks auf den Gewinn der BCS-Kristallkugel haben sich fast zerschlagen. Die Hoffnungen auf die Rose Bowl (also der Gewinn der Pac-12) hängen nun an den Southern Cal Trojans, die nächste Woche Stanford empfangen (Primetime bei ABC).

Bowl-Ausblick

Die Lage der Dinge hat sich ja nun aufgeklart (nicht zu verwechseln mit aufgeklärt). Unten eine BCS-Auflistung mit den momentan wahrscheinlichsten Spot-Belegungen. Wie die BCS-Bowls sich aufteilen, wurde auf diesem Blog auch schon mal erklärt. Ich setze einfach mal Baylor als Big 12 Champion, auch wenn die Bears noch einige kritische Spiele haben. Stanford ist nach dem Sieg gegen Oregon klarer Favorit der Pac-12. Ohio State und Michigan State werden sich wohl im Finale der Big Ten den anderen Rose-Bowl Teilnehmer ausspielen, Sieger nicht absehbar.

Wenn das kleine Fresno State ungeschlagen durch die Regular Season und das MWC-Endspiel kommt, ist es fast sicher unter den Top-16 gerankt, vielleicht sogar in den Top-12 (fast sicher aber vor dem Champion der „The American”), und das reicht dann für einen AQ („Automatic Qualifier“). Aber Fresno muss am ersten Dezemberwochenende noch das MWC-Finale bestreiten und der Gegner könnte nochmal Boise State sein. Jenes Boise, das die Bulldogs schon im September fast besiegte. Auch nach SRS ist Boise State fast auf Augenhöhe.

Geht Fresno baden, stünde in der Hinterhand noch Northern Illinois aus der MAC als zweiter „BCS Buster“ bereit (auch ungeschlagen, aber momentan hinter Fresno gerankt). Northern Illinois war schon letztes Jahr BCS Buster, hatte aber keine Chance im Spiel gegen FSU. Ich war bei dem Spiel (Orange Bowl 2013) im Stadion. So ein Desaster wie alle tun, waren die Huskies sicher nicht! Und sie waren sehr sympathisch.

Der Champion der “The American” kriegt einen Fixplatz egal, wo er gerankt ist: Nach heutigem Stand ist dies entweder Central Florida oder Louisville. UCF ist der Favorit, weil es noch ungeschlagen ist und dank direktem Duell zwei Spiele Vorsprung auf Louisville hat.

Für die anderen „at-large“ Bids ist der erste Favorit natürlich Oregon. Danach kann eine zweite SEC-Uni auf alle Fälle mit einer Einladung rechnen, fast sicher für den Sugar Bowl, der der SEC nahe steht: Auburn oder Missouri (als möglicher SEC Finalteilnehmer) sind die Favoriten; beide müssen aber noch gegen Alabama spielen und Auburn muss nächste Woche auch noch gegen #25 Georgia ran. Es kann nur einer dabei sein, da keine Conference mehr als zwei Geladene stellen darf.

Blieben noch (je nach Verfügbarkeit eines BCS-Busters) 2-3 Plätze frei: Clemson, der Verlierer von Ohio St/Michigan St oder Wisconsin sind Kandidaten. Es sind natürlich noch verworrene Szenarien möglich, bsp. bei einer ACC-Finalniederlage von FSU würde alles durcheinandergewürfelt, der Orange Bowl hätte einen AQ aus der ACC (den ACC-Champion), FSU fiele aus dem BCS-Finale und bekäme nur noch einen at-large Bid. Aber das ist eher unwahrscheinlich (hoffe ich zumindestens).

Die Bowls sind in der Reihenfolge des Wahlrechts gelistet. Der Rose Bowl ist vertraglich an Big Ten und Pac-12 gebunden (oder umgekehrt: Er will nur mit diesen zu tun haben). Die anderen Bowls wählen in determinierter Reihenfolge. Das wird wichtig, wenn neben dem unattraktiven The American-Champ noch ein zweiter möglicherweise „unattraktiver“ BCS-Buster in der BCS spielt: Der (die) Bowl(s) mit dem letzten Wahlrecht (Orange, Fiesta) müssen auf alle Fälle in den sauren Apfel beißen. Baylor (bzw wer die Big 12 auch immer gewinnt) bekommt fast sicher einen Gegner, der abgeschossen wird.

  • BCS-Championship: Alabama – Florida State
  • Sugar Bowl: [SEC-Vertreter] – [At-large]
  • Orange Bowl: [At-large] – [At-large]
  • Rose Bowl: Stanford – Ohio State/Michigan State
  • Fiesta Bowl: Baylor – [At-large]

Auf dass genau jetzt das Chaos ausbricht…

Florida Gators in der Krise

Florida State kann nach landläufiger Meinung nur noch gegen einen Gegner stolpern: Die Florida Gators (4-5 Bilanz), gegen die man am letzten Spieltag der Regular Season zu Thanksgiving auswärts ran muss im „Sunshine Showdown“. Vor der Saison hatte man geglaubt, dass das ein Stolperstein für die Gators werden könnte. Jetzt ist es bestenfalls noch umgekehrt.

Die Stimmung bei den Gators ist am Boden. Gegen Vanderbilt wollte man eigentlich das „Homecoming“ feiern, ein Fest für die ehemaligen Studenten der Uni, das man sich vorstellen kann wie ein Bankett mit Paraden in größerem Umfang. Normalerweise ein besonders feierlicher Spieltag mit besonders gut gefülltem Stadion. Bei Florida sah dies am Samstag zehn Minuten vor Spielbeginn gegen Vandy so aus:

Später sah es immerhin so aus:

Aber das sind niederschmetternde Bilder für die Uni und für den Head Coach Will Muschamp, der in seinem dritten Jahr die Uni coacht und schwer in die Kritik geraten ist. Muschamp hat bisher folgende Bilanzen vorzuweisen: 7-6 im ersten Jahr, 11-2 im zweiten Jahr, 4-5 im dritten. Suche den Ausreißer.

Wer die Denke bei Florida kennt, und so viel anders als bei FSU ist sie nicht, der weiß: Muschamp ist angezählt. Es folgen noch Spiele gegen, eben, FSU und zuvor South Carolina. Wenn Muschamp beide verliert, verpasst Florida die Bowl-Season und ich gebe keine Garantien ab, dass sich im Winter nicht einer der attraktivsten Trainerposten im gesamten College Football aufmacht.

Was wäre das für ein Auflauf: Southern Cal sucht einen Coach. Möglicherweise Texas. Möglicherweise Florida. Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass dies die drei anziehendsten Trainerplätze im gesamten College-Football sind, vielleicht noch neben Ohio State.

Sofa-QBs, Gameday 10: Was ist der Top-Draftpick wert?

Fast eine Stunde heiße Diskussionen diesmal bei den Sofa-QBs zum 10ten NFL-Spieltag 2013. Eingeladen waren Andreas Renner/SKY, Christoph Fetzer/laola1.tv und meine Wenigkeit, um unter der Anleitung von Nicolas Martin/GFL TV mehr als einer Handvoll Spiele ordentlich auf den Zahn zu fühlen. Unter anderem:

  • Donnerstagsspiel: Warum kicken die Redskins von der 2? Was wird aus Josh Freeman?
  • Bears-Lions: Warum darf der verletzte Cutler fast durchspielen? Warum gewinnen die Lions plötzlich?
  • Packers-Eagles: Matt Flynn – warum erst jetzt? Nick Foles – career backup oder Starter per Akklamation?
  • 49ers-Panthers: Was ist Kaepernick wert? Panthers und 49ers: Zwei Kopien, aber welche ist besser?
  • Saints-Cowboys: Wer ist besser – Monte Kiffin oder Rob Ryan?
  • Colts-Rams: Welches, meine Fresse, ist das wahre Gesicht der Colts? Welches ist das unberechenbarste Team der Liga?
  • Titans-Jags: Was wird aus Mike Munchak?
  • Cards-Texans: Case Keenum – der nächste NFL-Star? Und warum zum Henker kacken die Texans dieses Jahr so derbe ab?
  • Und schließlich die Frage der Fragen: Ist der Top-Draftpick einen Saisonsieg wert? Was ist der erste Draftpick wert? Ist der erste Draftpick überhaupt was wert?

War eine sehr nette Diskussion diesmal. Unbedingt reinhören: Sofa-QBs, Gameday 10.