Monday Night Football, #14: Chicago Bears – Dallas Cowboys

Ab 2h30: Chicago Bears (6-6) vs Dallas Cowboys (7-5) – live bei SPORT1 US und im GamePass – als Duell zweier NFC-Mannschaften, die sich aktuell knapp innerhalb bzw. außerhalb der Playoffplätze befinden, die aber letzten Endes wohl beide ihre Divisions gewinnen müssen um sich dafür zu qualifizieren. Entwarnung auch gleich voraus: Ich werde das gestrige Ergebnis von Philly-Detroit, das für beide Teams sehr relevant ist, in diesem Eintrag nicht spoilern.

Auch wenn es niemand offen zugibt, aber ich würde doch drauf wetten, dass man sich in der Franchise der Bears momentan in den Arsch beißt beim Gedanken an das ebenso spielerisch verschenkte wie von Headcoach Marc Trestman vercoachte Spiel in Minnesota. Das war so bodenlos schlimm, dass das in einem Fan nur noch suizidöse Emotionen wecken kann. Ich werde Gedankengänge wie jene von Trestman in der Overtime nie nachvollziehen können, aber bitte… wer will schon alles verstehen. Ich würde allerdings mehr als 10cts drauf wetten, dass Trestman beim nächsten Versuch nicht mehr im 2nd-Down kickt – oder wir haben unseren Riverboat Ron 2.0.

Von der spielerischen Klasse hat Chicago zwar weiterhin keinen Jay Cutler, dafür aber erlebt grad WR #17 Alshon Jeffery wie es ist, wenn alles so spielerisch leicht geht. Jeffery fabrizierte letzte Woche weit über 200yds Offense, und es waren nicht bloß „Catches“, sondern die richtig toughen Dinger in Doppeldeckung und am Seitenrand. Jeffery ist nicht bekannt als konstantester Spieler unter der Sonne, aber Trestman muss schon den Teufel tun um Jeffery und Marshall auch mit Backup-QB nicht entsprechend einzusetzen, umso mehr gegen das desolate Defensive Backfield der Cowboys.

Trestman trifft gegen Dallas auch auf einen Altbekannten: Cowboys-OffCoord Bill Callahan, unter dem Trestman vor ca. zehn Jahren in Oakland OffCoord war, damals, als die Seuche der Raiders ihren Anfang nahm und die beiden gemeinsam gefeuert wurden und einen Scherbenhaufen mit meutereiähnlichen Zuständen bei den Raiders hinterließen.

Callahan ist zwar mittlerweile „nur mehr“ OffCoord, aber in Dallas hat er dennoch wie Trestman in Chicago das PlayCalling über, da sich Cowboys-Headcoach Jason Garrett darauf konzentrieren muss, seine Timeouts möglichst ungünstig zu verbrennen um nicht aus dem Gespräch zu kommen. Seriously: Mein Vertrauen in Trestman ist seit letztem Sonntag auf quasi null gestürzt, aber das ist noch immer größer als mein Vertrauen, dass Jason Garrett jemals ein passabler „Game-Manager“ wird. Da stehen heute zwei sagenhafte Strategen an der Sideline.

Garrett wird rausgerissen von einer exzellenten Saison QB Tony Romos. Romo bringt zwar heuer nur Pässe für 6.2 NY/A an den Mann, aber dafür vermeidet er die ganz großen Bolzen besser als gewohnt (1.6% INT-Quote als zweitbester Wert der Liga). Er hat auch mit Verletzungsproblemen im WR-Corp zu kämpfen, und macht sich dafür wie ich finde super. Chicagos Pass-Defense ist längst nicht mehr die Granate früherer Jahre, aber mit 6.9 NY/A auch nicht mehr so unterirdisch wie zu Saisonbeginn; was allerdings Bestand hat: Die Bears pflücken jeden 25ten Pass aus der Luft, zweitbester Wert der Liga (man profitierte allerdings von bereits zwei Spielen gegen Matt Stafford).

Ansonsten schenken sich beide Teams nicht viel. Wegen des Heimvorteils würde ich eher zu Chicago als zu Dallas tendieren, aber prinzipiell halte ich das Ding für relativ offen.

8 Kommentare zu “Monday Night Football, #14: Chicago Bears – Dallas Cowboys

  1. In meinen Augen bekommt Dallas dieses Jahr zu wenig „Credit“ für ihre Leistungen.

    Klar sprechen (gerade die defensiven) Statistiken gegen die Bezeichnung eines Playoff-Teams, aber am Ende des Tages geht es um die Ergebnisse.
    Und wer 4 von 5 Niederlagen vs. Denver (3 Punkte), @Kansas City (1 Punkt), @Detroit (1 Punkt) und @New Orleans (hier ist der Ausreißer mit 32, aber hey, bei New Orleans wurden schon ganz andere vermöbelt) kassiert, macht nicht so viel falsch.
    Auf der Haben Seite immerhin (z.T. klare) Siege gegen St. Louis oder Philly, auch wenn letztere das Spiel mit Matt Barkley beendeten.

    Im Vergleich zu den Bears sehe ich sie aber (selbst @ Chicago) mind. 1 Klasse besser.

  2. …für eine Klasse besser siehts aber grad ganz übel aus bei den Cowboys. 28 Punkte Rückstand zu Beginn des 4. Quarters.
    Ihre Defense wird seit Beginn des Spiels ziemlich zerpflückt.

  3. Als Cowboys-Fan hat man es nicht leicht!

    Nicht auszudenken, was los wäre, wenn Romo seine INT-Quote nicht auf einen Superwert reduziert hätte. Täsch ich mich oder sieht man bei Dallas offensiv einfach zu viele Drops oder Receiver, die nicht dort sind, wo sie sein sollten (oder wirf Romo zu oft zu schlecht)?

    Und an die Profis: Was müsste in dieser D geschehen, um sie zu verbessern. Nominell wären da doch ein paar gute Leute dabei. Aber in der „ersten Verteidigungslinie“ war man in CHI oft nicht vorhanden und am Mann etwas zu wenig physisch schien mir. Zwei INT nicht gefangen und die dritte wegen Strafe retour…

    😦

  4. Was müsste in dieser D geschehen, um sie zu verbessern.

    Den Coordinator-Wechsel rückgängig machen?
    Prediction: Monte Kiffin ist nächstes Jahr nicht mehr Dallas-DefCoord.

  5. Das Problem ist, dass mit Kiffin wohl auch Marinelli Geschichte wäre. Analog zu seinem Abgang in Chicago hat er sich bedingungslos loyal zu seinem DefCo erklärt. Dabei ist Marinelli für mich der Coach, der uns dieses Jahr (trotz Verletzungen) die größte Verbesserung beschert hat. Sagt allerdings auch etwas aus, nach der Performance vom Montag.

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