Monday Night Football, #16: San Francisco 49ers – Atlanta Falcons

Um nichts aus der vergangenen Nacht vorwegzunehmen: Heute findet das letzte Monday Night Game des Jahres, San Francisco 49ers (10-4) vs Atlanta Falcons (4-10), statt (ab 2h30 live SPORT1 US und NFL-Gamepass), das Re-Match des letztjährigen NFC-Endspiels. Davon ist diesmal nicht mehr viel übrig geblieben, nachdem die Falcons eine Bruchlandung erlebten. Es ist auch (fast sicher) der Abschied vom Candlestick Park, es sei denn, die 49ers qualifizieren sich am Ende doch noch als was anderes als #6 oder #5 für die Playoffs.

Candlestick Park gehört zu den bekanntesten NFL-Stadien, weil in dieser Arena die großen West Coast-Teams um QB Joe Montana und später QB Steve Young jahrein, jahraus um die Superbowl spielten. Es ist heute auch eines der letzten Multifunktionalstadien, die in den 60er und 70er Jahren so gewöhnlich in den Vereinigten Staaten waren. Zwar wird dort seit einigen Jahren kein Baseball mehr gespielt, aber anhand der Tribünenanordnung kann man immer noch den einstigen Zweck dieser Arena erahnen.

Die 49ers versuchten seit vielen Jahren, ein neues Stadion an dieser Stelle nahe der Bucht zu bekommen, aber alle Pläne scheiterten. Deswegen zieht man zur neuen Saison ins Levi’s Stadium um, das wir bereits kennen, das aber in Santa Clara liegt, eine gute Autostunde von San Francisco entfernt. Das alte Candlestick-Park Stadion wird nach der Saison abgerissen. Drei letzte Impressionen davon:

Zum sportlichen Part

Atlanta ist für viele die größte Enttäuschung des Jahres. Die Falcons schmierten von 13-3 auf 4-10, mit zwei schweren verbleibenden Spielen ab. Das Problem der Falcons ist bei allen Verletzungsproblemen aber weniger die Offense, die noch halbwegs passt (durchschnittliches Passspiel mit 6.1 NY/A, #11 nach Drive-Stats), aber darunter leidet, dass sie die 26t-schlechteste Feldposition der Liga bekommt und in jedem sechsten Drive einen Turnover begeht – das sind jeweils Bereiche, in denen Atlanta in den letzten Jahren quasi unschlagbar war.

Diese Offense ist so unterirdisch nicht, wird aber in San Francisco vor eine fast unlösbare Aufgabe gestellt: Mit unerfahrenen Rookie-Tackles aus den letzten Runden muss man gegen die 49ers-Armada um den sich in glänzender Form befindlichen OLB #99 Aldon Smith antreten. Und selbst wenn man QB #2 Matt Ryan die Zeit gestatten kann, zu wem soll Ryan werfen? Die nennenswerteste Offense, TE #88 Tony Gonzalez, dürfte von San Francisco in Schach zu halten sein: Wenn sich die 49ers nur auf einen gegnerischen Offensiv-Star einstellen muss, haben sie locker ausreichend Waffen, im Falle eines Tight Ends z.B. die LBs Willis/Bowman.

Auf der anderen Seite dürfte Atlantas Defense ein willkommener Aufbaugegner für Colin Kaepernick und seine Offense sein. Man hätte wirklich schon größere Upsets gesehen als einen positiven Falcons-Ausrutscher heute in Frisco, aber es muss so viel zusammen kommen, dass ich daran nicht glauben möchte. Die 12pts-Favoritenstellung, die die meisten Wettbüros den Niners geben (auch mein Power-Ranking), fühlt sich in etwa den Kräfteverhältnissen entsprechend an.

3 Kommentare zu “Monday Night Football, #16: San Francisco 49ers – Atlanta Falcons

  1. Ein wenig Offtopic, aber was mich als relativ neuen Fan interessieren würde: Wie wird es hier gesehen, dass mit den Arizona Cardinals ein Team womöglich die Playoffs nicht erreicht, obwohl es vielleicht sogar für eine 11-5 Bilanz reicht, während andere Teams mit maximal durchschnittlichen Bilanzen weiterkommen? Seht ihr das als notwendiges Übel des Systems oder als absolute Ungerechtigkeit? Ich tendiere zu Letzterem.

  2. Es ist weder ein Übel noch eine Ungerechtigkeit. Es ist schlicht das Konstrukt der NFL, die maximalen Profit für seine Shareholder herausschlagen will, was mir als Fan die maximale Spannung gibt.

    Wollen wir Fairness, brauchen wir ein 62-Runden Round Robin, wo jeder gegen jeden spielt. Keine Playoffs. Oder wir eliminieren im aktuellen System die Wildcards. Wie soll ein Team um den Superbowl spielen dürfen, das nicht mal im Stande ist, seine eigene Division zu gewinnen?

    In beiden Fällen wird es für die Arizona Cardinals nicht besser. In beiden Fällen hätten wir mehr Fairness, aber weniger Unterhaltungswert. Deshalb ist das System NFL das aufregendste, das es gibt.

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