Fiesta Bowl 2014: #6 Baylor Bears – #15 Central Florida Knights

Fiesta Bowl 2014 (02h30 live im ESPN-Player und bei SPORT1 US) ist eine Ansetzung, die nicht nach überragenden Einschaltquoten aussieht, treffen hier doch nicht gerade zwei Schwergewichte des College Football aufeinander: Der Big-12 Champ Baylor Bears (11-1) gegen den Sieger der American Athletic Conference, Central Florida Knights (11-1). Zwei kleine Unis, relativ unbeschriebene Blätter auf nationaler Ebene, und zudem klingt die Ansetzung nach SRS nach einem Mismatch: Baylor ist mit 18 Punkten favorisiert. Trotzdem gibt es gute Gründe hinzuschauen, und es gibt zwei interessante Geschichten hinter den heutigen Kontrahenten.

Baylor, diese kleine Baptistenuniversität aus der texanischen Stadt Waco, hatte ihr Coming-Out vor zwei Jahren, als Robert Griffin III die Heisman-Trophy gewann und eine ästhetische Offense der Bears anführte. Nach Griffins Abgang in die NFL hatte man einen Einbruch befürchtet, der normalerweise bei so kleinen Universitäten geschieht, wenn die Schlüsselspieler das Programm verlassen. Aber Baylor (das vor zehn oder 20 Jahren mit 4 Saisonsiegen zufrieden gewesen wäre) wurde entgegen allen Erwartungen besser.

Der Hauptgrund dafür liegt in der fast nicht zu stoppenden Spread-Offense von Head Coach Art Briles, einem Guru, der vor Jahren den texanischen Highschool-Football revolutionierte und zum landesweit besten machte, und der später bei Houston und Baylor aus dem quasi-Nichts gewaltige Mannschaften baute. Briles lässt seine Offenses wie folgt spielen: Alle Ressourcen in die Offensive Line, denn sie muss halten. Dahinter ein Quarterback, der mobil und entscheidungsfreudig sein muss. Dazu ein Runningback dahinter und vier Wide Receiver möglichst nahe an die Seitenlinie um die Defense auseinander zu ziehen dass sie nicht mehr weiter auseinander zu ziehen ist. Das ist am College machbar, denn das College hat breitere Hashmarks als die NFL.

Resultat für Baylor dieses Jahr: Haufenweise Spiele mit 700yds Offense und 70 Punkten, dazu mehrere Abschüsse auch bekannter Teams wie Oklahoma oder Texas. Einzig an einem grauen Novemberabend in Oklahoma State verlor man, und auch da gab es viele Punkte, und zwar gegen Baylor. Das war lange Jahre das Stigma für Briles und seine Mannschaft: Sie können zwar scoren, aber ihre Gegner nicht immer vom Scoren stoppen. Die Defense als Hemmschuh. Letztes Jahr war man ähnlich effizient in der Offense, aber die Defense machte in der gesamten Regular Season nur sechs Sacks. Dieses Jahr war die Defense besser, aber sie ist auch nach adjustierten, angepassten Methodiken keine Top-25 Unit. Dank Super-Offense reicht es aber zu für Baylor bisher ungekannten Höhen: Ein Conference-Titel! Das gab es seit Ewigkeiten nicht mehr.

Der QB ist Bryce Petty, ein Mann, der mittlerweile von NFL-Scouts unter die Lupe genommen wird, aber der nicht wie ein klassisches NFL-Prospect aussieht. Seine Stats: 220/356 für 3844yds, 30 TD, 2 (!) INT. Dazu 11 Scramble-TD. Der 1er-RB in einem tief besetzten Backfield ist Lache Seastrunk (1060yds in nur 141 Carries). Bei den Wide Receivers hat man WR Antwan Goodley (67 Catches, 1377yds, 13 TD), nachdem man schon in den letzten Jahren Leute wie Kendall Wright, Terrance Williams oder Josh Gordon (letzteren über Umwege) in die NFL gebracht hatte.

Central Florida ist ein relativ junges Programm auf FBS-Ebene: Man spielt erst seit 1996 dort oben in der obersten Stufe. Lange Jahre war man ein Mitläufer, aber ein erwünschter, ist man doch in Orlando/FL beheimatet, mitten in einer exzellenten Recruiting-Zone im starken Highschool-Footballland Florida. Erst Anfang der 2000er ging es aufwärts, als Head Coach George O’Leary übernahm; O’Leary ist ein grauhaariger alter Mann, der früher mal Georgia Tech nach oben gebracht hatte, und später für ein paar Tage Head Coach bei Notre Dame war; „für ein paar Tage“, weil er seine Vita aufgehübscht hatte und schon vor seinem ersten Spiel wieder gefeuert wurde. Er steht für die alten Werte: Disziplin, Härte, Defense.

O’Leary erwies sich für UCF aber nicht bloß als Trainer, sondern vor allem als Stratege. Er forcierte den Bau eines neuen Campus-Stadions, neuer Facilities und revolutionierte die Ansprüche an seine Student-Athletes: Die Mannschaft von UCF gehört zu denen mit den besten Noten im Lande, stellte mehrmals Rekorde an guten Noten auf.

Auf der anderen Seite steht bei O’Leary ein unschöner Vorfall eines während einer Trainingseinheit 2008 kollabierten und verstorbenen Spielers, den O’Leary überfordert und übelst beschimpft hatte; der zweite schwarze Fleck auf seiner Bio bei UCF: Ein Recruiting-Vergehen, weswegen UCF letzte Saison für die Bowl-Season gesperrt war. Ein zwielichtiger Mann also. Hat Gutes und Schlechtes bewirkt, aber er wurde bei UCF nie entlassen und hat sein Team heute vor seinem größten Spiel: In einer BCS-Bowl.

UCF ist klarer Außenseiter, aber es gibt einen Mann, den man sich anschauen sollte: QB Blake Bortles. Ich kannte Bortles bisher kaum, aber Bortles ist Junior, und man hörte in den letzten Tagen mehrfach von einer Anmeldung Bortles’ für den Draft 2014. Er soll ein 1st-Round Talent sein. Seine Statur: 1,93m, 104kg. Seine Stats: 239/351 (68%) für 3280yds für 22 TD und 7 INT. Er ist kein Scrambler, aber mobil wie Aaron Rodgers und lässt sich in der Pocket nicht leicht fällen.

Es ist wie gesagt eine Freak-Ansetzung für eine BCS-Bowl, aber man darf nicht vergessen, dass Baylor legitim als drittbeste Mannschaft des Jahres nach Florida State und Alabama angesehen werden kann. Die SRS-Werte und alle sonstigen Effizienz-Stats deuten bei Baylor auf einen gigantischen, immer noch unterschätzten Juggernaut hin. UCF sollte kein Problem sein, wenn die Mannschaft motiviert ist. Die Frage ist halt: Ist sie motiviert? Lähmt sie die Angst vor einem eventuellen Absprung des Headcoaches Briles in die NFL? Oder fährt Baylor zum wiederholten Male wie ein Wirbelsturm auf einen guten, aber doch überforderten Gegner drüber?

Rose Bowl 2013: #4 Michigan State Spartans – #5 Stanford Cardinal Preview

Das Rose Bowl Game in Pasadena wird The Granddaddy of them All genannt und gilt als größtes Highlight neben dem BCS-National Championship Game. Die Rose Bowl ist die Mutter aller Bowls. Sie findet jedes Jahr am Neujahrstag (oder am 2. Jänner) als Begleitprogramm des großen Rosenumzugs in Pasadena um 14h Ortszeit statt, umrahmt von einem legendären Feuerwerk im gleißenden Sonnenschein. Austragungsort ist die Schüssel von Pasadena, die den Fußballfans vom langweiligsten aller WM-Endspiele 1994 Brazil vs Italien (Roberto Baggio Fußballgott) noch in schauriger Erinnerung sein dürfte.

Die Rose Bowl als Veranstaltung gilt noch immer als die bekannteste, begehrteste Bowl, aber sie litt in den vergangenen Jahren unter zunehmendem Bedeutungsverlust. Zum einen siecht der eine Vertragspartner, die Big Ten Conference, vor sich hin, zum anderen wollten alle seit Jahren das Playoff – alle außer dem Veranstaltungskomitee der Rose Bowl, das am liebsten die Zeit in die 50er Jahre zurückdrehen würde. Nachdem nächstes Jahr ein neues System eingeführt wird, dürfte klar sein, wer gewonnen hat.

Traditionell spielen in der Rose Bowl die Gewinner der Big Ten Conference und der Pac-12 Conference gegeneinander. Die Kontrahenten diesmal, in der 100ten Auflage: #5 Stanford Cardinal (11-2, Pac-12 Champ) und #4 Michigan State Spartans (12-1, Big Ten Champ). Kickoff ist 23h MEZ. Der ESPN-Player und SPORT1 US übertragen live.

Das bedeutet: Guter, alter smashmouth-Football zum Hundertsten mit viel Laufspiel und harten Tackles. Stanford gewann zweimal en suite die Pac-12, und das vor allem mit harter Defense und einer Offense, die auf Fehlervermeidung bedacht ist. Michigan State gewann… nur mit Defense. 2.7yds/Carry lassen die Spartans zu, und das obwohl ihr einziger großer Superstar mit großen NFL-Ambitionen, Darqueze Dennard, als Cornerback spielt. Stanford lässt 3.0yds/Carry gegen einen noch besseren Schedule zu.

Bei Stanford spielen mehrere NFL-Prospects schon für 2014: OLB Trent Murphy dürfte Lesern dieses Blogs mittlerweile bekannt sein, aber für den Draft gelten Leute wie LB Shayne Skov oder OG Dave Yankey als noch viel höher eingestuft. Stanford als Uni, die in den letzten Jahren, vor allem unter Jim Harbaugh (jetzt 49er-Headcoach) und später HC David Shaw eine ganz neue Mentalität an diese Elite-Uni gebracht haben: Wir wollen nicht nur Superspieler, sondern auch Superschüler. Wer beides schafft, ist Elite. Er gehört zu uns.

Stanford schafft das. Der größte Star ist vielleicht RB Tyler Gaffney, ein two sports-prospect, über den Lindsey Schnell ein sensationelles Portrait bei Grantland.com geschrieben hat:

Gaffney könnte heute einen großen Tag erleben, denn der wichtigste Spieler der Front-Seven, LB Max Bullough, wurde von der eigenen Uni wegen Übertretung der Team-Regeln für das Spiel suspendiert – durchaus kein unumstrittener Move, der bei Michigan State für Aufsehen sorgte, schließlich kommt Bullough aus einer treuen Familie, und schon sein Großvater und Vater spielten bei den Spartans.

Schon letztes Jahr war Stanford vs Wisconsin ein brutal enges, knackiges Match. Diesmal Michigan State mit einer im Vergleich zu Wisconsin besseren Defense, aber auch deutlich ineffizienteren Offense. Special Teams könnten den Ausschlag geben.

SRS favorisiert Stanford mit 7.5 Punkten, und das fühlt sich in etwa korrekt an.

Neujahrs-Bowls 2014 Preview

Guten Morgen im neuen Jahr 2014. Heute steht folgendes Bowl-Programm an:

18h    Gator               Nebraska          Georgia
18h    Heart of Dallas     North Texas       UNLV
19h    Outback             Louisiana State   Iowa
19h    Capital One         Wisconsin         South Carolina
23h    Rose                Michigan State    Stanford
02h30  Fiesta              Baylor            Central Florida

SPORT1 US bringt heute die beiden BCS-Bowls Rose und Fiesta live. Der ESPN-Player hat alle sechs Bowls im Programm.

Gator Bowl

Nebraska Cornhuskers – #22 Georgia Bulldogs

Diese Ansetzung gab es schon letztes Jahr in der Capital One Bowl. Georgia (8-4, SEC) hat eine Seuchensaison inklusive extrem vieler Verletzter hinter sich. Wenn sich die halbe Starting-Offense wochenlang in den Krankenstand verabschiedet, ist nicht mehr drin. Heute wird man ohne QB Aaron Murray antreten, der sich das Kreuzband gerissen hat. Die Vorschau für Nebraska (8-4, Big Ten) auf dieses Spiel schrieb ich schon im August:

Seit Pelini in Lincoln am Werk ist, ist die Meute wieder zufrieden: Ein schreihalsiger Defensivkünstler, dem in der Offense alles recht ist, solange nicht mehr als zehn Pässe pro Spiel geworfen werden. Das ist dann auch alles im Sinne von Athletic-Director und Nebraska-Legende Tom Osborne, den wir ja bereits kennen. Nebraska spielt mittlerweile nicht mehr wie zuvor seit Äonen in der Big 8 oder Big 12 Conference, sondern in der Big Ten Conference, in die man kulturell – Hand aufs Herz – auch etwas besser passt. Dort stehen keine Passfeuerwerke an. Dort wird noch überwiegend traditionell RRPP (run-run-pass-punt) gespielt.

Bloß: Es hat noch nie einer dran gedacht, dass man mit diesen Vorstellungen im heutigen College-Football kaum mehr 11-1 Saison en suite zustande kriegt, sondern sich eben mit reihenweise 9-4 Jahren zufrieden geben muss. Zumal Nebraskas Highschool-System nicht die Wunderspieler wie in Texas oder Florida hergibt. Und so sprechen wir hier über eine Großmacht, die verzweifelt versucht, wieder alten Glanz zu versprühen ohne von ihren uralten Werten loslassen zu wollen.

Dem Publikum isses wurscht: Die Leute kommen eh. Kein Spiel seit über 50 Jahren, das nicht ausverkauft war. Kaum ein Spiel, bei dem sich nicht noch vor dem Stadion 20.000 Verzweifelte ohne Karten tummeln. Cornhuskers-Heimspiele haben Kultstatus in einem bodenständigen Staat, dem es abseits von Football und der Bibel an echter Unterhaltung mangelt.

Was soll ich sonst noch schreiben: Dass QB Taylor Martinez mobil wie eh und je ist, und mittlerweile sogar sowas wie ein echter Werfer? Dass die Defense, die bisher gebaut war, die wurfgewaltigen Big12-Konkurrenten zu stoppen, noch immer nicht ganz soweit ist, die laufspielorientierte Big Ten einzubremsen? Alles schon oft gesagt. Es wird so „laufen“ wie immer: Nebraska putzt den Bodensatz im Schedule, gewinnt gegen 1 oder 2 der 4 „echten“ Gegner, weil es nicht die Qualität hat, sie alle – UCLA, Michigan (auswärts), Michigan State, Penn State (auswärts) – hintereinander zu übertölpeln, und am Ende wird man mit acht bis zehn Siegen in der Regular Season in ein Bowl Typus „Capital One“ eingeladen (um diese dann zu gewinnen oder zu verlieren, je nachdem um mit 9-4 oder 10-4 abzuschließen).

Und am 1. Jänner werde ich wieder die gleiche Story erzählen. Wie schon immer und immer wieder. Weil sie immer wieder sympathisch ist. Weil sie so… Nebraska ist.

Selten war eine Garantie so risikolos. Nebraska ist übrigens 8-4, braucht also den Sieg, um mit 9-4 abzuschließen. Laut SRS ist allerdings Georgia mit 9.5 Punkten zu favorisieren.

Heart of Dallas Bowl

UNLV Rebels – North Texas Mean Green

Zwei kleine Unis, die sich normalerweise nie für die Bowl-Season qualifizieren, aus Mid-Major Conferences, die sich in der Cotton Bowl treffen: North Texas (8-4, Sunbelt) gegen UNLV (7-5, MWC). Ich habe beide Teams seit Jahren nicht gesehen und kann ergo nur wenig Substanzielles beitragen.

Also: North Texas ist 6.5pts-Favorit nach dem SRS. Mean Green hat dieses Jahr einen für die Sunbelt Conference unüblich schweren Schedule gespielt, aber relativ tough standgehalten. Man hat ein gutes Laufspiel (RB Brandin Byrd mit 1023yds und 11 TD), das auf eine der zehn schlechtesten Run-Defenses in der FBS trifft. Auf der anderen Seite gilt UNLV als relativ schwierig über den Luftweg zu bezwingen.

Die Story des Jahres ist aber die UNLV-Offense, wo man nach einem verheerenden Saisonauftakt den WR Caleb Herring zum Quarterback umschulte. Nach dem Move begann die Offense zu punkten, auch wenn UNLV nach wie vor als ungefährliche „RedZone“-Offense eingestuft wird.

Ich bin gespannt, wie viele Fans kommen werden. Die Cotton Bowl ist mit 92000 Plätzen hoffnungslos überdimensioniert für diese Ansetzung, aber North Texas hat seinen Campus nur eine Autostunde entfernt.

Outback Bowl

#16 Louisiana State Tigers – Iowa Hawkeyes

Reizvolle Ansetzung für die Outback Bowl, die in Tampa ausgespielt wird: LSU (9-3, SEC) gegen die Iowa Hawkeyes (8-4, Big Ten). Louisiana State konnte letzten Endes meine hohen Erwartungen nicht erfüllen, hatte keine Chance auf das BCS-Title Game, aber immerhin kann man sich rühmen, als einziges Team des Jahres bisher den BCS-Finalisten Auburn geschlagen zu haben.

Heute tritt man ohne den QB Mettenberger an, der sich am Kreuzband verletzt hat. Dafür gibt es das Debüt vom Backup-QB Anthony Jennings, der gegen Arkansas im letzten Viertel als Notnagel ins Getümmel geworfen wurde und zum Einstand gleich mal einen 99yds-Drive zum Sieg orchestrierte. Weil aber Mettenberger fehlt, geht man davon aus, dass LSU heute noch stärker als gewohnt auf seine Lauf-Offense rund um den nie um eine Straftat verlegenen RB Jeremy Hill (1185yds, 14 TD) setzen wird. Hill ist eine Knalltüte von Mensch, aber als Runningback mehr als gebräuchlich.

Iowa setzt dem eine Linebacker-Gruppe entgegen, die aus gleich mehreren NFL-Kalibern besteht: Hitchens, Morris und Kirksey sollen früher oder später Profi-Luft schnuppern können. Da muss Hill erstmal drüber oder drum herum laufen.

Iowa hat aber eine problematische Offense, mit einem Freshman-QB Jake Rudock, der erst in den letzten Wochen der Saison Sicherheit fand, nachdem er zuvor ein wandelndes Interception-Problem gewesen war.

LSU ist nach SRS mit 7 Punkten favorisiert – das ist ein Spread, der mir im ersten Moment relativ niedrig erschien.

Capital One Bowl

#9 South Carolina Gamecocks – #19 Wisconsin Badgers

BCS-würdiges Matchup in der Capital One Bowl: South Carolina (10-2, SEC) und die Wisconsin Badgers (9-3, Big Ten) waren beide diese Saison mal wieder nahe dran an einer BCS-Qualifikation – näher als man vielleicht meinen möchte. Beide verloren in der ersten Saisonhälfte ein unerwartetes Spiel, weswegen sie überhaupt nie in die BCS-Diskussion eintraten; Wisconsin wurde bei einer Auswärtspleite bei den starken Arizona State Sun Devils sogar richtig gehend von den Refs verpfiffen.

Laut SRS ist das das sechstbeste Matchup der Bowl-Season; das offensiv laufstarke Wisconsin ist dabei mit 1.5 Punkten favorisiert. Aber die Augen werden in diesem Spiel vor allem auf einem „Gamecock“ („Kampfhahn“) liegen: DE #7 Jadeveon Clowney, dem besten Passrusher des Jahrgangs.

Clowney gilt als once in a generation-Talent, ein Passrusher, so dominant, dass am College jede Offense von seiner Seite weg designt wird. Clowney hatte letztes Jahr sein Coming-Out und ging mit massivem Hype in die aktuelle Saison, aber dort enttäuschte er die Erwartungen dann ein wenig. Zum einen sind die offiziellen Stats mit nur 3 Sacks deutlich unter den Erwartungen, aber dann mischten sich noch Verletzungs- und Motivationsfragezeichen bei Clowney mit rein. Schon können die einschlägigen Draftseiten Artikel über Artikel inhaltlich mit der Frage „Ist Clowney den top-Pick überhaupt wert?“ füllen.

Die Frage beantwortet sich mit Anschauen von maximal einem South Carolina-Spiel von selbst: Ja. Clowney ist der beste, dominanteste Abwehrspieler, den ich am College bisher gesehen habe. Besser als Suh, der 2009/10 alles platt walzte, was sich ihm in den Weg stellte. Clowney kann mit einer exzellenten Performance heute gegen die Offense Line von WISCONSIN! WISCONSIN HAT NUR GRANDIOSE OFFENSIVE LINES! noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Aber im Ernst: Zweifelt irgend jemand dran, dass Clowney in den Top-3 vom Tablett gehen wird, sollte nicht noch eine mysteriöse angewachsene Knochenschaden gefunden werden.

Clowney-Watch. Zwei BCS-würdige Teams. Ein Badgers-Laufspiel mit RB Gordon (1466yds, 12 TD) und RB James White (1377yds, 13 TD). Das ist eines der besten Matchups der Bowl-Season, und beide Teams dürften motiviert sein, es allen noch einmal zu zeigen. Da würde ich zuschauen.

Die offiziellen und nominellen BCS-Bowls von heute, Rose (ab 23h) und Fiesta (ab 2h30), gibt es hoffentlich nachher noch in separaten Einträgen.