Rose Bowl 2013: #4 Michigan State Spartans – #5 Stanford Cardinal Preview

Das Rose Bowl Game in Pasadena wird The Granddaddy of them All genannt und gilt als größtes Highlight neben dem BCS-National Championship Game. Die Rose Bowl ist die Mutter aller Bowls. Sie findet jedes Jahr am Neujahrstag (oder am 2. Jänner) als Begleitprogramm des großen Rosenumzugs in Pasadena um 14h Ortszeit statt, umrahmt von einem legendären Feuerwerk im gleißenden Sonnenschein. Austragungsort ist die Schüssel von Pasadena, die den Fußballfans vom langweiligsten aller WM-Endspiele 1994 Brazil vs Italien (Roberto Baggio Fußballgott) noch in schauriger Erinnerung sein dürfte.

Die Rose Bowl als Veranstaltung gilt noch immer als die bekannteste, begehrteste Bowl, aber sie litt in den vergangenen Jahren unter zunehmendem Bedeutungsverlust. Zum einen siecht der eine Vertragspartner, die Big Ten Conference, vor sich hin, zum anderen wollten alle seit Jahren das Playoff – alle außer dem Veranstaltungskomitee der Rose Bowl, das am liebsten die Zeit in die 50er Jahre zurückdrehen würde. Nachdem nächstes Jahr ein neues System eingeführt wird, dürfte klar sein, wer gewonnen hat.

Traditionell spielen in der Rose Bowl die Gewinner der Big Ten Conference und der Pac-12 Conference gegeneinander. Die Kontrahenten diesmal, in der 100ten Auflage: #5 Stanford Cardinal (11-2, Pac-12 Champ) und #4 Michigan State Spartans (12-1, Big Ten Champ). Kickoff ist 23h MEZ. Der ESPN-Player und SPORT1 US übertragen live.

Das bedeutet: Guter, alter smashmouth-Football zum Hundertsten mit viel Laufspiel und harten Tackles. Stanford gewann zweimal en suite die Pac-12, und das vor allem mit harter Defense und einer Offense, die auf Fehlervermeidung bedacht ist. Michigan State gewann… nur mit Defense. 2.7yds/Carry lassen die Spartans zu, und das obwohl ihr einziger großer Superstar mit großen NFL-Ambitionen, Darqueze Dennard, als Cornerback spielt. Stanford lässt 3.0yds/Carry gegen einen noch besseren Schedule zu.

Bei Stanford spielen mehrere NFL-Prospects schon für 2014: OLB Trent Murphy dürfte Lesern dieses Blogs mittlerweile bekannt sein, aber für den Draft gelten Leute wie LB Shayne Skov oder OG Dave Yankey als noch viel höher eingestuft. Stanford als Uni, die in den letzten Jahren, vor allem unter Jim Harbaugh (jetzt 49er-Headcoach) und später HC David Shaw eine ganz neue Mentalität an diese Elite-Uni gebracht haben: Wir wollen nicht nur Superspieler, sondern auch Superschüler. Wer beides schafft, ist Elite. Er gehört zu uns.

Stanford schafft das. Der größte Star ist vielleicht RB Tyler Gaffney, ein two sports-prospect, über den Lindsey Schnell ein sensationelles Portrait bei Grantland.com geschrieben hat:

Gaffney könnte heute einen großen Tag erleben, denn der wichtigste Spieler der Front-Seven, LB Max Bullough, wurde von der eigenen Uni wegen Übertretung der Team-Regeln für das Spiel suspendiert – durchaus kein unumstrittener Move, der bei Michigan State für Aufsehen sorgte, schließlich kommt Bullough aus einer treuen Familie, und schon sein Großvater und Vater spielten bei den Spartans.

Schon letztes Jahr war Stanford vs Wisconsin ein brutal enges, knackiges Match. Diesmal Michigan State mit einer im Vergleich zu Wisconsin besseren Defense, aber auch deutlich ineffizienteren Offense. Special Teams könnten den Ausschlag geben.

SRS favorisiert Stanford mit 7.5 Punkten, und das fühlt sich in etwa korrekt an.

4 Kommentare zu “Rose Bowl 2013: #4 Michigan State Spartans – #5 Stanford Cardinal Preview

  1. Ich sehe College Football nur gelegentlich. Daher eine Frage zum besseren Verständnis: Wie kann es sein, dass Stanford Favorit ist, obwohl Michigan State im Ranking höher liegt. Sollte dieses Ranking nicht ausdrücken, dass Michigan einen Tick besser ist und daher leichter Favorit wäre? Oder liegt es nur am direkten Duell, dass sich die Vorzeichen ändern?

  2. @McP

    Das Rating-System ist kompliziert und relativ undurchsichtig. Kurz gesagt wird´s durch einen Algorithmus am Computer errechnet und baut damit natürlich sehr stark auf Statistiken.

    Statistiken wiederum – siehe auch NFL – spiegeln aber nicht immer das reale Leistungsvermögen wieder, womit dann Teams die im Ranking vorne liegen durchaus die realen Underdogs sein können.

  3. @McP: BCS-Ranking und SRS/Wettquoten haben zwei verschiedene Zwecke.

    Das BCS-Ranking beinhaltet keine „Margin of Victory“, d.h. kein Höhe des Sieges. Ein 1pt-Sieg zählt gleich viel wie ein 50pt-Sieg. Das mag für die Zwecke des BCS-Ranking („finde uns ein würdiges Endspiel zwischen #1 und #2“) sogar geeignet sein.
    Das BCS-Ranking will die Vergangenheit erklären.

    Das SRS ist relativ nahe an dem, was die Wettbüros ausgeben. Es beinhaltet Margin of Victory. Es will die Zukunft vorhersagen.

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