NFC Wildcard-Playoff 2013/14: Green Bay Packers – San Francisco 49ers live

[01h53] Endstand Green Bay Packers 20, San Francisco 49ers 23.

Am Ende rächte sich das eine von Rodgers gezogene Timeout. Ein gutes, ein spannendes Spiel, in dem man über weite Strecken gut beobachten konnte wie sich die beiden Trainerstäbe aufeinander einstellten. Am Ende gewann wie so oft in Spielen zwischen fast gleich guten Mannschaften der, der den Ball zuletzt hielt – und das war San Francisco, trotz des üblen Timeout-Managements von Harbaugh, und nicht Green Bay, u.a. wegen des üblen Timeout-Managements.

Der GWP-Graph zeichnet noch einmal die Phasen nach, die dieses Spiel geprägt haben:

Game Winning Probability Chart 49ers @ Packers (klick mich)

Game Winning Probability Chart 49ers @ Packers (klick mich)

Lange Zeit dominante 49ers, die von den Packers in der ersten Halbzeit kurzzeitig wegen der INT und des einen guten Drives überholt wurden; 49ers, die nicht genug aus ihrer Überlegenheit machten. Green Bay, das sich zurückkämpfte und dritten Viertel immer mehr die Oberhand gewann. Dann die TD-Granate über 42yds für Vernon Davis, die den Farbton im Spiel wieder änderte. Schließlich „nur“ der Ausgleich für Green Bay und dann der langsame und zeitgerechte Konter der 49ers. Beide Coaches waren etwas konservativ und kickten innerhalb der 10yds Line Field Goals.

Die Divisional-Playoffs nächste Woche sehen damit so aus:

    11.1.14   22h35   Seattle Seahawks - New Orleans Saints
11./12.1.14   02h10   New England Patriots - Indianapolis Colts
    12.1.14   19h05   Carolina Panthers - San Francisco 49ers
    12.1.14   22h40   Denver Broncos - San Diego Chargers

T-minus 6 bis zum besten NFL-Wochenende des Jahres.

[01h47] Green Bay 20, San Francisco 23/Q4 0:00. 33yds-FG durch K Dawson. 49ers gewinnen.

[01h43] Harbaughs/Kaepernicks übles Auszeiten-Management wird die 49ers diesmal nicht rächen, selbst bei einem Fehlkick und Overtime nicht. Klappt ja, können wir nächste Woche in Carolina ja gleich wieder probieren!

[01h40] 1:56 zu spielen. Packers verpassen die Chance, alles-oder-nix zu spielen und Kaepernick kann entlang der Seitenlinie scrambeln, hinein in FG-Reichweite.

So, was schrieb ich um 1h28 über das verschwendete Timeout?

[01h37] 2min-Warning. San Francisco an der GB 40yds Line angekommen. Das Play-Calling der 49ers ist oft schwer zu verstehen: Kaepernick durfte eben einen tiefen Ball werfen in einem Spiel, in dem du dringend die kurzen Plays machen musst um die Uhr laufen zu lassen. Dann eine Fast-INT gegen Kaepernick, aber der DB #33 Hyde hält den Ball nicht fest. Dann arbeiten sich die 49ers nach vorn. K Dawsons Limit dürfte in den Bedingungen etwa 45yds sein (das wäre die GB 27 oder GB 28).

[01h28] Green Bay 20, San Francisco 20/Q4 5:06. 24yds-FG für Crosby. Jetzt kicken die Packers das kurze FG.

Guter Drive für die Packers bis zur GoalLine: Cobb mit einem weiteren geretteten Broken-Play, RB Lacy kämpft heute auch wieder wie ein Stier um seinen 3.9yds/Carry Schnitt zu halten (klingt negativer als es ist). Allein: Green Bays Offense musste ein sinnloses Timeout verbrennen. Stell dir vor, die 49ers marschieren jetzt in FG-Reichweite, und es sind nur noch 2min zu spielen…

[01h20] …und noch einer: LT Bakthiari muss zum Gehirnerschütterungstest. Green Bay drunten beim fünften OT.

[01h14] Green Bay 17, San Francisco 20/Q4 10:31. 28yds-TD für TE #85 Vernon Davis. „Aus dem Nichts“ wäre übertrieben, aber mannomann: Das kam jetzt ein bissl überraschend. Der Safety rauscht einen Tick zu spät in die Wurfbahn.

Ziemliche Achterbahnfahrt für Kaepernick mittlerweile: Erst unterwarf er Davis bei einem tiefen Ball um locker 2m. Dann scrambelte er 20yds die Seitenlinie entlang und rettete den Drive. Dann der tiefe Ball.

Ein anderer Punkt: Green Bays Secondary. CB #31 House gegen WR #15 Crabtree ist kein gutes Matchup. Houst sieht kein Land gegen Crabtree. Fürn Moment ist House aber eh mit Verletzung raus.

[01h07] Green Bay 17, San Francisco 13/Q4 12:06. 1yds-RB FB #30 John Kuhn („Kuuuuuuuhn“). Der Drive: 12 plays, 80 yds, 6:13min. Aber das ist nicht der Punkt.

Sondern: 4th-und-2 von den Packers an der SF 30, und dann passiert etwas Verblüffendes: Mike McCarthy trifft die richtige Entscheidung und lässt ausspielen. Wuchtiger Passrush, Rodgers verschwindet im Gewirr der Pocket, aber plötzlich scrambelt sich Rodgers frei und bringt einen tiefen 26yds-Pass für WR #18 Randall Cobb an – jenen Cobb, der heute noch überhaupt nicht als Receiver in Erscheinung getreten war.

Kurz danach vollendet Kuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuhn in einem Play, zu dem Phil Simms nur sagen kann:

  • Hate that call, I always have.
  • Why do you give the ball to someone who has not touched the football all year?
  • You never have the chance to build momentum.

Erste Führung für die Packers heute.

Drittes Viertel

[00h58] Ende Q3 in einem Spiel, das von seiner Spannung und vom hohem Freak-Faktor der hinter Gesichtsmasken versteckten Hauptprotagonisten lebt. Spielerisch war es eher aus Packers-Sicht ein gutes drittes Viertel, denn sie sind mittlerweile minimum auf Augenhöhe. Sie getrauen sich nun, die entblößte Front-Seven der 49ers auszutesten, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis Harbaugh einen oder beide Safetys nach vorne beordert und Rodgers die nächste tiefe Bombe auspackt.

As for the 49ers… sie sollten hoffen, dass sie nicht vier Minuten vor Schluss mit Dreipunkt-Rückstand dem Ball hinterherlaufen. Aber ein Timeouts haben’s ja noch.

[00h57] Diese Pseudomessungen… kannste doch gleich das 1st-Down geben, wenn die Messung eh zum gewünschten Resultat hin gedreht wird.

[00h53] 3’n’out der 49ers. 4th-und-4 an der 44 war Harbaugh wohl zu riskant, um das anzugehen. Der Punt mutiert übrigens zum Touchback für 24 „Net-Yards“, aber hey: Wenigstens kein Timeout verbraucht.

[00h48] Sack von der #99 Aldon Smith (der Mann, der wegen Krämpfen als „questionable“ gal) gegen Rodgers. Im 3rd-Down und 22 geht Rodgers erneut tief, aber Nelson kriegt in guter Deckung nur einen Finger, aber nicht die ganze Hand dran. Also nächster Punt in einem Spiel, das sich nun in ein Gleichgewicht entwickelt. Die ganz große 49ers-Dominanz ist verflogen, obwohl sie Green Bay nun wieder gestoppt haben.

[00h40] Geht es noch schlechter? Yup. Man kann zum Beispiel einen Sack kassieren, der dich aus halbwegs realistischer FG-Reichweite rausschießt. Resultat: 49ers müssen punten für ca. 28 „Net-Yards“.

[00h38] Werbepause. 1 Spielzug. Dann das nächste verbrennte Timeout der 49ers (WTF?). Werbepause.

[00h32] Erin Andrews von der Seitenlinie: Aldon Smith (der OLB mit der #99) ist questionable für die zweite Halbzeit mit Muskelkrämpfen. Der Trainerstab will noch mehr drauf achten, dass die Spieler auch in der Eiseskälte nicht dehydrieren. OT Staley bleibt die Sau, verweigert sich weiterhin, mehr Gewand anzuziehen.

[00h29] „Deep Ball“ Rodgers im dritten Down, aber der Pass für Jones geht in Doppeldeckung und fällt zwischen den beiden Verteidigern zu Boden. Schön zu sehen aber wieder, wie elegant Rodgers dem Passrush ausweichen kann (in dem Fall dem locker durchgebrochenen #55 Brooks). Packers punten den Ball zurück.

[00h27] Ein zweites Lebenszeichen der Packer-Defense: Sack gegen Kaepernick. Punt. Green Bay darf an der eigenen 44 beginnen – so weit vorne wie heute noch nie.

[00h23] Kickreturn 49ers. Und dann verbrennen sie ein Timeout, bevor sie ihren ersten Down ausspielen???

Zweites Viertel

[00h14] Halbzeitstand Green Bay 10, San Francisco 13.

Es war eine erste Halbzeit der Phasen. Zu Beginn war das eine systematische Zerstörung der Green Bay Packers durch San Francisco – und zwar in allen Belangen des Spiels. Am schlimmsten war Green Bays Offensive Line überfordert. Drei Drives der Packers wurden im Keim erstickt bevor auch nur so was wie ein erfolgreicher Spielzug drohte. Dann kam die Interception völlig gegen den Spannungsbogen der Partie, und sie brachte Leben ins Spiel zurück: Green Bay plötzlich mit einem guten Drive. Rodgers hatte einen Fetzen mehr Zeit, die WR-Combo klickte, und damit haben wir einen Halbzeitstand, der weiterhin Spannung garantiert.

Allerdings: San Francisco ist die dominante Mannschaft hier und heute. San Francisco hat 208 zu 140 Offense-Yards erzielt, und das mit einem Drive weniger, bei 32 Plays zu 31 Plays. Green Bay hat weiterhin ein Problem auf Offense Tackle, das durch das Play-Calling der Packers mit ihren vielen Rollouts nur verschärft wird.

In den Laufspielzügen macht RB Lacy viel zu viele Yards, die lateral gehen anstelle downfield. Lacy hat minimum doppelt so viele Yards horizontal gemacht wie vorwärts.

Ich bin gespannt, wie sich das Spiel entwickelt. Wie lange kann Green Bay im Spiel bleiben? So lange sie wieder eine Interception aus der Defense fabrizieren?

[00h06] Green Bay 10, San Francisco 13/Q2 0:00. 34yds-FG für Crosby mir auslaufender Uhr. Erneut ein guter Drive für Rodgers: 9 plays, 59yds, 2:44min. Allenfalls die Timeouts hätte man besser einsetzen können, aber wenn du Timeouts verbrennen musst um delay of game Strafen zu vermeiden… naja. Passiert offenbar den besten.

[23h51] Green Bay 7, San Francisco 13/Q2 2:48. 10yds-Run #21 Gore. Der große Spielzug des Drives war der drittletzte, ein 42yds-Scramble von Kaepernick, den in dieser Form höchstens noch Michael Vick hinkriegt: Lässt gleich drei Leute aussteigen und ist allen auf und davon. 5-Play, 68yds Drive der 49ers, der nur 3min brauchte.

[23h42] Green Bay 7, San Francisco 6/Q2 5:56. 5yds-TD Catch #87 Nelson. Eine Rakete von Pass von Rodgers für Nelson, und es brauchte jeden km/h in dem Wurf, damit der Cornerback nicht dran kam.

Ein eindrucksvoller 14 plays, 70yds, 7:18min langer Drive der Packers, bei denen die kleinen Dinge nun einfacher von der Zunge gehen wie noch am Anfang: Die OL hält zwei Zehntelsekunden länger, Rodgers ist drei Zehntelsekunden schneller, und das reicht, um die kurzen Pässe anzubringen. Beherzte Catches von Leuten wie #81 Quarless, der sich meterweit über den Boden wälzt, Power-Runs von RB #27 Lacy – und wir haben ein Spiel!

[23h32] Jetzt geht mal etwas pro-Packers: INT Kaepernick gegen CB #38 Williams. Boldin hatte übrigens eben einen Catch, der kam aber wie schon vorhin gegen #31 House.

[23h29] Um mal die vielen neuen Leser zu animieren: Bei Facebook kann sollte man Sideline Reporter „liken“.

Erstes Viertel

[23h24] Die Packers-Offense liegt auch im dritten Drive drei Meter unter der Erde. Fumble Rodgers (in der Zange von #55 Brooks und #99 Smith) im ersten Down, wird aber von Green Bay aufgenommen. Dann muss Rodgers den Ball schnell wegwerfen. Dann ein kurzer Laufspielzug bei 3rd-und-15, und das Publikum buht sich schon die Seele aus dem Leib. Green Bay: 3 Drives, 9 Plays, 6yds Offense.

[23h19] Green Bay 0, San Francisco 6/Q1 2:17. 25yds-FG für Dawson. Wieder so ein kurzes Fieldgoal. Der Drive ist klassischer 49ers-Football 2013/14: 11 plays, 42yds, 4:49min. Viele Plays, wenige Yards. Am Ende reklamierte man eine Strafe gegen Crabtree in der EndZone (PI wäre berechtigt gewesen), aber man hätte auch reklamieren können, dass die Play-Clock beim Snap längst auf null war…

Auffällig ist, wie schwer sich Kaepernick heute tut, WR Boldin einzusetzen. Boldings Gegenspieler CB #38 Tramon Williams, muss einen bislang exzellenten Job machen.

[23h11] Wind-Chill in Green Bay ist nun -12F, was -26°C entspricht. Ich bin mal mit einem Kollegen auf unserer alten, mittlerweile eingestampften Anlage minutenlang auf dem Lift gesessen, -24° Luft-Temperatur, und der Lift ist wegen Windböen stehen geblieben. Der Wind-Chill muss ähnlich gewesen sein. Es fühlte sich wie Stunden an, aber es waren vielleicht 10-12 Minuten. Das ist… nicht lustig, und wer bei solchen Bedingungen drei Stunden lang ein Footballspiel bestreitet, oder leitet, oder einfach nur auf der Tribüne sitzt, hat schon einen an der Backe.

[23h08] Die Packers-OL kollabiert schneller als Rodgers seine Leute ausgucken kann. Resultat: Erneut ein schnelles 3’n’out für Rodgers und Co.

[23h00] Green Bay 0, San Francisco 3/Q1 9:00. 22yds-FG für Dawson. Der Drive: 13 plays, 69yds, 4:28min.

Es war ein holpriger Drive für die 49ers, aber Kaepernick macht die notwendigen Würfe dann doch fast alle.  Harbaugh spielt an der GB 35 ein 4th-und-6 aus, erfolgreich: Tiefer Ball für #15 Crabtree für 31yds. An der GoalLine hält die Packers Defense dann mit erstaunlich guter Deckung gegen die one read Pässe Kaepernicks.

San Francisco verbrannte aber schon zwei Timeouts in diesem Drive. Das alte Kaepernick-Problem: Der Mann ist anfällig dagegen, Timeouts zu früh zu verbrennen. Ist in der ersten Halbzeit längst nicht so schlimm, aber dennoch.

[22h55] Zur FOX-Diskussion der Sideline-Reporter Mädels eingangs: Der Packers-QB ist aus Kalifornien. Der 49ers-QB ist aus Wisconsin.

[22h49] Zweiter Offensiv-Spielzug der 49ers, und schon verabschiedet sich mit CB #37 Sam Shields der erste Packers-Spieler verletzt… ein Cornerback. Wie viele Cornerbacks sind an diesem Wochenende schon ausgeschieden?

[22h43] FB #30 Kuhn spielt kurzärmelig und ohne Gesichtsschutz auf einem Spielfeld, das aussieht als hätte der Broadcaster heute Farbausfall.

[22h41] Lambeau Field sieht heute aus wie eine Arena voll mit 80000 Taliban.

[22h37] Nach Nantz und Phil Simms kommt nun das FOX-Kommentatorenduo Joe Buck/Troy Aikman, das ich noch unerträglicher finde. Vor allem Aikman ist bei mir mittlerweile verhasst wie die Pest.

[22h31] Nach dem Kindergeburtstag von Cincinnati geht es nun weiter mit Green Bay Packers vs San Francisco 49ers. Die Previews lieferten wir in Form von allgemeiner Rundschau und Herrmanns Taktik-Vorschau. Bill Barnwell hat bei Grantland die Vorschau geliefert, Chase Stuart bei Football Perspective.

Es soll scheißkalt werden, von -16°C bis runter in die -20°C ist die Rede. Das entsprechende Bild zur Vorfreude liefert Twitter (Edit: Chaos weist in den Kommentaren darauf hin, dass es sich nicht um ein Bild von heute handelt):

AFC Wildcard-Playoff 2013/14: Cincinnati Bengals – San Diego Chargers live

[22h16] Endstand Cincinnati Bengals 10, San Diego Chargers 27.

San Diego zieht damit etwas überraschend ins Divisional Playoff ein, wo es nächsten Sonntag (22h30 MEZ) nach Denver geht. Die Chargers gewinnen ein Spiel, das für ein Playoff-Spiel enttäuschende Qualität hatte. Nein, man kann es nicht allein auf das Wetter schieben, denn schon die erste Halbzeit in sittlichen Bedingungen war schwach.

Ehre und Respekt für die Chargers-Defense, die nicht aussah wie die schlechteste Defense in der NFL. Das war eine famose Vorstellung. Der dieses Jahr so zahnlose Passrush der Chargers heute mit 3 Sacks und mindestens 6 oder 7 Hits und einer Handvoll Hurries. QB Dalton sah dagegen kein Land und antwortete mit einer Latte an über- und unterworfenen Pässen, die die Fragen nach seiner Qualität nur lauter werden lassen.

Punkt ist: Dalton ist kein „starker“ QB nach heutigem NFL-Standard. Die Bengals hatten ihm alles an Offense und Skill-Playern gegeben was es brauchte. Das Resultat heute war ernüchternd, wobei auch das PlayCalling mit Screenpass auf Screenpass eher unüberzeugend war.

Was auch nicht half: Vier Turnovers. Die Bengals schmissen einen wahrscheinlichen TD beim Fumble des Rookie-RB #25 Bernard weg. Sie warfen eine INT in Bengals-Territorium und sie gaben zwei Bälle tief in der eigenen Hälfte her (fumble Dalton, der INT-Return an die 1). Das machte heute den Unterschied, auch wenn man sich nach dieser schlimmen zweiten Hälfte aus Bengals-Sicht nicht mehr dran erinnert.

San Diego hatte heute auch keine überzeugende Offense. Es wurde viel gelaufen, okay. Gegen eine erstmals seit langem recht erschöpft aussehende Bengals-Defense ist das sogar verständlich. QB Rivers kam erst im dritten Viertel auf, nachdem zuvor nur unmotiviertes Kurzpassgewichse angesagt war.

Mike McCoy: Alle Achtung vor einem bockstarken Jahr, das „Coach des Jahres“-Nennung verdient. Aber man darf nicht dran vorbeisehen, dass das konservative Handling von McCoy zum Ärgernis wird. So viele Punts bei 4th-und 1 und so viele FGs innerhalb der 10yds Line… das geht in Denver nicht.

Bei „Konservatives Handling“ ist Marv Lewis auch nie weit entfernt. Ich glaube nicht, dass Marv nach dem erneuten „one and done“ gefeuert wird, aber wenn ja, sollten eine Handvoll Teams Lewis ohne ein Job-Interview sofort versuchen anzustellen: Einer der besten Coaches der Liga, der fast alles in Cincinnati macht, von „quasi GM“ bis Coach und einen bemerkenswerten Kader zusammengestellt hat. Marv hat leider keinen richtig guten QB, und das lässt ihn schlechter aussehen als er ist.

[22h08] Und innerhalb von zwei Minuten ist das Stadion leer.

[22h06] Cincinnati 10, San Diego 27/Q4 2:17. 58yds-Lauf für RB #23 Ronnie Brown. Der Sargnagel.

[22h03] Nächste gescheiterte 4th-Down Conversion. San Diego steht kurz vor dem Einzug ins Divisional Playoff gegen Denver.

[21h58] San Diego läuft dreimal. 16sek und alle drei Bengals-Timeouts bringen sie damit von der Uhr. Dann kommt der Punt, 4:22 vor Schluss übernehmen die Bengals in mittlerweile unwirtlichen Bedingungen an der eigenen 19.

[21h55] 4th-Down, tiefer Ball und Dalton überwirft #12 Jones um locker 5m. Damit liegen die Sargnägel bereit und Cincinnati riskiert, zum fünften Mal unter Marv Lewis im ersten Spiel aus den Playoffs zu fliegen.

[21h52] Die Bengals bewegen zwar den Ball, aber es geht seeehr, ssssssseeeeeeeeehrrrrrr schleppend. Screenpass, Screenpass, Screenpass und jedesmal 4yds. Nur noch fünfeinhalb Minuten, und du musst 10 Punkte wettmachen.

[21h50]

[21h46] Der Stop reichte. 4th-Down, ein Delay-of-Game der Chargers – eine Strafe mit Potenzial, die zweitdümmste nach dem Personal-Foul von Harrison vorhin an der CIN 1 zu sein. Chargers müssen punten, Cincinnati beginnt 8:06 vor Ende an der eigenen 12.

[21h43] 3rd-Down und 1: Ballübergabe an den Fullback. Zu kurz. Und Phil Simms packt das ganze Repertoire aus:

  • Hate that call, I always have.
  • Why do you give the ball to someone who has not touched the football all year?
  • You never have the chance to build momentum.

Yadda Yadda. Putzig, der Phil.

[21h39] Schön langsam geht in Cincinnati nicht bloß wegen des Wolkenbruchs alles den Bach runter: Ein Drive, in dem die Bengals-Offense mal richtig flüssig aussieht und San Diegos Defense so wenig Zugriff kommt wie eigentlich vor dem Spiel erwartet, killt OLB #54 Ingram den Drive mit einer Interception in einem nicht überzeugenden Dalton-Pass: Starrt den Tight End an, und unterwirft einen Ball ohne Schmackes. Vierter Turnover für die Bengals, und sie wären wieder in sowas wie Punktereichweite gewesen.

Oben drauf ein Personal-Foul und San Diego darf schon an der Mittellinie starten.

[21h31] Cincinnati 10, San Diego 20/Q4 14:16. 23yds-FG für Novak. ILB #50 Maualuga bricht im 3rd-Down durch und reißt RB Ronnie Brown für 4yds Raumverlust an der CIN 5 nieder. Ein extrem, extrem wichtiger Tackle. Ein fragwürdiger Spielzug, der lange in seiner Entwicklung gebraucht hätte… naja. McCoy ist damit (aus seiner Sicht) quasi „gezwungen“, den Kick zu versuchen anstelle des Ausspielens.

Die Chargers heute mit Fieldgoals aus 25yds (Line of Scrimmage CIN 7) und 23yds (LOS CIN 5).

Drittes Viertel

[21h27] Das dritte Viertel geht zu Ende mit einem Lauf von #39 Woodhead an die CIN 1. Cincinnati Bengals im mittlerweile strömenden Regen am Scheideweg.

[21h23] Jetzt kommt der tödliche Fehler: Dalton, heute erstaunlich oft mit Passrush im Gesicht, wird mit DE Reyes im Gesichtsgitter panisch und feuert einen idiotischen Pass. CB #25 Wright fängt den Ball ab und returniert an die CIN 2.

[21h17] Cincinnati 10, San Diego 17/Q3 2:00. 25yds-FG für Novak. Die Bengals probieren mit ihrer Front-Seven alles, überladen in Pass-Downs die Anspiellinie und blitzen dann mit 2 Leuten, aber Rivers hat heute einen sehr guten Tag, findet z.B. WR #13 Allen bei einer fantastischen Aktion von Rivers (den Pass anzubringen) und Allen (der den gar nicht einfachen Ball erst verfolgen und fangen musste). In der RedZone geht ein riskanter Querpass Rivers‘ fast schief, und dann nimmt der Rookie-HC McCoy von der 7yds-Line das FG (4th-und-3).

[21h09] 1st-Down: Sack gegen Dalton. 2nd-Down: Dalton von der #96 Johnson unter Druck gesetzt, Pass ins Nichts. 3rd-Down und 14: Dalton wieder unter Druck, scrambelt los, geht mit Kopf voraus zu Boden – und fumbelt den Ball weg. Zweiter Turnover den Bengals, San Diego startet nun wieder in der Platzhälfte der Bengals

[21h03] Cincinnati 10, San Diego 14/Q3 6:46. 3yds-Pass für TE #89 Ladarius Green. Green, dieses dark horse, das alle so hochgejazzt hatten, macht einen gar nicht einfachen TD im Eck der EndZone (Simms: „might be the fastest guy on their entire football team“).

Der Drive: 10 plays, 80yds, 5:40min. Und Rivers ging tief: Für WR Royal, der zwischen die Zonen von CB und S gerannt war. In der Widerholung sieht man, wie Rivers bei diesem Play erst nach links schaute und dann aus dem Nichts rechts runter für Royal warf – wohl deswegen hatte der Safety nicht mit dem Pass gerechnet und kam zu spät.

[20h52] Bengals kommen wieder mit Power-Run Game aus der Kabine, aber der Drive kommt an der Mittellinie zum Erliegen, weil Dalton keine Abnehmer findet und unerfolgreich scrambelt.

San Diego kriegt den Ball nach dem Punt an der eigenen 20. Schauen, wie lange es dauert, bis Rivera damit beginnt, mal ein paar Bälle downfield zu werfen (erste Halbzeit: nur 6 Pässe, ein einziger ging weiter als 15yds in der Luft). TE Gates noch ohne Catch, ja sogar noch ohne Anspiel.

Zweites Viertel

[20h36] Halbzeitstand Cincinnati Bengals 10, San Diego Chargers 7.

Sehr mühselige Veranstaltung in Cincinnati. Beide Offenses tun sich schwer, in Gang zu kommen. Die Bengals hatten einen tiefen Pass, aber ansonsten nur mittelmäßige Screenpass-Versuche und brachiales Laufspiel über die Spielfeldmitte. Andy Dalton hat heute einen Tag, an dem er offenbar jeden zweiten Ball zu hoch wirft, und das mag eine Untertreibung sein. Die Receiver müssen sich jedesmal ordentlich strecken.

Die Chargers mit einem starken Drive, aber der Rest war meh. Rivers mit sechs Pässen vs 20 (!) Läufen. Obwohl das Laufspiel phasenweise klappt, kann das eigentlich nicht sein.

Die Coaches: McCoy mit schlechtem Timeout- und Challenge-Handling. Marv Lewis mit gutem Timeout-Handling nach der 2min-Warning, als viele Coaches die Zeit erstmal hätten runterlaufen lassen. So bekam Lewis die Chance auf einen letzten Drive und wurde mit drei Punkten belohnt. Aber über die vielen Punts in gefühlt dutzenden 4th-und-kurz Versuchen wird zu reden sein.

Schließlich die Übertragung selbst: Diese vielen langen Challenge-Unterbrechungen und die ständigen Werbepausen bei jeder kleinen Verletzungsunterbrechung machen den Event ziemlich schnarchnasenmäßig.

[20h33] Cincinnati 10, San Diego 7/Q2 0:00. 46yds-FG für K Nugent mit auslaufender Uhr.

Es gab eine kritische Situation bei einem Catch von TE #84 Gresham, der sich ordentlich strecken musste, aber dann den Ball doch fing, drei Tippelschritte machte ehe er „Calvin-Johnson-mäßig“ den Ball verlor. Es gibt aber keine Calvin-Johnson-Rule:

Am Ende gibt Jeff Triplette den Catch. Dass mit der Uhr alles rechtens gelaufen ist, glaube ich nicht. Denn: Der Kick kam mit 2sek auf der Uhr, aber Gresham ging mit 14sek auf der Uhr aus dem Spielfeld. Wurscht. Drei Punkte für Cincinnati.

[20h25] Die Chargers geben sich mit Draws und anderweitigen Run-Plays zufrieden um den Bengals die Timeouts abzuknöpfen. Das Resultat: Eineinhalb Minuten vor Schluss mit Scifres aus der eigenen EndZone heraus punten. Superber Punt, CIN beginn roughly an der eigenen 35. 1:14, keine Timeouts.

[20h20] Nächstes Play: Dalton sieht #25 Bernard, bringt den Kurzpass an. Bernard fängt das Ei mit beiden Beinen in der Luft, dreht ab, beide Füße am Boden, dann rauscht von hinten LB #56 Butler heran und schlägt ihm das Ei aus der Hand. Fumble in die Endzone hinein. Jeff Triplette ist fast fünf Minuten im Review-Kasten und findet – richtig, wie ich finde – nicht genug Beweis für die These, Bernard könne „noch keine Kontrolle über den Ball gehabt haben“.

[20h14] Und dann packt QB #14 Andy Dalton den ganz tiefen Ball aus: 49yds-Pass für WR #82 Marv Jones, der seinem Bewacher enteilt war. Das sind durchaus nicht die ästhetischen Würfe, die ein Cutler oder Stafford aus dem Arm schütteln, aber wenn der Receiver offen genug ist, kriegt Dalton seinen Willen schon durch. 2min-Warning.

[20h11] Mike McCoy challengt einen 13yds-Pass für #82 Marvin Jones in der Bengals-Platzhälfte. Verliert – natürlich. Und hat nun den ganzen Tag lang nur noch eine rote Flagge zur Verwendung.

[20h07] Aaaaaargh. Rivers erscrambelt sich mit Müh und Not im 3rd-Down eine Situation „4th-und-inches“ aus einer Situation, die nach Sack schrie. Und dann lässt Mike McCoy von der eigenen 35 punten.

[20h04] Bei den Chargers wird nun ein kritischer Punkt, was mit C Nick Hardwick wird: Hardwick plagte sich mit einer Fußverletzung, war zwischenzeitlich schon in der Kabine. Für das Laufspiel über die Mitte dürfte Hardwick ein wichtiger Mann sein.

[19h58] Cincinnati 7, San Diego 7/Q2 5:59. 5yds-TD Pass für TE #84 Gresham. Das ist guter, alter klassischer black’n’blue-Football aus den 1970er Jahren, was die Cincinnati Bengals da zeigen: Lauf, Lauf, Lauf, alles über die Mitte, alles für 6-7yds, zwischendurch ein kurzer Screenpass. Ein Drive: 10 plays, 60yds, 6:07min.

Beim TD hatte Dalton Glück, brachte den Ball in der allerletzten Millisekunde vor dem Heranrauschen des von der blind side kommenden OLB #54 Ingram noch aus der Hand gebracht zu haben. Ingram war schon dran, aber Dalton bringt genug Schwung dahinter, dass der Ball ankommt.

[19h49] Tief in der eigenen Platzhälfte macht nun Rivers den Dalton und unterwirft einen verblüffend offenen WR #13 Keenan Allen im 3rd-Down. Allen war schon zwei Schritte weiter. Erstaunlich, dass Allen so frei sein konnte, aber auch, dass Rivers den verpasste. Punt.

[19h43] Dalton gibt Futter für die Unkenrufe: 3rd-Down und 1, dann ein schön designter Spielzug, in dem #25 Bernard frei gewesen wäre, aber dann überwirft Dalton Bernard bei einem einfachen Wurf. Im anschließenden Punt-Versuch wittern die Chargers einen Fake und ziehen erstmal zur Beruhigung ein Timeout.

Marv Lewis Watch: Cincinnati hatte nun zwei kurze 4th-Downs in der Chargers-Platzhälfte und hat schon zweimal gepuntet.

Erstes Viertel

[19h32] Cincinnati 0, San Diego 7/Q1 0:48. 5yds-Run Woodhead. Ein eindrucksvoller 12 plays, 86 yds, 6:56min Drive für die Chargers, der das ganze Repertoire dieser Super-Offense zeigte.

Von Crossing-Route plus Catch für Backup-TE Green über Läufe straight übre die Mitte über Kurzpässe und Improvisationskünste von Rivers über Counter-Plays wie beim TD-Lauf: Da haben McCoy und Whisenhunt ihr ganzes Arsenal ausgepackt. Der Außenseiter führt – besseres kann einer Partie nicht passieren.

[19h19] Cincinnati kommt 33yds weit. Laufspiel über die Mitte klappt in den ersten Versuchen ganz gut (2x 8yds), aber als die Chargers ein paar Blitzes (S #32 Weddle) einstreuen bzw. die Schotten in der Mitte dicht machen, ist erstmal der Punt angesagt. Beide Offenses noch mit angezogener Handbremse.

[19h12] Die Chargers beginnen mit dem Versuch, ein wenig Laufspiel zu implementieren. Mathews macht gleich mal 8yds, aber im dritten Down verarscht S #42 Crocker den LT Dunlap, indem er ihn einfach umläuft und Rivers sackt. Das war schonmal einer von DefCoord Mike Zimmers gefürchteten Blitz-Schemen.

[19h04] Mit Jeff Triplette ist heute übrigens ein Mann der Head-Ref, der vor zwei oder drei Wochen einen Phantom-TD für die Bengals (gegen Indianapolis) war. Triplette gilt als Seuchenvogel unter den NFL-Refs.

[18h44] Guten Abend zum zweiten Teil des Wild Card Weekends 2014, das gestern einen würdigen Auftakt hinlegte mit zwei aufregenden, interessanten Spielen, über die man mehrere Artikel schreiben könnte. Heute wird die Runde abgeschlossen. Die erste Partie lautet Cincinnati Bengals vs San Diego Chargers. Vorschautexte dazu:

Unisono wird hier und heute Cincinnati favorisiert. Aber Vorsicht: Die Offense der Chargers gilt als potenziell granatenmäßig. Es soll keinen Schneefall geben, sondern nur Bewölkung. 1-2°C Luft-Temperatur. Der Broadcaster ist CBS, was uns das Kommentatorenduo Jim Nantz und Phil Simms „beschert“.

NFC Wild Card Preview: San Francisco 49ers @ Green Bay Packers

Rematch, Rache, Rodgers.  Der Hintergrund dieser alten, jüngst aufs Spektakulärste neugeborenen Rivalität dürfte bekannt sein. Die einschlägigen Publikationen und Schreiberlinge haben diese Geschichten bereits nett verpackt und überall hingeschrieben (und bessere Alliterationen haben sie bestimmt auch!). Darum geht´s hier direkt zum den Dingen auf dem Spielfeld.

Packers Offense v 49ers Defense

Peyton Manning hat Rekorde gebrochen, Tom Brady erspielt ein Freilos mit no-names und Drew Brees hat mal wieder mehr als 5000 Yards erworfen, darum ist es vielleicht etwas untergegangen – aber es gibt kein Vertun: Aaron Rodgers ist der beste Quarterback der NFL.

Und Rodgers ist der beste QB ohne, daß er einen echten Superstar-WR hat, ohne einen furchteinflößenden Tight End, hinter einer mäßigen Offensive Line und ohne ein Genie wie Sean Payton als Offensive Coordinator. Er macht es einfach mit perfect execution. Rodgers hat alles: einen starken Arm, er trifft die richtigen Entscheidungen, er wirft ungemein genau und er verliert auch in zusammenbrechenden pockets nicht die Nerven. Wegen eines Schlüsselbeinbruchs hat er zwar einige Wochen gefehlt und letzte Woche gegen Chicago nur wie einer der besten und nicht wie der beste QB ausgesehen, aber man kann erwarten, daß er nach dem warm-up game und einer weiteren Woche Training wieder „der Alte“ ist.

Die 49ers stehen vor einer blöden Entscheidung. Verteidigen sie hauptsächlich mit ihrer base 3-4 defense oder tauschen sie einen Defensive Liner gegen einen zusätzlichen Defensive Back aus? Kein Team spielt häufiger in Base-D als die 49ers. Sie können das tun, weil sie mit NaVorro Bowman und Patrick Willis ein LB-Duo haben, die beide mindestens so gut gegen den Paß verteidigen können wie die meisten Safeties.

Green Bay spielt am liebsten mit 11-personnel, das heißt mit einem RB, einem TE und drei WRs. Mit fünf Defensive Backs und dem guten pass rush um OLB Aldon Smith bietet es sich für SF natürlich an, in Nickel-D zu spielen wie in Woche 1 dieser Saison. Aber: auch da hat GB trotz zweier Ballverluste 28 Punkte gemacht und mittlerweile haben die Packers ein richtiges Laufspiel entwickelt. Man mag es kaum glauben, aber die Cheeseheads können jetzt tatsächlich den Ball einigermaßen erfolgreich laufen!

Workhorse Eddie Lacey kann auch ganz gut ohne FB und nur mit einem TE laufen. Die Yards an sich wären dabei gar nicht so schlimm. Aber das letzte was San Francisco will, ist Aaron Rodgers in einem kurzen 2nd Down. Rodgers mit Jordy Nelson, Randall Cobb, James Jones und/oder Jarrett Boykin bei 2nd&2? Tödlich.

Randall Cobb war auch lange verletzt, hat aber in seinem ersten Einsatz nach der Rückkehr von IR zwei TDs gemacht im NFC North Championship Game. Jones ist der gute Allrounder (59-817-3), Boykin der unbekannte junge Typ (49-681-3) und Jordy Nelson (85-1314-8) der Mann mit den Magnethänden. Der fängt alles. Einfach alles. Und weil er sich zudem auch noch blind mit Rodgers versteht, sind die beiden mittlerweile das am schönsten anzusehene QB-WR-Duo der Liga.

So richtig ein entscheidendes matchup sehe ich hier gar nicht. Vielleicht Aldon Smith gegen Rookie-LT Bakthiari. Aber am Ende sollte San Fran versuchen, die Packers bei unter 30 Punkten zu halten und hoffen, daß der eigene Angriff mehr macht.

49ers Offense v Packers Defense

San Francisco lebt vom Laufspiel. Sie laufen und laufen und laufen und sie machen das so kreativ wie niemand sonst. Aus verschiedensten Formationen heraus, under center oder shotgun, mit read-option oder ohne und manchmal auch direkt mit dem Quarterback. Und die Spieler passen auf das System wie Arsch auf Eimer. Die linke Seite der Offensive Line mit Joe Staley und Mike Iupati sticht dabei besonders heraus. RB Frank Gore ist trotz Überschreitens der gefürchteten 30-Jahre-Schallmauer immer noch ein kompletter RB und hat mit Kendall Hunter einen zuverlässigen sidekick. Das paßt alles so gut zusammen, daß niemand in der ganzen weiten NFL weniger Pässe wirft als die 49ers – Peyton Manning hatte mehr vollständige Pässe als die Niners Paßversuche!

Und nun haben die Packers gerade einem funktionieren Laufspiel so gut wie gar nichts entgegenzusetzen, zumal auch noch Clay Matthews verletzt ausfällt. Ihre Spieler sind einfach schlechter als die gegnerischen Spieler. Was kann man da machen als Defensive Coordinator? Hmm. Den Lauf blitzen bis die Hölle einfriert? Immer mit acht Mann an der Anspiellinie rumstehen? Sie einfach laufen lassen und sich nur darauf konzentrieren, big plays zu verhindern? Hier kann DC Dom Capers mit einem guten Plan zeigen, daß er noch so gut ist wie sein Ruf.

So wird wahrscheinlich nicht allzu viel Druck auf QB Colin Karpernick lasten. Kaepernick ist ein sehr limitierter Quarterback. Es gibt einige Dinge, die er kann: genaue harte Würfen und für 1st Downs scramblen zum Beispiel. Es gibt aber auch viele Dinge, die er nicht kann: das „ganze Spielfeld sehen“; in einer unruhigen pocket nicht selbst unruhig werden und seine WRs nach und nach durchgehen; und sich nicht von Deckungsformationen verwirren lassen, die nach dem Snap anders aussehen als vorher. Zu einem gewissen Grade ist das auch ganz normal, schließlich ist das am Sonntag erst sein 27. Start in der NFL.

Und es ist auch gar nicht schlimm, denn mit HC Jim Harbaugh und OC Greg Roman hat er die zwei besten Coaches, die er sich nur wünschen kann. Sie geben ihm per play design viele einfache entweder-oder Entscheidungen. So gibt es viele rollouts und moving pockets, bei denen Kaep nur eine Spielfeldseite im Auge behalten muß, dort muß er dann meistens nur die Entscheidung treffen, ob er den tiefen Mann (WR oder TE Davis) nimmt oder den nahen (RB oder TE in flat), das heißt, er hat beide potentiellen Paßempfänger auf einer Sichtachse und muß nicht stehen bleiben, Kopf drehen und rumgucken. Oder durch bestimmte Paßroutenkombinationen wird sichergestellt, daß ein gewünschter WR (Boldin, Crabtree) oder TE Davis mit Sicherheit in eine 1-gegen-1 Situation kommen in der Hoffung, daß sie diese gewinnen. Oder es gibt klassische shot plays: sieben Mann in pass protection und nur drei Mann laufen Paßrouten, so bekommt Kaepernick viel Zeit. Wie gesagt, das Werfen an sich ist nicht das Problem bei ihm, sondern das schnelle treffen von richtigen Entscheidungen. Roman und Harbaugh nehmen ihm die schwierigen Entscheidungen ab. Der Nachteil dabei ist, daß es weniger Optionen gibt. Ein Rodgers, Brees oder Manning hat immer vier und meistens gar fünf Optionen im Paßspiel, SF oft nur zwei oder drei.

[Nebenbei: so sollte man idealerweise auch einen QB an die NFL heranführen. Kaepernick hat einen bequemen Brutkasten, in dem er sich langsam entwickeln kann; QBs wie Brandon Weeden oder Blaine Gabbert wurden schutzlos in ein Haifischbecken geworfen, während sie vom Beckenrand hören mußten: „du bist doch 1st-rd pick, Du machst das schon!“]

Trotz Laufspiel und play design wird Kaepernick aber am Ende doch gefordert sein. In der red zone rückt alles dichter zusammen und die Secondary hat viel weniger Platz zu verteidigen als außerhalb der redzone. San Fran wird das Spiel über seine Yards machen und den Ball bewegen, die Frage wird sein, ob sie daraus am Ende Touchdowns oder Field Goals machen. In der redzone wird Packers DC Dom Capers die zone blitzes nur so um San Frans Ohren werfen.

Dann wäre da noch das Wetter. Es soll so kalt werden, daß „frozen tundra“ zum Eupehmismus werden könnte, -20°C und kälter. Bei diesen Temperaturen wird das Werfen schwieriger, aber es ist nicht so schlimm wie Regen. Wie sich derart absurde Temperaturen auf das Spiel auswirken werden, kann man nur schwer abschätzen. Wir werden es sehen am Sonntag abend.

Vor dem Wild Card Weekend 2013/14 am Sonntag: Green Bay Packers – San Francisco 49ers Preview

Den Abschluss des Wildcard-Weekends machen ab 22h30 die Green Bay Packers (8-7-1, Sieger NFC North) und die San Francisco 49ers (12-4, Zweiter NFC West). Zu sehen ist das Spiel live bei SPORT1 US und im Gamepass, und in Österreich auch bei PULS4.

Großer Wirbel wird vor dieser Partie naturgemäß um den Umstand gemacht, dass die 49ers die letzten drei direkten Aufeinandertreffen zwischen diesen beiden Mannschaften gewonnen haben… nein, dominiert haben. Und die 49ers haben es auf verschiedene Weisen hingekriegt: 2012 im Season-Opener wurde mit roher physischer Gewalt und QB Alex Smith 30-22 in Green Bay gewonnen, und man erinnert sich zurück, dass das Endergebnis die Kräfteverhältnisse nicht annähernd widerspiegelte. Dann der berühmte 323yds-Laufspieltag für Colin Kaepernick (machte allein 181yds) und seine 49ers letztes Jahr in den Playoffs. Schließlich zum Season-Opener 2013 ein 34-28 Sieg mit weit über 400 Passing-Yards für Kaepernick.

Green Bay und sein DefCoord Dom Capers antworteten stets auf Fragen, die Jim Harbaugh im jeweils letzten Treffen gestellt hatte. Harbaugh hatte aber jedes Mal zum nächsten Aufeinandertreffen die Fragen geändert. Wie wird es diesmal sein?

Wenn die 49ers den Ball haben

Erste Hoffnung für die Packers: Der 412yds-Tag Kaepernicks im ersten Spiel war Kaepernicks einziger nennenswert hervorragender Tag der Saison. Ansonsten quälte sich die 49ers-Offense durch die Saison; sie sind nicht extrem ineffizient, aber ihr wurden die Limits aufgezeigt:

  • WR #15 Anquan Boldin als Alleinunterhalter, sah 129 Anspiele (31% der Anspiele), dabei 85 Catches für 1179yds, 7 TD.
  • TE #85 Vernon Davis als RedZone-Waffe, 84 Anspiele (20%), dabei 52 Catches für 850yds und 13 TD.
  • Dahinter: Nicht mehr viel. WR #15 Crabtree machte nur fünf Spiele, fing dabei 19 Pässe, und alle sagen ihm nach, der Heilsbringer zu sein. Aber er half nur, die Offense ein wenig auf Trab zu bekommen.

Wie viel an Kaepernick liegt, ist schwierig zu sagen. Der Offense gingen über weite Strecken ernsthafte Skill-Player ab. Kaepernick hatte unter einer wechselhaften Offense Line zu leiden, kassierte trotz seiner Mobilität 39 Sacks, warf aber nur 8 INT. Trotz risikoreichem Spiel mit vielen tiefen Bomben in gute Deckung wenige Turnovers. Aber nur 58% Completion-Rate für Kaepernick bei recht durchschnittlichen 6.5 NY/A.

Green Bay hat keine wirklich gute Defense. Der wichtigste OLB #52 Clay Matthews fehlt verletzt, und er ist nicht der einzige Stammspieler im Krankenstand. Slot-CB #37 Hayward fehlt schon das ganze Jahr, und dann ist auch DL Worthy draußen. Der hoch gelobte Rookie-DL Datone Jones hatte einen eher schwachen Einstand, konnte nur als situativer Passrusher überzeugen, gilt als absoluter Schwachpunkt gegen den Lauf.

Mit einer zahnlosen Front-Seven wird das für Green Bays Secondary ein langer Tag selbst gegen den nicht immer überzeugenden Pass-Angriff der 49ers. San Francisco versucht aber ohnehin weiterhin, viel und geduldig zu laufen. Dabei fährt man nur durchschnittliche Zahlen ein (41% Success-Rate, 4.4yds/Carry), aber OffCoord Greg Roman gibt es nicht auf. Green Bays Lauf-Defense? Schwach. Mit nur 52% Success-Rate gehört sie zu den fünf schlechtesten im Lande, und man gibt 4.7yds/Carry ab.

Wenn die Packers den Ball halten

Der Mann, der alles zusammenhält, ist klar: QB #12 Aaron Rodgers. Rodgers hatte sein Comeback gegen Chicago, und auch wenn nicht alles reibungslos klappte, so machte er doch den Unterschied. Rodgers muss wie Kaepernick mit vielen Verletzungen in der Offense auskommen (u.a. TE Finley und LT Bulaga auf der IR). Die Offense Line ist ein Sieb. Auf alles scheißend bringt Rodgers in seinem phänomenalen Kurzpassspiel wieder exakt zwei Drittel der Pässe an den Mann, für 7.8 NY/A.

Die WRs Nelson, Jones und Cobb dürften für das suspekte Defensive Backfield der 49ers mit den Herrschaften Hitner, CB Brown und CB Rogers (questionable) ein ganz schwieriges Matchup sein. Da macht Green Bay vermutlich trotz der üblen Nachteile um die Anspiellinie herum seine Punkte.

Helfen könnte auch der Lombardi Sweep, ein berühmter Laufspielzug, den die Packers wieder ausgegraben haben. Chris B. Brown schreibt bei Grantland darüber, und er schreibt auch, dass RB #27 Eddie Lacy und nun erstmals seit Jahren wieder ein glaubwürdiges Packers-Laufspiel auf die Beine gestellt haben, das denjenigen bestraft, der es ignoriert:

The Packers aren’t suddenly a run-first team, and this isn’t Lacy’s offense. But thanks to the rookie’s presence in the backfield and the renaissance of the Packers Sweep, Green Bay has forced its opponents to at least respect the run.

Lacy ist zwar noch leicht angeschlagen, aber er wird spielen. Es braucht alle Hilfe, damit Green Bay im Spiel bleibt.


San Francisco fühlt sich wie ein leichter Favorit an (Las Vegas sagt 2.5 Punkte), aber es gibt durchaus genügend Punkte in der Schwebe, die dieses Spiel umgeben und eine präzise Vorschau unmöglich machen:

  • Welche Offense wird Harbaugh diesmal spielen? Wird Capers auf die richtigen Fragen antworten?
  • Was passiert, wenn Green Bay schnell in Führung geht? Dann ist San Francisco bald zu eindimensionalerem Passspiel gezwungen – das bekommt den Niners nicht.
  • Ein Punkt, den die 49ers gegen Green Bay nie überwinden mussten: Mehrere Turnovers. Turnovers können dir immer passieren.
  • Das Wetter: Es wird angeblich bockkalt. Bis zu -16°C sind für den Kickoff vorhergesagt („+6 Fahrenheit“). Das ist kalt genug, dass Green Bay bis zuletzt Probleme hatte, sein Stadion vollzubekommen. Green Bay. Ein Heim-Playoffspiel. Da ist es also wirklich kalt. Aber die vor wenigen Tagen vorhergesagten arktischen Temperaturen, die in die Nähe des NFL-Rekordes gekommen wäre, scheinen den Spielern „erspart“ zu bleiben. Trotzdem: Wie reagieren die Offenses auf die Kälte? Wenn sich der Ball nicht so einfach festhalten lässt und dir die Griffel abfrieren.

Für die 49ers spricht ein enormer Vorteil in Sachen Coaching. Harbaugh nehme ich 10/10 Fällen gegen Mike McCarthy. Das Wetter könnte auch eher für die lauforientierte Offense der 49ers sprechen und vor allem: Gegen allzu viel Luftwaffe bei Green Bay. Um die Anspiellinie hat San Francisco in Offense und Defense Vorteile.

Ein Packers-Upset würde mich nicht schocken, aber alle Faktoren zusammengerechnet schauen mir die San Francisco 49ers hier wie die Favoriten aus.


Ankündigung: Am Nachmittag wird Herrmann in einem eigenen Blogeintrag noch eine dezidiertere Analyse dieses Matchups schreiben.

Vor dem Wild Card Weekend 2013/14 am Sonntag: Cincinnati Bengals – San Diego Chargers Preview

Fortsetzung des Wildcard-Weekends heute Abend ab 19h MEZ (live SPORT1 US und NFL-Gamepass) mit der AFC-Ansetzung zwischen den Cincinnati Bengals (11-5, Sieger AFC North) und den San Diego Chargers (9-7, Dritter der AFC West) aus dem Paul Brown Stadium in Cincinnati. Es ist das vierte Mal in den letzten fünf Jahren, dass sich die Bengals vom sympathischen Head Coach Marvin Lewis für die Playoffs qualifiziert haben, aber ein Spiel dort gewonnen? Haben sie noch nie, und die Begeisterung in Cincinnati ist dann auch so groß, dass man Probleme hatte, die Hütte voll zu bekommen.

Es ist überhaupt das Spiel zwischen zwei ewigen Underdogs in der NFL-Geschichte. Beide Franchises wurden in den 60er Jahren als ursprüngliche AFL-Teams (AFL = damalige Konkurrenzliga zur NFL) gegründet, und beide hatten ihre Blütezeiten in den 80er Jahren: Cincinnati war dort zweimal in der Superbowl, während es die Chargers zwar erst 1994 dorthin schafften, aber das war eher Zufall; die großen Chargers-Mannschaften waren jene aus den frühen 80ern. Damals spielten diese beiden Franchises auch schon einmal gegeneinander um den Superbowl-Einzug, damals in der „Freezer Bowl“ bei minus 20 Grad ohne Windchill. Heute wird es etwas gesitteter.

Bengals gegen Chargers, das ist eine klassische Ansetzung zwischen einer starken Defense (Cincinnati, Defense-Ranking bei mir: #3) gegen eine starke Offense (San Diego, #3).

Wenn die Cincinnati Bengals den Ball halten

Dass die Bengals defensivstark sind, heißt nicht, dass sie in der Offense nix zu bieten haben, im Gegenteil: Viele Mannschaften wären froh, ein solches Offense-Arsenal zu besitzen wie die Bengals, die momentan von ihren exzellenten Drafts in den letzten Jahren leben.

Die Offense Line gilt trotz Verletzungsproblemen als eine der besten im Lande mit zwei massiven Ankermännern in RT #76 Smith und LT/LG #77 Whithworth. Die Runningbacks dahinter gelten als komplett unterschiedliche Spielertypen: Der parasitäre RB #42 Green-Ellis gilt als Power-Back, der zwar keine Fehler begeht, aber auch nicht viel mehr an Raumgewinn kreieren kann als das, was ihm die Offense Line bietet (nur 3.4yds/Carry). Ellis’ Backup ist der Rookie #25 Gio Bernard, der mit seiner spektakulären Spielweise schnell eingeschlagen hat und sowohl als Speed-Back als auch als Ballfänger für das gefährliche Screen-Passspiel der Bengals einsetzbar ist (56 Catches, 514yds, 3 TD).

Der Star im Angriff ist WR #18 A.J. Green, ein Schlaks von Receiver in seinem dritten Jahr. Green wurde heuer 178x angespielt, in 30% der Fälle davon downfield. Er machte 98 Catches für 1462yds und 11 TD. Von einem Manndecker allein ist er quasi nicht aus dem Spiel zu nehmen. Green wird flankiert von Leuten wie TE Gresham (soll heute fit sein), WR Sanu, WR Jones und Rookie-TE Eifert (alle zwischen 39 und 51 Catches).

Cincinnatis Problem liegt in der Quarterback-Position, wo der blässliche Rotschopf QB #14 Andy Dalton sehr schwankende Vorstellungen hat. Dalton hat immer wieder starke Phasen, aber dann kollabiert er wieder und reißt sein Team mit 3 INTs und 2 Fumbles in die Scheiße. Alles schon passiert – mehrfach, und das in einer einzigen Saison. Dalton ist mobil, er bringt 62% der Pässe an den Mann, trifft eigentlich gute Entscheidungen, aber er fabrizierte trotzdem mal wieder 20 INTs. Das liegt u.a. in Daltons Präzisionsschwierigkeiten. Den ganz großen Wurfarm hat er nicht.

OffCoord Jay Gruden versucht, Dalton und der Bengals-Offense seit Jahren mit restriktivem PlayCalling zu helfen, und viele Screen-Pässe anzusagen. Dieses Spiel funktioniert auch ganz gut, aber immer wenn es tief geht, kannst du bei Dalton nur hoffen, dass er dir deine Receiver nicht meterweit überwirft (so geschehen z.B. im „Hinspiel“ zwischen Chargers und Bengals in San Diego, als er Green gut fünf Meter (!) überfeuerte; Resultat: INT). Dalton macht 6.7 NY/A, was ein eigentlich recht guter Wert ist, aber diese 6.7 NY/A kommen relativ unkonstant. Mal Bombenspiele, mal Graupen. Cincinnati hofft heute besser, dass es die Bombe ist.

Cincinnatis Vorteil: San Diegos Abwehr ist eine einzige Baustelle. Schlechte Drafts in den letzten Jahren machten aus der Charger-D einen Trümmerhaufen. Dieses Jahr kassierte man 7.1 NY/A im Passspiel und ließ sich vom Laufspiel „überlaufen“. 46% Success-Rate ist der schlimmste Wert in der Liga, noch unter Chicago und Green Bay.

Da kann sich Gruden aussuchen, ob er den Lauf oder den Pass als Giftmittel wählt. Absoluter Schwachpunkt bei den Chargers ist gewiss die Cornerback-Position: CB Marshall und CB Wright gelten als nicht NFL-tauglich, aber die Bolts haben nix besseres. Ohne Hilfe vom brauchbaren S #32 Weddle geht das gegen einen Green oder ein Set mit 2 TE nicht.

Pass Rush bei den Chargers gilt ebenso als mau. Die besten Hoffnungen hat man, wenn man bend but don’t break spielt und darauf hofft, dass Dalton in den 8-Plays langen Drives irgendwann einen Bock einschiebt, einen Sack zu viel kassiert, eine INT wirft, oder beim Sack fumbelt. Ansonsten sehen zumindest 24-28 Punkte für die Bengals unvermeidlich aus.

Wenn die Chargers den Ball haben

San Diegos Offense 2013/14 ist nicht nur eine der größten Überraschungen des Jahres, sondern eine schlichte Augenweide. Was Head Coach Mike McCoy und OffCoord Ken Whisenhunt innerhalb eines Jahres aus einer Offense gemacht haben, die zuletzt nichtmal mehr Norv Turner im Griff hatte, stellt vieles in den Schatten, was Coaches dieses Jahr an Aufbauarbeit geleistet haben.

QB #17 Philip Rivers, von vielen schon abgeschrieben, läuft plötzlich als ganz neuer Mann über den Rasen und spielte eine begeisternde Saison: Rivers geht mit 19% der Würfe nicht mehr so oft tief wie früher, aber das Kurzpassspiel funktioniert reibungsfrei mit sensationellen 69.5% Completions-Rate für 4478yds (7.5 NY/A, #2 der Liga) und nur 11 INTs.

Sogar die Pass-Protection erwies sich nicht als das ganz große Problem: Der fußsteife LT Dunlap und der nicht minder als fußsteif bezeichnete Rookie-RT Fluker sollen richtig gute Saisons gespielt haben. Allerdings geht es heute für die beiden gegen gefährliche Passrusher: DE #93 Michael Johnson und #96 Carlos Dunlap haben zwar nicht viele Sacks, aber dafür umso mehr Hits und Hurries. Dahinter operiert in den Flat-Zonen mit OLB #55 Vontaze Burfict ein Kandidat für den Award zum Defensivspieler des Jahres. Da könnte Rivers früher unter Druck geraten als ihm lieb wird.

Gegenmittel könnte der fantastische Rookie-WR #13 Keenan Allen sein, der auf den Mitteldistanzen alles abräumt, was an Bällen in seine Richtung fliegt. Allen ist mit 71 Catches für 1046yds und 8 TD ein Mitfavorit auf den Rookie-des-Jahres Preis. Im ersten direkten Duell fing Allen Anfang Dezember 8 Pässe für über 100yds und war der Alleinunterhalter. Dazu gesellt sich der alte TE #85 Antonio Gates, der allerdings im ersten Spiel gegen die Bengals komplett abgemeldet war.

Was Whisenhunt und McCoy dieses Jahr nie gemacht haben: Das Laufspiel vernachlässigen. RB #24 Ryan Mathews kriegt immer seine Carries, egal ob effizient oder nicht (285 Carries für 1255yds, 4.4yds/Carry, 6 TD). Zwischendurch werden die klassischen Draws eingestreut, die der schmächtige weiße RB #39 Woodhead ausspielt. Woodhead kann dir die Offense nicht allein tragen, aber er ist so vielseitig und effizient, dass man ihn dringend beachten muss: 106 Carries für 425yds, 76 Catches für 605yds, 6 TD, und am gefährlichsten ist dieser wendige Wusler in 3rd-Downs.

Die Chargers halten die Balance, dass es manchmal fast zu viel wirkt. Aber eine suspekte Offense Line willst du nicht zu schnell dem Druck des Passrushes aussetzen, schon gar nicht gegen jenen der Bengals.

Ehre und Respekt für das, was die Bolts-Offense drauf hat. Ehre und Respekt aber auch für das Werk des Bengals-DefCoords Mike Zimmer, der seine beiden besten Verteidiger (DT Atkins, CB Hall) früh in der Saison verlor, ohne dass seine Defense hernach nennenswerte Leistungseinbrüche hinnehmen hätte müssen. Die Bengals kassieren nur 5.1 NY/A im Passspiel, die zweiteffizienteste Pass-Defense der Liga, obwohl dort hinten in der Secondary mit Pacman Jones, Dre Kirkpatrick (hatte als Rookie 2012 nur 2 Snaps als CB) und dem Oldtimer Newman eher suspekte Leute tummeln.


Cincinnati ist der Favorit, keine Frage. Die Bengals sind laut Power-Ranking mit 8 Punkten zu favorisieren; die Wettbüros sagen 7 Punkte. Eine Chance haben die Chargers, wenn ihre Defense so zeckig spielt wie in manchen Partien wie z.B. gegen die Broncos. Aber bei aller Liebe, man sieht es nicht kommen. Erstens hat Cincinnati wohl einen klaren Vorteil auf beiden Seiten der Anspiellinie – Offense Line und Defense Line – und dass diese Defense ein deep threat wie AJ Green kaltstellen kann und gleichzeitig die Flat-Zonen und Screenpässe lange genug abdecken kann… nein, schwer zu glauben.

NFC-Wildcard Playoff 2013/14: Philadelphia Eagles – New Orleans Saints live

[05h24] Endstand Philadelphia Eagles 24, New Orleans Saints 26.

Die Saints sind Playoff-Auswärtsloser. Sie vertragen kein kaltes Wetter. Sie vertragen kein schlechtes Wetter. Fasel, laber…

Der Punkt: Sehr spannendes Spiel. Zwei unterhaltsame Partien zum Playoff-Auftakt, und beide hätten mit nur einem Spielzug, der anders ausgeht, einen anderen Sieger haben können. So mag ich Football. Damit das Re-Match Seattle vs New Orleans nächste Woche. Für weitere Analysen bin ich zu kaputt, bis morgen.

[05h22] Graham macht ihn aus 32yds rein. New Orleans erreicht die Divisional-Playoffs und spielt nächste Woche in Seattle.

[05h19] Die Saints können praktisch die Uhr auf 1sek runterlaufen lassen um einzuschießen. K Shayne Graham kriegt in etwa ein 37yds FG, aber er hat eine Geschichte mit schlechten Playoff-Kicks (2009/10 gegen die Jets!).

[05h16] Chip Kelly hätte sein letztes Timeout vor der 2min-Warning ziehen müssen.

[05h13] 2min-Warning. Die Saints sind nur mehr knapp außerhalb der 20yds-Line. Nur noch ein Timeout für die Eagles, die nun prinzipiell nur noch hoffen können, K Graham möglichst schlechte Feldposition zu geben, nachdem sie keinen Saint in die EndZone komplimentieren können.

[05h08] Kickreturn Sproles, und Cary Williams begeht ein Personal-Foul. Vielleicht hilft dieses den Eagles noch, wenn die Saints schnell genug scoren und mehr Zeit auf der Uhr lassen. (Remember: Beide haben schon ein Timeout weggeschmissen)

[05h05] Philadelphia 24, New Orleans 23/Q4 4:54. 3yds-TD Catch #86 Zach Ertz. Einige Schlüsselspielzüge in diesem Drive. Erst macht #10 Jackson ein 1st-Down aus quasi unmöglichem Winkel. Dann nutzt Foles die Verletzungen in der Saints-Secondary aus und killt die Saints. Tiefer Ball, Foles unterwirft ihn sogar um gut 2m, aber Jackson ist in Manndeckung bei einem Safety, der prompt die Strafe begeht. PI. Drei Plays später ist der TD da.

Für New Orleans ist nicht alles verloren. 4:54 bleiben, ein FG reicht. Aber man darf es nicht „zu früh“ schießen.

[04h55] Philadelphia 17, New Orleans 23/Q4 8:04. 35yds-FG Graham. Tiefer Pass für WR #17 Meachem, der S Chung verlädt. Dann werden die Saints etwas selbstverliebt, laufen, laufen, und Brees unterwirft im dritten Down. Payton muss den Kick spielen lassen. Meinst du, er hat schon einmal darüber nachgedacht, ob er nicht doch hätte die 2pts-Conversion ausspielen sollen? Einmal in zwei Chancen?

[04h47] Philadelphia 17, New Orleans 20/Q4 11:14. 31yds-FG Henery. Enttäuschend von Chip Kelly, dass er bei 4th-und-2 von der 8yds Line den Kicker auf das Feld schickt.

[04h42] Jetzt ein Stop der Eagles, und ein guter Punt Return von Jackson an die NO 40. #28 Lewis wurde noch mal zurück in die Umkleidekabine geschickt. Die große Chance für Philly gegen die fourth stringer in der Saints-Secondary.

Drittes Viertel

[04h34] Philadelphia 14, New Orleans 20/Q3 0:32. 1yds-Run von #25 McCoy im 4th-Down. Hartes Stück Arbeit für die Eagles: 7 plays, 65 yds, 3:22min.

Foles nutzt nun die Verletzungen bei den Saints aus, die ohne ihre drei Starting-CB und ihren besten Safety Vaccaro spielen müssen (CB #28 Lewis fiel vorhin mit vermutlicher Gehirnerschütterung aus). Foles geht tief, WR #10 Jackson mit dem 40yds-Catch. Vier Downs später wuchtet sich McCoy zum TD.

[04h22] Philadelphia 7, New Orleans 20/Q3 3:54. 5yds-Lauf RB #22 Ingram. Der Drive: 8 plays, 66 yds, 4:52min. Schwaches Tackling der Eagles auf allen Fronten. Die Saints übernehmen hier das Kommando. Zwei Plays waren extrem wichtig:

  • Ein Holding des LT #72 Armstead, der mit dem Holding einen gefährlichen Sack vermied.
  • Der anschließende Pass von Brees, so wunderschön in den Lauf von TE Graham gelegt.

Den Eagles drohen nun die Felle davonzuschwimmen, obwohl: Payton verweigert sich weiterhin der überfälligen 2pts Conversion, also ist auch der Sieg noch drin.

[04h15] Jetzt verbrennt auch Brees ein Timeout.

[04h11] #14 Cooper droppt den einfachsten Catch der Welt, ein sicheres 1st-Down und minimum 20yds zusätzlichen Raumgewinn. Wieder 3’n’out. Nächster Punt.

[04h09] 3rd-und-4 nach zwei mittelmäßigen Run-Plays. Dann Konfusion an der Eagles-Anspiellinie, und Chip Kelly verbrennt ein Timeout. (remember: Enges Spiel)

[04h05] Philadelphia 7, New Orleans 13/Q3 10:08. 24yds-Pass für #16 Lance Moore. Moore wartet in der Zone zwischen Linebacker und Safety und kann in die EndZone traben. Saints diesmal mit drei guten Laufspielzügen (24yds in 3 Carries), und gepaart mit einem präzisen 3rd-Down Pass für Graham reichte das. Keine 2pts-Conversion.

[03h58] Schwacher Auftakt für die Eagles: Intentional-Grounding gegen Foles, dann lässt sich RT Johnson zum Sack überrumpeln. Punt aus der eigenen EndZone, exzellene Feldposition für New Orleans.

Zweites Viertel

[03h45] Halbzeitstand Philadelphia Eagles 7, New Orleans Saints 6.

Spannendes, wenn auch im Vergleich zur ersten Partie deutlich schaumgebremsteres Spiel. Die Schlüssel hatten wir schon diskutiert.

Beide Defenses üben heute wenig Druck aus. Die Eagles lassen ihre „Box“ relativ unbemannt mit nur 6-7 Leuten. Das lädt die Saints zum Laufen ein, und die Saints bisher mit 16 für 94yds (5.9yds/Carry). Trotzdem wirkt es zu zögerlich. Die Saints kommen gerade unter Beschuss, weil sie konstant mit maximal 3 Leuten auf den QB gehen.

Die Eagles-Offense tut sich schwer, in Gang zu kommen. Als problematisch erachte ich dabei die Offense Line, die heute in keinen Groove kommt. Über die linke Seite geht nix. RB McCoy ist dahinter heute die ärmste Sau, kriegt überhaupt keine Lücken zum Arbeiten. Warum jubeln alle C Kelce oder OT Peters so hoch?

Die Saints mit verpassten Chancen: Sechs Drives, fünfmal in der Platzhälfte der Eagles, aber nur sechs Punkte dabei herausgeholt. Zwei INTs gegen Brees, und beide waren eher unnötig bzw. uncharakteristisch gegen eine Defense, die nun wirklich keine Zauberdinge veranstaltet.

Die zweite Halbzeit wird interessant. Die Eagles kriegen zuerst den Ball, aber sie haben heute erst einen halbwegs gescheiten Drive aufgezogen.

[03h40] Philadelphia 7, New Orleans 6/Q2 0:00. 47yds-FG Graham. Reingewürgt.

[03h31] Philadelphia 7, New Orleans 3/Q2 1:48. 10yds-Catch für WR #14 Cooper. 6 plays, 44 yds, 2:24min für den Drive.

Sehr, sehr zögerlicher Passrush der Saints. Foles hat geschlagene 7sek Zeit in der Pocket, um sich einen freien Mann auszugucken, und der kommt dann in Form von Cooper hinter zwei Linebackern am Rand der EndZone doch noch zum Vorschein. Harper in der Deckung – jetzt wieder – gewohnt chancenlos. Eagles kriegen übrigens als erste den Ball nach der Pause.

[03h28] Meine Fresse. Injury-Timeout, drei Werbespots. Dann Schalte ins Stadion. Sie kommen drauf, dass der Spieler keine Verletzung vortäuschen wollte, also tickert die Uhr die 3sek runter zur 2min-Warning. Sofort wieder Schalte in die Werbung.

[03h22] Die Big-Plays macht heute die Eagles-Defense: QB Brees übersieht den in eine Wurfbahn springenden ILB #59 Ryans, und Ryans fängt den Ball locker ab.

Es wäre eigentlich nicht so, dass die Eagles-Defense heute so spielt dass du denkst der nächste Fehler muss nun zwingend kommen. Aber er kommt. Brees hat nun 3 Auswärtsspiele mit minimum 2 INT. #Saintssindauswärtsschwachyaddayadda

[03h16] Schnelles 3’n’out für die Eagle-Offense. S #41 Roman Harper, der so geprügelte Harper, hielt in der Deckung gegen einen Tight End stand.

[03h11] Philadelphia 0, New Orleans 3/Q2 8:37. 36yds-FG Graham. Ein Drive, dessen Stats vieles aussagen: 11 plays, 43 yds, 5:45min.

Viel Klein-Klein. Die Eagles-Defense spielt hier und heute merkwürdig. Sie stellt die meisten Leute hinten rein, lässt „vorne“ eine relativ offene Box, und die Saints nutzen das für Laufspiel: Schon 11 Läufe bei nur 12 Passversuchen für New Orleans. Das Laufspiel ist nicht überaus effizient, aber es reicht gerade aus.

Dann wurde ein Fumble von TE Graham zurückgenommen. Haarscharfe, aber wohl richtige Entscheidung. Das 4th-und-inches für die Saints wurde durch einen False-Start zu einem 4th-und-6 und New Orleans musste den Kick versuchen.

[02h58] K Henery nagelt ihn aus 48yds daneben. Der Sack war einfach zu viel.

Erstes Viertel

[02h55] Zum Ende des Q1 spielen die Eagles an der NO 24 ein 4th-und-1 aus (Chip Kelly!), und es gelingt. Die Eagles laufen nichtmal wie gewohnt über die linke Seite, sondern straight über die Mitte, über den 200kg-Bolzen Broderick Bunkley drüber. Die nächsten zwei Plays: Kurzpass zum TE für -8yds, Sack für -13yds.

[02h43] Nächster unterworfener tiefer Ball von Alex Smith Drew Brees, und diesmal fängt ihn CB #24 Bradley Fletcher an der 2yds Line ab und returniert 27yds. WR #84 Stills hatte keine Chance. Und es wirkte auch nicht von der Defense „erzwungen“.

[02h39] Recht viele schlampige Spielzüge, die in Philadelphia ausgespielt werden: Die Eagles sind recht einfallslos gegen eine Saints-Defense, die bisher alle PlayCalls zu kennen scheint. Punt der Eagles, Ball wird an der 1yds Line angetippt, aber dann stürmt ein Eagle daher und kickt den Ball versehentlich zum Touchback in die EndZone. 19 geschenkte Yards für New Orleans.

[02h33] Je einmal Punt für Eagles und Saints folgen. Bisher noch recht wenige Erkenntnisse, die man sammeln konnte.

[02h29]

[02h25] Erster Saints-Drive, und New Orleans kommt recht ambitioniert mit Laufspiel raus, Ingram und Sproles für 17, 6 und 5yds. Aber dann muss Brees werfen, und er wirft schlecht, unterwirft zweimal seine Receiver. #kaltesWetteryaddayadda Saints wollen dann das 4th-Down ausspielen, aber ein False-Start erzwingt den Punt.

Das fällt erst jetzt auf: Sehr wenige Strafen im ersten Spiel. Erst als die False-Starts wieder losgehen, weiß man das vorige Spiel zu schätzen.

[02h11] Nach dem spektakulären Playoff-Auftakt kommt nun die eigentliche Hauptspeise. Aber wie soll Eagles vs Saints das erste Spiel noch toppen?

Die Vorschau-Serie:

Ich gehe auf einen Sprung runter, dem Schneeräum-Dienst einen Schnaps anbieten. Bin in wenigen Minuten wieder da.