NFL-Power Ranking 2013/14 nach dem Wild Card Weekend

Vom Gefühl her war das Wild Card Weekend 2013/14 das unterhaltsamste seit langer Zeit. Das Wochenende, das so oft durch maue spielerische Leistungen aufgefallen ist, bot diesmal drei enorm unterhaltsame Spiele. Das vierte, Cincinnati vs San Diego, endete wenigstens in einem standesgemäßen Upset, über das man sich das Maul fusselig reden kann.

NFL-Power Ranking 2013/14, Wildcard Weekend

NFL-Power Ranking 2013/14, Wildcard Weekend

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende des Wildcard Weekends.


Den großen Sprung machten die San Diego Chargers nach dem Auswärtssieg in Cincinnati. Die Chargers lieferten optisch nicht einmal eine fantastische Vorstellung, aber man muss bedenken, dass dieses Power-Ranking die Bengals sehr hoch einstuft. Lass dich nur mal nicht von diesem einen Spiel täuschen: Die Bengals 2013/14 waren ein legitimer Superbowl-Kandidat.

Die Bengals machten auch kein unterirdisches Spiel. Sie verloren primär wegen der Turnover-Ratio, die sie mit 0:4 verloren. Vier Turnovers, und es waren die ganz fetten Dinger: Ein Fumble des RBs #25 Bernard an der 8yds-Line in einem Play, der mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit in einem TD geendet hätte. Dann ein weiterer Turnover in der eigenen Hälfte, der an die 1yds Line returniert wurde. Cincinnati kassierte nach diesem Return keinen TD, trotz 1yds-Line und obwohl der OLB Harrison sogar noch ein sturzdummes Personal-Foul beging! Und das gegen eine der drei besten Offenses des Landes!

Über QB Andy Dalton ist gewiss zu reden. Zuerst was Dalton in Teilen entschuldigt: Die Pass-Protection der Bengals war diesmal nicht wie gewohnt souverän, sondern ließ viele Sacks, Hits und Hurries zu. Im ersten Spiel gegen San Diego in Week 13 wurde Dalton nicht gesackt, und mit einem Hurry. Diesmal: 3 Sacks und mehrere Hits und Hurries.

Dalton war aber trotzdem nicht gut. Minimum eine INT war ein Katastrophenpass. Dalton zudem mit einigen over– und underthrows im Kurzpassspiel. Einige der Pässe wurden von den Bengals-Receivern sogar akrobatisch gefangen, aber das sollte einfacher gehen. Ein tiefer Ball für WR Green hätte ein TD sein können; kein überragender Wurf Daltons, aber einen, den ein Green schon mal machen kann. Dalton beendete das Spiel mit okayen Zahlen (29/51 für 334yds, 1 TD, 2 INT, 3 Sacks, 6.4 NY/A, 5 Scrambles für 26yds, 1 fumble).

Es hätte für die Bengals trotzdem reichen können, aber letztlich kosteten die Turnovers die Partie. Jetzt wird Dalton nicht zu Unrecht schärfer denn je in der Kritik stehen, auch wenn Marv Lewis in der PK jegliche Schuld von Dalton wies. Man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass die Bengals in der Offseason an ihrer QB-Position schrauben werden. Die Frage ist, ob man einen erfahrenen Recken der Güteklasse Vick oder Freeman holt oder via Draft ein zu entwickelndes High-End Prospect. Dalton ist mitnichten ein Fixkandidat zum Absägen, aber man kann drauf wetten, dass zumindest jemand kommt um ihm Feuer unterm Arsch zu machen.

San Diego ist nun nicht unberechtigt ein dark horse: Die Chargers geistern schon seit vielen Wochen nahe an den Top-12 in diesem Power-Ranking, und drangen mit der insgesamt sehr guten Leistung in die Top-10 ein, überholten sogar die Patriots. San Diego stellt übrigens auch nach der famosen Abwehrleistung in Cincinnati die #32-Defense der NFL, auch wenn sich die Defense um 2% verbesserte.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für die Divisional Playoffs

Das Wild-Card Wochenende endete mit 2-2 Bilanz für das Power-Rank, und es hätte mit drei extrem engen Spielen ebenso gut ein 3-1 oder 0-4 sein können. Damit ist es nun 123-72 über die Saison. Für das Divisional-Playoffs werden übrigens folgende Tipps ausgespuckt:

HOME                 %   AWAY                  %
Seattle             60   New Orleans          40
New England         59   Indianapolis         41
Carolina            52   San Francisco        48
Denver              71   San Diego            29

Dreimal extreme enge Matchups, und das klarste von allen, Denver vs San Diego, hatten wir schon zweimal dieses Jahr. Beide Male war Denver nicht allzu souverän: In San Diego gewannen die Broncos noch 28-20, aber zuhause kassierten die Broncos eine peinliche 20-27 Schlappe. Ich weiß, selbst gewählte Endpunkte, aber: Der Top-Seed hat fünf der letzten Playoffspiele gegen einen sechsten Seed verloren (die ersten 10 dieser Duelle wurden vorher alle vom Top-Seed gewonnen).

Nach Spreads würde dieses Power-Ranking Seattle mit 3.5 Punkten gegen die Saints favorisieren. New England mit 3 Punkten gegen Indianapolis. Carolina mit 0.5 Punkten gegen San Francisco. Denver mit 7 Punkten gegen San Diego.

Die Opening-Lines in den Wettbüros lauten wie folgt: Seattle mit 7.5 bis 8 gegen die Saints. New England mit 7 gegen Indianapolis. Carolina mit 1 oder 2 gegen San Francisco. Denver mit 9.5 bis 10 gegen San Diego. Nach ATS empfiehlt mein Power-Ranking also, viermal auf den Außenseiter zu setzen.