AFC Divisional Playoffs Preview: Indianapolis Colts @ New England Patriots

Für alle, die es noch nicht glauben wollten, hat Andrew Luck es letzte Woche bewiesen: er ist der talentierteste junge Profisportler seit Steffi Graf. Mit seinen Indianapolis Colts (12-5) besucht er am Sonnabend Bill Belichicks New England Patriots (12-4) im kalten und windigen Foxboro Stadium und spielt um den Einzug ins AFC Championship Game. Diese haben mehr „große Namen“ auf der Verletztenliste als auf dem Feld.

Colts Offense vs Patriots Defense

Nachdem Jerod Mayo schon länger sein Dasein auf IR fristet, ist nun auch Brandon Spikes einigermaßen überraschend dort gelandet. Mit Dont´a Hightower, Rookie Jamie Collins und Dane Fletcher haben die Pats auf der Linebacker Position viel besseren Ersatz, als die Namen befürchten lassen. Collins und Fletcher waren eh schon seit einigen Wochen das LB-Duo in der Nickel-D, weil sie viel besser Paßempfänger verteidigen können als Spikes, der nur den Vorwärtsgang kennt. Mit dem Wechsel von Spikes zu Fletcher allerdings fehlt der wichtigste Mann gegen den Lauf; Spikes kann zwar nur Vorwärtsgang, aber das macht er mit 180.

Auf der anderen Seite allerdings haben die Colts kein besonders gutes Laufspiel. Und durch die fast schon legendäre Disziplin von New Englands edge players – hier Rob Ninkovich und Chandler Jones – und den OLBs (wahrscheinlich Hightower und Collins), die Bill Belichick seinen Spielern einhämmert, kommen die RBs oft durch die Mitte direkt in die Arme der LBs, die nur noch zugreifen müssen.

Man macht sich ja oft lustig über Belichicks eintöniges Mantra „Do Your Job!“, aber in der gap discipline seiner Spieler sieht man, was es bedeutet und wie wertvoll das ist. Jeder Spieler hat genau einen „Job“: der äußerste Verteidiger zum Beispiel die Aufgabe, keinen Ballträger außen vorbeizulassen, sondern stattdessen ihm nur den Weg über die Mitte zu geben. „Do Your Job“ heißt außerdem noch „Don´t do something else and don´t try to be the hero!“. Das kann ziemlich langweilig sein, weil selten ganz doll spektakuläre splash plays dabei rumkommen. Aber was passiert, wenn der edge player versucht, den Helden zu spielen, sieht man in jedem Spiel der Packers-D gegen die Niners-O.

In der Mitte, wo sonst Vince Wilfork steht wie die Alpen, teilen sich jetzt die Rookies Chris Jones und Joe Vellano die Spielzeit mit einem gewissen Sealver Siliga, der im November von der Straße aufgelesen wurde. Aber gerade dieser Siliga spielt richtig gut gegen den Lauf und darum hat er auch den Stammplatz in der Base-D und bekommt auch viele snaps in der Nickel-D (allerdings auch mit Hauptaufgabe „Lauf verhindern“, ein pass rusher ist er nicht).

Mit dem Lauf wird Indy dieses Spiel nicht gewinnen, aber dafür haben sie ja Andrew Luck. Dumm nur, daß gerade jetzt New England ihre beste secondary seit etlichen Jahren hat. Getragen wird die gesamte unit von Cornerback Aquib Talib und Safety Devon McCourty. Beiden gehören zu den Besten auf ihren jeweiligen Positionen. Talib nimmt in jedem Spiel den besten gegnerischen WR in Manndeckung und meistens ganz aus dem Spiel (wenn er fit ist, so wie wahrscheinlich jetzt). McCourty fühlt sich sauwohl in der tiefen Mitte des Feldes. Was ein Earl Thomas ihm an speed voraushat, macht er an Spielverständnis wett. McCourty ist auch einer dieser Musterschüler in Sachen „Do Your Job!“: in der Regel hat er den Job, alle anderen Spieler vor sich zu haben und zu behalten. Das ist in der Regel nicht besonders spektakulär, aber genau das, was ein tiefer Safety eben machen sollte.

Talib wird sich herzlichst um T.Y. Hilton kümmern, so ein Spiel wie letzte Woche gegen Kansas City wird ihm damit nicht vergönnt sein. Bleiben für die Herren Griff Whalen, Darius Stonehands-Bey, LaVon Brazil und Da´Rick Rodgers noch die CBs Logan Ryan, Alfonzo Dennard und Kyle Arrington übrig. Arrington macht seine Sache im Slot immer recht zuverlässig. Spannend wird, wer an der Seitenlinie gegenüber von Talib verteidigt. Dennard hatte sich zu einem richtig guten CB entwickelt, bis er dann aufgrund kleinerer Verletzungen immer mal wieder aussetzen mußte. In dieser Zeit hat sich Rookie Logan Ryan anscheinend den Stammplatz erkämpft. Das erste Mal seit Menschengedenken hat Belichick einen CB gedraftet, der sofort positiv auffällt!

So wird es denn auch schwer für Andrew Luck und den Paßangriff. Helfen sollte ihm der lahme pass rush der Patriots – Chandler Jones spielt nur manchmal wirklich gut, Ninkovich war noch nie ein großer Quarterbackjäger – und seine traumwandlerische Fähigkeit, sich in einer unruhigen pocket „Zeit zu erkaufen“, bis ein WR endlich frei ist. New Englands-D wird sich ganz auf Hilton konzentrieren; wenn Indy eine Chance haben will, müssen die Typen wie WR Rodgers und Brazil was reißen. Manchmal haben sie schon angedeutet, daß Großes in ihnen steckt.

Patriots Offense vs Colts Defense

In der Defense fehlen etliche Stammspieler – in der Offense noch mehr. RT Sebastian Vollmer ist auf IR, der Gronk verletzt, Hernandez im Knast und die (fast alle) neuen WRs und TEs heißen Edelman, Amendola, Collie, Thompkins, Boyce, Dobson, Hoomanawanui, Develin und Mulligan.

Edelman, Amendola, Collie, Thompkins, Boyce, Dobson, Hoomanawanui, Develin und Mulligan. Echt jetzt! Es macht fast den Eindruck, als würden sich Bill Belichick, Josh McDaniels und Tom Brady über den Rest der Liga lustig machen wollen.

Ich würde zwar immer noch behaupten, daß Brady nicht mehr gaaanz so gut ist, wie 2007 oder 2010-12, aber er ist der beste Quarterback in 2-minute-drives. Es gab Spiele in dieser Saison, da ging im Paßspiel gar nichts zusammen – bis auf den letzten drive jeweils zum Ende der ersten Halbzeit und zum Ende des Spiels.

Mittlerweile scheinen sie sich alle irgendwie gefunden zu haben. Julian Edelman ist der Nr.1-WR, Amendola bespielt die zweite slot position, Thompkins und Dobson spielen an der Seitenlinie (Boyce ist auf IR). Die Tight Ends fangen in der Regel kaum Bälle, aber wenn, dann ist es sehr überraschend und führt oft zu wichtigen 1st Downs. Gekennzeichnet ist das Paßspiel von nicht enden wollendem Kurzpaßgedödel von Brady auf Wes Welkers drei kleine Brüder Amendola, Edelman und ex-Colt Austin Collie, der spielt meistens nur im vierten Viertel, wenn Brady genug hat von seinen unzuverlässigen Rookies Thompkins, Dobson und Boyce, die alle mal hin und wieder starke catches einstreuen können, aber manchmal sogar einen Luftballon auf den Boden fallen lassen würden.

Dieses vielen kurzen Pässe erlauben den Pats zwei Dinge. Einerseits gehen sogar die kleinen Wuseler manchmal überraschend tief, was Defensive Backs auf dem falschen Fuß erwischt. Zweitens wirft Brady den Ball so schnell, daß der pass rush keine Chance hat.

Was auch immer big plays erlaubt, ist das starke Laufspiel. Die Angriffs-Philosophie der Patriots ändert sich mit jedem Jahr so stark wie bei keiner anderen Mannschaft. Es ist noch nicht lange her, da haben sie die Gegner mit empty formations aus der shotgun attackiert; dann haben sie von jetzt auf gleich immer zwei Tight Ends auf dem Feld gehabt, die auch gleichzeitig die beiden besten Paßempfänger waren. Und dieses Jahr sind sie ihrer eigenen 2007er Version sehr ähnlich. Leider minus Randy Moss. Aber wie 2007 haben sie viel Erfolg mit play-action passes, ermöglicht durch das Laufspiel.

New England hat ein ungemein starkes Laufspiel. Eine gute Offensive Line haben sie eh immer, egal wer da gerade spielt, aber dieses Jahr haben sie gleich drei starke RBs mit sehr unterschiedlichen Stärken. Stevan Ridley ist der klassische Typ Running Back: kräftig genug, um durch die Mitte laufen zu können, kann aber auch über außen ausbrechen. LaGarrette Blount ist ein besserer Brandon Jacobs: he just runs over people. Und Shane Vereen läuft um Leute herum. Vereen ist oft der X-Factor. Er kann klassisch aus dem Backfield heraus laufen, am liebsten außen herum. Vor allem ist er aber auch ein hervorragender Ballfänger. McDaniels und Brady stellen ihn gerne als WR auf, vor allem, wenn die Defense in man coverage ist und Vereen einen Linebacker gegen sich hat.

So. Und hier liegt nun der Hund begraben für die Colts – man coverage. Indy spielt liebend gerne in „press man„, das heißt, die CBs stehen beim snap mit ihren Zehennägeln im Gesichtsgitter ihres direkten Gegenspielers und schubsen sie erstmal fünf Yards rum, bevor diese in ihre Paßroute „entlassen“ werden. Das ist einerseits am Sonnabend blöd wegen Vereen. Jedes Mal, wenn Brady man coverage sieht, wird er Vereen an die Seitenlinie schicken und zusehen, wie dieser einen LB vernascht. Da kann Jerrell Freeman noch so schnell sein, er kann dieses zu groß gewachsenen Darren Sproles nicht lange covern.

Und zweitens war „press man“ für kurze Zeit mal das Zaubermittel gegen die Pats. In der Saison 2011, als die pass happy offense um Gronk/Hernandez/Welker alles zerstörte, kamen die Steelers und die Giants um die Ecke und haben einfach mal so „press man“ gespielt. Siehe da: Pats Offense war tot. Die potentiellen Paßempfänger operierten fast ausschließlich in den 5-10 Yards hinter der Line of Scrimmage und die Pässe waren meistens „timed„, sprich: Brady macht drei Schritte nach hinten und guckt nach rechts zu Welker, der eine auf einen three step drop „getimete“ Route läuft, ist der nicht frei, macht er zwei weitere Schritte und guckt in der Zeit bereits nach links, wo Gronk just in dem Moment am „Ende seiner Route“ ist usw. Gegen Zonenverteidigung ist das easy (nicht generell, aber mit Brady/Welker/Gronk/Hernandez schon), gegen sehr physische Mannverteidigung dagegen geht die zeitliche Abstimmung völlig flöten, vor allem weil die Verteidiger bis zu fünf Yards hinter der Anspiellinie den Angreifer wie einen punching ball behandeln dürfen. Daraufhin haben die Pats aber Konzepte in ihr playbook aufgenommen, die man coverage vor große Probleme stellen.

Vor allem zwei Dinge: „stack“ oder „trips“ Formationen einerseits und „pick plays“ andererseits. Stack und Trips spielen auch die Colts sehr gerne. Dabei stehen zwei Angreifer leicht versetzt oder direkt hintereinander („stack“) oder gar drei Angreifer stehen (vertikal versetzt) nebeneinander. Damit mit man dem „press man„-Konzept seinen Kern: durch die räumliche Nähe kann nicht jedem WRs ein DBs direkt gegenüberstehen, damit können die WRs nicht rumgeschubst werden und damit wiederum stimmt das timing wieder zwischen QB und WR. Außerdem führen stack und trips formations oft zu Verwirrung, wer jetzt wen übernimmt, vor allem wenn die WRs nach dem snap kreuzen.

Bei pick plays laufen die WRs Routen, bei denen die DBs, während sie einem WR in man coverage folgen, entweder an einem anderen WR oder gar an einem Mitspieler hängenbleiben („pick“ wie in pick´n´roll beim Basketball).

Wenn die Colts-D von Greg Manusky am Sonnabend einfach so spielt, wie sie am liebsten spielt, nämlich in „press man“, wird Vereen 10 Bälle fangen und Manusky zur Strafe hundertmal „Hoomanawanui“ auf seine Taktiktafel schreiben müssen. Was sie stattdessen machen sollten? Puh. Keine Ahnung. Aber immerhin haben sie einen guten pass rusher in Robert Mathis; einen pfeilschnellen und explosiven LB in Freeman; einen sehr guten CB in Vontae Davis und einen zuverlässigen Safety in Antoine Bethea. Mit diesen Leuten kann man auch mal ganz andere Konzepte einstreuen. Alles in allem würde ich das over/under für den Pats-Angriff zwischen 27 und 30 Punkten setzen.

Das ist die bottom line: Können die Indianapolis Colts 30 Punkte im Foxboro machen, in den Playoffs, im Januar, gegen Bill Belichick und rocket scientiest Matt Patricia?

Es hängt alles an Andrew Luck. Ist er in seiner Entwicklung schon so weit, daß er nach dem Hammer letzte Woche gegen Chiefs jetzt ganz locker im Foxboro noch mal so eine Show abzieht? Und vergessen sollte man dabei auch nicht die drei INTs. Auf der anderen Seite kann Bill Belichick zum lebenden Gott werden, wenn er mit zehn neuen Starters (!) verglichen mit letzter Saison zum dritten Mal in Folge (!) ins AFC Championship Game marschiert. Welche Mannschaft war zuletzt drei Mal in Folge in einem Championship Game? Die 49ers in den Neunzigern? Januarfootball, draußen im Foxboro, mit diesen Storylines: besser geht´s nicht.

NFC Divisional Playoffs Preview: New Orleans Saints @ Seattle Seahawks

Am 2. Dezember waren die New Orleans Saints (12-5) das letzte Mal bei den Seattle Seahawks (13-3) zu Gast. Das Ergebnis war deutlich. Während die Saints ihre versohlten Hintern ins Flugzeug schleppten, feierte Seattle noch den Lautstärkerekord mit allen 12th men im CenturyLink Field. Zu Beginn der Divisional Playoffs gibt es jetzt das rematch. Im Gegensatz zum letzten legendären Playoffspiel der beiden gegeneinander, ist dieses Mal New Orleans bei den Buchmachern der klare underdog.

New Orleans´ sieben Punkte der Offense waren der Negativrekord in dieser Saison. Die 34 kassierten Punkte der Defense ebenfalls Negativrekord; überhaupt war es das einzige Mal, daß die Saints mehr als 30 Punkte zugelassen haben. Das spricht für den starken Job den Rob Ryan in seiner ersten Saison als Defensive Coordinator in New Orleans gemacht hat.

Seahawks Offense vs Saints Defense

Dabei sind die Spieler größtenteils dieselben, die sich 2012 unter Steve Spagnulo regelmäßig der Lächerlichkeit preisgegeben haben. Wichtige Neuzugänge waren CB Keenan Lewis, Rookie-Safety Kenny Vaccaro und OLB Parys Haralson. Alle drei spielten wichtige Rollen: Lewis als recht zuverlässiger Nr.1 CB; Vaccaro als überraschend zuverlässiger Safety und Haralson als einziger in der Front-7, der große Erfahrung mit 3-4-Konzepten hatte (er kam von den 49ers). Blöderweise mußte Vaccaro in Woche 15 auf IR; da ist auch Haralson seit dem Wild-Card-Game und Lewis erschütterte sich das Gehirn und ist questionable für das Spiel in Seattle.

Das ist vor allem blöd, weil im „Hinspiel“ Russel Wilson per Arm um Bein der matchwinner war und nicht das „normale“ Laufspiel um Marshawn „beast mode“ Lynch und Robert Turbin. Beide zusammen kamen nur auf 79 Yards aus 27 Läufen. Ryans Verteidigungen machen zwar immer einen recht „wilden“ Eindruck, aber sie sind sehr diszipliniert und „fundamentally sound“ wenn es ums tackling geht. So haben sie auch letzte Woche die gefürchtete Laufmasche der Eagles sehr gut eingebremst (22 Läufe für 80 Yards). Seit ihrer bye week Mitte Oktober konnten nur vier ihrer elf Gegner mehr als 100 Yards erlaufen.

Genauso diszipliniert und mit sicheren tackles müssen sie dann aber auch dem kleinen Derwisch Russel Wilson gegenübertreten. Viele yards macht der kleine QB mit einfachen Würfen zu meterweit offenen Receivers. Diese „einfachen“ Würfe erabeitet sich Wilson aber mit schwierigsten Zirkuskunststückchen als Entfesselungskünstler. Er befreit sich so geschickt (und manchmal sogar richtiggehend elegant), daß die Übertragung am Sonnabend wieder zum drinking game werden könnte: einen Shot für jede Nennung von „Fran Tarkenton“ und zwei shots für jeden „Whoodini!“.

Hier ist das Herzstück der Saints-D gefragt: die Defensive Linemen Cameron Jordan, Akiem Hicks und OLB/DE Junior Gallette. Als sie vor wenigen Jahren zu den Saints kamen, hat man sich sehr viel von ihnen erwartet; massives Talent hatten alle drei. Doch dann kam kaum etwas. Unter Ryan nun steht Jordan plötzlich auf der shortlist für den DPOY. Hicks, zusammen mit Brodrick Bunkley oder Rookie John Jenkins machen zuverlässig die Mitte gegen den Lauf zu, während Gallette und Jordan ebenso zuverlässig Druck auf den QB machen. Knackpunkt hier ist, daß sie beim pass rush Wilson in der pocket halten und die Fluchtwege über die Außen zumachen und auch in der Mitte nicht blind nach vorne stürzen und ja nicht Wilson ausbrechen lassen, im Idealfall dann noch dem kleinen Mann mit Armen und Händen sein Sichtfeld verdecken.

Der X-Factor in der Offense ist Percy Harvin. Da er aber in dieser Saison keine 20 snaps gespielt hat und auch nicht klar ist, wie fit er tatsächlich ist, ist von Totalausfall bis matchwinner alles im Bereich des Möglichen. Neben den beiden WRs Golden Tate (sehr stark) und Doug Baldwin (stark) sollte man auch immer ein Auge auf Jermaine Kearse werfen. Dieser UDFA fängt in jedem Spiel einen eigentlich unmöglichen Ball.

Es wird hier noch mehr als sonst auf Fehlervermeidung der Saints ankommen, jeder missed tackle kann gegen Typen á la Wilson, Lynch und Tate zum TD führen.

Saints Offense vs Seahawks Defense

Auf der anderen Seite lastet alles auf den Schultern von Sean Payton und Drew Brees, sich einen gameplan zurechtzulegen, der eine Verteidigung knacken kann, die keine Schwachstellen hat.

Ich bin da auch ein bißchen ratlos, welches matchup hier das wichtigste oder spannendste sein wird. Nach der Verletzung des in Paßverteidigung exzellenten Linebackers K.J. Wright ist es vielleicht die Marques Colston-/Jimmy Graham-Combo über die Mitte. Die beiden Riesen können die Mitte attackieren wie kein anderes Duo der NFL. Aber selbst dafür hat Seattle als Antwort noch LB Bobby Wagner und die Safties Kam Chancellor und die one man dome patrol Earl Thomas.

Colsten und Graham können auch tief gehen. In Verbindung mit dem exzessiven screen game um Darren Sproles und Pierre Thomas (dieser allerdings questionable) können sie das Spiel sowohl sehr breit als auch sehr lang (? oder tief?) machen. In Kombination „streßt“ das eine Verteidung ungemein.

Von den individuellen matchups her ist Seattle fast überall im Vorteil. Pass rushers Michael Bennett und Cliff Avril gegen mittelmäßige Offensive Tackles; die „Legion of Boom“ gegen die WRs Robert Meachem, Lance Moore und Kenny Stills; Mount Mebane und Wagner als Anführer gegen das Laufspiel durch die Mitte um Jahri Evans und Brian De la Puente ist das noch das ausgeglichenste.

Die Zauberkünste des Russel Wilson gegen den Hasen, den Sean Payton aus seinem Hut zieht, ist in einem Satz das Faszinierende an diesem Spiel. Nimmt man noch die einzigartige Atmospähre im CenturyLink und die jüngste gemeinsame Geschichte der beiden Mannschaften dazu (blowout in dieser Saison plus der upset in den Playoffs 2011) ist das der perfekte Einstieg in das schönste Wochenende des Jahres.