Alle Infos zu Super Bowl 2014 in TV und Internet

Super Bowl XLVIII findet in der Nacht von Sonntag, 2. Februar auf Montag, 3. Februar 2014 statt. Die beiden Kontrahenten sind die Seattle Seahawks und die Denver Broncos. Kickoff der Partie ist um 0h30 MEZ. Austragungsort ist zum ersten Mal in der Superbowl-Geschichte der Großraum New York, wobei das MetLife Stadium nicht im Bundesstaat New York, sondern überm Fluss in East Rutherford/New Jersey steht, in den Meadowlands in der Nähe eines großen Flughafens. Es ist die erste Freiluft-Superbowl in einer Kaltwetterstadt. Das gute Wetter von heute kommt leider noch zirka zehn Tage zu früh:

Die Allzweckwaffe für Superbowl-Übertragungen ist im Internet wie immer der kostenpflichtige NFL-Gamepass, der rund um die Uhr über sein NFL-Network übertragen wird (Gamepass-Infos hier), und dann das Spiel im Original-FOX Broadcast überträgt. Die Kommentatorenduo ist allerdings ein schauriges: Joe Buck und Troy Aikman werden mich mit offenen Armen zu anderen Alternativen treiben.


In Deutschland wird die Super Bowl auf mehreren Kanälen übertragen: SAT.1 ist in der Nacht von 2.2. auf 3.2. ab 0h05 live auf Sendung. Die Kommentatoren mit viel Momentum werden Frank Buschmann und Jan Stecker sein. Ich betone noch einmal, dass ich selbst als zum „Hardcore“-Fan abgekapselter Football-Fan durchaus angetan bin von dem, was SAT.1 aus seinen NFL-Übertragungen gemacht hat.

SAT.1 streamt auch im Internet mit, im ran.de-Stream.

Auch der Pay-TV Sender SPORT1 US wird die Super Bowl live übertragen (ab Mitternacht MEZ). Kommentieren werden Günther Zapf und Florian Berrenberg. Günther Zapf dazu bei Sportradio360 im Interview. Bei Radio Sport1.fm soll es Vor- und Nachberichterstattung geben.


In Österreich überträgt PULS 4 mit seiner extrem gelobten Football-Mannschaft. PULS 4 ist ab 23h15 auf Sendung mit Vorberichterstattung und allem Drum und Dran. Kommentierender weise werden Walter Reiterer und Michael Eschlböck das Spiel begleiten – ein Duo, das überwiegend exzellente Noten bekommt.

SPORT1 US überträgt natürlich auch in Österreich.

Über die Super Bowl Partys quer durch Österreich hat Walter Reiterer bei Football-Austria geschrieben. Es scheinen auf manchen Partys noch einige Karten zu vergeben sein…

In der Schweiz ist SPORT1 US natürlich am Start, aber im Free-TV bin ich nur im Bilde, dass der französisch-sprachige Öffi RTS-Deux das Spiel überträgt. Im TV-Programm vom deutschsprachigen SRF ist (noch?) nichts zu finden.

In Italien sind zwei Sender drauf: Italia 2 und das erst im Dezember neu aufgemachte FOX SPORTS 2, der quasi-Nachfolger von ESPN America. Die Kommentatoren bei Italia 2 werden Guido Bagatta und Gabriele Cattaneo sein.


Ein paar wissenswerte Dinge zur Superbowl 2014: Okay, erste Superbowl im Freien und Möglichkeit von Schneefall yaddayadda, aber auch ansonsten dürfte vieles los sein im größten US-Medienmarkt. Die Arena in East Rutherford ist eine von gigantischen Ausmaßen, trotz „nur“ 82.000 Zuschauerplätzen dürfte das rein von den Raum-Maßen eines der größten Stadien weltweit sein.

Die Teams kommen allerdings beide aus den westlichen Zeitzonen der Staaten. Die Denver Broncos sind dabei durchaus eine Hausnummer (zweifacher Superbowl-Sieger in den 90ern), und bieten in Peyton Manning eine Quarterback-Legende im Herbst seiner Karriere auf. Die Seattle Seahawks dagegen sind ein eher unbeschriebenes Blatt. Jahrelang ein Mitläufer, war man 2005/06 mal im Superbowl, wurde dort allerdings leicht verpfiffen und verlor unglücklich. Wären da nicht Richard Sherman und seine Legion of Boom zuhause, man würde die Hawks nicht wirklich wahrnehmen.

Die Hymne wird von der Opernsängerin Renee Fleming gesungen. Die Halbzeitshow haben diesmal Bruno Mars und die Red Hot Chili Peppers über – wobei: Wieviel Notfallplan es für den Fall eines Blizzards gibt, ist noch nicht bekannt.

Bei den Werbespots dürfte FOX einen neuen Rekord aufstellen: Für 30sek-Spots könnte zum ersten Mal die Marke von 4 Mio./30sek geknackt werden. Wirtschaftskrise? Null problemo.


Weitere Infos kann man bei im TV-Eintrag zur NFL-Saison 2013/14 nachlesen.

Der neue König der Löwen: Jim Caldwell

Kein Blick einer Raubkatze: Jim Caldwell

Kein Blick einer Raubkatze: Jim Caldwell

Zu sagen, dass die Ernennung von Jim Caldwell in Lions-Fankreisen „Entsetzen“ ausgelöst hätte, würde den tatsächlichen Geschehnissen nicht gerecht werden. Es ist viel besser mit Galgenhumor beschrieben, oder Resignation. „Same old Lions“ war das Schlagwort. Was habe man schon anderes erwarten können. Die Franchise schaffe es doch immer, das Falsche zu machen, und wenn man auch nicht in der Offseason gewinnt, so sei es doch bezeichnend, dass es Detroit sogar schaffe, es auch in der Offseason zu verbocken. Meine paar Cents dazu.

Jim Caldwell ist den meisten Fans von seiner dreijährigen Zeit als Head Coach der Indianapolis Colts bekannt, die er von 2009 bis 2011 als auserwählter Nachfolger von Tony Dungy coachte. Seine Bilanz in den drei Jahren dort: 26-22 Siege in der Regular Season, 2-2 in den Playoffs. Was man Caldwell dabei ankreidet: Er habe die Mannschaft sukzessive schlechter gemacht: Von 14-2 und Superbowl auf 10-6 und Playoff-one and done, auf 2-14 und Top-Draftpick.

Wie viel an der Kritik berechtigt ist, ist schwierig zu beurteilen. Caldwell führte auf alle Fälle die Colts in der Saison 2009/10 in ungekannte Höhen. Diese Mannschaft war eine der bizarrsten der letzten 10-15 Jahre: Sie begann die Saison mit 14-0 Siegen und stand kurz vor der dritten Perfect Season der modernen NFL-Geschichte. Dann nahm Caldwell in Woche 15 bei Führung gegen die Jets seine Stammspieler runter um keine Verletzungen zu riskieren. Als Folge wurden die letzten beiden Spiele abgeschenkt. Trotzdem war das ein 14-2 Team. Aber seine pythagoreische Erwartung war relativ schlecht: 10.9 Siege. Ein Punkteverhältnis von 416-307. Extrem viele knappe und sehr knappe Siege.

Auf der anderen Seite: Ihre Play-by-Play Effizienz-Stats waren gigantisch: Indianapolis dominierte damals das Power-Ranking nach Strich und Faden, viel überlegener als es z.B. die Seahawks heuer waren. Man schloss zwar nur als #5 ab, aber darin sind die abgeschenkten Spiele inkludiert. Die Stamm-Elf fuhr in 14 Spielen einen .810 Wert ein, ein Wert, der nur von den Patriots 2007 geschlagen wird.

Ein Jahr darauf zeigten sich immer mehr Klüfte. Die Colts gewannen nicht mehr alle knappen Spiele, Offense und Defense kassierten erste Risse, man flog im ersten Spiel gegen die Colts raus, u.a. wegen eines verblüffenden Timeouts, das Caldwell wenige Sekunden vor Schluss nahm. Ich war damals im Liveblog entsetzt.

In seinem dritten Jahr der Kollaps: 2-14. Es war allerdings die Saison, in der die Colts auf den nackenverletzten Peyton Manning verzichten mussten, und mit QBs wie Orlovsky oder Painter ging natürlich nix. Man kann Caldwell zum Vorwurf machen, nix aus der Situation gemacht zu haben, oder man kann darauf verweisen, dass es dort trotz zwischenzeitlichem 0-13 Start und der reellen Gefahr, die neuen Lions zu werden, ruhig blieb. Caldwell hatte den Laden soweit unter Kontrolle, dass nicht Woche ein, Woche aus schmutzige Wäsche gewaschen wurde. Seine Teams zogen bis auf eine Ausnahme (das berüchtigte Saints-Spiel) bis zum Ende durch und ließen sich nicht abschlachten wie das Opfer auf der Bank.

Caldwell war zuvor Head Coach bei Wake Forest am College in der ACC gewesen. Seine Bilanz dort: 26-63 Siege. Für Wake-Verhältnisse nicht unterirdisch, aber es gibt Coaches, die später mehr aus Wake gemacht haben.

Er ging nach Indianapolis und war in den 2000ern der Lieblingsassistent von Tony Dungy. Dungy wählte Caldwell schließlich als seinen Nachfolger bei den Colts eigenhändig aus. Dungy war es auch, der Caldwell den Lions empfohlen haben soll.


Soweit das, was Caldwell an Resultaten als Head Coach vorzuweisen hat. Über seinen Stil ist nicht viel bekannt. Er ist ein stilles Männlein, schüchtern und zurückgezogen, und gegen seine Statements auf Pressekonferenzen ist ein Belichick der reinste Redeschwall.

Sein Coaching-Stil ist relativ unbeschrieben. Er arbeitete in Indianapolis nicht als eigentlicher Coordinator, sondern viele Jahre als assistent head coach. Dungys Verwalter. Erst in Baltimore trat Caldwell wieder als Coordinator in Erscheinung, in den letzten Wochen der Saison 2012/13, als er kurz vor Weihnachten den geschassten OffCoord Cameron ersetzte und der Ravens-Offense vorstand. Geändert wurde am Gameplan für meine Begriffe relativ wenig, aber rein zufällig in jener Zeit explodierte Joe Flacco und hatte seinen mittlerweile legendären Playoff-Lauf inklusive Superbowl-Gewinn. Die Saison danach bestritt Caldwell als OffCoord. Ich schrieb im Sommer, „hat er was anderes drauf als sechs lange Bälle anzusagen und darauf zu hoffen, dass der Safety daneben springt?“ – und die Antwort – oder zumindest das, was die Ravens-Offense auf dem Feld zeigte – darf man mit „Nope“ beantworten. Ravens-Offense 2013/14, das war nix. Nada.

Wie viel ist Caldwell daran schuld? Die Offense Line war eine Katastrophe, WR Boldin ward verkauft, TE Pitta schnell verletzt, Flacco war wieder Flacco, Rice war Avon Couborne, und auch Caldwell unternahm nicht viel, um eine am Boden liegende Offense zu reanimieren. Zumindest war das nach außen der Eindruck. Zumindest scheinen Ravens-Fans froh zu sein, nun einen neuen OffCoord zu bekommen.

Auch das ist Caldwell: Zweimal ein Werk eines Vorgängers übernommen, zweimal mit zumindest nach Ergebnissen überzeugendem Erfolg (Superbowl als Head Coach, Superbowl-Sieg als Coordinator). Zweimal ging es nach dem anfänglichen Erfolg schnell nach unten in relativ tiefe Tiefen. Ist auch das ein Grund, weswegen so viele Caldwell hassen bzw. ihm nix zutrauen, obwohl auch Schwartz nach drei vielversprechenden Jahren nix mehr weiterbrachte?

Warum aber hat Dungy dann eine so hohe Meinung?


Ein gängiger Witz unter Lions-Fans ist der Ablauf des Bewerbungsgesprächs von Jim Caldwell in Detroit.

Frage: „Wie gedenken Sie, die Offense in Detroit zu gestalten.“
Caldwell: „…“
Frage: „Wie gedenken Sie, die Defense zu gestalten?“
Caldwell: „…“
Frage: „Wollen Sie den Job als Head Coach?“
Caldwell: *nickt*

Caldwell ist keine inspirierende Wahl. Man weiß nicht so recht, was er drauf hat. Man weiß nur, dass er zweimal schnell Erfolg hatte, aber den Erfolg aus verschiedenen Gründen nicht halten konnte. In diesem Hinblick ist Caldwell gar nicht so verschieden von einem Ken Whisenhunt, der angeblich einer der Favoriten auf den Lions-Posten war, aber dann trotz eines bereits gecharterten Flieger der Ford-Familie in Tennessee unterschrieb.

Caldwell ist auch aufgrund seines Äußeren nicht inspirierend. Er ist 58, aber man sieht es ihm nicht an. Man sieht ihm überhaupt kein Alter an. Er ist zeitlos, aber auch ausdruckslos. Sein Gesicht kennt man nur im immergleichen, verzagten Ausdruck, und du siehst ihm nicht an, ob seine Mannschaft in Schwierigkeiten drei TD zurückliegt, oder gerade den Superbowl erreicht hat. Ist das ein Grund dafür, dass ihn alle so hassen, auch die, die Schwartz hassten, weil er so emotional war?


Gehen wir mal mit dem, was greifbar ist: Caldwell war nicht der Favorit auf den Trainerposten in Detroit. Er war bestenfalls die #2 hinter Whisenhunt, aber möglicherweise auch noch hinter Bill O’Brien (jetzt Houston) und Lovie Smith (jetzt Tampa Bay). Damit wird er zurechtkommen müssen, egal wie viele Lippenbekenntnisse es ob seiner Bewerbung gibt. Ablauf und Zeitpunkt seiner Einstellung sprechen ganz offen dagegen, dass Caldwell die erste Wahl war. Das Front-Office weiß das. Die Spieler wissen es. Die Fans wissen es. Caldwell weiß das. Er wird damit zurechtkommen müssen.

Ich wollte immer Dungy, aber Dungy war nie erreichbar. Caldwell ist ein Dungy-Jünger, und Dungy hat eine hohe Meinung von Caldwell, also dürfte zumindest dieser Punkt in meiner Wunschliste – zumindest ansatzweise – erfüllt sein. Zumindest sind wir keine Lichtjahre entfernt. Sollte es kein Dungy werden, wollte ich:

  • Offensiv-Geist. Passt. Zumindest halbwegs. Caldwell kommt von der Offense. Caldwell war jahrelang ein QB-Coach in Indianapolis. Er coachte dort: Peyton Manning (ab 2002). Er hatte bestimmt einen Anteil daran, dass Peyton Manning „Peyton Manning“ wurde. Die Offenses, in denen Caldwell auch nur adäquates Spielermaterial hatten, waren alle effizient und produktiv.
  • Disziplin. Das passt. Dungy war berühmt dafür, dass seine Mannschaften diszipliniert spielten. Nach der Messung „Penalty-Yards per Play“ (Strafen-Raumverlust pro Spielzug) waren Caldwells Colts immer in den Top-5. Dass Egomanen runter genommen wurden. Bloß hatten es Dungy/Caldwell nur mit einem Nick Harper zu tun, nicht mit einem Suh oder Fairley.
  • Stratege. Keine Ahnung, ehrlich. Aber ich komme gleich zu seinem Trainerstab.
  • Spielverständnis. Das ist dann aber der Punkt, der mir das blanke Gänserupfen über den Rücken hinunterjagt. Caldwell war 2011 einer der Head Coaches, deren 4th-Down /usw. Entscheidungen mit die am wenigstens verheerenden für die Sieg-Chance seiner Mannschaft waren, aber das kann auch daran liegen, dass die Colts stets schnell in Rückstand lagen und niemals viel zu verlieren hatten. Greifbarer ist für mich da das teilweise pathetische Handling bei den Colts. Das Timeout-Management. Für jenes Timeout gegen die Jets gibt es keine Entschuldigung, aber „keine Entschuldigung“ wäre immer noch besser anfühlend als die sinnfreie Erklärung, die Caldwell für sein Handeln abgab.

Ich mache mir Sorgen, dass Detroit nach dem unsouveränen Jim Schwartz hier möglicherweise einen noch unsouveräneren Game-Manager geholt hat – ganz unabhängig jetzt mal davon, was Caldwell in der täglichen Trainingsarbeit so leistet.


Um zu dem zu kommen, was ich mit Spannung erwartet hatte: Den Stab „hinter“ dem Head Coach. Auf diesem Gebiet hat mich Caldwell positiv überrascht. Als OffCoord wollte er angeblich erst den QB-Entwickler des Andrew Luck einstellen, Clyde Christensen von den Colts, aber als das schief lief, blieb immer noch ein sehr attraktiver Kandidat übrig: Bill Lazor, der QB-Coach der Philadelphia Eagles. Letztlich hat Caldwell beide nicht bekommen. Positiv finde ich aber die Richtung: Dass Coaches dieser Güteklasse in Betracht gezogen wurden, dem kann ich vieles abgewinnen.

Es ist noch nicht bekannt, wer der neue OffCoord denn nun werden wird. Offensiv-Assistent wird Ron Prince, ein Mann, der in den Staaten vor allem deswegen bekannt ist, weil er die Kansas State Wildcats vor einigen Jahren so weit runterwirtschaftete, dass die Trainerlegende Bill Snyder aus dem Ruhestand zurückkehrte um „seine“ Mannschaft wieder gerade zu biegen.

Caldwells Statement ob des Profils des neuen OffCoords soll vor allem „innovativ“ sein. Das klingt schon mal gut. Noch wichtiger wäre ein OffCoord, der auf die Basics achtet. Lazor wäre so einer gewesen. Man darf hoffen, dass Caldwell noch immer nach einem Typus Lazor sucht.

Der neue DefCoord ist Teryl Austin, bisher DB-Coach bei den Baltimore Ravens. Das ist mein neuer Lieblings-Coach. Auf so eine Einstellung hatte ich gehofft. Ein Coach aus einer Defensiv-Schmiede, der Ahnung hat vom Defensive Backfield, und der mit dieser Unit in Baltimore Herausragendes geleistet hat.

Austin wird zweifellos dieser Defense helfen. Die Defense hat gute bis sehr gute Spieler in allen Bereichen, aber sie war bekannt dafür, ihre Wucht nur phasenweise auf das Spielfeld zu bringen und dann immer wieder mit schlampigen Spielzügen und Strafen das Erreichte einzureißen.

Neben DefCoord Austin wurde auch Bill Sheridan als LB-Coach eingestellt. Sheridan lieferte zuletzt in Tampa keine Bewerbung für strategische Aufgaben wie „DefCoord“ und GamePlanning ab, aber als Positionscoach sicher ein Mann mit großer Erfahrung.

Das Gute bei Caldwell: Er scheint eher einer zu sein, der sich aus dem Tagesgeschäft etwas zurückhält. Der lieber die große Rahmenplanung und –steuerung macht. Das macht Hoffnung, dass Detroits GM Martin Mayhew sich aus der Sache raushält – und das kann nur Gutes heißen.


Summa summarum: Ja, ich bin überrascht von der Einstellung des Jim Caldwell. Nein, ich bin nicht begeistert. Im ersten Moment war ich erschrocken. Dann kam die Phase des Negierens („So schlimm wird es nicht werden“). Dann die Erinnerung an den so stark besetzten Kader in Detroit. Dann erweckte Hoffnung durch die erfolgsversprechenden Assistenzcoaches, allen voran Austin. Dann das Einreden, dass sich Caldwell nicht so stark ins Tagesgeschäft einmischen würde.

Caldwell ist Caldwell. Er hatte große Erfolge, aber die Erfolge schreibt man größtenteils anderen zu. Er hatte große Misserfolge, und man schreibt sie größtenteils ihm zu. Seine Arbeitsweise ist quasi unbekannt. Er spricht nur unter Protest. Er schaut stets traurig drein. Man traut ihm nicht zu, ein Team zu bauen. Er muss in Detroit aber nur ein Team disziplinieren. Er ist nach allen bisherigen Erkenntnissen ein schlechter In-Game Coach. Aber alle seine bisherigen Spieler liebten ihn, und seine Mannschaften zogen ihren Scheiß stets bis zur Schlusssirene durch.

Jim Caldwell und Detroit. Ich bin nicht besoffen vor Glück, aber ich bin gespannt.