NFL-Offseason 2014 Primer

Die NFL-Offseason besteht grundsätzlich aus zwei sich überlappenden, großen Themen: Der Free Agency sowie der in sich so tiefen Thematik des Drafts. Der Terminkalender wurde diesmal von der NFL etwas gestreckt. Ein erster Blick drauf.

Pünktlich zum letzten Wochenende der Olympischen Winterspiele steht vom Mittwoch, 19.2. bis Dienstag, 25.2. die NFL-Combine an. Wie immer gibt es dort von Samstag bis Dienstag die Workouts im Stadion von Indianapolis, inklusiver der 24/7 Berichterstattung im NFL Network. Dieses Jahr verspricht der Draft ja einige lautere Themen als letztes Jahr, mit (mindestens) drei QB-Anwärtern, die aktuell für den Top-Pick infrage kommen. Dazu mischt sich das epische Talent Jadeveon Clowney mit rein, und die Frage, was das größte Talent abseits einer QB-Position gegen die Quarterbacks ausrichten kann. Die ganz vorne draftenden Teams sind ja diesmal eher ungewöhnliche:

  1. Houston Texans: Ein eigentlich finalwürdiges Team, das aus nicht unbedingt leicht nachvollziehbaren Gründen ganz nach unten durchgereicht wurde. Ein guter QB und Houston ist von allein wieder oben dabei. Oder wird es doch Clowney? Oder ein Trade? Die Optionen sind vielfältig gestreut, und ein neuer Trainerstab ist nur die letzte X-Komponente.
  2. St Louis Rams: Die den Pick von den Redskins geerbt haben. Die Rams haben zwei große Lücken, Quarterback und Offense Line. Sie haben eine große Stärke: Defense Line. Mit einem Clowney könnte diese Line legendär werden. Mit einem Bradford als Starting-QB könnte es nix nützen.
  3. Jacksonville Jaguars: Das schlechteste Team der Liga, das alle Optionen ziehen könnte. Am ehesten einen Quarterback, aber wenn Clowney auf #3 fällt…
  4. Cleveland Browns: Das Team, das keinen Head Coach finden konnte. Schon vor der Einstellung von Mike Pettine verlautete der Owner, Johnny Manziel draften zu wollen. Na denn.
  5. Oakland Raiders: Das zweitschlechteste Team der Liga, das prinzipiell alles brauchen kann. Möglich auch: Ein Trade nach unten.
  6. Atlanta Falcons: Analog den Texans zu heftig abgestürzt um nicht nächstes Jahr sofort wieder zumindest im Mittelmaß mitzuspielen. Die Falcons sind schlechter aufgestellt als Houston, aber sie haben den besseren QB. Sollte Clowney bis hier runter fallen, ist er spätestens hier vom Tablett. Clowney könnte auch der Grund sein, dass Atlanta hoch tradet. GM Dimitroff ist da kein Kind von Traurigkeit.
  7. Tampa Bay: Das Team, das einen Quarterback braucht. Aber wird Lovie Smith einen QB draften?
  8. Minnesota: Ein weiteres Team mit händeringendem QB-Need.
  9. Buffalo: Ein Team, das letztes Jahr einen QB draftete. Ein X-Faktor in diesem Draft.
  10. Detroit: Das Team, das entweder Secondary oder Wide Receiver/Tight End braucht.

Und so weiter. Es gibt vieles zu spekulieren. Es gibt auch einige wirklich erstklassige Talente in einer Klasse, die mindestens so tief besetzt sein sollte wie jene von 2013, aber ein deutlich größeres Star-Potenzial und damit mehr Sex-Appeal versprüht.


Dann am 11. März startet die Free-Agency, der Transfermarkt der NFL, wenn die Verträge auslaufen. Bis dahin werden etliche „Veterans“ gefeuert werden oder Verträge umstrukturiert werden. Salary-Cap Management ist in der NFL mit ihrem „Hard-Cap“ eine ganz eigene Wissenschaft.

Ein paar Namen, die auf den freien oder eingeschränkten Markt kommen könnten, da ihre Verträge auslaufen:

  • Quarterback: Michael Vick, Josh Freeman, Josh McCown
  • Running Back: Maurice Jones-Drew, Darren McFadden, John Kuhn, Rashard Mendenhall, Donald Brown, Ahmad Bradshaw, Toby Gerhart
  • Wide Receiver: Anquan Boldin, Devin Hester, James Jones, Jeremy Maclin, Emmanuel Sanders, Hakeem Nicks, Kenny Britt, Golden Tate, Eric Decker, Julian Edelman, Robert Meachem, Riley Cooper, Doug Baldwin (RFA)
  • Tight End: Jimmy Graham, Jermichael Finley, Brandon Pettigrew
  • Offense Tackle: Brandon Albert, Jordan Gross, Eugene Monroe, Michael Oher, Radger Saffold, Bryant McKinnie, Jared Veldheer, Tyson Clabo, Eric Winston
  • Offense Guards: Richie Ingognito, Chris Williams, Geoff Schwartz
  • Center: Alex Mack, Jonathan Goodwin, Brian de la Puente, Dominic Raiola
  • Defensive Edge Player (4-3 DE, 3-4 OLB): Brian Orakpo, Jared Allen, Michael Johnson, Justin Tuck, Michael Bennett, Robert Ayers, Willie Young, Lamarr Houston, Greg Hardy, Israel Idonije, Anthony Spencer
  • Defensive Interior (3-4 DE, 4-3 DT, NT): Tyson Jackson, Ziggy Hood, Antonio Smith, Henry Melton, Paul Soliai, Vance Walker, Jason Hatcher, Peria Jerry, Shaun Rogers, Aubrayo Franklin, Mount Cody, Corey Peters
  • Linebacker: Will Witherspoon, Karlos Dansby, Jonathan Vilma, Jon Beason, Brandon Spikes
  • Cornerback: Peanut Tillman, Chris Harris (RFA), Aqib Talib, Brent Grimes, Josh Wilson, Tarell Brown, Vontae Davis, Sam Shields, DeAngelo Hall, Drayton Florence, Alterraun Verner, Brandon Browner, Walter Thurmond
  • Safety: Jairus Byrd, T.J. Ward, Antoine Bethea, Donte Whitner, Ryan Clark, Malcolm Jenkins, Brandon Meriweather, Bernard Pollard, Mike Adams, Quintin Mikell, Ed Reed, MD Jennings (RFA)

Fette Optionen da aus der Secondary. Und genau Detroit hat kein Cap-Space… Die momentan geschätzten Cap-Spaces hat Over The Cap aufgelistet. Die besten Situationen haben einige der größten Loser-Teams in Oakland, Jacksonville, Cleveland, Washington, aber auch Mannschaften wie Indianapolis oder Green Bay.


Tja, und dann ist als Höhepunkt der Offseason noch der NFL-Draft, der nicht mehr wie gewohnt Ende April, sondern erstmals Mitte Mai stattfindet: Datiert ist er für heuer vom Donnerstag, 8.5. bis Samstag, 10.5 Mai. Das NFL-Network wird massiv drauf sein, und nachdem uns Mike Mayock wohl bei Live-Kommentieren (edit: also Live-Kommentieren nur bei NFL-Spielen; dem Draft bleibt Mayock vollumfänglich erhalten) abhanden kommt, so ist er doch immerhin noch in seiner Kerndisziplin, dem Draft-Scouting, mit vorn dabei. Mayock und Draft, das ist das NFL-Traumpärchen schlechthin, weit vor Brady und Gisele.

Der Draft im Mai, das passt eigentlich sehr gut in den Kram des geneigten Fans, denn somit kann man sich im April auf den Start der NHL-Playoffs und die Endphase der Champions League konzentrieren, und nach dem Draft hast du noch einen Monat Zeit um dich auf die Fußball-WM einzugrooven.


Nach dem Draft kehrt erst einmal Ruhe ein, es sei denn, man möchte sich an „1.-Juni-Cuts“ hochziehen oder jede kleinste Geschichte aus den Übungseinheiten hochjazzen. Mitte Juli starten dann nach und nach die ersten Trainingslager, ehe am ersten August-Wochenende traditionell mit dem Hall-of-Fame Game die Preseason eingeläutet wird.

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10 Kommentare zu “NFL-Offseason 2014 Primer

  1. Du darfst nicht vergessen, dass am 16. April der letzte Spieltag der Regular Season in der NBA ist und kurz darauf dann die Playoffs beginnen. Je nachdem wie lange die jeweiligen Serien dauern, können diese bis in den Juni hineinragen. (Ich erinnere nur letztes Jahr an Miami, die in den ECF gegen die Pacers und in den Finals gegen die Spurs jeweils 7 Spiele brauchten).
    Ich persönlich muss zugeben, dass ich zu dieser Zeit mein Interesse am Football etwas zurückschraube und mich voll und ganz auf LeBron & Dwyane konzentriere. Weil PLAYOFFS sind nunmal PLAYOFFS 😀 !!!

    Genau so wie in der NFL. Leider bekommt man so ab Mitte Dezember bis zur Super Bowl nicht mehr so viel von der NBA mit, da man hauptsächlich damit beschäftigt ist, die neusten Infos und News über die NFL in Erfahrung zubringen 🙂 !!!

    Ich habe gestern die Listen der kommenden Free-Agents der jeweiligen Teams auf NFL.com gelesen. Hier hast du sicher auch deine Infos her : http://www.nfl.com/news/story/0ap2000000316435/article/2014-nfl-free-agents-by-team?campaign=Twitter_news

    Dich und mich interessieren natürlich am meisten die Lions 😀 !!!
    Hier nochmal die Liste der Lions:

    Shaun Hill, QB
    Kevin Ogletree, WR
    Micheal Spurlock, WR
    Brandon Pettigrew, TE
    Tony Scheffler, TE
    Jason Fox, OL
    Dylan Gandy, OL
    Israel Idonije, DE
    Willie Young, DE
    Andre Fluellen, DT
    Rocky McIntosh, LB
    Rashean Mathis, CB
    John Wendling, S
    David Akers, K

    Wen meinst du wird man versuchen zu halten? Ogletree, Spurlock, Pettigrew & Young sollten auf jeden Fall gehalten werden oder siehst du das anders?
    Am meisten aber interessiert mich unser Kicker David Akers. Er konnte mich diese Saison nicht wirklich überzeugen. Ich erinnere an das erste Saisonspiel gegen die Vikings wo er den ersten Kick zumsammen mit Martin vergeigte. Dies war aber nur der Anfang, einer nicht wirklich berauschenden Saison. Was meinst du, werden die Lions hier etwas neues, brauchbares, vielleicht auch erfahrnedes an Land ziehen?

    Langer Text –> SORRY 😀 !!!
    Grüße und bis bald 🙂

    Euer Zillasch

  2. Das Problem bei den Lions ist die schlechte Salary-Cap Situation, die größtenteils hausgemacht ist: Du hast kaum Optionen.

    C Raiola wird gehalten.
    Backup-QB Hill sollte man für meinen Geschmack auf zu halten versuchen.
    DE Idonije bin ich ein Fan von, aber die Tiefe in der DL ist gegeben und möglicherweise ist Idonije nicht für Minimalgehalt zu halten.
    DE Young wäre sportlich ein herber Verlust, aber ich kann mir vorstellen, dass Young mehr Kohle sehen will als ihm Detroit eben wegen der schlechten Situation anbieten kann.
    TE Pettigrew? Keine Ahnung. Sportlich IMHO ein Verlust, der zu kompensieren wäre (Pettigrew ist extremst unbeständig und immer für einen Drop oder Fumble zu haben).

    WR Ogletree und Spurlock sind austauschbare Leute = es gibt Billigeres und minimum gleich Gutes in der sechsten Runde Draft.

    OT Fox: Halten, wenn er für billiges Geld zu halten ist.

    Alle anderen halte ich für komplett austauschbar. S Delmas ist zwar kein Free-Agent, aber er könnte mit seinen 6 Mio. zu teuer geworden sein.

    K Akers: G’hupft wie G’sprungen. Einen Kicker kannst du fast nicht prognostizieren. Akers hatte 2012 ein fürchterliches Jahr, 2013 ein besseres, aber nicht Gutes. Akers war früher aber einer der besten Kicker. Sofern er für Minimalgehalt zu halten ist, sollte man Akers halten. Aber Mayhew wird einen Weg finden, in der dritten Runde einen Kicker zu draften…

  3. wie lange geht die free agency,also beginnend ab 11 März hat sie eine Deadline wie im fussball der Transfermarkt.

  4. Mayock geht dem „Live-Kommentieren“ bei NFL-Spielen verloren, nicht dem Live-Kommentieren beim Draft. Das habe ich wohl nicht ganz eindeutig formuliert.

  5. @jogibähr
    Es gibt kein Ende der Free Agency. Am 11. März spricht man vom Beginn der Free Agency, weil an diesem Tag die Verträge der letzten Saison enden. Ein Spieler, der vorher entlassen wird oder im Moment ohne Team dasteht, kann auch vorher bei einem Team unterschreiben.

    Was deutsche Spieler im Draft angeht, gibt es ein paar Namen, aber niemanden, der so hoch weggehen wird wie Björn Werner letztes Jahr. Die besten Chancen haben Kasim Edebali, ein DE vom Boston College, und Curtis Feigt, OT von West Virginia. Edebali ist auch bei der Combine dabei.

  6. Delmas ist raus. Guter Spieler, aber wie schon geschrieben: Das schlimme Cap-Management des Martin Mayhew beginnt sich zu rächen.
    Auch WR Burleson wurde gefeuert.

    Next up: Neustrukturierung des Suh-Vertrags, der eine Katastrophe aus Mannschaftssicht ist. Man vergleiche mal Suh mit McCoy: Beide ähnlich gute Spieler, bei 2010 im fast identen Platz gedraftet. Aber nur Suh wurden die Millionen nachgeschmissen.

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