Safetys vor der Combine 2014

Die Safety-Position in der NFL ist eine, die immer mehr an Wert gewinnt. Die 2014er-Draftklasse hat für meinen Geschmack drei potenzielle Größen: Calvin Pryor, Ha-Ha Clinton Dix und Lamarcus Joyner. Sie werden heute in den Workouts dran sein, und schonmal ein paar Gedanken meinerseits zu diesen Spielern.

Pryor von der University of Louisville ist keine 100kg schwer, kommt aber auf 1.88m und gilt als geschwindiger Spieler. Das sind Gardemaße für einen NFL-Safety. Bei Pryor sieht es sehr wuchtig aus, wenn er aus der Tiefe des Spielfelds kommt und die Ballträger attackiert. Guter Tackler. Geht kompromisslos gegen den Mann. Das sind glänzende Voraussetzungen, aber die Negativen hört man bei Pryor auch alsbald: Kein reifer Spieler, fliegt oft im falschen Winkel daher, muss sich manches dreimal sagen lassen bevor er es dem Trainer abnimmt. Das klingt danach, als ob Pryor für einige Trainer (vor allem unerfahrene) eher eine Pest ist, aber für welche mit guten Defense-Coaches möglicherweise ein nur zu schleifender Rohdiamant.

Clinton-Dix kommt von Alabama, fiel dort aber nicht weiter auf außer seinem Spitznamen („Ha-Ha“) bei dem man sich schnell mal vor Lachen verschluckt. Er gilt als rundum guter Spieler ohne eklatante Schwachstelle – nie die schlechteste Voraussetzung für einen Safety, aber auf der anderen Seite soll er auch keine besonderen Stärken haben. Überall „gut“, nirgendwo „hervorragend“. Kein episches Talent, um den herum du eine ganz neue Art von Defense kreieren kannst. Das klingt nach Ende erste Runde bis Anfang dritte Runde.

Der spannendste Safety sollte Lamarcus Joyner vom National-Champion Florida State sein. Ich habe oft genug betont, wie sehr ich Joyner, den College-Spieler, vergötterte. Für die NFL-Aussichten gibt es ein Problem: Seinen Körperbau. Joyner ist mit nur 86kg auf 1.73m ein Winzling für Profi-Verhältnisse, was bestimmt etliche Teams abschreckt – vielleicht nichtmal zu Unrecht: Wenn du so manches Monster auf Tight End siehst, möchtest du den nicht gegen einen zwei Kopf kleineren Joyner angesetzt sehen.

Auf der anderen Seite ist das einer der furchterregendsten Verteidiger, die der College-Football die letzten Jahre gesehen hat. Joyner ist schnell, ein gefürchteter Tackler, der keine faulen Tricks braucht um einen Gegenspieler zu sich herunter zu ziehen. Er ist vielfältig einsetzbar, da er ursprünglich als Cornerback zu FSU kam, später auf Safety umgeschult wurde, weil sie Seminoles so viele erfahrene exzellente Cornerbacks im Kader hatten (von denen einige wie Minnesotas Xavier Rhodes mittlerweile Profis sind). Joyner gilt zudem als guter Manndecker, kann auch im Slot eingesetzt werden.

Ist Joyner so sehr anders als der Honey Badger, der auch als zu klein galt und zu wild, und so on? Der Honey-Badger, der auch in der dritten Runde vom Tablett ging, trotz einer Vita voller Drogen- und Charakterprobleme. Trotz der Tatsache, dass er ein ganzes Jahr raus aus dem Football war. Joyner hat diese Fragezeichen nicht. Er gilt als höchst professionell und ließ sich auch von seinem Einsatz am Spielfeld und im Training nie etwas zu Schulden kommen, zumindest nicht, dass es zu mir durchgedrungen wäre.

Joyner ist aufgrund seiner körperlichen Limits wohl kein 1st-Rounder, aber ich wäre nicht überrascht, wenn er in der zweiten oder dritten Runde ginge und dann in einem Jahr als große Überraschung gefeiert würde.

3 Kommentare zu “Safetys vor der Combine 2014

  1. Joyner ist tatsächlich der gleiche Spielertyp wie Mathieu. Allerdings wurde er am College nicht so oft verbrannt, wie das bei Mathieu der Fall war. Sein Spiel ist deutlich ausgereifter und er spielt mit mehr Physis, was für einen Spieler ohne die ideale Größe besonders wichtig ist. Es würde mich daher sehr wundern, wenn Joyner Anfang der dritten Runde noch zu haben wäre.

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