Offensive Guard und Center im NFL-Draft 2014

Wenn wir gestern bei den Tackles schon die Anonymität hatten, was soll man dann noch über Guard und Center schreiben? Center als Mittelmann der Offensive Line, und als der Mann, der alle paar Spiele mal einen Snap vergeigt geht ja gerade noch, aber die Guards sind schon kaum mehr zu bewerten. Lass uns doch mal einen genaueren Blick auf die beiden Top-Guards des Jahrgangs werfen.

Nach common sense wird entweder David Yankey von der Stanford University oder Xavier Su’a-Filo (abgekürzt mit XSF) von den UCLA Bruins als erster Guard vom Tablett gehen. Beide sind grundverschiedene Spielertypen, und wir können hier unseren gestrigen Diskurs von „Player“ und „Prospect“ fortführen, wenn wir wollen. Hauptquelle meiner Recherche sei natürlich auch genannt: Mike Tanier, Ultimate Guard Showdown: XSF vs. Yankey. Im Prinzip sagen die Expertenquellen aber alle mehr oder wenige ähnliche Sachen.

Prospects 2014

Name                Rd
XSF                 2-3
David Yankey        2-3
Gabe Jackson        2-3
Brandon Thomas      3-5
Trai Turner         3-5
Cyril Richardson    4-7
Chris Watt          4-7
Ryan Groy           4-7

Links

Mayock Top-5

  1. Yankey
  2. Su’a-Filo
  3. Thomas
  4. Trai Turner
  5. Jackson

Yankey ist dabei eher der „Spieler“, XSF das „Prospect“, aber so klar wie gestern sind die Rollen nicht mehr verteilt. Das liegt schon daran, dass die Guard-Position im Vergleich zu Offensive Tackle sehr viel schemen-neutraler ist. Es ist zwar nicht komplett das gleiche, ob du Power-Offense oder Zonen-Offense spielst, aber im Vergleich zum Tackle hast du weniger Nuancen, die anders gespielt werden – sagen die Auguren.

Beide sind fast gleich groß und gleich schwer. XSF gilt als beweglicher und stärker, hat aber weniger Erfahrung, weil er mehr als eine Saison verpasste als er in Florida und Süd-Alabama Missionsarbeit leistete: XSF kommt aus Utah und ist Mormone, und viele mormonische Studenten leisten Missionsarbeit und kommen entsprechend als etwas ältere Semester in die Liga.

XSF gewinnt dafür eine Reihe an direkten Vergleichen. Er ist der flexiblere der beiden Spieler. Er hält seinen Körperschwerpunkt meistens so niedrig, dass ihm mit purer Gewalt nicht beizukommen ist. Mit seiner Power kann XSF in guten Momenten unwachsame Gegner zum Pfannkuchen plätten.

XSF gilt auch als variabler in seiner Einsatzbarkeit, weil er besser horizontal blocken kann als Yankey: Es sind nicht nur die „Pull“-Blocks (pulling guard), die er besser kann, es sind auch die klassischen Zone-Plays, die XSF besser drauf haben soll. Yankey gilt eher als der Typ, der fast nur straight geradeaus kennt, und sich im offenen Feld überhaupt nicht auskennt. Manche Scouts wollen ihn schon als one trick pony ausgemacht haben.

Aber: Yankey gilt als der bessere Pass-Blocker von beiden, was nicht zuletzt von seiner Erfahrung als Left-Tackle kommt, den er vor Jahren bei Stanford aushilfsweise gab. Bei XSF zeigt sich in Pass-Situationen manchmal seine Unreife, wenn er mal wieder einen Blitz verpasst, den andere Guards mit der Mütze genommen hätten. XSF kann solche Fehler in lichten Momenten mit seiner rohen Kraft wettmachen, aber besser ist natürlich, wenn du wie Yankey die brenzligen Momente erst gar nicht aufkommen lässt.

XSF gilt in fast allen Kreisen als superiore Option im Vergleich zu Yankey. Nichtsdestotrotz ist Yankey als möglicher später 1st-Rounder oder 2nd-Rounder nur ein weiterer dieser erstklassigen Offense Liner, die die Stanford University in den letzten Jahren in den Draft geschickt hat. Nicht alle seiner Vorgänger konnten bisher in der Liga einschlagen, aber allein die schiere Masse an Blockern und sehr guten, vielseitigen Tight Ends von Stanford ist bemerkenswert.

Lange Zeit hielt sich bei mir im Hinterkopf auch der Name von Baylors Cyril Richardson im Hinterkopf: Richardson war mit seinen 330 Pfund Kampfgewicht als prototyischer Guard in den Scouting-Prozess gegangen, soll sich aber mittlerweile mit seiner Hüftsteifheit und seiner katastrophalen Senior Bowl selbst etwas disqualifiziert haben. Richardson gilt als gebräuchliche Option für ein Power-Laufsystem wie zum Beispiel Seattle, aber das war’s dann auch. Die Legende sagt, dass ein Richardson in allem, was nicht bloß geradeaus laufen kennt, verloren ist.

Center

Prospects 2014

Name                Rd
Weston Richburg     2-3
Travis Swanson      2-4
Marcus Martin       3-4
Tyler Larsen        4-7
Gabe Ikard          4-7

Mayock Top-5

  1. Martin
  2. Richburg
  3. Swanson
  4. Bryan Stork
  5. Ikard

Bei den Centern gibt es keinen klaren Favoriten dieses Jahr. Der bekannteste Name ist Travis Swanson, der seit vielen Jahren Stammspieler bei den Arkansas Razorbacks ist und dort zuletzt von einem O-Line Guru gecoacht wurde: Bret Bielema, der von der *****PLLLINGGGG it’s OLine Time!***** University of Wisconsin nach Arkansas gewechselt war.

Der Rest auf Center ist… nun ja. Die Auguren sprechen von einer Latte an möglichen 4th-Roundern und 5th-Roundern und vielen Allgemeinplätzen, über die es sich nicht lohnt, viele Zeilen zu verlieren.

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3 Kommentare zu “Offensive Guard und Center im NFL-Draft 2014

  1. Weston Richburg wäre bei den Centern noch zu nennen als einer, der anscheinend in der 2. oder 3. Runde gesehen wird. Vielleicht gibt´s da ja einen Reach wie letztes Jahr jenen der Cowboys (Travis Frederick).

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