WM-Caipirinha 2014: Chile – Australien | Gruppe B

Wirbelwind von Chile in der ersten Halbzeit, die die bislang beste des Turniers war – allerdings nur gegen ein phlegmatisches Australien, das einen fast zufälligen Anschlusstreffer brauchte, um sich ins Spiel zu carven. Eine der Erkenntnisse des Spiels war: Chile kann verdammt überzeugend sein. Chile trat in einem nominell 4-3-3 ähnlichen System auf, mit einem Mittelfeld, das fast in zwei Kategorien einzuteilen ist: Den Ausputzer #21 Diaz, und die vorgeschalteten Aranguiz und #8 Vidal (der nur eine Stunde konnte). Im Sturm war es das von allen erwartete Bild: Von den Flügeln drangen #7 Alexis sowie #11 Vargas rein, während der zentrale #10 Valdivia weniger einen klassischen Mittelstürmer gab, dafür aber immer wieder aus der Tiefe reinstieß. Auf der anderen Seite waren die Außenverteidiger Isla und Mena so offensiv, dass man das System auch eine Art 2-1-4-1-2 taufen kann – Mena und Isla waren häufiger auf Augenhöhe mit einem Vidal als man es als Gegner haben möchte und drängten die australischen Flügelspieler immer ganz tief hinten rein.

Beeindruckend war die Kohärenz im Team in der ersten Halbzeit: Dank extrem hoher Laufbereitschaft und guter Antizipation gab es fast immer minimum zwei, drei Anspielstationen. Folgerichtig war das Spiel auch schnell „entschieden“: Wunderbare Kombination zum 1:0, toller Fernschuss zum 2:0.

Chile war bis zum Anschluss aus dem Nichts locker Herr der Sache, aber danach ließ das Pensum doch stark nach. Australien kämpfte sich ins Spiel rein, konnte natürlich nicht spielerisch überzeugen, dafür ist man zu limitiert, aber man kam zu Chancen und vor allem: Man zwang Chiles Trainerstab zu kleineren taktischen Spielereien um wieder Schwung in die Offense zu bringen. Ein Valdivia wurde zum Beispiel nicht positionsgetreu ausgewechselt.

Am Ende gewann Chile dank Treffer in der Nachspielzeit 3:1. Es hätte mit ein wenig besserer australischer Effizienz in der zweiten Halbzeit auch ein 2:2 werden können, aber das wäre ehrlicherweise nicht verdient gewesen. Australien schlug sich mit seinen Mitteln achtbar, aber Chile schlug sich großteils überzeugend. Ich freue mich wie weiland Weinhamster auf Chile vs Spanien am Mittwoch, 21h MESZ.

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