WM-Caipirinha 2014: Gruppe C

Die Kolumbianer in Belo Horizonte mit einer gelben Wand hinter sich, dass du meinst, erst heute wären die Brasilianer in die WM eingestiegen. So gute Stimmung schien am Donnerstag nicht geherrscht zu haben. Auch spielerisch war das phasenweise recht überzeugend von den Kolumbianern, bei denen man recht wenig vom erwarteten 4-2-2-2 System sehen konnte. Das war eher ein 4-4-2 oder sogar in Spurenelementen ein 4-2-3-1 (wenn man #10 James Rodriguez als eine Art hängende Spitze sehen will).

Kolumbien konnte anfangs ganz gut überzeugen mit Kombinationsspiel und einem sehr fein herausgespielten schnellen 1:0. Auffallend war, dass James viele Freiheiten genoss und diese Räume auch gut nutzte; kritisieren kann man an ihm aber seine schwachen Standards.

Kolumbien war nach dem schnellen Tor alsbald recht passiv, ließ die angriffsschwachen Griechen kommen und verlagerte sich auf Konterspiel. Die Kolumbianer machten ihre Abwehrarbeit auch recht geschickt, ließ aber über die Mitte einiges zu – allein, die Griechen konnten da nix nutzen. Samaras konnte außen nix reißen, zog immer wieder nach innen und war noch der einzige mit ein bissl Druck. Gekas trotz Lattentreffer (aus 5m!) komplett entbunden. Salpingidis bemüht, aber erst mit Mitroglou kam konstantere Gefahr rein.

Kolumbien hat sich zum Gruppenfavorit gemausert, aber es bleibt abzuwarten ob Griechenland wirklich ein ernsthafter Prüfstein war.

Japan – Elfenbeinküste

Die Japaner waren für mich spätestens seit den guten, teilweise begeisternden Auftritten beim Asiencup und beim Confedcup 2013 ein kleiner Geheimfavorit, aber das heute Nacht war wieder so ein typischer japanischer Fußball: Zeitweise ganz nett anzuschauen, aber vorne fehlt die echte Durchschlagskraft, und als man dann doch noch in Bedrängnis geriet, fehlte eine ordnende Hand um das Spiel wieder in die Bahn zu leiten.

Es gab zu Spielbeginn ganz gute Ansätze, aber spätestens als man schon nach 25, 30 Minuten begann, Konter mit 4:3 Überzahlsituation erbärmlichst zu verstolpern, war klar, dass hier die notwendige Ernsthaftigkeit fehlte. Dazu gibt es viel zu wenige japanische Spieler, die auch mal eine 1-vs-1 Situation gewinnen können.

Die Elfenbeinküste stolperte eine Halbzeit lang als wenig eingespielt wirkendes Team durchs Spiel. Einzig der agile Yaya Toure strahlte sowas wie Willen aus. Erst nach der Pause, als es auch alle erwarteten, ging von der Cote d’Ivoire mehr Druck aus. Drogbas Hereinnahme nach einer Stunde brachte noch mehr Punch in die Offensive: Drogba scheute in den 32 Minuten auf dem Feld keinen Zweikampf, hielt die Bälle, stiftete Verwirrung. Er war an keinem der beiden fast identisch zustande gekommenen Toren direkt beteiligt, aber man kann durchaus ein Argument bringen, dass Drogbas Präsenz für ausreichend Unordnung in der Hintermannschaft gesorgt hat.

Beide werden sich steigern müssen. Für die Japaner ist die Niederlage noch kein Beinbruch, aber Kolumbien wird jetzt zu einem Must-Win Spiel – und mit diesem Sturm möchtest du eigentlich keine Must-Win Spiele bestreiten. Die Elfenbeinküste hat nun gute Achtelfinal-Aussichten, aber zu den Spitzenmannschaften fehlt schon einiges an Kohärenz in der Mannschaft.

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