WM-Caipirinha 2014: Deutschland – Portugal | Gruppe G

Exzellenter Einstand für die deutsche Mannschaft in einem Spiel, wo selbst der Laie kapiert hat, dass man es nicht überbewerten sollte. Zu viel lief pro Deutschland, zu schnell war die Partie ein lasches Trainingsspiel – allerdings: Du musst es erst einmal zu so einem Spiel machen. Der Hidden-Champ in dieser Partie könnte Müllers 3:0 gewesen sein, der der deutschen Mannschaft eine kräfteschonende zweite Halbzeit erlaubte, die im weiteren Turnierverlauf noch viel wert sein könnte.

Die Aufstellung. Vier Innenverteidiger in der Viererkette, mit einem Lahm als vorgeschaltetem Abräumer vor der Verteidigung. Lahm agierte hinter den beiden „Achtern“ Khedira (halbrechts) und Kroos (halblinks), als eine Art 4-1-2-3. Vorne ließ Löw wie von mir in der Preview schon erhofft Müller als zentraler Spitze auflaufen, mit einem nahe der Seitenlinie klebenden Götze links (Götze heute bester Mann in den ersten, entscheidenden 45min) und einem Freelancer Özil (besser drauf als in den Testspielen) von halbrechts reinrauschend – eine Aufstellung, die schnell in mehreren fantastischen Spielzügen zu Spielbeginn resultierten, die dann auch u.a. zum nicht unberechtigten Elfmeter und zur Ecke vor dem 2:0 führten.

Den Elfer gibt nicht jeder Schiri, aber es ist grundsätzlich mal eine gute Idee, sich mit schnellen Spielzügen gegen eine hüftsteife Abwehr durchfummeln zu wollen, insofern fast logische Konsequenz, dass es den einen oder anderen aussichtsreichen Freistoß/Elfer geben würde. Andererseits: Man hätte eventuell für Notbremse sogar noch Rot hinterher schicken können.

Hinten fand ich die Idee mit Lahm als defensiver Unterstützung für die Innenverteidiger eine gute Idee. Lahm hatte anfangs aber Schmetterlinge und hätte um ein Haar einen schnellen Gegentreffer verschuldet, cruiste sich dann aber in die Partie und blieb über die restliche Spielzeit unbeschadet. Spätestens nach dem 3:0 war es dann sowieso ein Trainingsspiel. Auch hier: Sehr kühl runtergespielt. Die demoralisierten Portugiesen nicht brutal unter Druck gesetzt, sondern das mitgenommen was man mitnehmen konnte ohne sich in irgendeiner Form zu verausgaben.

Die Portugiesen. Wo ansetzen? Ronaldos Frisur kam unbeschadet aus der Partie, und bei einem seiner Freistöße Präsizion gezeigt, die Einmannmauer Lahm zielgenau abgeschossen. Pepe mit einer roten Karte, weil er vergaß, dass man sich im portugiesischen Trikot nicht wie im madrilenischen aufführen sollte.

Manche meinen, die Rote Karte war überzogen. Vielleicht war sie das. Aber gut von Müller, dass er nach dem angedeuteten „Köpfler“ nicht erneut mackierend zu Boden fiel, und auch gut, dass er sich nicht selbst zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ. Man muss keine Rote Karte zücken, aber wer Pepe heißt, sollte sich nicht wundern. Mereiles dürfte übrigens auch noch von der FIFA-Disziplinarkommission hören (via Guardian) (edit: oder auch nicht – siehe Kommentare):

Bei den Portugiesen wurden zudem Coentrao und Almeida verletzt runtergetragen – das tut weh, auch hinsichtlich der nächsten Gruppenspiele. Es lief also extrem viel gegen Portugal, aber muss man sich deswegen so schnell so wehrlos seinem Schicksal ergeben? Der Zusammenfall dieser Mannschaft kommt nicht zum ersten Mal, und ist ein altes portugiesisches Mentalitätsproblem.

Zusammenfassend war es sicher ein sehr guter Auftakt für Deutschland, das nun den Gruppensieg fast pfannenfertig hat. Dass man nach 4:0-Siegen nicht in grenzenlose Euphorie verfallen sollte, weiß man spätestens seit 2010, wo jeweils eine 0:1-Klasche folgte. Aber insgesamt war es ein Mut machender Auftritt, wenn man ohne seinen besten Stürmer (Reus) in der Lage ist, einen als gefährlichen Außenseiter gehandelten Gegner fast spielerisch an die Wand zu nageln.

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3 Kommentare zu “WM-Caipirinha 2014: Deutschland – Portugal | Gruppe G

  1. Mrelies zeigt übrigens die ZEIGEfinger, nicht den Stinkefinger .. er hat einfach nur mit seinen Kollegen die Umstellung abgesprochen nachdem Pepe raus ist ..

  2. Auf das Bild von Meirelles bin ich auch reingefallen. Sieht aber auf dem Foto in der Tat im ersten Moment seltsam aus.

    Zum Spiel kann man eigentlich nur sagen, günstiger Schiedsrichter und Portugiesen die Deutschland den gefallen getan haben hoch zu verteidigen. Ich gehe davon aus, dass die kommenden Gegnern der Nationalelf nicht mehr den gefallen tun werden, den Müller, Özil und Götze so viel Raum zu lassen hat schon etwas selbstmörderisches.

    Ghana und die USA werden da vermutlich schwerer zu bespielen sein.

  3. Der Müller ist einfach geil. Seitdem van Gaal ihn vor ziemlich genau 5 Jahren zum Profi gemacht hat, gibt der Junge einfach nur vollgas. UNVERZICHTBAR für DFB & FCB.

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