Wer hat den schwersten NFL-Spielplan 2014/15?

Den vergangenen verregneten Samstag habe ich nutzen können, um nach langen Monaten die Stammdaten für das Power-Ranking auf die Saison 2014/15 zu aktualisieren plus den Algorithmus zu verfeinern. Die erste Schreibübung darüber betrifft das Experiment, mittels der vergangenen Saison den Strength of Schedule für die kommende Saison zu schätzen. Ich halte hierbei nichts von Sieg/Niederlagen-Addition. Ich habe lieber die Siegchancen lt. Power-Ranking der vergangenen Saison verwendet.

Divisionsstärke in der abgelaufenen Saison 2013/14

Divisionsstärke in der abgelaufenen Saison 2013/14

Für Neulinge kurz die Funktionsweise des NFL-Schedules: Jedes Team spielt in der NFL 16 Saisonspiele: Je zweimal spielt man gegen die drei Divisionsrivalen (macht 6 Spiele), dann je eins gegen vier Teams aus einer Division der eigenen Conference (4 Spiele), je eins gegen vier Teams der anderen Conference (4 Spiele), und die restlichen zwei Partien werden gegen die beiden verbleibenden Teams der eigenen Conference absolviert, die in der vorangegangenen Saison die gleiche Platzierung erreicht haben – also die Ersten gegen die Ersten, die Zweiten gegen die Zweiten usw. (2 Spiele). Macht 16 Partien. Macht einen ausgewogenen Schedule unmöglich und fördert im Beispiel der Platzierungsspiele sogar das Chaos, aber das soll uns recht sein.

2014 sind für die Conference-internen Divisions-Duelle jeweils East-West und North-South Vergleiche angesetzt. Für die out of conference-Duelle werden die Divisionen wie folgt aufeinander gematcht:

  • AFC East vs NFC North
  • AFC North vs NFC South
  • AFC South vs NFC East
  • AFC West vs NFC West

Damit können wir den SOS (strength of schedule) für 2014/15 schätzen. Ich habe neben dem SOS in absoluter Form (SOS-Spalte) auch eine Regress-Spalte eingebaut. Die Regress-Spalte ist um den Faktor 0.55 gen Mitte angenähert – 0.55 ist die Korrelation des Power-Rankings von einem Jahr zum nächsten.

NFL Strength of Schedule, Team für Team, 2014/15

NFL Strength of Schedule, Team für Team, 2014/15

Die Teams der NFC West galten schon letztes Jahr als gigantische Kaliber, und weil sie nicht nur 6/16 der Spiele gegen sich selbst bestreiten, sondern dazu noch auf die NFC East und AFC West angesetzt sind – zwei Divisionen mit 2013-Value über .500 – spuckt der Algorithmus gleich alle vier Teams unter den fünf schwersten Schedules 2014 aus.

57% ist der Heimvorteil, sprich: Das durchschnittliche NFL-Team gewinnt auf neutralem Boden 50% der Spiele gegen das durchschnittliche NFL-Team – das sollte intuitiv sein. Zuhause gewinnt es 57% der Spiele.

San Francisco, Oakland und St Louis kann man daher prinzipiell so lesen: Diese Mannschaften müssen gegen einen Schedule antreten, der 16 Auswärtsspielen gegen eine durchschnittliche NFL-Mannschaft entspricht.

Umgekehrt dürfen Houston und Tennessee gegen das Äquivalent von 16 Heimspielen gegen ein durchschnittliches NFL-Team spielen.

Arme Raiders… da schätzt dich jeder schon als grottenschlecht ein, und dann kriegste den zweitheftigsten Schedule der Liga. Da bahnt sich bei aller Schlechtigkeit der Jaguars schon ein echter Favorit auf den Top-Pick an.

Viele scheinbare Schedule-Ungerechtigkeiten negieren sich natürlich auch, weil Teams 12/16 der Partien gegen die exakt gleichen Gegner bestreiten, die auch ihre Divisionskonkurrenten bestreiten müssen (die Ausnahmen sind die beiden Spiele untereinander + die beiden Positionsspiele).

Aber im Quervergleich, der möglicherweise das Conference-Seeding beeinflusst, kann der Schedule schon massive Auswirkungen haben und über Qualifikation/Ausscheiden oder über Playoff-Heimvorteil mitentscheidet.

Ich bin noch nicht soweit, tiefer in die Vorschaukugeln zu gucken, aber gefühlt stehen wir vor einer Saison, in der die Spitze spitzer geworden ist, der Bodensatz verkleinert auf maximal eine Handvoll Teams, und dazwischen eine Unzahl Mannschaften steckt, bei denen ein Ausschlagen nach oben oder unten denkbar ist. Sprich: Wir können wieder drei, vier klare Superbowl-Favoriten benennen, drei, vier Teams mit Ansprüchen gen Top-Pick, aber dazwischen ist der Bulk größer geworden als noch vor einem Jahr.

7 Kommentare zu “Wer hat den schwersten NFL-Spielplan 2014/15?

  1. Die NFC East wird stärker eingeschätzt als die NFC South? Kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen.

  2. Tss. Da gewinnen die Eagles die Division und bekommen dann im nächsten Jahr auch noch den leichtesten Schedule.

  3. „Verblüffend scheint auch, dass die NFC East vor der NFC South gereiht ist, was aber vor allem daran liegt, dass die South-Division dieses Jahr zwei Totalschaden durchleben musste. Die beiden Topteams der South-Division waren Titelkandidaten.“

    Ist nunmal Statistik.

    Glaube aber auch, dass die NFC SOuth eine der schwersten/ausgeglichensten Divisionen diese Saison wird – zumindest, wenn Buccs und Falcons sich so entwickeln, wie allgemein erwartet und die Panthers nicht komplett abstürzen.

  4. @red7: Das liegt vor allem daran, dass die Divisionskonkurrenten gegen die Eagles (exzellentes Rating 2013) spielen müssen, während die Eagles nicht „gegen sich selbst“ antreten.

  5. Was mich interessieren würde, ist wie es denn mit Reliabilität und Validität der Strengh of sheduele aus?

    Wenn ein Team auf Position 2 des Rankings eine 11-5 Season hat, dann müsste es laut Ranking ein Team mit einer 11-5 Season auf Position 17 in den Playoffs schlagen
    -richtig?

    Hast du zufällig Werte da, in wie weit sowas dann auch wirklich eintrifft?

  6. @panthersnation:

    Wenn ein Team auf Position 2 des Rankings eine 11-5 Season hat, dann müsste es laut Ranking ein Team mit einer 11-5 Season auf Position 17 in den Playoffs schlagen

    Es sollte das Team auf Position 17 in 50+x% der Fälle schlagen. Das Ranking errechnet Wahrscheinlichkeiten. Ein höher geranktes Teams sollte auf neutralem Feld ein niedriger geranktes Team öfter schlagen als nicht.

    Preview-Genauigkeit des Rankings, was die absoluten Tipps angeht, liegt seit Jahren zwischen 63% und 70%. Das kann man wenig nennen, wenn man 57% allein damit schafft, wenn man das Heimteam pickt. Das kann man viel nennen, wenn man annimmt, dass 50% eines Spiels vom Zufall entschieden werden (eine realistische Annahme) und damit selbst mit optimierten Methoden nicht mehr als 50 + 50/2, also 75% mit Rechenleistung zu tippen sind.

    Ob ein 80%-Favorit auch 80% der Spiele gewinnt? Ich habe seit vier Jahren nicht mehr die Zeit gefunden, eine solche Analyse zu machen. Bei ca 200 kalkulierbaren Spielen pro Jahr ist das im Football auch aufgrund zu kleiner Testmenge schwierig. Man kann Grüppchen bilden, und ja: Die 50/50 Spiele gehen auch überwiegend 50/50 aus, die 60/40 Spiele gegen roundabout 60/40 aus, die 80/20 gehen roundabout 80/20 aus.

    Man kann es so sehen: Die Spreads aus diesem Ranking schlagen die Vegas-Opening Lines in zirka 52% der Fälle – also öfter als nicht, aber leider zu selten um Geld zu machen (dazu muss man sie in 57% der Fälle schlagen 😉 ).

  7. Hallo Leute 🙂 !!!
    Mal wieder eine Frage, abseits des Themas von mir an euch 😀 !!!

    Habe gerade aufm iPad die NFL Mobile App aktualisiert und da wird jetzt angezeigt, dass man die Pre-Season Spiele kostenlos LIVE gucken kann und der Audio-Pass sogar komplett für Pre-Season und regular-Season kostenlos angeboten wird 🙂 !!!

    Hat jemand von euch nähere Informationen dazu 🙂 ?!
    Weiß jemand, ob wenn ich die Pre-Season abwarte, der Preis für den GamePass billiger wird 🙂 ?
    Und abschließend, habt ihr schonmal Erfahrungen damit gemacht, den GamePass billiger per Proxy zu kaufen? Muss ich beim Land, wenn ich bezahle, dann ganz normal meine Daten angeben oder das Land in dem ich vorgauckel zu sein, während meines Kaufes 🙂 ?!

    Grüüüüüüße 🙂 (y)

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