Recap vom ersten College-Football Wochenende 2014

Schlechtwetter auf der Alm, also hatte ich ein bisschen Zeit für das Auftaktwochenende im College-Football.

Penn State 26, Central Florida 24. Ein spannendes Spiel in einem gut gefüllten und stimmungsvollen Croke Park in Dublin. Penn States Hero war am Ende einer, der schon viel sportliche Scheiße hinter sich gebracht hat: Kicker Sam Ficken, landesweit berühmt geworden durch seine krassen Fehlkicks vor zwei Jahren gegen Virginia. Ficken versenkte am Samstagnachmittag nicht bloß vier Kicks. Er versenkte den entscheidenden mit wenigen Sekunden auf der Uhr. Penn States Offense sah um QB Christian Hackenberg spektakulärer denn je aus, und Hackenberg ist mit seinen pfeilschnellen neuen Receivern schon jetzt ein Kandidat zum Anschauen.

UCF enttäuschte seinerseits nicht wirklich: Eine Halbzeit lang war das eine zähe Geschichte, aber als QB Justin Holman eingewechselt wurde, wendete sich das Blatt und UCF brachte plötzlich explosive Offense mit rattenscharfen downfield-Pässen aufs Parkett. Am Ende bleibt das Gefühl, das man schon vorher hatte: Penn State stellt eine gute Mannschaft, die heuer aber aufgrund der mangelnden Tiefe das eine oder andere Gratisspiel verschenken wird, schlicht weil man 90% der Snaps mit der Einser-Garnitur spielen muss.


Virginia 20, UCLA 28. Schwache Geschichte von den gehypten UCLA Bruins, deren Offense nie in Schwung kam. Die Kommentatoren entschuldigen UCLAs Performance mit der langen Anreise plus der für Westküsten-Teams ungewohnten Kickoff-Zeit von 12h Ortszeit Ostküste, aber Fakt ist auch: UCLA brauchte seine Defense mit 3 Touchdown-Returns um das Spiel gegen ein mittelklassiges ACC-Team zu gewinnen. Bedenklich sollte vor allem stimmen, dass der hochgejazzte QB Hundley hinter der Offense Line weiter verbrannt wird: Fünf Sacks in einer Halbzeit.


West Virginia 23, Alabama 33. Keine rauschende Performance von Alabama im ersten Spiel ohne QB McCarron, und der neue OffCoord Lane Kiffin, eh schon ein leichtes Ziel für die Medien, bekam viel auf die Fresse für die stockende Offense. Alabama spielte überraschend fast komplett ohne den neuen QB Coker, dafür bekam QB Blake Sims fast alle Snaps. Sims war nicht schlecht. In den entscheidenden Momenten ging er fast immer mit seinem Top-WR Cooper (12 Catches für 130+irgendwas Yards). Er hat sich mit der Performance aber weder den Stamm-Job gesichert noch ihn verloren: Coker wird in den nächsten Spielen seine Snaps sehen.

West Virginia kann nach der Horrorsaison 2013 auch auf einen soliden Einstand zurückblicken, auch wenn man sich vorwerfen lassen muss, etliche Chancen nicht genutzt zu haben: Drei, vier Drops weniger, und Alabama wäre in ernsthafte Bedrängnis gebracht worden. Auf Crimson-Seite muss man dazu anmerken, dass wir uns die Defense notiert haben: Vor allem im Defensive Backfield sah das wackeliger aus als man annehmen konnte.


Georgia 45, Clemson 21. Das Spiel war eine Halbzeit lang eine offene Geschichte (24-21 zur Pause). Die Geschichte wurde aber nach der Pause geschrieben, als der heimliche SEC-Favorit Georgia gewaltig aufgeigte. Wie viele 1st-Downs machte Clemsons Offense in der zweiten Hälfte? Eines? Ich las was von 15yds Offense in Q3 und Q4 zusammen. Georgia dazu mit einem extrem dominanten Laufspiel mit etlichen langen Läufen: RB Gurley nicht bloß mit einem 100yds-Kickoff TD, sondern auch mit 198yds aus bloß 15 Carries. Seine Backup Nick Chubb, ein mir bislang komplett unbekannter Mann, mit ca. 70yds aus 4 Carries.

Georgias Einstand bekräftigte ihren SEC-Mitfavoritenstatus, auch angesichts des überraschendes Debakels vom vermeintlich ärgsten Divisionskonkurrenten South Carolina. Clemson dagegen wurde zurecht gestutzt. Mit so einer Offense Line dämmert spätestens in drei Wochen das nächste Debakel, wenn es gegen Florida State geht.


Florida State 37, Oklahoma State 31. Jenes Florida State hatte selbst so seine Probleme mit Oklahoma State – OSU wird vor dieser Saison ambivalent eingeschätzt: Die einen sehen in den Cowboys einen Big-12 Mitfavoriten, die anderen ein mittelmäßiges Team im Umbruch. Nach der ersten Performance tendiert man eher zu ersterem, denn es war eine starke Leistung. FSU-QB Jameis Winston sah noch nie so verwirrt aus wie am Samstag. Winston brauchte lange um sich ins Spiel zu cruisen, und erst als er WR Greene für ca 200yds gefunden hatte, kam die Seminoles-Offense in Gang. Gute Vorstellung von OSUs Defense.

OSU seinerseits stellt eine interessante Offense: Hier wird riskant geworfen, was zu wenigen Completions führt, dafür aber zu spektakulären Plays. In Sachen Jimbo-Fisher Watch fand ich befremdlich, dass FSU im vierten Viertel nach dem TD zum 36-24 keine 2pts-Conversion spielte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s