Notizblock Eagles @ Colts, NFL 2014, Woche 2

Pac10 feeling zum Abschluß von Woche 2: Stanfords Andrew Luck und Pep Hamilton gegen Oregons Chip Kelley. Die Frage war, ob die Verteidigungen hier nicht überrannt werden von zuviel Offensivpower. Und natürlich, ob Luck ESPN-Kommentator Jon Gruden nochmal zeigt, daß „Spider 2 Y Banana“ immer noch einer seiner Lieblingsspielzüge ist.

Überrannt wurde aber erstmal die Front-7 der Philadelphia Eagles. Die so oft verlachten Ahmad Bradshaw und Trent Richardson rammten immer und immer wieder ihre massigen Körper durch die Verteidigungsreihen. OC Pep Hamilton hatte sich einen sehr lauflastigen gameplan zurechtgelegt. Die Colts zeigten viele Aufstellungen mit nur einem oder zwei WRs. Viele verschiedene Laufspielzüge hatten sie gar nicht, aber die sie hatten, die funktionierten lange sehr gut. Vor allem der weak side counter hinter einer unbalanced line (der Left Tackle stellt sich rechts neben dem RT auf; die LT-Position übernimmt ein TE) schien die Eagles zu überfordern, obwohl gerade die Eagles-O letzte Saison sehr oft mit unbalanced lines operiert hat.

Jedenfalls ging das für Indy lange sehr gut, so ungefähr bis Ende des dritten Viertels. Beim Stand von 6-20 machte der Angriff um den wieder recht wackeligen Nick Foles den ersten Touchdown um auf 13-20 aufzuschließen. Im ersten darauf folgenden Angriff der Colts fumblet Richardson natürlich den Ball. Zwei-, dreimal McCoy durch die Mitte und wir gehen mit einem Unentschieden in das letzte Viertel.

Weil aber Andrew Luck Andrew Luck ist, führt er seine Colts in sechs Minuten über 80 Yards in die Endzone. Von den 12 Spielzügen waren nur zwei Läufe für Bradshaw, die anderen 10 Paßspielzüge. Ein three-and-out von Philadelphia später steht Indy an der gegnerischen 22-Yard-Linie. Das Laufspiel war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu gebrauchen. Die Offense sah so aus wie letzte Saison: zwei Läufe bei den early downs für keinen Raumgewinn, den dritten Versuch verwandelt dann Luck. Das hat in diesem 5-Minuten-Drive auch zwei mal geklappt, beim dritten 3rd Down hat dann jemand aus Terry McAulys Crew ein hold oderr DPI großzügig übersehen, T.Y. Hilton stürzt und der Ball landet direkt in Malcolm Jenkins‘ Händen.

In der darauffolgenden Serie der Eagles wird Shady McCoy für Raumverlust zu Fall gebracht, das hätte zu einem langen 3rd Down geführt – wenn nicht jemand aus Terry McAulys Crew einen Phantom-Horse-Collar gesehen hätte. Statt dritter-und-lang ist es ein neuer 1st Down, kurzer Paß zu Sproles, der 51 Yards mit high speed wie früher Sonic The Hedgehog bis in die Endzone rollt. McAulys Crew ist letzte Woche schon sehr negativ beim Spiel 49ers/Cowboys aufgefallen.

Official Gamebook

Nochmal Sproles: er hat den Eagles das Spiel gerettet mit seinen big plays (190yds from scrimmage bei 11 touches). Indy hatte das Laufspiel ganz gut im Griff und Foles war, wie gesagt, wackelig, vor allem die red zone offense sah wieder schlecht aus. Aber zur Not streut eben Sproles die zwei wichtigen big plays ein, die am Ende soviel bringen wie fünf schöne lange drives, die in Field Goals enden. Philadelphias Angriff ist immer gefährlich, immer nur einen Spielzug vom Touchdown entfernt, auch wenn der Angriff insgesamt stockt. Das Problem für Indys Defense waren dann auch die big plays, sonst haben sie überraschend gut verteidigt, das macht zumindest Hoffnung, daß Luck nicht jede Woche 30 Punkte machen muß.

In Indys Offense hat Pep Hamilton noch nicht so richtig raus, was er machen will (oder machen sollte). Er hat ja bekanntermaßen diesen „old school power running smashmouth football add more buzzwords“ background, und es hat ja lange auch gut funktioniert gegen die Eagles (Richardson + Bradshaw 34 rush/150yds). Aber ein Andrew Luck, der nicht nur einen starken T.Y. Hilton hat; einen zurückgekehrten Reggie Wayne; einen Hakeem Nicks, der um einen großen Vertrag spielt; einen Dwayne Allen, Liebling aller Footballnerds 2012 vor seiner Verletzung; einen angeblich hochtalentierten Rookie Donte Moncrief – vielleicht sollte dieser Paßangriff eine größere Rolle spielen als Trent Richardson. In der West Coast Offense galt der Grundsatz: you pass to set up the run. Das würde hier auf jeden Fall mehr Sinn machen als „you let Richardson run to set up Andrew Luck„. Das hat der gar nicht nötig.

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