Notizblock 49ers@Cardinals – NFL 2014, Woche 3

Die San Francisco 49ers (1-1) sind in den ersten beiden Wochen noch etwas unsicher rumgestolpert; in Woche 1 zu einem Sieg gegen Dallas, in Woche 2 haben sie einen großen Vorsprung gegen Chicago verloren. Die Arizona Cardinals (2-0) haben die ersten beiden Spiele knapp gewonnen, zur Saisoneröffnung einen coin flip gegen San Diego; letzte Woche haben ihnen die Giants mit ihren Dämlichkeiten den Sieg hinterhergeworfen.

Arizona hat auch ohne Daryl Washington und Karlos Dansby (und auch ohne Darnell Dockett, aber der war schon lange nicht mehr so gut wie sein Ruf) eine starke Laufverteidigung. Aber was San Frans OC Greg Roman sich da für einen gameplan zurechtgelegt hat, war schon sehr ungewöhnlich. Der Plan: Colin Kaepernick macht alles, die anderen gehen bitte aus dem Weg.

In der ersten Halbzeit gabs für Kapernick 18 Paßversuche und neun Laufspielzüge, Carlos Hyde und Frank Gore bekamen zusammen nur sieben mal den Ball. Aber das funktionierte ganz gut. Die ersten beiden drives liefen für 80 beziehungsweise 75 Yards bei insgesamt 26 plays zweimal in die Endzone. Da auch die Cards einen langen 8-Minuten-Drive am Leben hielten, hatten die 49ers in Hälfte eins nur dreimal den Ball.

Wie so oft hat Roman es Kaepernick relativ einfach gemacht. Es gab viele roll-outs, moving pockets und simple reads: guck zu WR X und wirf, wenn er frei ist, wenn nicht, dann lauf selbst. Das hat Kaepernick auch gut gemacht. Werfen kann er ja hart und mittlerweile meistens auch genau, nur komplexe Situationen unter Druck schnell analysieren und dann die riichtige Entscheidung treffen – da hapert es noch immer, aber wie gesagt: diese Verantwortung nimmt Roman ihm auch ab.

[Official Gamebook]

Diese Schwächen Kaepernicks kennt natürlich Arizonas DC Todd Bowles. Und so hat er die wildesten blitzes auf San Frans Angriff geworfen und nicht nur beim QB, sondern auch bei der Offensive Line für erhebliche Verwirrung gesorgt. Vor allem die Safeties Rashad Johnson, Tony Jefferson und Deone Buchanon waren ständig in der box und haben die verschiedensten gaps attackiert. Überhaupt ist diese Bowles-Defense ungemein aggressiv und proaktiv: da wird geblitzt kreuz und quer von allen möglichen Positionen ohne Rücksicht auf Verluste.

Auf den Fernsehbildern war es nicht zu erkennen, ob die die fehlenden tiefen Pässe, die bei so einer aggressiven Spielweise mit acht Mann in der box und vielen blitzes zwangsläufig als Möglichkeiten existieren, nicht von Kaep gemacht wurden, weil er sie nicht gesehen hat – oder ob Patrick Peterson und Tyrann Matthieu tief das so gut verteidigt haben. Jedenfalls gab es keine tiefen Pässe. Alle Pässe San Frans waren um die LOS herum oder höchstens fünf, sechs yards dahinter. Immerhin hat sich Kaepernick nur einmal sacken lassen durch seine starken scrambles und hat keine INT geworfen. Etliche andere QBs hätten sich gegen diese Cardinals hochexplosiv selbst zerstört.

Arizonas Offense war insgesamt schlechter – hatte aber die wichtigen big plays. Erster drive, zweite Hälfte: 45-yd-Paß zu Michael Floyd; 24-Yard-TD-Paß zu Rookie John Brown, 13-14. Nächster Cards-drive über insgesamt 66 yards, davon 30 durch Strafen und 21 wieder durch John Brown wieder in die Endzone, 20-14 Arizona.

Und dann hat San Fran so gespielt, wie Jim Harbaugh immer an der Seitenlinie seine Spirenzchen macht: überemotional, dämlich und ständig am Rumjammern, daß man ungerecht behandelt wird. Nachdem sie das Feld mit ihrem Kurzpaßgedudel runtermarschiert sind, wird aus einem 1st&goal an der 5-Yard-Linie durch einen Kopfstoß Anquan Boldins und einer Strafe wegen clippings ein 3rd&goal von der 34. Der Field-Goal-Versuch wird geblockt. Im folgenden drive wirft Ted Ginn einen Paß. Eine holding penalty gegen Arizona wird durch eine Strafe wegen tauntings gegen CB Culliver aufgehoben. In In den ersten drei Minuten des vierten Viertels hatten die 49ers vier personal foul penalties; später in dem drive noch ein unnecessary roughness call (helmet to receiver) on 3rd down.

Die 49ers hatten dann sogar noch Glück, weil Larry Fitzgerald den Ball an der 5-Yard-Linie fumblet, aber die eigene Offense konnte dann nichts mehr draus machen.

Es war das dritte Spiel für SF ohne TD in der zweiten Hälfte; ohne Punkte überhaupt im vierten Viertel; Punkte zusammengenommen aus den ersten drei Spielen jeweils Hälfte zwo: 52-3 für die anderen. Arizona dagegen in vierten Vierteln: 30-0. Trotzdem bin ich von Arizonas Angriff nicht überzeugt, ohne Fehler der Gegner würden sie jetzt wahrscheinlich bei 0-3 stehen.

2 Kommentare zu “Notizblock 49ers@Cardinals – NFL 2014, Woche 3

  1. „letzte Woche haben ihnen die Giants mit ihren Dämlichkeiten den Sieg hinterhergeworfen“ sehr sachlich!!

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