Sonntagsvorschau Woche 4 | NFL 2014

Football!


Nach drei pickepackevollen Sonntagen um in die Saison zu cruisen, sorgen die ersten byes für ein bißchen Luft. Frei haben diese Woche: Cardinals, Bengals, Browns, Broncos, Seahawks, Rams. Um 19.00Uhr deutscher Zeit gibt’s nur sieben Spiele; eine gute Gelegenheit, sich mal Teams anzuschauen, die man sonst eher ignoriert.

Die frühen Spiele – 19.00Uhr

Die Miami Dolphins (1-2) und die Oakland Raiders (0-3) zum Beispiel. Ich kann die Dolphins immer noch nicht recht einschätzen. Nach einem überzeugenden Sieg gegen New England zur Saisoneröffnung sollen es in den letzten zwei Wochen gegen Buffalo und Kansas City recht leblose Veranstaltungen gewesen sein. HC Joe Philbin hat unter der Woche etwas mißverständlich über Ryan Tannehill geredet und damit eine kleine QB controversy angefacht. Die Oakland Raiders haben eine sehr lahme Offense um Rookie-QB Derek Carr, aber ihre Defense ist ganz OK. In Justin Tuck, Antonio Smith und Khalil Mack haben sie drei gute pass rusher um Miamis suspekte OLine unter Druck zu setzen. Interessant noch bei Oakland: es starten fünf Rookies, GM McKenzie scheint dieses Jahr ein gutes Händchen gehabt zu haben. Neben Carr und Mack sind es Guard Gabe Jackson, DL Justin Elis und nickel cornerback (und punt returner) T.J. Carrie.


19.00Uhr

Bills @ Texans
Panthers @ Ravens
Lions @ Jets
Packers @ Bears
Titans @ Colts
Raiders @ Dolphins
Buccaneers @ Steelers

Auch so zwei Teams, die gerne ignoriert werden, sind die Buffalo Bills (2-1) und die Houston Texans (2-1). Eine der beiden Mannschaften wird Sonntagabend eine 3-1-Bilanz haben und ihre Division im Oktober anführen, was beides sehr überraschend wäre. Buffalo überzeugt vor allem mit einer soliden Verteidigung. Der neue DC Jim Schwartz hat hier eine Defensive Line gefunden, wie er sie mag: Kyle Willams, Marcell Dareus und Mario Williams können noch jede OLine schlecht aussehen lassen; hinten passen CB Corey Graham und Safety Aaron Williams auf. Der Angriff um E.J. Manuel sieht immer noch unterdurchschnittlich aus, aber immerhin machen sie kaum Fehler. Houston ist ähnlich: Defense stark, Offense mies. Die Frage in Texas ist vor allem, wie lange Ryan Fitzpatrick noch spielen darf.


Die Baltimore Ravens (2-1) empfangen eine windelweich geprügelte Mannschaft aus der Nachbarschaft. Die Carolina Panthers (2-1) wurden letzte Woche vor aller Augen von den Pittsburgh Steelers vermöbelt. So wie Le’veon Bell am Sonntag ist in den letzten Jahren schon lange niemand mehr über die hochgelobte Defense drübergefahren. Die Offense sah nicht viel besser aus und hat jetzt keine Running Backs mehr: Mike Tolbert fehlt einen Monat, Jonathan Stewart hat sich wieder das Knie verdreht, Notfall-backup Fozzy Whitaker ist auch verletzt; da bleibt nur noch DeAngelo Williams, der selbst von einer Verletzung zurückkommt.


Neben WR Steve Smith, der seinen dritten Frühling in Baltimore erlebt und so richtig Bock drauf hat, den Panthers einen reinzuwürgen, die ihn nach mehr als zehn Jahren entlassen haben, gefallen vor allem die beiden Guards Kelechi Osemele und Marshal Yanda. Hinter den beiden beweglichen Risen findet auch das seltsame RB-Trio Justin Forsett, Bernard Pierce und Lorenzo Talifaerro immer wieder Platz zum laufen.


Das zweite Topspiel um 19.00 Uhr ist der NFC-North-Klassiker Green Bay Packers (1-2) gegen Chicago Bears (2-1). Green Bays Offense ist noch nicht so richtig in die Gänge gekommen und die Defense sieht schlechter aus als befürchtet. Die Bears auf der anderen Seite mausern sich zu einem beliebten sleeper pick. Marshall/Jeffery/Bennett haben von Cutler schon 50 Bälle für mehr als 500 Yards und acht Touchdowns gefangen. Da macht es auch nichts, daß das Laufspiel um Matt Forte nicht aus’m Knick kommt. Die Cheeseheads stehen hier schon unter gehörigem Druck, in ihrer starken Division mit den Bears und den Lions (2-1; spielen gleichzeitig bei den Jets, 1-2) nicht schon ins Hintertreffen zu geraten.

Die späten Spiele – 22.05/22.25Uhr

Es krieselt etwas bei den San Francisco 49ers (1-2). Sie wurden letzte Woche von den Arizona Cardinals (3-0) in Grund und Boden geblitzt. Verlieren sie heute wieder, haben sie schon zweieinhalb Spiele Rückstand auf die Wüstenvögel. Bei der Niederlage bekamen die RBs Carlos Hyde und Frank Gore nur neunmal den Ball, der neureiche Colin Kapernick sollte mal richtig hart arbeiten für sein Geld – das lief nicht so gut.


22.05/22.25Uhr

Jaguars @ Chargers
Falcons @ Vikings
Eagles @ 49ers

Die Philadelphia Eagles (3-0) haben nun defensiv stark gegen den Lauf spielt, aber nicht so gut gegen den Paß. Andrew Luck und Kirk Cousins haben Bill Davis‘  Truppe in den letzten zwei Wochen 600 Yards und sechs Touchdowns angedingelt. Da sollte was gehen für Kapernick und sein starkes receiving corps um Boldin, Crabtree, Stevie Johnson, Brandon Lloyd und wahrscheinlich auch wieder Vernon Davis.


Die Eagles ihrerseits haben eine sehr große Baustelle: die Offensive Line. Bis auf Left Tackle Jason Peters sind alle starters verletzt. San Frans Defense hat bis jetzt keine Bäume ausgerissen, aber mindestens solide spielen sie immer in der Ära Hardbaugh/Fangio. Nimmt man noch die Äußerungen von Phillys Cornerback Cary Williams dazu, der das Training für zu hart hält, haben Buck & Aikman genügend storylines, die sie breittreten können.

Sunday Night Football

Zum Abschluß des Sonntags empfangen die New Orleans Saints (1-2) die Dallas Cowboys (2-1). Ja, Dallas hat bis jetzt mehr Spiele gewonnen als NO. Befürchtet worden war in Dallas eine katastrophale Verteidigung, bis jetzt war sie immerhin in Ordnung. Die katastrophale Verteidigung gab es dafür zwei Wochen lang in New Orleans zu sehen; immerhin war es letzten Sonntag in Minnesota schon etwas besser.


Aber diese Cowboys um Tony Romo können noch jeder Defense 30 Punkte einschenken. Nicht nur, weil sie ein starkes Paßspiel mit den WRs Dez Bryant/Terrance Williams/Colt Beasley haben, sondern hinter starken Offensive Line und RB DeMarco Murray auch ein erstklassiges Laufspiel.


Die Saints ihrerseits sahen bisher nicht so aus wie die große Dampfwalze. Es hakt und klemmt immer irgendwo. Vor allem hat Drew Brees noch mit keinem WR außer Rookie Brandin Cooks eine gute Abstimmung gefunden. Aber am Ende ist Drew Brees eben Drew Brees und auch die RBs Mark Ingram und Khiry Robinson werden gut ins Spiel eingebunden, sodaß es keinen Grund zur Panik gibt. Die gibt es auf beiden Seite in der Verteidigung. Das könnte ein wilder shoot-out werden, 60+ Punkte und am Ende einen Tony Romo, der das Spiel entscheidet. Es ist schließlich prime time.

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8 Kommentare zu “Sonntagsvorschau Woche 4 | NFL 2014

  1. Also ich fand ja, dass die Packers Defense gegen die Lions besser als erwartet aussah. Dafür sah die Offense viel schlechter als erwartet aus… 😦

  2. Hätte mich auch über einen kleinen Bericht über die Lions gefreut. Die fallen ja aber leider bekanntlich bei Hermanm regelmäßig unter den Tisch 😦 !!!

    Gibt es gleich einen Live Blog von Korsakoff :)?

  3. Packers wieder wie gewohnt, Offense klickt und die Defense etwas dubios, vor allem gegen den Lauf… 😉 Kein Dreck was Forte da gerannt ist und Bennett ist ein Viech, fast unstoppable. War aber ein unterhaltsames Spiel, allerdings mit katastrophalen Schiedsrichterentscheidungen. Gott sei Dank hat sich das irgendwie halbwegs ausgeglichen…

  4. @Meiklson
    Ha! Die Schiedsrichter, ich hab’s auch gerade irgendwo anders gelesen. Es war mal wieder Terry McAulys crew, die hier schon in den ersten beiden Wochen negativ aufgefallen ist: [1] und [2]. Ich reg mich kaum über Schiedsrichter auf, aber McAuly und seine Leute fallen mittlerweile regelmäßig auf.

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