Samstagsvorschauer für College-Football, Woche 6

Es ist ein spektakulärer sechster Spieltag im College-Football, mit etlichen reizvollen Ansetzungen. SPORT1 US wird nur einen Teil davon bringen (die besten darunter nicht), aber lass uns einmal die ganze Riege durchgehen.

#12 Mississippi State – #6 Texas A&M | 18h, live bei SPORT1 US. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass der Head Coach von Texas A&M, Kevin Sumlin, eine Granate von Offensiv-Geist ist. Sumlin verliert in Johnny Manziel, Jake Matthews und Mike Evans die drei prägenden Angriffsspieler, und schiebt eine fast ebenso spektakuläre, mindestens gleich gute, Offense nach. Schlüsselspieler dort ist der QB-Grünschnabel Kenny Hill, dem man seine Unerfahrenheit keinen Funzen ansieht. Mississippi State ist auch noch ungeschlagen. Auch bei den Jungs von Dan Mullen ist der Quarterback die Schlüsselfigur, der laufstarke Dak Prescott. Die Bulldogs sollten aber auch zuhause Außenseiter sein: Ihre Secondary gilt als zu schwach, als dass die mächtige Front-Seven die Aggies ins Wanken bringen kann.

#1 Florida State – Wake Forest | 21h30, ESPN-Player. Die Fassade der Seminoles beginnt trotz Ungeschlagenheit zu bröckeln. Man ist nicht mehr die Dampfwalze des letzten Jahres, deutet jede Woche eine neue Sollbruchstelle an – inklusive einer Defense, die sich zuletzt als erstaunlich zahnlos im Passrush andeutete. Abseits des Spielfelds kriegt der einstige Strahlemann-QB Jameis Winston jede Woche deutlicher auf die Fresse, riskiert, Tebow- oder Manziel-mäßig durch den Boulevard gejagt zu werden. Wo es bei Tebow aber Enthaltsamkeit oder bei Manziel Partyfotos waren, wird Winston als unreifer triebgesteuerter Bengel gemalen, geistig nicht weit genug um allein unfallfrei durch das Leben zu gehen. So werden Legenden gebildet.

#11 Ole Miss – #3 Alabama | 21h30. Eine Ansetzung, die leider nirgendwo auf einschlägigem Wege empfangbar ist. Ole Miss ist 4-0, aber gegen einen der einfachsten Schedules der Liga. Über die Offense lässt sich wenig sagen, aber die Rebels-Defense ist eine Augenweide: Schnell, aggressiv, zielstrebig. Wo einstige Super-Recruits wie DE Nkemdiche oder DT Johnson sich die Hand schütteln, wird Alabamas frische Top-Offense sich vielleicht sogar schwer tun. „Alabama“ und „Offense“ war bisher oft sowas wie „Puff“ und „Vatikan“ (zumindest gefühlt), aber heuer soll man sich ausgerechnet mit dem verhassten OffCoord Lane Kiffin zu einer eiskalten Scoring-Maschine gewandelt haben, die imstande ist, dich über viele Wege zu schlagen, egal ob über den QB Philip Sims, den RB TJ Yeldon oder den WR Amari Cooper.

#25 TCU – #4 Oklahoma | 21h30. Auch hier: Nicht einmal ESPN-Player überträgt. Dabei ist das eines der Spiele des Jahres, und obwohl Oklahoma nach fünf Spieltagen auch vom SRS als absolutes Killerteam angesehen wird, gibt es leichtes Upset-Potenzial. TCU ist nicht nur mein Big-12 Favorit dieses Jahr. TCU ist eine Monster-Defense, deren Größe du in absoluten Zahlen nicht messen darfst, denn sie spielt in der passfeurigen Big-12, wo du mit Total-Yards nicht weit kommst. TCU hat noch keinen ernsthaften Gegner gesehen, aber die mittelklassigen Gegner bisher hat man zertrümmert. Die Stärke dieser Defense liegt darin, 25% der gegnerischen Plays schon im Backfield niederzumetzeln oder Turnovers zu machen. Die Hälfte dieser Big-Plays geht allein auf eine Defensive Line, die ihre Saison ohne den eigentlich besten Spieler bestreitet! Die Frage ist mehr, ob TCUs Offense in dieser Partie wird Schritt halten können. Wie gesagt: Leichtes Upset-Potenzial, auch wenn Oklahoma die letzten Jahre gegen die Horned-Frogs immer ein recht gutes Matchup war.

Texas – #7 Baylor | 21h30, ESPN-Player. Zeitgleich findet der “andere” Big-12 Schlager statt. Bei den Texas Longhorns ist die interessanteste Frage dieser Tage, ob sich überhaupt noch eine 11 Mann starke Stammformation zum Auflaufen findet, nachdem Head Coach Charlie Strong seit Wochen mit der Axt über den Campus wütet und alles Spielermaterial rausschmeißt was nicht artig Grüaß-Gott und Pfüat-Gott zu sagen in der Lage ist. Baylor ist… Baylor: Ein jahrelang verspotteter texanischer Winzling im Schatten der Big-Cows, wo Headcoach Art Briles seit Jahren eine unglaubliche Offense spielen lässt. Auch heuer scoren diese Jungs wieder 56.3 Punkte pro Partie. QB Bryce Petty spielt sich gerade in die Rolle des Draft-QBs, der sich im Frühjahr als vermeintlicher Top-5 Mann die Laberei vonwegen „unsaubere Wurftechnik“, „zu viel System-QB“ oder „zu wenig Zahnpastalächeln“ anhören muss.

#9 Notre Dame – #14 Stanford | 21h30. Noch ein 21h30-Schlager? Bitte. Stanford und Notre Dame sind langjährige Rivalen, und in Zeiten, in denen Notre Dame nach und nach traditionelle Rivalen aufgeben muss, hat man sich mit Stanford geeinigt, die guten alten Zeiten weiterleben zu lassen und wird auch künftig gegeneinander spielen (Michigan, Michigan State, Pitt und Purdue wurden dagegen gecancelled). Stanford hat schon eine Niederlage auf dem Konto (Week 2 gegen USC), aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Defense gut wie eh und je, vielleicht besser denn je, ist. Der schwer gehypte Notre-Dame QB Everett Golson wird hier kein leichtes Leben haben – Stanford ist für viele hier der leichte Favorit.

Northwestern – #17 Wisconsin | 21h30, live SPORT1 US. Northwestern kam etwas harzig in die Saison, u.a. mit zwei Pleiten gegen nicht überzeugende Konkurrenz, aber letzte Woche meldete man sich mit einem Kantersieg über die bis dahin ungeschlagenen Penn State Nittany Lions laut zurück. Wisconsin ist auch nicht so wirklich mit breiter Brust in die Saison gekommen: Gegen LSU begann man mit einer ehrenvollen Auftaktniederlage, ehe man danach jeweils bis in die zweite Halbzeit hinein gegen inferiore Konkurrenz beißen musste um sich zu drei Siegen zu beißen.

#5 Auburn – #15 Louisiana State | 1h, live SPORT1 US. Auch hier: Super-Matchup. Letztes Jahr war LSU die einzige Mannschaft, die Auburn bis zum BCS-Endspiel schlagen konnte. LSU hat heuer aber selbst schon eine Niederlage auf dem Konto, und man spricht der Defense vor allem in der üblicherweise dominanten Front-Seven den letzten Punch ab – jenen Punch, der, sagen die Experten, notwendig ist um gegen die faszinierend schnelle Spread-Run Offense von Auburn-Coach Gus Malzahn bestehen zu können. LSU seinerseits spielt keine aufregende Offense, auch wenn es zwei Spieler gibt, die die Expertenriege schon jetzt zum Sabbern bringt: Bei RB Leonard Fournette wusste jeder, dass das ein Talent des Jahrzehnts ist, aber QB Brandon Harris hat mit seinem formidablen Einstand dann doch viele überrascht.

#10 Michigan State – #19 Nebraska | 2h, morgen 8h15 Tape bei SPORT1 US. Es spricht für das Standing von Michigan State, dass die Spartans schon wenige Wochen nach ihrer hohen Niederlage bei Oregon wieder in den Top-10 gerankt sind – ihrer Defense sei Dank. Diese Defense trifft heute auf „Ameeracle“, Nebraskas famosen RB Ameer Abdullah, der mehrere 100 Yards pro Spiel läuft und auf bestem Weg ist, die 2000er-Grenze noch in der Regular Season zu toppen. Abdullah und eine verbesserte Defense sind Grund genug für viele, das glorreiche Nebraska schon wieder auf dem Weg zu alter Stärke zu sehen, aber Achtung: Wo ein Bo Pelini coacht, sind ein oder zwei vermeidbare Turnovers und zwei Coverage-Breakdowns nie weit.

Es gibt noch mehr gute Spiele, aber lassen wir es für heute bei dieser Auswahl der besten. Da macht der Samstag doch richtig Spaß.

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9 Kommentare zu “Samstagsvorschauer für College-Football, Woche 6

  1. Pingback: Prospect Preview Woche 6, 2014 | NFL Draft

  2. Richtig toller College Football Tag !
    Es wird heiß ! Vor allem nachdem, die Ducks, wie jedes Jahr, gepatzt haben 😉
    Dieses Jahr konnten sie mich bislang aber auch nicht überzeugen.
    Auburn gg. LSU wird ein schönes Spiel , was ich mir auf jeden Fall reinziehen werde

  3. Die Strafe ist für mich ein Witz. Richtig blöde war die Strafe für die Ducks, weil Arizona dadurch ein neues first down kurz vor Ende bekommen hat und der entscheidende TD kurz danach gefallen ist.

  4. Ein unglaubliches Wochenende. Leider verletzte sich mein Heisman-Kandidat Taysom Hill von BYU schwer.

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