Sonntagsvorschauer, Week 5 | NFL 2014/15

Der fünfte Spieltag eignet sich nicht bloß als Herbstschau der amerikanischen Männermode, sondern auch um eine Woche nach dem Sonntag der Blowouts weitere Eindrücke bezüglich etlicher Mannschaften zu sammeln. Das Gewicht heute Abend ist dabei wieder eindeutig gen Abendessen verschoben, mit neun Ansetzungen um 19h zu nur drei nach zehn Uhr plus dem Sunday Night Game. Eine ausführliche Vorschau ohne rosa, und auch nicht durch die rosa Brille.

Carolina Panthers – Chicago Bears

19h, live SPORT1 US

Bei den Panthers dachten viele nach ihrem 2-0 Start, sie seien besser als befürchtet. Diese Denker haben einen Denkzettel verpasst bekommen, nachdem Carolina in den letzten beiden Spielen von der AFC North in Form von Pittsburgh und Baltimore richtige Schlappen eingeschenkt bekam, die sämtliche bereits über den Sommer durch den Äther analysierte Schwächen offen legten: Die Offensive Line ist nicht gut genug um QB Cameron Newton anständigen Passrush vom Leib zu halten. Die Secondary wird von jedem überdurchschnittlichen Receiver verbrannt, weil der Passrush ohne den suspendierten Star-Schläger DE Greg Hardy zu wenig Druck entfacht.

Carolinas Defense ist mit solchen Voraussetzungen kein gutes Matchup für die wurfgewaltigen Chicago Bears, die von ihren Three Towers im Pass-Angriff, WR Brandon Marshall (16 Catches, 144yds, 5 TD trotz fehlender Fitness), WR Alshon Jeffery (20/262/1) und TE Martellus Bennett (29/295/4) leben.

Das einzige, was bei den Panthers nach vier Wochen besser als befürchtet aussieht, ist der junge WR-Corp, wobei hier die Erwartungen auch niedrig genug waren. WR Kelvin Benjamin, auch so ein Hüne, gilt nach vier Spielen als deep threat mit 33% tiefen Anspielen, hat aber auch schon die ganze schwierigen Dinger heruntergepflückt und die Fachwelt beeindruckt. Benjamin, vor dem Draft als zu unreif kritisiert, ist der erste Favorit auf den Rookie-des-Jahres Preis.

Indianapolis Colts – Baltimore Ravens

19h, live SPORT1 US Optionskanal

Zwei Teams, die aufgrund ihrer gemeinsamen Historie auf ewig miteinander verbunden sein werden. In Kurzform: Die Colts waren früher in Baltimore zuhause, ehe sie in den Achtziger Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion in den Vans einer Umzugsfirma namens Mayflower Transit gen Westen abhauten und erst in Indianapolis ihr neues Zuhause fanden. Nach zehn Jahren Footballdürre bekamen die Ravens schließlich Mitte der 90er Jahre auf nicht minder bizarre Art und Weise ein Footballteam zurück, die Cleveland Browns, die sich ebenso quasi aus dem Affekt heraus entschieden, nach Baltimore umzuziehen und zu den Ravens zu werden.

Auf diesem Blog eint diese Teams seit 1-2 Jahren eins: Sie übertreffen ihre statistischen Erwartungen. In dieser Saison sind beide mit eher niedrigen Erwartungen (Erwartungen meinerseits) gestartet, aber die ersten Wochen versprachen mehr als ich angenommen hatte. Die kurzpasslastiger gewordene Ravens-Offense um QB Joe Flacco habe ich schon unter der Woche thematisiert, aber auch die Colts sind ein guter Case-Study – Indianapolis wird immer zentralistischer auf QB Andrew Luck ausgerichtet.

Das ist auch keine schlechte Idee, schließlich willst du deine Offense nicht um den 2.4yds/Carry Mann RB Trent Richardson ausrichten. Luck bekommt von seinem OffCoord Pep Hamilton immer mehr Freiheiten, was sich in extrem guten Stats widerspiegelt: 115/167 für 1305yds, nur 5 Sacks und 4 INTs sind hervorragende Werte für einen Mann, der seine Offense nahezu im Alleingang das Feld hinuntertreiben muss.

Es gibt keinen klaren Top-WR, dafür einen breit gestreuten Corp, in dem wenn, dann immer noch der Mittdreißiger Reggie Wayne (23/307/1 TD) das Tempo vorgibt. Seit Mitte der Woche ist übrigens das junge Talent Da’rick Rogers kein Colt mehr. Rogers wurde besoffen am Steuer erwischt. Für einen Spieler ist das ein Kündigungsgrund. Colts-Owner Jim Irsay, vor nicht allzu langer Zeit mit ähnlichem Vergehen erwischt, wird derweil durch die Lande bemitleidet, ist aber immer noch im Amt.

Detroit Lions – Buffalo Bills

19h

Die Detroit Lions haben mit diesem Heimspiel die Chance, ihre Saisonbilanz auf 4-1 hochzuschrauben – eine Bilanz, die bis auf den Schreiber dieser Zeilen, der sich als treuer Fan bezeichnet, nur wenige diesem Team zugetraut hätten (noch ist es nicht so weit). Dass Potenzial in diesem Team steckt, war immer klar. Dass es so langsam zum Vorschein kommt, haben nur wenige geglaubt. Dabei ist Detroit in vielerlei Hinsicht noch immer das alte Luder: Die Personal-Fouls haben zwar nachgelassen, aber du findest noch hinreichend Offsides und Holdings zum Verzweifeln. Die Offense sieht noch immer phasenweise wie der Weltmeister aus, nur um dann serienweise Drives in Incompletions und Drops zu versenken. Allein die Defense geigt bisher auf – Giants und Packers wurden komplett in den Boden gerammt, Panthers und Jets nur „fast komplett“.

Man lebt von einer wuchtigen Front-Seven – davon lebte man schon immer – wo sich vor allem der abwanderungswillige DT Ndamukong Suh als Ankermann hervortut. In der Secondary hapert es aber just ab dem Moment, ab dem der Passrush vorne nicht schnell genug durchbricht.

Es wird spannend zu sehen sein, ob Buffalos neuer Quarterback, der ewige Kyle Orton, an dieser Stelle wird ansetzen können. Orton soll im Vergleich zum entzauberten QB E.J. Manuel ein viel schnellerer Entscheidungsträger sein, den Ball viel schneller aus der Pocket bringen. Orton gilt auch als präziserer Werfer – allein dadurch dürften die Bills zirka 8-10 First Downs mehr erzielen als es unter der Ballerina Manuel der Fall war.

Das andere Matchup ist nicht minder aufregend: Detroits Offense gegen Buffalos Defense. Hier regiert natürlich ein Name: Jim Schwartz. Schwartz ist bei mir immer noch ein Hero, weil er vor Jahren Hoffnung in die am Boden liegende Lions-Franchise gebracht hat – und diese kurzzeitig erfüllte. Danach blieben die Resultate aus, aber es wurde nie langweilig, und nichts bindet Fan und Team mehr als herzzerreißend, sich unverdient anfühlende Niederlagen. Solche hatte Detroit unter Schwartz zur Genüge, und häufig lag es daran, dass die Defense die entscheidenden Stops im Schlussviertel nicht setzen konnte.

Umso überraschter ist man in Detroit jetzt, wo Schwartz‘ Bills-Defense zu den besten der Liga gehört. Der Passrush ist fantastisch und die Secondary scheint unter dem Abgang von Star-FS Byrd weniger zu leiden als befürchtet. In diesem Duell zweier physisch überwältigender Units halte ich es für offen, wer am Ende die Überhand behält.

Dallas Cowboys – Houston Texans

19h

Nächste Gelegenheit für Cowboys-GM Jerry Jones, der Welt zu beweisen was für ein toller Hecht er ist. Zumindest einen 3-1 Start hatte seinen Cowboys niemand zugetraut. Aber nachdem die Offensive Line den höchsten Anforderungen gerecht zu werden scheint, RB DeMarco Murray die eh schon hohen Erwartungen sogar zu übertreffen scheint und selbst die Defense von DefCoord Rod Marinelli (noch so ein ehemaliger Lions-Headcoach, dessen Defense andernorts die Erwartungen übertrifft) nicht vollständig auseinandergefallen ist, sieht Dallas nach einem Saisonviertel in der NFC East plötzlich wie ein Team aus, das um die Playoffs mitspielen könnte. Könnte. Denn dass die Defense ihren Level (als ca. 20t-beste der Liga) halten kann, will ich erst sehen.

Noch etwas sieht es um die Texans-Defense aus, wo DE J.J. Watt schon wieder Anlauf auf einen Def-Player des Jahres nimmt (u.a. ein episches Spiel gegen Washington + ein TD-Return gegen Buffalo zum Sieg). Houston ist aufgrund der teilweise abstrusen Offense noch kein ernst zu nehmendes Spitzenteam, aber wenn die Abwehr gegen Tony Romo und Kollegen hält, kann man sich zumindest gefühlt wieder zur besseren NFL-Hälfte rechnen.

Aber die Offense… über 7 NY/A auf dem Stat-Sheet für QB Ryan Fitzpatrick, aber so recht erklären kann man sich die Yardage nicht. Die Offense überlebt nur, wenn sie mit erfolgreichem Laufspiel und bei knappen Spielständen operieren kann. Gerät sie in Rückstand, ist es um Houston geschehen. Völlig auszuschließen ist ein solches Szenario in diesem texanischen Derby freilich nicht.

Philadelphia Eagles – St Louis Rams

19h

Dass sich unter den Eagles-Fans Panik breit Machen würde, wäre sicher eine übertriebene Formulierung, aber “Sorge” trifft es schon ganz gut, trotz 3-1 Bilanz. Zu deutlich wurden die Schwachstellen der Jungs von Head Coach Chip Kelly in den ersten Wochen offen gelegt. Es steht und fällt im Prinzip alles mit dem Funktionieren der Offensive Line, und Baby, war diese Offensive Line in den letzten Wochen gebeutelt. Teilweise spielten aufgrund von Verletzungen und Ausschlüssen vier bis fünf Backups dort vorne, wo eigentlich die Kraft und Finesse der einst besten Laufblock-Unit walten sollte.

LG Mathis und C Kelce werden noch ein Weilchen ausfallen, aber mit der Rückkehr von LT Jason Peters (zuletzt ausgeschlossen) und dem Mann, der Bären zum Frühstück fras, RT Lane Johnson (kommt von einer Dopingsperre zurück) darf wenigstens wieder das Tackle-Pärchen auflaufen. Damit sollte gesichert sein, dass RB Shady McCoy nicht noch einmal für 17yds in 10 Carries verbrannt wird. Das funktionierende Laufspiel ist dabei außerordentlich wichtig für die Eagles, jetzt, wo QB Nick Foles nur noch 58% der Bälle an den Mann bringt (bei allerdings 30% downfield-Würden) und blasser aussieht denn je.

Zu spät ist aber noch nichts. Das Blatt kann sich noch wenden, und wenn nicht gegen die am Boden liegenden Rams, wann dann? Bei diesen Rams wurde unter der Woche übrigens Austin Davis zum neuen Starting-QB ernannt – Davis soll in seinen bisherigen Einsätzen ungefähr zwei Klassen erfrischender aufgetreten sein als Shaun Hill.

Die restlichen 19h-Spiele

Tennessee Titans – Cleveland Browns
New York Giants – Atlanta Falcons
New Orleans Saints – Tampa Bay Buccaneers
Jacksonville Jaguars – Pittsburgh Steelers

Tennessee dagegen krebst nach zwei guten Auftaktspielen wieder Richtung Bodensatz. QB Jake Locker hat schon die obligatorischen Verletzungssorgen, und in der Defense ist man noch auf der Suche nach der richtigen Abstimmung nach dem Systemwandel von DefCoord Horton.

Bei den Saints werden die Fragezeichen nach dem Saisonende für FS Jairus Byrd eher größer denn kleiner: Byrd war der Königstransfer in der Offseason gewesen, und eigentlich noch mehr. Um sich Byrds Vertrag leisten zu können, opferten die Saints ihre mittelfristige Zukunft. Byrd galt in den bisherigen vier Spielen als große Enttäuschung und wurde in den Lokalmedien als Fehleinkauf beschimpft – aber dass man in New Orleans ohne ihn besser dran ist, glaubt auch keiner. SS Kenny Vaccaro, der die hohen Erwartungen dieses Jahr bis jetzt auch nicht erfüllen konnte, ist nun in der Secondary auf sich allein gestellt.

Jacksonville Jaguars vs Pittsburgh Steelers… was waren das für knochentrockene physische Rivalrys in den Zeiten, in denen ich meine ersten Jahre im Football erlebte. Als beide Teams mit einstelligem Score das Spiel beendeten. Oder das epische Wildcard-Playoffspiel im Jänner 2008 mit dem Coming-Out des David Garrard. Lang ist’s her.

Denver Broncos – Arizona Cardinals

22h05, ab 22h20 live bei SPORT1 US

Denver ist in den Wettbüros nur mit 7.5 Punkten favorisiert. Denver ist vom Power-Ranking nur mit 2.5 Punkten favorisiert, was nichts anderes bedeutet, dass die Broncos nur dank Heimvorteil in dieser Partie vorne zu sehen sind. Es ist einer der Fälle, in dem das Gefühl den Zahlen massiv widersprechen möchte. Denver ist gefühlter klarer Favorit in dieser Partie, was nicht nur daran liegt, dass in der Cardinals-Offense noch immer vieles im Argen liegt: QB Drew Stanton zum Beispiel ist bestenfalls unterer Durchschnitt. WR Larry Fitzgerald wird nicht zum ersten Mal von Abwanderungsgerüchten umweht. Die Offensive Line sieht auch noch wie eine Baustelle aus und im Prinzip ist WR Floyd die einzige Waffe.

Wenn da nicht die Defense wäre…

Bei den Broncos waren es bisher gute, aber irgendwie doch schaumgebremste Auftritte. Man hat das Gefühl, dass in dieser Elf einiges Potenzial mehr steckt als angedeutet. Das Schlagerspiel in Seattle bekräftigte dieses Feeling eher als dass es es entkräftet hätte: Drei Viertel lang würgte sich Denvers Offense durch die Partie, ehe eine nicht mehr zu erwartende Explosion im Schlussviertel die Punkte auf das Tablett brachte. Trotzdem: Es stimmt noch nicht 100%ig, weder in Offense, noch in Defense. Vielleicht hat die Bye-Week das Team geeint. Heute erwarte ich einen Blowout.

San Diego Chargers – New York Jets

22h25, live bei PULS4 und SPORT1 Optionskanal

Überraschenderweise ziehen gleich zwei Stationen dieses Spiel dem Chief-Niners Spiel vor (wobei ich keine Hintergründe kenne wie es zur Spielauswahl kam). Es ist mal wieder eine Partie, in der die New Yorker Medien daran erinnern können, dass Chargers-QB Philip Rivers vor zehn Jahren ja eigentlich fast im Big-Apple gelandet wäre. Rivers spielt heuer – so sehen es viele – den besten Football seiner Karriere, und wer Rivers in den goldenen Jahren um 2008-2010 erleben durfte, der wundert sich, wie es überhaupt noch besser geht.

Rivers schleift bei den Chargers nicht nur ein inexistentes Laufspiel (25% Success-Rate ist abmahnfähig) durch. Er übertüncht gleichzeitig eine instabile Offensive Line. Er überlebt ohne deep threat. Rivers wirft nur in 22% der Fälle tiefer als 15yds, aber mit dem extrem präzisen Kurzpassspiel ist er trotzdem erfolgreich: 96/137 (70% Completion-Rate) für 1155yds (8.0 NY/A), 9 TD, 1 INT. Wenn man bedenkt, dass der 1er-RB 2.0yds/Carry zustande bringt und im Passspiel kein Receiver mehr als 244yds gefangen hat, weiß man, wer der MVP-Favorit nach vier Wochen NFL-Saison ist.

Die Jets dürften diese Offense fürchten. Ihre große Stärke, die Lauf-Defense, wird gegen San Diegos Offense nicht zum Tragen kommen. Dagegen ist der maue Passrush nebst der viel kritisierten Cornerbacks die potenzielle Sollbruchstelle in dieser Partie. Rivers wird wieder lange Drives hinlegen und Punkte machen. Die Frage ist, ob der verbesserte Jets-QB Geno Smith ohne die Last von Pfiffen des Heimpublikums genügend Punkte wird nachlegen können.

Antwort: Eher nein.

San Francisco 49ers – Kansas City Chiefs

22h25

Alex Smith trifft auf sein altes Team. Die Chiefs treffen auf ihr konzeptionelles Eben- bzw. Vorbild. Die Personalie des Tages ist aber Niners-Coach Jim Harbaugh, der von Abwanderungsgerüchten umweht wird. Die Gerüchte sind nicht neu: Harbaugh drohte nach dem Zerwürfnis mit GM Trent Baalke schon im Winter, den Verein zu verlassen. Just in diesen Tagen werden die Zeilen von damals wieder aufgewärmt, nur in anderer Suppe, denn: Harbaughs Alma Mater, die University of Michigan, ist einen Knopfdruck davon entfernt, ihren Headcoach zu feuern. Harbaugh gilt als heißer Favorit auf die Nachfolge.

Es mag Zufall oder Folge sein, aber die 49ers spielten in dieser Saison mehrfach merkwürdig unkonzentrierten Football. Man hat nicht mehr die Defense vergangener Tage, und im Angriff bewegte man sich mehrfach wie ein gedankenloser alter Mann, der immer wieder minutenlang geistesabwesend in die Ferne starrt und dabei vergisst, die großen alten Werte einzusetzen: Physis, Disziplin, hartes Laufspiel.

Die 49ers schleppen eine üble Offensive Line durch, die nur noch in den gleichen Trikots wie in den letzten Jahren aufläuft. Die Spieler haben nichts mehr mit ihren Vergangenheiten zu tun. Als Reaktion auf dieses Problem vertraut San Francisco verstärkt darauf, dass der wurfstarke junge QB Kaepernick das Schicksal in seine Hände nimmt und mit drei, vier Big-Plays pro Spiel die Kohlen aus dem Feuer holt. Wie aber wohl Kaepernick auf die massive Front-Seven der Chiefs reagiert, die schon letzte Woche Brady einheizte als gäbe es für den kein Morgen mehr?

New England Patriots – Cincinnati Bengals

02h20, live bei SPORT1 US

Das Spiel des Tages für die Nachtschwärmer. Die Krise der Patriots ist mittlerweile allen bekannt, während die Bengals nach ihrem 3-0 Start und Bye-Week als großer Favorit in die Partie zu gehen scheinen. Dieser Favoritenstatus wirkt nicht ungefährlich. Zum einen sind es die Patriots, gegen die man heute spielt. Zum anderen gibt New Englands Mannschaftsstruktur nicht das allerschlechteste Matchup gegen die Bengals ab.

Schlüssel für die Patriots ist es, die Bengals-Offense zu stoppen, und dafür hat man die Materialien: Der Passrush ist nicht überragend, aber in CB Revis hat man den Star-Manndecker, um die größte Bengals-Waffe, WR #18 A.J. Green in Schach zu halten. Cincinnati konnte heuer zwar schon ohne Green gewinnen, aber man ist in großen Teilen noch immer von ihm abhängig. Nimmst du Dalton Green weg, wird es wieder die besagte Kurzpass-Offense – die ist einfacher zu stoppen. Als zweiter Cornerback kehrt Browner nach Dopingsperre zurück.

Die Run-Defense ist zwar kein Knüller (50% Erfolgsquote, #28), aber Cincinnatis Laufspiel-Offense auch nicht: Der Einser-RB Gio Bernard bringt 3.6yds/Carry zustande und ist vor allem im Kurzpassspiel eine Waffe.

Auf der anderen Seite fahren die Bengals zwar ihrerseits eine gute Pass-Defense auf, aber keinen völlig überragenden Passrush – und vor allem: Ihre Lauf-Defense ist mit nur 45% Erfolgsquote Liga-Schlusslicht. Das kann schematisch bedingt sein, das kann am kleinen Sample liegen, aber mit einem guten GamePlan könnten die Patriots hier zweifellos bessere Offense-Effizienz herauswringen als zuletzt gegen Kansas City.

Eine Woche nach dem glatten Durchfall haben die Patriots hier die nächste Chance, einen Test mit landesweiter Ausstrahlung zu bestehen. Die gleich wichtige Gelegenheit bietet sich allerdings auch den Bengals, ein in den Staaten noch immer oft verspottetes Team: Eine dominante Performance heute, und man ist im Konzert der Großen angekommen. Bis zu den Playoffs zumindest.

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5 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer, Week 5 | NFL 2014/15

  1. @SDvsNYJ: „Überraschenderweise ziehen gleich zwei Stationen dieses Spiel dem Chief-Niners Spiel vor (wobei ich keine Hintergründe kenne wie es zur Spielauswahl kam).“

    Ich meine im Laufe der letzten Woche bei Sportradio 360 von Franz Büchner (Sport1US) gehört zu haben, dass Sport1US keinerlei Einfluss darauf hat, welches Spiel gezeigt wird. Diese werden von den Rechteinhabern vorgegeben. Nachzuhören, wenn ich mich recht erinnere, in den SofaQBs Week 4.

  2. CB Browner wird heute nicht spielen. Die Patriots haben übrigens WR Kenbrell Thompkins rausgeworfen, was schon eher ne Bemerkung Wert ist, als wenn die Colts ihren undrafted 6th-string Reciever nach einer DUI-Fahrt kündigen 😉

  3. @zandig: ich habe die info, dass der rechteinhaber vorschreibt, welche spiele hier in Europa zum sattelitenabgriff angeboten werden. Somit haben die sendeanstallten begrenzten Einfluss. Wenn man mal schaut, welche sender in Europa welches spiel bringen, wird das schnell klar. Wie gesagt: sind meine infos- so läuft das im übrigen auch bei college football und anderen us-sports.

  4. Pingback: Fünfter NFL-Sonntag 2014/15 im Liveblog | Sideline Reporter

  5. Meines Wissens werden zwei bis drei Spiele über den Teich gesendet, aus denen die europäischen Sender wählen können. Das würde erklären, warum sich die PULS 4 Übertragungen fast immer mit einem der beiden Sport1US spiele decken.

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