Montagsvorschau, Week 5: Seattle Seahawks @ Washington Redskins

Es gab schon wieder Gegrummel wegen der Thursday Night Games. Nicht nur weil Jim Nantz und Phil Simms kommentieren anstelle von Mike Mayock und Brad Nessler, sondern vor allem weil es so viele blowout zu sehen gab. Ignoriert wird dabei gerne, wieviele blowouts es in den letzten Jahren am Montagabend zu erleiden gab. Auch heute könnte es wieder dreckig werden.

Die Super-Bowl-Champions aus Seattle (2-1) besuchen die Washington Redskins (1-3). Washington hat nicht nur ihren ehemaligen Heilsbringer Robert Griffin verloren, sondern auch schon drei Spiele. Die Buchmacher sehen die Hawks nur als Sieben-Punkte-Favorit, weil, äh ja, warum nur sieben Punkte?

Vielleicht weil Kirk Cousins doch ganz gut ist? Bevor er das Albtraumspiel gegen die Giants letzte Woche hatte, sah er zuvor gegen Philadelphia richtig aus. Aber das war in den letzten Monaten eher die Ausnahme; und jetzt kommen eben die Seahawks, die sind bekanntlich eine ganz andere Hausnummer. Cousins bekommt aber auch nicht allzuviel Unterstützung. Neuzugang DeSean Jackson ist nicht die erhoffte riesige Verstärkung, sondern spielt eine mittelmäßige zweite Geige hinter Pierre Garcon. Die pass protection ist insgesamt ganz anständig, hat aber in RT Tyler Polombus eine große Schwachstelle.

Das in den Shanaclan-Jahren starke Laufspiel ist heuer auch nur mittelmaß – die Laufverteidigung Seattles wie immer eine Bank. Oder eine Mauer. Oder eine eingemauerte Bank. Für Washington sah Alfred Morris diese Saison nicht mehr so gut aus wie in Shanahans patentiertem zone blocking scheme, aber große Löcher hat seine Offensive Line bisher auch noch nicht gerissen. Jedenfalls: mit der Offense kann Washington dieses Spiel nicht gewinnen.

Vielleicht mit der Defense? Ja, da könnte eventuell was gehen. Der neue Head Coach Jay Gruden hat den alten Defensive Coordinator Jim Haslett behalten. Haslett ist dafür bekannt, in den unmöglichsten Situationen einen großen blitz zu schicken. Das könnte gegen Russel Wilson und Beast Mode Lynch gar nicht die schlechteste Idee sein.

Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die Verteidiger um Brian Orakpo und Ryan Kerrigan die tackles auch tatsächlich machen und Whodini Wilson nicht entkommen lassen – dann nämlich ist Land unter. Es gibt kaum einen Quarterback, der ein broken play so lange am Leben halten kann wie Wilson. Und wenn er entkommt, ist früher oder später zwangsläufig ein Wide Receiver frei. Wenn Washington sicher tacklet und wenn sie diszipliniert genug sind, um boom-or-bust player Percy Harvin diszilplinert zu verteidigen und kein big play zuzulassen, sollten sie zumindest den blowout verhindern können.

Washington ist der klare Außenseiter, aber mit ihrer attackierenden Defense haben sie die Chance, das Spiel knapp zu halten. Zumal Seattles Angriff bisher auch kein unstoppbares Monster gewesen ist. Im Football passieren komische Dinge. Gestern im Spiel Indianapolis gegen Baltimore gab es in den ersten zehn Minuten: einen turnover on downs, einen Fumble, einen muffed punt und eine Interception. Hoffen wir, daß Washington am oberen Ende ihres Potentials spielt und auch ein bißchen Glück hat. Dann könnte es lange spannend bleiben.

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6 Kommentare zu “Montagsvorschau, Week 5: Seattle Seahawks @ Washington Redskins

  1. Go Hawks! – Mal sehen ob das ein klares oder spannendes Spiel gegen das Team aus Washington werden wird. 🙂

  2. ja die Night Games bis jetzt waren nicht der Knaller.hoffe das heutige Spiel wird etwas spannender.

  3. Also ansehnlich war’s ja in Teilen, aber spannend dann eigentlich irgendwie doch wieder nicht. Obwohl die Redskins immer dran waren hatte ich da nie das Gefuehl, dass sie das Ding wirklich drehen koennen. Immer wenn es wirklich um was ging hat Wilson nach Belieben unfassbare Plays aus dem Hut gezaubert. Ehrlich gesagt keine Ahnung wie man den stoppen will, denn im Gegensatz zu Kaepernick bringt’s nichtmal besonders viel ihn einfach „nur“ in der Pocket zu halten, weil er auch von da aus brandgefaehrlich und praezise ist.

    Wenigstens gab es auch mal ein paar tiefe Plays gegen die Seahawks-Secondary, der Nimbus der Unantastbarkeit gehoert da ja wirklich langsam mal angekratzt.

  4. ja war ansehnlich,und Russell ist schon Wahnsinn für mich der leonel messi von Football. klein, schnell, super präzise Pässe der superbowl wird nur über die seahawks laufen.

  5. Ich weiß ja nicht. Die Hawks Defense sah IMO wieder richtig gut aus. Run gestoppt und über weite Teile auch den Pass. Bis auf 2 Big Plays auf Jackson war da doch kaum was zählbares.

    Dafür war die Offense eher wieder schwächer, es gab auch auf Seattle-Seite viele Punts. Die Offense lebt immer mehr von Wilsons Brillanz. Seine Fähigkeit, broken Plays am Leben zu halten, ist phänomenal.
    Trotzdem waren das bestimmt 4-5 Läufe dabei, für die RG3 von den Medien und Fans mächtig eins in die Fresse bekommen hätte. Teilweise viel zu gefährlich (ich beziehe mich auf das Verletzungsrisiko), was er da gemacht hat.

  6. Ja, die Hits die Wilson frisst sind nicht ohne. Vor allem wenn man seine eher schmaechtige Statur (im Gegensatz zu QB-Gardemassen) bedenkt. Gleiches gilt aber auch fuer Percy Harvin, bei dem die ESPN-Typen alleine gestern sicher fuenfmal gesagt haben, dass er nicht wie ein WR (sondern wie ein RB) laeuft. War zwar eher positiv gemeint, aber hat mittelfristig, gerade bei seiner Verletzungshistorie, eher negative Implikationen. Sollten die beide ausfallen, dann ist das Loch in der Offense gross (eh klar). Der Unterschied zu RGIII ist halt, dass Wilson bislang keinerlei Verschleisserscheinungen zeigt. Und in der NFL ist immer alles gut – bis es halt dann ploetzlich schlecht ist 😉

    Bei der Hawks Offense aber auch nicht zu vergessen, dass sie locker die Menge an Punkten die sie am Ende am Board hatten nochmal liegen gelassen haben, durch teils haarstraeubend dumme Strafen. Nachdem sie jedoch schon letztes Jahr Rekordhalter in Sachen Strafen waren bezweifle ich, dass man das einfach so abstellen kann. Das scheint zu einem gewissen Teil zur Smash-Mouth-Philosophie von Pete Carroll zu gehoeren. Jedoch, wenn sie nur ein bisschen intelligenter agieren ist das Ergebnis 40+.

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