NFL-Power Ranking 2014/15 | Week 5

Das Power-Ranking kommt nach Woche 5 mit kleinen, aber feinen Optimierungen des Weges: Ich habe noch einmal die Koeffizienten verfeinert, und dabei gemäß den Ergebnissen der letzten vier Jahre der Success-Rate im Laufspiel eine Spur mehr Gewicht verliehen – und zwar in Offense und Defense. Deswegen gibt es ein paar größere Bewegungen diesmal auch von Mannschaften, die am Wochenende gar nicht gespielt haben.

Die zweiten Adjustments betreffen die Offense- und Defense-Rankings, die nun auch tatsächlich nach Schedule angepasst wurden. Letzte Woche waren hier noch die rohen Rankings online gestanden, ohne Anpassung z.B. der Dolphins-Defense an ihren sehr einfachen Offense-Schedule. Mit Anpassung an den Schedule wird Miamis Abwehr besser eingeordnet.

Außerdem kam letzte Woche der Wunsch nach der Integration von Drive-Stats. Sie sind nun in einer eigenen Statistik-Tabelle enthalten und können in der Gallerie eingesehen werden. Die Drive-Stats sind aufgeteilt nach Offense und Defense und beinhalten jeweils folgende Positionen: Anzahl der Drives, Plays pro Drive, Yards pro Drive, Punkte pro Drives sowie die Starting-Field Position (SFP). Dazu habe ich am Ende dieser neuen Tabelle noch drei wichtige Differenz-Stats eingebaut: Die Differenz zwischen Yards/Drive zwischen Offense und Defense, die Differenz zwischen den Offense-SFP und Defense-SFP sowie die Differenz aus der Pass-Effizienz NY/A der Offense und Defense. Ein positiver Wert ist jeweils gut, ein negativer Wert jeweils schlecht. Gefärbt sind in den Differenzen jeweils die Werte, die außerhalb einer Standardabweichung vom Mittelwert liegen.

Viel Spaß.

NFL-Power Ranking 2014 nach Woche 5

NFL-Power Ranking 2014 nach Woche 5

WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, (LW) ist das (provisorische) Ranking von letzter Woche, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16), SOS ist der bisherige Strenght of Schedule, den dieses Modell für die jeweilige Franchise errechnet, Rs die Platzierung des Schedules, W-L die tatsächliche Sieg-Niederlagen-Bilanz jeder Franchise zum Ende der Woche 5.

In der folgenden Gallerie gibt es die Offense-Rankings, Defense-Ranking, das Statistik-Dashboard, eine Statistik-Übersicht der wichtigsten Effizienz-Stats und die Drive-Stats nach Woche 5:

 Das Power-Ranking berücksichtigt keine Special-Teams. Es gibt aber möglicherweise die eine oder andere Mannschaft, bei der die Berücksichtigung von Special-Teams ihre Rankings verändern könnten. Beispiel Chicago Bears: Ihre Defense lässt bloß 1.1 NY/A im Passspiel pro Snap mehr zu als ihre Offense Pass-Yards gewinnt. Ihre Defense lässt insgesamt nur 3.1 Yards pro Drive mehr zu als die Offense erzielt. Aber Chicago startet jeden Offense-Drive sage und schreibe 10.3 Yards tiefer in der eigenen Hälfte als die Defense. Das sind 10 Yards pro Drive Feldpositionsnachteil. Nicht alles davon ist Special-Teams – aber einiges.

Bei Teams wie Jacksonville oder Oakland, die große Effizienz-Verluste in Offense wie Defense haben, sind Feldpositionsnachteile kein Wunder: Sie kassieren mehr als 1.5 NY/A Passspiel mehr in ihrer Abwehr als ihre Offense gewinnt – so gehen schlechte Drive-Effizienz und schlechte Feldpositionen ineinander. Aber Chicago ist in dieser Hinsicht ein Ausreißer.


Miami ist eines der Teams, das diese Woche am meisten gewandert ist – trotz Spielfreiheit. Die Gründe sind die eingangs beschriebenen Adjustments an den Rankings. Miamis Offense wurde an den Schedule angepasst, aber viel bedeutender sind für die Dolphins die zusätzlichen Gewichtungen pro Laufspiel: Ihre Offense ist mit 54% Success-Rate im Laufspiel eine der effizientesten.

Miamis Defense dagegen leidet unter der Anpassung an den Schedule: Man ist nur noch die #8 anstelle der #1. Auch das hat Gründe: Zum einen verliert Miamis top-gerankte Pass-Defense aufgrund der stärkeren Gewichtung für das Laufspiel leicht an Wert, zum anderen ist das Ranking nun an den fünfteinfachsten Schedule der Dolphins angepasst.

In Summe wandert diese Mannschaft aber hoch an #4 der Gesamt-Rankings – wer hätte die Dolphins vor Beginn der Saison so hoch vermutet?


Die drei ausgeglichensten Mannschaften befinden sich im Offense/Defense Graph im Quadranten mit überdurchschnittlicher Offense und überdurchschnittlicher Defense: #1 Cincinnati Bengals, #2 Seattle Seahawks und #3 Denver Broncos. Das Standing der Bengals leidet nach der hohen Pleite in New England mehr in der öffentlichen Wahrnehmung als bei den nackten Zahlen, wobei: 8.7 NY/A wird Andy Dalton nie im Leben über das ganze Jahr halten. Hier wird die Regression früher oder später zuschlagen.

Dieses Trio war vor Saisonbeginn unter den Top-Contendern erwartet worden. Die #5 Packers ebenso. Auch die New Orleans Saints, die sich trotz wackeligem Saisonstart (2-2) und Eiszeit im Trainerstab schön langsam mit ihrer Super-Offense nach oben schlingeln. Einige der anderen Favoriten (SF, NE, PHI) tingelt dagegen unterhalb der .500-Grenze in diesem Ranking durch die Liga. Vor allem für die Eagles steht demnächst der Reality-Check an. Die Gegnerschaft wird schwieriger, und es ist weder wahrscheinlich, dass man die Orgie an Return-TD halten kann, noch dass selbst eine unwahrscheinliche Fortsetzung gegen verstärkte Gegner reichen wird.

Regression wird es vermutlich auch bei der bislang faszinierendsten Offense der Liga geben: San Diego. QB Rivers bringt dabei bislang atemberaubende 8.1 NY/A im Passspiel zustande, und das, obwohl das Laufspiel weiterhin indiskutables Schlusslicht der Liga bleibt. Beide Werte werden, wenn wir die Geschichte der NFL als Maßstab nehmen, mit zunehmendem Spielverlauf gen Mitte wandern, aber da die Chargers bis dato auch eine überraschend gute Defense stellen, kann man dieses Team als „for real“ ansehen. Regression ist bei San Diego allerdings aufgrund der zu guten Fumble-Recovery Rate zu erwarten.

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 6

Großartige Erklärungen sind heute zeitlich nicht drin, so lasset uns schnell zum Punkt kommen und die Wahrscheinlichkeiten für Woche 6 posten. In Woche 5 war das Ranking 11-4 zum Einstand, allerdings nur mit einer 6-9 Bilanz gegen den Spread.

NFL-Wahrscheinlichkeiten, Week 6

NFL-Wahrscheinlichkeiten, Week 6

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11 Kommentare zu “NFL-Power Ranking 2014/15 | Week 5

  1. Erstmal vielen Dank wie immer. Wie ermittelst du eigentlich ob ein Adjustment die Aussagekraft verbessert?

  2. Danke. Hervorragender Service, der Artikel, auf den ich mich während der Woche immer am meisten freue.

    Echt krass, dass Miami in der Defensive beim Rush und im Pass eine absolute Top-Mannschaft ist und auch das beste Laufspiel vorne hat. Damit hätte ich nicht gerechnet. Aber die Diskrepanz zum Passspiel ist natürlich auch erheblich (#30??).

    @korsakoff: Wieso sollte Rivers das Passspiel so nicht halten können? Er hatte doch auch letztes Jahr 7,54 NY/A bei fast 70 % Completion. Klar, ein wenig werden die Zahlen wohl runter gehen, weil nicht mal die Broncos-O über 7,8 NY/A hinaus gekommen ist, aber so groß wird die Regression nicht sein, oder?

    Bei Dalton hingegen kann man wohl mit ca. 2 NY/A Verlust rechnen…

  3. @Red_7: Ohne dieses Adjustment landet Dallas auf #12, also war es überwiegend die Performance.

    @drichtig: Ich lasse keine parallelen Auswertungen mehr laufen, die die Aussagekraft anhand der Tipp-Bilanz vergleicht. Die Ergebnisse in vergangenen Jahren waren stets um die 10-15 korrekte Tipps pro Saison besser mit Adjustments.

    Die Adjustments laufen so viele Schleifen bis die Rankings stabil sind – in unserem Falle sechs Schleifen.

    @Poohdini: Vielleicht weil selbst die epischen Offenses wie die Broncos 2012-2013, Colts um 2004/05, Patriots 2007 oder die Rams um die Jahrtausendwende es nicht oder kaum geschafft haben, solche Ratios zu halten ohne (wie z.B. im Fall der Rams geschehen) vergleichsweise hohe INT-Quoten zu kassieren.

  4. Sorry falls die Frage dumm ist. Du guckst also ob die vergangenen Tipps besser liegen mit den Feinjustierungen als vorher?

  5. Ich habe das früher gemacht (2007-2012 zirka).

    Aber es gab auch Jahre, in denen ein schlechter bzw. nicht ausgereifter Algorithmus besser war als der Feinschliff. Es war aber noch nie ein Algorithmus besser, der keine Schedule-Anpassung hatte.

    Man muss sich vor Augen führen, dass wir hier von zirka 256 Saisonspielen minus die ersten vier Wochen reden (also rund 190-200 Spiele), und in gut 80-90% der Fälle stimmt der Tipp des Algorithmus mit den Wettbüros oder aber auch dem Gefühl des gemeinen Fan überein. Bleiben nur ca. 20-40 Spiele, bei denen es knapp ist bzw. Ranking und Las Vegas auseinander liegen können – ob das genug ist um sichere Aussagen zu treffen, muss jeder selbst entscheiden.

    Im Prinzip ist das Basteln letztlich die Frage, ob ich eine methodisch saubere Lösung haben möchte oder eine schlampige. Und wenn es so läuft wie aktuell, dass man bloß alle paar Wochen ein paar Minuten zum Nachdenken kommt, ist es halt wie immer Verbesserung in kleinen und kleinsten Schritten 😉

  6. Pingback: Date am Donnerstag, Week 6: Indianapolis Colts @ Houston Texans | Sideline Reporter

  7. Spannend, mein Anbieter gibt mir für die Bills eine Quote von 2.40
    Da müsste man fast mal was riskieren

  8. Pingback: Sonntagsvorschauer, Week 6 | NFL 2014/15 | Sideline Reporter

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