Sonntagsvorschauer 2014, Week 7 | Schützengräben, überall

Siebter Spieltag, und damit Zeit für eine ausgiebige Preview auf einige der besseren Ansetzungen des Tages.

Frühspiele um 19 Uhr

  • Indianapolis Colts – Cincinnati Bengals (SPORT1 US)
  • Detroit Lions – New Orleans Saints (SPORT1 US Optionskanal)
  • Baltimore Ravens – Atlanta Falcons
  • Washington – Tennessee Titans
  • Louis Rams – Seattle Seahawks
  • Jacksonville Jaguars – Cleveland Browns
  • Buffalo Bills – Minnesota Vikings
  • Chicago Bears – Miami Dolphins
  • Green Bay Packers – Carolina Panthers

Detroit Lions gegen New Orleans Saints ist das Wiedersehen von Lions-OffCoord Joe Lombardi mit seinem Lehrmeister, Saints-Headcoach Sean Payton. Lombardi ist derzeit versucht, eine den Saints ähnlich variantenreichte Offense in Detroit zu installieren, hat aber aktuell Probleme mit der Implementierung. Das kann an teething liegen, aber natürlich auch an etlichen kleineren und mittelschweren Verletzungen, die die Offense in den ersten Wochen plagten: RT Waddle kehrte erst jüngst wieder zurück um die Pass-Protection wieder zu verbessern, dazu fielen zeitweise zudem die Runningbacks Bush und Bell sowie TE Ebron aus, und natürlich die zentrale Figur schlechthin, Calvin Johnson. Der wird auch heute fehlen.

Knackpunkte werden heute auch ohne Johnson zwei Dinge sein: Wie gut kriegen die Saints (55 missed tackles in ihren ersten fünf Spielen!) flutschige Skill-Players wie Reggie Bush oder Golden Tate zu greifen? Und welches Lüftchen kriegt der erstaunlich unterirdische Passrush heute gebacken gegen eine Offensive Line, die sicher nicht „schlecht“ ist, die aber nicht mehr die Klasse der letzten Saison besitzt?

New Orleans muss seinerseits selbst die Punktemaschine in Gang bekommen, und das möglicherweise ohne TE Jimmy Graham, der bestenfalls schwer angeknockt antreten wird. Brees und Co. treffen auf die bisher möglicherweise beste Defense der Liga. Detroits neuer DefCoord Teryl Austin scheint die hohen Erwartungen, die ich in ihn gehegt habe, erfüllen zu können. Schematisch gilt das, was Austin spielen lässt, noch nicht als überaus komplex, aber es soll jede Woche eine neue Dimension mit ins Spiel gebracht werden.

Das wichtigste ist aber, dass mit Disziplin und Wucht gespielt wird. An beidem fehlte es immer wieder in den letzten Jahren. Die beiden Defensive Tackles Suh und Fairley, die beide um einen neuen Vertrag spielen, sind im vierten gemeinsamen Jahr endlich zu der dominierenden Unit zusammengewachsen, die man sich Anno 2010/2011 erträumt hatte. Weil sie beide viele Blocker auf sich ziehen, reißen sie gleichzeitig Lücken für die Flankenmänner, wo durch die gute Rotation Leute wie DE Ziggy Ansah viele Sacks zustande bringen. Hinten im Backfield ist man überglücklich, dass die durchaus risikobehaftete Kombination aus der CB-Opa Mathis und dem CB-Grünschnabel Slay bislang so gut hält.


Bei Indianapolis gegen Cincinnati riecht es nach einem Heimsieg, weil sich irgendwie niemand vorstellen kann, dass die blässlichen Bengals (Nummer 1 im Power-Ranking!) sich gegen den feurigen Andrew Luck durchsetzen können. Dabei kann die Partie durchaus mit entsprechendem Spielstand nach dem ersten Viertel viele Färbungen bekommen. Hat Cincinnati eine Führung im Rücken, ist man mit methodischem Laufspiel durchaus eine Macht. Bietet Indianapolis um Björn Werner zu wenig Passrush auf, kann QB Andy Dalton gut tief gehen und die schwache Colts-Secondary attackieren.

Auf der anderen Seite kann sich Colts-OffCoord Pep Hamilton schamlos seinem erzkonservativen GamePlan frönen, denn wenn die Bengals-Defense eine Schwäche hat, dann ist es Arbeit gegen das Laufspiel. Möglicherweise muss Luck somit anstelle von fuffzehn langen 3rd-Downs nur noch ein Dutzend lange 3rd-Downs verwerten.

Green Bay vs Carolina, oder das Duell zweier ganz feiner Quarterbacks, wie Bill Barnwell bei Grantland hervorhebt.

St Louis Rams vs Seattle Seahawks, oder das Duell zweier frappierend gestörter Passrush-Combos, wie Robert Mays bei Grantland hervorhebt.

Das Spiel hat gestern durch den Trade von Offensiv-Waffe Percy Harvin nach New York eine Dimension verloren. Harvin war mit Pauken und Trompeten für viel Geld und teure Draftpicks nach Seattle gekommen, verpasste quasi die komplette letzte Saison, ehe er in den letzten beiden Playoffspielen (inkl. Superbowl) massiv aufgeigte und zum Titelgewinn mit beitrug. Heuer war er eine Waffe in den Momenten, in denen man ihn einsetzte. Aber Harvin scheint zunehmend den Stimmungskiller in der Mannschaft gespielt zu haben, weswegen ihn das Front-Office für einen erstaunlich billigen Preis verscherbelte („maximal ein 4th-Rounder“).

Der Harvin-Trade dürfte mal abgesehen von der Superbowl-Performance einer der größten Fehlgeschäfte der letzten Jahre sein. Aber immerhin kehrt der Jet-Sweep somit zu den Jets nach Hause.

Spätspiele ab 22 Uhr

  • 22h05 San Diego Chargers – Kansas City Chiefs (SPORT1 US Option)
  • 22h25 Dallas Cowboys – NY Giants (SPORT1 US, PULS 4)
  • 22h25 Oakland Raiders – Arizona Cardinals
  • 02h30 Denver Broncos – San Francisco 49ers (SPORT1 US)

San Diego ChargersKansas City Chiefs hat den Formkurven der beiden Kontrahenten nach durchaus Potenzial, ein hochklassiges Duell zu werden. Zentral im Fokus dürfte das Titanenduell zwischen den Passrushern der Chiefs und der tödlichen Präzision der Chargers-Passoffense werden. Entscheidend wird sein, ob die Chiefs über ihren monströsen DT #92 Dontari Poe auch die Pocket über die Spielfeldmitte anschieben können, um Rivers keine Spaßettchen durch Tippelschritte nach vorne zu erlauben.

Oakland Raiders vs Arizona Cardinals ist deswegen interessant, weil das Power-Ranking in dieser Angelegenheit die Raiders als Favorit mit 2 Punkten sieht! Grund dafür ist vor allem die Pass-Defense der Cards, die überraschende 7.6 NY/A zulässt. So oft habe ich Arizona heuer nicht gesehen, aber möglicherweise sind die überhand nehmenden Verletzungen daran nicht ganz unschuldig.

Dallas gegen New York Giants wird von Troy Aikman cokommentierenderweise begleitet und sollte somit für alle neutralen Zuschauer, die nicht SPORT1 US oder PULS4 empfangen können, No-Go Zone sein.


Im Sunday Night Game treffen zwei der besten fünf Mannschaften des Landes aufeinander: Denver Broncos, Amerikas neues beliebtestes Footballteam, mit dem Bald-Rekordhalter an TD-Pässen, Peyton Manning (drei fehlen noch), vs San Francisco 49ers, denen in der Front-Seven so langsam die Optionen ausgehen. Heute soll den 49ers u.a. neben dem Langzeitverletzten Bowman der noch wichtigere MLB Patrick Willis fehlen (blauer Zeh).

Sportlich spannender ist der Aufstieg der Broncos-Defense. Diese Jungs entfachen nicht bloß einen sehr guten Passrush. Sie zementieren die Spielfeldmitte auch gut genug, dass selbst guten Offenses oft vier Downs in klaren Laufspiel-Situationen nicht reichen um 1st-Downs und Touchdowns zu produzieren. Mit San Francisco kommt nun ein Gegner des Weges, dem man zutrauen möchte, die Broncos physisch zu überwältigen… allein: Die Offensive Line der Niners hat einen ganz schwachen Power-Index Wert, kriegt ihren Willen trotz vieler Pro Bowl-Blocker und trotz zirka acht verschiedenen Runningbacks nicht mehr durchgedrückt.

Genau das aber wird in dem Spiel notwendig sein, will man die Partie offen gestalten. Andernfalls riecht es nach einem deutlichen Sieg der Denver Broncos.

2 Kommentare zu “Sonntagsvorschauer 2014, Week 7 | Schützengräben, überall

  1. Pingback: NFL-Sonntag 2014/15, Week 7 Liveblog | Sideline Reporter

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