Das kardinale NFL-Power Ranking 2014 nach Woche 10

Die Arizona Cardinals bleiben mit ihrer 8-1 Siegbilanz auf dem 20ten Platz im Power-Ranking ein Mysterium, das es zu erklären gilt. Sie sind trotz ihrer Siegbilanz nicht eines der Teams, über das sich halb Amerika das Maul zerreißt, weil man sieht, dass sie nicht das beste Team der Liga sind (die Denver Broncos sind es), aber trotzdem weisen nur wenige Indikatoren darauf hin, dass die Mannen von Bruce Arians im unteren Drittel der NFL zu verorten wären.

Die 8-1 Bilanz ist nicht geschönt durch eine Latte an knappen Siegen; Arizona ist „nur“ 2-0 in engen Spielen, hat sechsmal mit mehr als einem Score gewonnen. Arizona hat einen Pythagorean von 5.9 Siegen nach neun Spielen. Das sind 2.1 erwartete Siege weniger als sie tatsächlich auf ihrem Konto haben, aber es ist immer noch klar überdurchschnittlich. Damit bringt Arizona bislang die Leistung einer Mannschaft, die nach Pythagoreischer Erwartung über eine Saison etwa 10.6 Siege einfährt.

Dieses Power-Ranking arbeitet auf der Ebene der Effizienz in jedem Down. Und dort ist Arizona bislang eines der nur durchschnittlichen Teams: Man erzielt 6.5 NY/A mit seiner Pass-Offense, nicht schlecht, aber auch nur im Liga-Mittelfeld klassiert. Dafür, dass man mit einem angeschlagenen Carson Palmer und einem Drew Stanton die Saison bestreiten musste, ist das gar nicht einmal so schlecht, aber da die Defense 6.8 NY/A pro Passspielzug aufgibt, hat man sogar eine negative Netto-Differenz pro Passspiel – in der NFL selten ein Zeichen dafür, dass eine Mannschaft auch weiterhin deutlich über die Hälfte ihrer Spiele gewinnt.

Arizonas Erfolgsgeheimnis ist in Wahrheit… tataaaaaa: Turnovers. Die eigene Offense fabriziert bislang minimalistische 0.9% INT-Quote, während die Defense sensationelle 4.0% der Pass-Plays mit Interceptions beendet. Das ist ligaweit jeweils der zweitbeste Wert, und er hilft mit zu erklären, wieso eine leistungsmäßig eigentlich durchschnittliche Mannschaft in der gefürchteten Division NFC West nach neun Spielen klar in Führung liegt.

Ich würde bei aller Sympathie für den weiteren Saisonverlauf eher skeptisch sein. Das liegt weniger an der neuerlichen Verletzung von QB Carson Palmer (out for season mit Kreuzbandriss), sondern mehr an der natürlichen Regression zur Mitte.

In den nun folgenden Wochen trifft man unter anderem auf zweimal die Seattle Seahawks und je einmal die 49ers, Lions, Chiefs, Rams und Falcons. Nur in zwei dieser Spiele wird Arizona favorisiert sein. Aber zwei Siege reichen nach 8-1 Zwischenstand vielleicht schon für die Playoffs… Weiterlesen