College Football Week 12 Preview: Unberechenbarkeit allerorts

College-Football steuert schnurstraks auf ein faszinierendes Finish hin, ein Finish, das durch das neue Playoff-System deutlich intensiviert wurde und das auch davon lebt, dass das College Football Playoff-Komitee sich als unberechenbare Black Box erweist – als eine erfreulich unberechenbare Black Box.

In den Rankings nach Woche 11 überholte zum Beispiel #2 Oregon die #3 Florida State Seminoles, obwohl Letztere ihr Spiel gewinnen konnten. #4 TCU bleibt vor #7 Baylor, obwohl die Baylor Bears technisch gesehen aktuell in der Big 12 Conference dank gewonnenem direkten Duell den Tie-Breaker halten und möglicherweise die Conference gewinnen werden. Was wird das Komitee am Ende höher bewerten? Den Conference-Titel oder den schwierigeren Schedule von TCU?

#5 Alabama ist in Lauerstellung und mit zwei Heimspielen gegen hochklassige Konkurrenz sowie einem möglichen SEC-Finale der heißeste Favorit darauf, am Ende der Regular Season an #1 gerankt zu sein.

#3 Florida State ist die große Unbekannte in den Rankings. Das Komitee hat richtigerweise die Mängel von FSU und den mittelmäßigen Schedule (der nicht dominiert wurde) erkannt. Florida State wird diese Woche ein quasi 50/50 Spiel bei Miami/FL bestreiten, dessen Ausgang letztlich über die Playoff-Qualifikation von FSU entscheiden könnte.

An #8 lungert Ohio State herum. Die Buckeyes sind mit einem Mal ein guter Außenseitertipp auf eine Playoff-Qualifikation für den Fall, dass vorne die „richtigen“ Mannschaften stolpern… Mississippi State, FSU, Arizona State. Würde das Komitee im Zweifelsfall zwei Big-12 Mannschaften in die Playoffs wählen, oder würde man Ohio State einem der beiden vorziehen? Wenn ja, welchem?


So wird #5 Alabama Crimson Tide gegen #1 Mississippi State Bulldogs ein weiteres dieser „Spiele des Jahres“, die mittlerweile fast jede Woche stattfinden (21h30, keine legale Übertragung). Alabama kam schwer in die Saison und stand nach einer Niederlage bei Ole Miss Ende September für ein paar Wochen etwas abseits der großen Show, aber die letzten Wochen zeigten einen ständigen Aufwärtstrend. Die Offense fand zusammen, und der neue QB Philip Sims gilt als mittlerweile „angekommen“. Die Defense ist… eine Alabama Crimson Tide Defense: Unter 4.5yds/Play für den Gegner.

Mississippi State galt unter dem Head Coach Dan Mullen wochenlang als eine der großen Storys des Jahres: Gestartet fernab der landesweiten Rankings, katapultierte man sich mit überzeugenden Vorstellungen gegen die SEC-Konkurrenz binnen drei Wochen auf #1. Die Advanced-Stats sehen in den Bulldogs ein Top-10 Team – also auf jeden Fall viel besser als im Sommer erwartet – aber sie sehen kein #1-Team. Auch die Ergebnisse der letzten Wochen wurden immer zäher.

Mississippi State spielt eine reaktive Offense, die darauf wartet was ihr der Gegner anbietet: Ist die Spielfeldmitte geöffnet, wird hinter einer monströsen Offensive Line dank der sehr spielintelligenten QBs und Runningbacks gelaufen. Sind es sieben oder acht Mann in der Box, scheut Mullen nicht davor zurück, seinen QB Zak Prescott die tiefen Bomben auspacken zu lassen: Neun Mann haben dieses Jahr bereits 40+yds-Pässe gefangen!

Das Matchup zwischen den Bullen bei den Bulldogs (harhar) gegen die DL-Monster von Nick Saban (DT A’Shawn Robinson und DT Jarran Reed bringen beide an die 140kg auf die Waage) dürfte ein sehr entscheidendes für diese Partie werden. Wenn Alabama dieses gewinnt, ist es die halbe Miete zum Sieg. Verliert man es, muss man darauf vertrauen, dass die geschwindige Back-Seven die Pass-Plays eindämmt.


Auch wichtig für den weiteren Verlauf der SEC: #15 Georgia gegen #9 Auburn (1h15, SPORT1 US). Es ist nun schon ein ganzes Jahr her, dass die Auburn Tigers sich an dieser Hail Mary versuchten:

Im Hier und Jetzt spielt Auburn wieder gegen die Geister. Man hat noch eine kleine Außenseiterchance auf den Divisionssieg, braucht dafür aber eigene Siege und günstig fallende Würfel anderseitig.


In der ACC könnten Vorentscheidungen fallen. Ab 18h treffen #22 Georgia Tech und #19 Clemson aufeinander. In der Parallel-Division spielen als Parallel-Spiel die #21 Duke Blue Devils gegen Virginia Tech. Duke gilt als eine der besten Geschichten des Jahres: David Cutcliff, ein oftmals verspotteter Trainer, war mit seinen Jungs zwar schon letztes Jahr im ACC-Finale, aber damals fühlte es sich im Gegensatz zu heuer wie ein „Unfall“ aus. Heuer sind diese Jungs for real, und sie haben ihr Schicksal hinsichtlich ACC-Endspiel wieder in eigener Hand.

Ab 02h die große Rivalität Floridas: Miami Hurricanes#2 Florida State Seminoles (Tape morgen 9h15 bei SPORT1 US) berühmt geworden durch zahlreiche knappe, entscheidende Schlachten in den 80er und 90er Jahren. Für die Canes ist es heutzutage das einzige Heimspiel, in dem man die Hütte noch voll kriegt. Vielleicht hat man sogar eine Chance auf das Upset: Florida State gilt in den Wettbüros nur als Favorit mit 2.5 Punkten, was alles über die „Stärke“ der Noles dieses Jahr aussagt. Nach SRS ist man sogar nur mit einem halben Punkt favorisiert.

Ab 18h30 soll übrigens frei empfänglich im ACC-Network die Partie UNC Tar HeelsPitt Panthers sein. Sportlich iss datt Ding nicht sehr relevant, aber es gibt die Gelegenheit, den neuesten Skandal von UNC anzusprechen. In den letzten 18 Jahren sollen über 1500 Sportler von Unis Hand durch geschenkte Kurse geschleust worden sein, womit das Prinzip des „Studenten“ als mit Füßen getreten gilt. Obwohl dem so ist, und obwohl UNC erst vor kurzem einen massiven Bezahl-Skandal in seinem Footballteam hatte, scheint sich niemand darum zu scheren. Die Leute sind müde geworden… und die Story lässt sich nicht an der krummen Nase eines Johnny Manziel oder den Pickeln von Jameis Winston aufhängen.


Viel Livesport aus der Big Ten Conference bei SPORT1 US. Ab 18h: #25 Minnesota Golden Gophers#8 Ohio State Buckeyes. Ohio State wie geschrieben plötzlich als dark horse auf die Playoffqualifikation. Nix in der eigenen Hand, aber wenn die Granden patzen

Ab 21h30 bei SPORT1 US: #20 Wisconsin Badgers#16 Nebraska Cornhuskers. Das Spiel gibt u.a. die Gelegenheit, den von vielen als potenziellen Top-Draftpick angesehenen DL Randy Gregory (Nebraska) zu begutachten. Viele schwärmten von diesem Mann als wäre er der nächste Ndamukong Suh. Die ersten Tapes sehen da aber noch eine klaffende Lücke, aber wenn du gegen Wisconsins Offensive Line aufgeigst

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7 Kommentare zu “College Football Week 12 Preview: Unberechenbarkeit allerorts

  1. Alabama wird in den meisten US Medien jetzt auch als großer Favorit gesehen. Dahinter ist vieles offen. Mississippi State könnte mit einer knappen Niederlage noch immer ein Kandidat für die CFP sein.

    Florida State ist für viele heute überraschend der Außenseiter in Miami. Auburn und Georgia sind angeblich so gut wie draußen.

    Ohio State lese ich hier zum ersten Mal, dass die Buckeyes ein Kandidat für die CFP sind aber die Argumentation macht für mich Sinn. Baylor und TCU werden nicht gemeinsam die CFP erreichen, so viel steht fest. Ich hoffe dennoch dass beide „Win out “ weil ich die Diskussionen miterleben möchte 😉 TCU als besseres Team aber Baylor als Big 12 Cofnerence Champ…

    Mein Tipp jetzt: Oregon, Alabama, TCU, Mississippi State

  2. Und der nächte Fall eines bevorzugt behandelten FSU Spielers bei der Polizei in Tallahassee: http://www.nytimes.com/2014/11/15/sports/ncaafootball/for-an-fsu-football-player-a-hit-and-run-becomes-two-traffic-tickets.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=photo-spot-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0

    Das sind die neuen Canes. Ich hoffe wirklich, daß FSU noch stolpert, weil ich diese Mannschaft nicht in den Playoffs sehen möchte! Am liebten heute gegen die Canes. Das hätte eine gewisse Ironie 😀

  3. Pingback: Prospect Preview Woche 12 | NFL Draft

  4. Wow, Melvin Gordon läuft und läuft und bricht den FBS rushing record… Da kann man auch schon mal fumblen zwischendurch… 😉 52:17 führt Wisconsin nach 3/4 gegen Nebraska…

  5. Jetzt läuft Dare Ogunbowale… 7 mal in Folge von der Wisconsin 49 bis zum TD und als kleines Zuckerl das Ganze noch in einen Schneesturm verpackt… 😊 59:17

  6. Melvin Gordon’s rushing total is the most ever against an AP-ranked opponent, breaking West Virginia’s Tavon Austin’s record of 345 yards against No. 13 Oklahoma in 2012.

    Gordon hat 25 Läufe mit 408 yards (16,3 yards im Durchschnitt) und 4 TD.

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