Montagsvorschauer Woche 13: Dolphins @ Jets | NFL 2014

Achtung Spoiler! Nach dem Klick weiterlesen zur Vorschau Miami Dolphins (6-5) gegen die New York Jets (2-9).

Besser hätte der Sonntag für Miami gar nicht laufen können. Pittsburgh, Cleveland, Baltimore und Kansas City haben mit ihren Niederlagen den Miami Dolphins die Tür zum Wild-Card-Spot ganz weit aufgemacht. Heute bei den New York Jets sind sie sogar auswärts 7-Punkte-Favorit.

Miami war die gesamte Saison über noch keine große Story. Langweilige Spieler, langweilige Trainer, keine Skandale, einfach nur solider Football. Sie standen bisher nur zweimal kurz im Rampenlicht: in Woche 6, als sie nur durch einen Dan-Marino-Gedächtnis-Fake-Spike von Aaron Rodgers gegen die Packers verloren und dann letzte Woche, als sie bis zum Schluß gegen die Denver Broncos mithalten konnten und am Ende denkbar knapp mit 36-39 den Kürzeren zogen.

Dabei sind sie nach allen gängigen Metriken ein Top-10 Team: egal ob raw stats, DVOA oder power rankings – alle Zahlen sagen, daß man vor dieser Mannschaft Angst haben sollte. Naja, vielleicht nicht vor der Offense, auf jeden Fall aber vor der Defense.

Der Angriff des neuen OC Bill Lazor ist sehr, ähm, „modern“ trifft es wohl am besten. Niemand hat mehr read-option plays pro Partie als die Dolphins. QB Ryan Tannehil hat dabei schon fast 300 Yards erlaufen; RB Lamar Miller läuft beständig für 5 yds/carry. Tannehill operiert auch im Paßspiel mehr als solide. Das Problem ist nur, daß er nicht tief wirft. Oder die Tiefe von vornherein kein Element in Lazors Offense ist? „Deep Threat“ Mike Wallace hat sich bereits öffentlich beklagt und Gerüchte über Zerwürfnisse zwischen (einigen) Spielern und Lazor geistern bereits durch die Medien.

Viel interessanter scheint aber WR Jarvis Landry zu sein. Der Rookie ist Odell Beckhams best friend, hat in gemeinsamen LSU-Tagen wohl ähnlich spektakulär die Eier vom Himmel gepflückt und soll nun das heißeste Ding südlich der Meadowlands sein. Wie dem auch sei, 20 Punkte machen die Dolphins irgendwie immer und eher kommt Richie Incognito zurück, als daß man 20 Punkte gegen die Jets zuläßt.

AFC Playoffs

1. NE (9-3)
2. DEN (9-3)
3. CIN (8-3-1)
4. IND (8-4)
5. SD (8-4)
6. KC (7-5)
X BUF (7-5)
X CLE (7-5)
X PIT (7-5)
X BAL (7-5)
X MIA (6-5)
X HOU (6-6)

Gebaut ist die D um die pass rushers Cam Wake und Olivier Vernon. Die beiden machen vorne so viel Terror, daß bis jetzt noch kein Gegner die 300-Yard-Marke knacken konnte; nicht Tom Brady, nicht Philip Rivers, nicht Aaron Rodgers und nicht Peyton Manning. Nach NY/A stellen die Fins die beste Paß-D der Liga. Großen Anteil daran hat auch die secondary um Cornerback Brent Grimes und Safety Reshad Jones, die beide auf All-Pro-Niveau spielen. Nimmt man New Yorks Quarterbacksituation dazu, liegt das Over/Under für NYs passing yards wohl ungefähr bei 100.

Sie sind beileibe kein Überteam und dürfen sich kaum Fehler erlauben um die Playoffs zu erreichen – aber heute sind sie der deutliche Favorit, weil sie gegen die Jets spielen. Wie so oft in den letzten Jahren katastrophiert sich Gang Green von Woche zu Woche und machen so die Anti-Dolphins: Schlechte Zahlen, viele Niederlagen, aber viel Presse. Beispiel Quarterback: das ist man so unzufrieden mit Geno Smith, daß man zur Halbzeit Michael Vick einwechselt, der aber seinerseits noch schlechter spielt.

Am Montag danach erzählt er dann ganz trocken, daß er sich nicht auf das Spiel vorbereitet hat, das war alles zu überraschend für ihn. Also startet den folgenden Sonntag wieder Smith. Aber nur für zwei Wochen, bis er gegen Buffalo im ersten Viertel drei Interceptions wirft. Vick darf sich daraufhin wieder für zwei Sonntage versuchen bis er letzte Woche im Rückspiel gegen Buffalo eine 7/19-76yds-INT-statline produziert und natürlich wieder die Plätze getauscht werden. Heute gegen Miami startet Smith (dem man im Rookiejahr völlig hängenließ ohne Paßempfänger und dieses Jahr jegliches Rest-Selbstvertrauen nahm mit dem ganzen Hinundher. Ist Smith wirklich ein bust? Keine Ahnung. Das läßt sich ernsthaft nicht bewerten. Wirft man jemanden in eine Jauchegrube, wird er auf jeden Fall stinken).

Immerhin kann NY den Ball laufen. Chris Ivory und Chris Johnson machen solide viereinhalb yards pro carry. Unter Umständen kann sogar Percy Harvin noch drei, vier gute Läufe pro Spiel beitragen. Auch die Verteidigung ist trotz vieler Verletzungen und schlechter Kaderplanung – vor allem in der secondary – immer noch grundsolide. Es wurde immer schnell vergessen, aber die Jets haben nur knapp verloren oder zumindest bis ins vierte Viertel mitgehalten gegen Teams wie Green Bay, Detroit, Denver, New England und gar gewonnen gegen Pittsburgh.

Was der Defense vor allem fehlt, sind Turnovers. Sie haben nur in vier Spielen überhaupt Bälle erobert. Da ist auch einfach viel Pech dabei. Heute fehlt in Mu Wilkerson auch noch der beste Verteidiger und, meh, es ist eben eine dieser Saisons in denen alles schiefgeht. Wenn Miami hier nicht gewinnt, haben sie auch keine Playoffs verdient.

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Ein Kommentar zu “Montagsvorschauer Woche 13: Dolphins @ Jets | NFL 2014

  1. „Sie standen bisher nur zweimal kurz im Rampenlicht… gegen Green Bay… in Denver…“

    Ich weiß nicht, ob es mich beruhigen oder aufregen sollte, dass der Sieg gegen die Patriots zu Saisonbeginn bereits vergessen scheint.

    Ich entscheide mich für beruhigen. Wenn man diesen Sieg als selbstverständlich ansieht, bekommen die Dolphins scheinbar doch mehr Respekt, als ich das in den letzten Wochen mitbekommen hab. Und wenn man sich zudem nicht mehr auf diesen Lorbeeren ausruht, soll es mir nur recht sein 🙂 😉

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