Thanksgiving am College – Die Nachwehen

#1 Alabama Crimson Tide ist der Gewinner des Thanksgiving-Wochenendes 2014. Alabama wird nach dem Iron-Bowl Sieg gegen Auburn nicht bloß weiterhin sicher an #1 gerankt bleiben, sondern bekommt im SEC-Endspiel mit den Missouri Tigers auch noch den vermeintlich einfacheren Gegner serviert.

Alabama ist fast sicher ein „Lock“ für die Playoffs in einer Saison, in der es kein dominantes Team zu geben scheint: Auch Alabama hatte kein reibungsloses Spiel am Samstag, musste lange Zeit einem Rückstand hinterher laufen und hatte letztlich das „Glück“, dass Auburn immer und immer wieder tief in die RedZone vordrang, nur um sich mit Fieldgoals begnügen zu müssen.


#2 Oregon qualifizierte sich mit einem Kantersieg im Civil-War gegen Oregon State für das Pac-12 Finale, das am Freitagabend im Levi-Stadium in Santa Clara ausgespielt wird. Oregon braucht „nur“ einen Sieg, bekommt aber als Endspielgegner einen Altbekannten serviert: Die #11 Arizona Wildcats, die die überraschend hohe Heimpleite von UCLA ausnutzen und mit einem knappen Sieg im Territorial Cup gegen Lokalrivale Arizona State das Finalticket lösten.

Arizona ist das Team, das Oregon letztes Jahr 42-16 abschlachtete und mit jenem Ergebnis letztlich dafür sorgte, dass sich die Ducks mit einem Mal „hohl“ anfühlten. Arizona ist rein zufällig auch das Team, das Oregon heuer als einziges bisher bezwingen konnte: 31-24, auswärts im Heimstadion der Ducks! Von daher: Interessante Endspielpaarung, um die herum sich einige Geschichten stricken lassen.


#3 Florida State erwies sich mal wieder als zäh genug um den Lokalrivalen Florida im Sunshine Showdown zuhause knapp 24-19 zu schlagen – trotz einer Orgie an Penaltys und vier Interceptions gegen QB Jameis Winston. Die Seminoles hielten Florida immer und immer wieder bei Fieldgoal-Versuchen, returnierten eine Interception zum Touchdown, und das reichte zum sechsten One-Score Sieg dieses Jahr.

Im ACC-Finale am Samstag wird man auf Georgia Tech treffen, das auch erst zwei Saisonpleiten auf dem Konto hat und das am Samstag die hoch eingeschätzten Georgia Bulldogs bezwingen konnte. Nicht auszuschließen, dass Georgia Tech als leichter Favorit ins Endspiel geht.


#4 Mississippi State verliert nicht nur die Egg Bowl bei Ole Miss mit 17-31, sondern auch jegliche Chancen auf die Playoffs. So ist es am Ende gekommen wie viele schon lange fühlten: Mississippi State war zwar ein sehr gutes Team, aber die lange Ungeschlagenheit resultierte in erster Linie aus dem Spielplan, der die beiden heftigsten Gegner erst in den letzten zwei Wochen brachte. Schade für die Bulldogs, aber für den College-Football ermöglicht es die Aussicht auf ein Playoff, das mit Teams aus vier verschiedenen Conferences gefüttert wird.


#5 TCU kanterte Texas 48-10 nieder und dürfte in den Rankings diese Woche zumindest auf Platz 4 klettern. TCU hat nächste Woche noch ein Heimspiel gegen Iowa State, das so gut wie sicher als Sieg gezählt werden kann, aber TCU muss aus diesem Spiel vermutlich mehr machen, muss es dominieren, ja demolieren, denn die Konkurrenz im Nacken wird eine ungemütliche.


#6 Ohio State gewann The Game gegen Michigan, konnte aber nicht 100%ig überzeugen. Man wird am Samstag das Big Ten Finale gegen Wisconsin bestreiten und dabei auf QB Barrett verzichten müssen. Wisconsin wird die Lauf-Defense der Buckeyes auf alle Fälle testen, sodass es kein Sieg „a priori“ sein wird. Sollte Ohio State aber überzeugend gewinnen, könnte es TCU ohne weiteres überholen.


#7 Baylor ist der andere Playoff-Kandidat der Big-12 Conference. Baylor würgte sich zu einem 46-44 über lowly Texas Tech, ein Sieg, der niemanden beeindrucken wird und einige Fragezeichen bei den Bears wecken wird, aber: Am Samstag hat man mit einem Heimspiel über Kansas State die Chance, noch einmal nachhaltig Eindruck zu schinden und das Playoff-Ticket noch durch die Hinterhand zu lösen.

Die Big 12 Conference verkündete gestern, dass sie im Fall von Punktgleichheit keine Conference Championship vergeben wird, sondern die Punktgleichen als co champions verkünden wird. Die Entscheidung über die Playoffs solle in dem Fall beim Playoff-Komittee liegen.


Kansas State dürfte nur bei eigenem Kantersieg über Baylor und dem Fallen von zirka sechs Dominosteinen auf verschiedenen Feldern noch eine Außenseiterchance auf das Playoff haben. Selbiges sollte für die Finalisten in den großen Conferences gelten: Georgia Tech (10-2) in der ACC, Missouri (10-2) in der SEC und Arizona (10-2) in der Pac-12 haben alle die Chance, mit einem Endspielsieg über die Granden, die in den Rankings aktuell an #1, #2 und #3 gerankt sind, noch Punkte zu sammeln.

Denn: Sie hätten dann alle „nur“ zwei Niederlagen und damit im Falle von Arizona und GT gleich viele wie die von ihnen bezwungenen Teams. Im Falle von Arizona könnte man dann sogar mit zwei gewonnenen direkten Duellen sprechen. Und sie alle hätten dann eine Major-Conference gewonnen, was ja nach Adam und Riese als gewichtiges Kriterium in der Playoff-Vergabe zählen soll – und zählen sollte.


Zusammengefasst: Alabama schaut wie ein sicherer Playoff-Tipp aus. Oregon dürfte als klarer Favorit im Pac-12 Finale auch gute Chancen haben. Florida State ist… Florida State. Jeder sieht die Schwächen dieser Mannschaft und eigentlich wären sie seit Wochen fällig, aber wenn sie gegen ein – ehrlicherweise – auch nur eher durchschnittliches Georgia Tech noch einmal halten, sind sie auch drin. Der vierte Spot ist der unsicherste. TCU, Ohio State, Baylor oder doch einer der genannten Freaks? Samstag wird entscheiden.


Abseits der Big-Cows war es in Sachen „Big Bowls für die Kleinen“ ein gutes Wochenende für #23 Boise State, das sich mit einem hohen Sieg für das Confererence-Finale in der MWC qualifizierte und dort am Samstag auf Fresno State treffen wird. Boise ist damit erster Frontreiter auf dem Weg zur Big-Bowl Einladung, denn das bislang ungeschlagene Marshall verlor am Freitag zum ersten Mal, 66-67 in der Overtime gegen Western Kentucky.

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Ein Kommentar zu “Thanksgiving am College – Die Nachwehen

  1. Schöne Zusammenfassung. Aber eine kleine Anmerkung noch, Oregon war auch schon VOR dem Civil War für das Pac-12 Finale qualifiziert, also wäre auch mit einer Niederlage gegen Oregon State nach Santa Clara gefahren.

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