Date am Donnerstag, Week 15: St Louis Rams – Arizona Cardinals

Nur noch drei Wochen bis Saisonende, und mit den Arizona Cardinals (10-3) kann das Team mit dem mit besten Record der Liga noch nichtmal mit einem weiteren Sieg die Playoffs fix machen – aber immerhin einen großen Schritt dorthin. Es geht auswärts gegen die St Louis Rams (6-7), die ihrerseits noch nicht komplett aus dem Playoffrennen eliminiert sind, aber alle Wunder dieser Welt brauchen um sich noch dafür zu qualifizieren.

Das Spiel klingt nicht nach Showdown, ist aber ein Duell zweier charmanter Teams aus der NFC West. Die Cardinals kennen wir dieses Jahr bereits: Sie sind ein krasser Over-Performer, der zu häufig gewinnt, nimmt man einen Standard-Spielverlauf in der NFL als Basis. Sie können fast nix in der Offense, haben eine suspekte Secondary, haben aber die Traute, in kritischen Momenten alles an Blitzes auszupacken um den Gegner zu verbrennen.

Was die Front-Seven der Cardinals in den letzten Wochen immer wieder lieferte, war ganz groß. Ein DL #93 Calais Campbell wird keine Chance auf den Defense-MVP haben, weil es in J.J. Watt einen noch besseren Kandidaten gibt, aber ohne Watt? Campbell wäre einer der besten Kandidaten. Um ihn herum spielt ein Haufen No-Names, und sie alle formen im Schema von DefCoord Todd Bowles eine Unit, die als Ganzes in lichten Momenten wie der Überquall an Energie aussieht.

Wenn die Cards da bloß nicht diese aseptische Offense hätten… das Gerede über den QB-Wechsel vom verletzten Palmer auf Stanton kannst du fast vergessen. Arizona hatte mit Palmer eine bessere Offense, aber Stanton allein ist nicht der Grund, wieso Arizona zuletzt zweimal verlor. Es ist schlicht die Offense als Unit, die zu wenig liefert. Die Offensive Line ist überrumpelt wie eh und je, und auch der so gehypte junge Guard #70 Jon Cooper gilt vorerst als krasse Enttäuschung. Die Runningbacks fabrizieren nur alle heiligen Zeiten ein wirklich komplettes Spiel. Die Wide Receiver um Fitzgerald, Floyd und Brown haben lichte Momente, aber zu wenige um eine Offense zu tragen.

Auf der Gegenseite: Die Rams, die schon wieder auf dem Weg sind, nach horrendem Saisonstart ein furioses Finish hinzulegen, das niemandem was bringt. Ihnen nicht, weil sie sich die hohen Draftpicks versauen. Anderen nicht, weil sie denen die Playoffs versauen. 2015 wird Jeff Fisher auch keine Gratis-Picks mehr aus St Louis bekommen um den guten Schlussspurt zu kaschieren.

Fisher sorgte aber für Charme-Punkte, indem er am Sonntag eiskalt die sechs Jungs in seinem Kader zum Münzwurf schickte, die ihm die Washington Redskins im Trade für RG3 geliefert hatten. In Washington. In einem Spiel, in dem RG3 auf der Bank saß. Mehr Mittelfinger geht nicht.

Fisher hat im Prinzip ein Team unter sich, das nach seinen Idealen gestrickt ist: Viel Power, wenig Glanz. St Louis 2013 und 2014 ist wie Tennessee in der Anfangszeit, in der ich Football schaute: Knochentrockene Arbeiter, die dich runterziehen auf ihr Niveau und dann zuschlagen wenn du keine Kraft mehr hast. Der Unterschied: Bei den Titans hatte Fisher in Steve McNair einen Quarterback auf den er bauen konnte; in St Louis hat er diesen nicht.

Man wird den Eindruck nicht los, dass die Rams nicht weit vom Durchbruch entfernt sind, dass sie letztlich „nur“ noch diesen QB vom großen Wurf entfernt sind. Die Zweifel bleiben aber genau da: Will Fisher überhaupt einen echten Franchise-QB? Wird er die Chance kriegen, ihn zu ziehen, wenn die Rams wieder ins Draft-Mittelfeld abfallen?

Solange diese Fragen nicht beantwortet werden, werden die Rams ein gefährlicher Außenseiter bleiben, der für Schreckstunden sorgen kann, aber nicht konstant seine Saison durchzuziehen imstande ist.

So auch heute: Man ist im Prinzip mit den 10-3 Cardinals ebenbürtig. Eine Rams-Pleite würde genauso wenig überraschen wie ein Kantersieg – oder ein Shutout. Es wäre für St Louis übrigens der dritte in Folge…

Kickoff: 02h30 / live SPORT1 US und Gamepass

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3 Kommentare zu “Date am Donnerstag, Week 15: St Louis Rams – Arizona Cardinals

  1. Spoiler






    Beschämende Vorstellung der St Louis Rams. Offense Line, Quarterback, Coaching-Entscheidungen gehörten zum schlechtesten, was die NFL-Saison 2014 angeboten hat.

    Die Cards dürften damit in den Playoffs stehen. Und als Goodie gewinnt der Wert der Cowboys-Eagles Partie vom Wochenende zusätzlich an Drive.

  2. Ich frage mich was schlimmer ist: Dass der Coach zwei kurze Field Goals kicken lässt oder dass der Kommentator das auch noch lobt und richtig findet.
    Besonders von St Louis die bei mir durch tolle Fake Plays im Gedächtnis geblieben sind hätte ich etwas mehr Mut erwartet.

  3. O-Line(auch noch ohne LT Long) konnte man gegen eine gute Cards D-Line und Blitz-Genie Bowles nicht mehr erwarten, von Hill eig auch nicht…

    Ich kann ja noch verstehen, dass du dich „ärgerst“ über das FG beim Stand von 0:0, aber im 4.ten Quarter kann ich die Entscheidung verstehen, wenn man es nicht schafft, hat man relativ sicher verloren.

    Ich hätte es whs versucht, mit einem Pass, aber wie gesagt, kann die Entscheidung auch verstehen.

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