Bowl-Großkampftag am Samstag

Gleich fünf Bowls am heutigen Tag:

19h    Military       Cincinnati – Virginia Tech
20h    Sun            #15 Arizona State – Duke
21h30  Independence   Miami/FL – South Carolina
22h30  Pinstripe      Boston College – Penn State
02h    Holiday        #24 USC - Nebraska

Alle Bowls bis auf die Sun Bowl sind im ESPN-Player zu empfangen.


Die Independence Bowl bringt ein klangvolles Matchup mit den Miami Hurricanes (6-6), die laut vieler Advanced-Stats dieses Jahr eine unterschätzte Mannschaft waren, und den South Carolina Gamecocks (6-6) aus der SEC, deren Saison nach einer hohen Auftaktschlappe bereits zu Ende war.

Miami reist mit dem Gepäck von drei Niederlagen an. South Carolina reist mit einer schlechteren Bilanz als Gefühl an: Im August wurde man von Texas A&M abgeschossen, rehabilitierte sich in den Wochen und Monaten danach aber mit Siegen über Georgia und East Carolina sowie nur knappen Niederlagen gegen Mizzou, Auburn und Tennessee (jeweils ein Score). Natürlich war die Saison vom Kaliber nicht das, was man sich erhofft hatte, aber 6-6 mit nur zwei Blowouts ist auch keine Katastrophe. Trotzdem beginnen die Aasgeier mit dem Kreisen über den Sprüchen von Head Coach Spurrier, der einen Rücktritt aber kategorisch ausschließt.

Kollege RB Mike Davis von den Gamecocks hat dagegen schon anklingen lassen, dass er nach dem Spiel in die NFL gehen wird. Er dürfte einer der ersten gedrafteten Backs werden. Von Miamis RB Duke Johnson habe ich noch nichts mitgekriegt ob er in die NFL gehen möchte. Auch er wird ein gutes Prospect sein.


Die Pinstripe Bowl wird im Baseballstadion der Yankees in der Bronx ausgespielt. Wie sehr „must see“ die Partie ist, vermag ich nicht zu sagen. Bei Penn State hat Head Coach Franklin erst mit seiner Arbeit angefangen und wird noch 1-2 Recruiting-Cycles brauchen um dem Team seinen Stempel aufzudrücken.

Für Penn State wurde aber immerhin die Bowl-Sperre (sollte eigentlich noch zwei Jahre laufen) aufgehoben. Happy-Valley scheint sich in seinem Reha-Prozess nach dem Kinderquäler-Skandal um Assistenzcoach Sandusky und Trainerlegende Joe Paterno ganz gut zu machen. Sportlich soll allerdings die Offense eine unansehnliche Scheiße sein und QB Chris Hackenberg dieses Jahr Rückschritte gemacht haben.


Die Holiday-Bowl fährt mit #24 USC Trojans (8-4) und den Nebraska Cornhuskers (9-3) zwei ganz große Schwergewichte, was Rang und Namen der Unis angeht, auf. USC spielte im ersten Jahr unter Headcoach Steve Sarkisian keine schlechte Saison, kassierte nur eine Pleite höher als sieben Punkte. Das reichte zwar, um aus dem Pac-12 Rennen zu fallen, aber dass viel Potenzial da ist, sieht jeder.

Nebraska ist eine andere Geschichte: Unter Bo Pelini hatte es sich zur Tradition entwickelt, dass jede Saison mit genau vier Niederlagen abgeschlossen wird. Heuer sind es nur drei, aber aufgepasst: Nebraska spielte mit Michigan State, Wisconsin und Minnesota genau drei gerankte Teams, und gegen alle drei wurde standesgemäß verloren. Insgesamt haben auch die Huskers nur eine Pleite mi mehr als einem Score im Leistungsnachweise, aber das reichte letztlich um Pelini zu feuern. Der Neue ist Mike Riley, der USC eigentlich gut kennt, aber sich heute noch raushalten wird: Nebraska tritt mit Interimscoach an.

Die Partie ist aber vor allem aus Draft-Sicht interessant: Hier treten heute die beiden besten Defense Line-Prospects an, die früh in der ersten Runde vom Tablett gehen könnten. Da wäre zum einen Southern Cals wuchtiger DT Leonard Williams (Rückennummer 94), dem man die Beweglichkeit von McCoy und die Power von Suh nachsagt – kurz: Er soll für jeden Guard eine schwer zu lösende Aufgabe sein.

Auf der anderen Seite wirft Nebraska dem seine Rückennummer 4 entgegen: DE Randy Gregory, der in der NFL eine Art Aldon-Smith Rolle besetzen soll. Er ist ein wuchtiger Passrusher ums Eck, der auch Run-Defense zumindest schon mal vom Hörensagen her kennt. Gregorys Fragezeichen ranken sich vor allem um sein Durchhaltevermögen, nachdem er des Öfteren Knieprobleme hatte und auch heuer nicht wirklich gesund durch die Saison kam.

Auch im Angriff stellen beide Teams mögliche Draftpicks: USC-WR Nelson Agholor (97 Catches, 11 TD) als possession-WR mit guten Skills, wenn er den Ball erstmal in der Hand hält. Und Huskers-RB Ameer Abdullah, der für einen Back schmächtig gebaut ist, aber die Beweglichkeit mitbringt, die es in der NFL braucht.

Klingt nach einem insgesamt sehenswerten Spiel, und weil es in San Diego stattfindet, kann man vielleicht auf den einen oder anderen USC-Tourist und eine ganz gute Stadionatmosphäre hoffen.


Für komplettere, informative und nicht allzu lange Vorschautexte zu diesen Bowls in allerdings englischer Sprache verweise ich auf den üblicherweise exzellenten Bill Connelly von SB-Nation: The 5 Saturday Bowls.

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3 Kommentare zu “Bowl-Großkampftag am Samstag

  1. Re Penn State vs. Boston College, ich sag mal aus Draft sicht ist das ein hoch interessantes Matchup. Penn State hat mit Anthony Zettel (bei dem es unklar ist ob er sich als Jurnior zum Draft meldet) und C.J. Olaniyan zwei richtig gute Defensive Line Prospects. Die spielen gegen die O Line von BC die fast ausschließlich aus Seniors besteht und USC komplett überrrante und auch gegen Florida State sehr gut aussah.
    Dazu natürlich weiter Christian Hackenburg watch, der aber nach dem was ich dieses Jahr gesehen habe eher einen Schritt zurück gemacht hat.

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