Preview Wildcard Playoffs – Arizona Cardinals @ Carolina Panthers

Playoff-Football!

Zum Auftakt der diesjährigen Playoffs humpeln die angeschlagenen Arizona Cardinals (11-5) zu den seit November ungeschlagenen Carolina Panthers (7-8-1). Es ist auch das Duell der Coaches of the Years 2011 und 2012, Arizonas Bruce Arians und Carolinas Riverboat Ron Rivera. Und trotzdem wird es hier nicht zwei gut geölte Maschinen zu sehen geben, sondern zwei Teams mit großen Schwachstellen.

Die storyline nummer eins ist die aktuelle Siegesserie der Panthers. Seit sie Ende November im 3-8-1-Abgrund aufwachten, haben sie vier Spiele in Folge und damit die NFC South gewonnen. Grund dafür war vor allem die Defense. Diese hat in den vier Dezemberspielen nur 10,8 Punkte und 14 First Downs pro Spiel zugelassen; und noch wichtiger: neun Turnovers produziert.

Cardinals Offense vs Panthers Defense

Der pass rush um DE Charles Johnson hat endlich aufgedreht und Rivera und sein Defensive Coordinator Sean McDermott haben nach langem Suchen ein ganz anständiges Defensive Backfield gefunden. Ihren alten Safety Charles Godfrey haben sie rausgeworfen, Free-Agent-Verpflichtung Antoine Cason ebenso und der fest als Starter eingeplante Safety Thomas DeCoud, als Free Agent aus Atlanta gekommen, sitzt nur noch auf der Bank.

Godfrey, Cason und DeCoud sollten eigentlich die letztjährigen Stammspieler um Captain Munnerlyn und Mike Mitchell ersetzen, die woanders für mehr Geld unterschrieben. Der einzige Überlebende des 2013er backfields ist Cornerback Josh Norman, der auch erst Ende Oktober Stammspieler wurde, seitdem aber richtig okay spielt. Roman Harper seinerseits ist der einzige Free Agent, der irgendwie funktioniert hat. Wer Harper noch aus New Orleans kennt, kennt auch seine vertrottelten Aussetzer zur Genüge: schlechtes tackling, leichtsinniges Spekulieren oder falsches „Raten“ der Paßroute haben häufig zu Big Plays und Saints-Fans zur Verzweiflung getrieben. Er hat diese Schwächen auch in Carolina noch, nur eben in den letzten vier Wochen nicht. Er ist reif für einen großen Bock.

Auch reif für ein, zwei grobe Böcke in den Playoffs sind Rookies. Da hat die Panthers-secondary zwei im Angebot. Der CB gegenüber Norman ist seit Woche Dreizehn 5th-rd pick Bené Benwikere. Er spielt ganz solide, kommt aber wahrscheinlich durch seine big plays im Dezember – eine Interception und zwei fumble recoviers – etwas zu gut weg. Ebenso Safety Tre Boston, 4th-rd pick; hat sein erstes Spiel in Woche Sieben gemacht, Starter seit Woche Dreizehn. Die beiden zusammen, Boston und Benwikere, haben zusammen gerade mal 800 Snaps NFL gespielt; Harper ist immer anfällig für grobe Schnitzer; CB Norman macht diese Schnitzer zwar kaum, aber mehr als ein solider Starter ist er nicht.

Zu ihrem Glück spielen sie nur gegen Ryan Lindley. Drew Stanton ist noch nicht wieder fit und Carson Palmer kann froh sein, wenn er rechtzeitig zur nächsten Saison wieder fit ist. Also Lindley. Lindley ist nicht gut, daher hat einer der größten Liebhaber des vertikalen Paßspiels seine gameplans radikalisiert: jeder Spielzug ist jetzt „Touchdown or check down„: entweder Lindley prügelt den Ball 30, 40 Yards das Feld runter oder er geht auf Nummer sicher und legt ab zum RB. Mit Larry Fitzgerald, Michael Floyd, Rookie John Brown und speedster Ted Ginn hat Arians dafür auch gutes Material. Wenn Lindley irgendwie drei Big Plays an den Mann bringt, bleibt das ein spannendes Spiel.

Der tiefe Ball hat auch den freundlichen Nebeneffekt, die größte Stärke der Panthers-D zu umgehen: das Linebacker-Duo Thomas Davis und Luke Kuechly. Allerdings werden diese beiden zusammen mit den DTs Kawann Short und Star Lotulelei die große Schwachstelle Arizonas, das Laufspiel, komplett abwürgen. Stepfan Taylor, Kerwynn Williams und Mario Grice sind seit der Verletzung Juke Ellingtons die Ballträger. Die drei zusammen kommen auf 400 Yards und 500 Snaps. Über die gesamte Saison gesehen haben nur die Oakland Raiders ein schlechteres Laufspiel.

Immerhin sollte die Offensive Line gegen Carolinas pass rush nicht völlig untergehen. Neuzugang Jared Veldheer ist mittlerweile ein richtig starker Left Tackle und rechts ist Bobby Massie zumindest solide. Schwächen haben sie in der Mitte – ausgerechnet dort, wo Carolina mit ihren Double-A-Gap-Blitzes am liebsten attackiert. Dafür müssen sie sich etwas einfallen lassen.

Bruce Arians weiß, daß man die Varianz erhöhen muß, wenn der Gegner stärker ist – und beim Duell Cards-O gegen Panthers-D hat Carolina die Oberhand. Neben den vielen tiefen Pässen, die mit einem QB Lindley noch viel mehr high-risk/high-reward-Optionen sind als ohnehin schon, können wir hier auch trick plays erwarten. Patrick Peterson hat diese Saison noch keinen einzigen Snap im Angriff gespielt, das sollte sich morgen ändern.

Panthers Offense vs Cardinals Defense

Auf der anderen Seite führt Peterson eine der aggressivsten Defenses der letzten Jahre an. Wie auch in der Offense gehen sie hohes Risiko. Das bedeutet: aggressive Manndeckung kombiniert mit wilden blitzes bis hin zum Triple-A-Gap-Blitz. Dabei attackieren nacheinander nicht nur zwei Spieler die Lücken zwischen Center und Guards (wie Carolina), sondern drei. Diese drei sind häufig auch Safeties, die qua Statur mehr speed mitbringen als Linebackers. Vor allem die Safties Reshad Johnson, Deone Buchannon, Tony Jefferson und Tyrann Mathieu spielen überall, aber selten tief (außer Johnson) und eher in Linebacker-Positionen.

Durch die vielen blitzes und den starken pass rush in der Mitte von Calais Campbell und Tommy Kelly haben die Cornerbacks Peterson und Antonio Cromartie meistens lösbare Aufgaben – wenn sie allerdings einen Fehler machen, kann das schnell teuer werden. Zu ihrem Glück haben die Panthers keinen WR, vor dem man große Angst haben müßte. Die einzige Gefahr geht von Rookie Kelvin Benjamin aus, aber der hat in den letzten Wochen fast so viele Bälle fallengelassen, wie er gefangen hat.

Gefährlicher ist das schon Tight End Greg Olsen, Cam Newtons Lieblingsziel. Arizonas Verteidiger sind entweder zu langsam, wie LB Larry Foote, oder Olsen körperlich nicht gewachsen, wie die Safeties/Linebackers Buchannon oder Jefferson. Olsen allein wird aber nicht reichen. Carolina braucht ein gutes Laufspiel. Das ist hier der große Knackpunkt.

Die Panthers sind während ihrer Siegesserie sehr gut gelaufen mit 200 Yards pro Spiel. Aber: das waren Spiele gegen Saints, Bucs, Browns und Falcons, vier der schlechtesten Laufverteidigungen ligaweit. Die Cards haben eine der besten Laufverteidigungen, auch wenn das in den letzten beiden Wochen nicht so aussah. Gegen San Francisco und Seattle ließen sie 470 Yards zu. Eine Grund waren missed tackles, das kann man abstellen und es rambockt auch nicht jede Woche Marshwan Lynch durch deine Secondary.

Der zweite Grund waren lange Läufe von Colin Kaepernick und Russel Wilson. Das passiert oft gegen man coverage, wenn die DBs den Rücken zum QB haben. Da Carolina in Newton einen mindestens ebenso gefährlichen rusher wie Wilson oder Kaepernick hat und man hinten wegen des schlechten receiving corps auch gerne mit einem Mann weniger spielen kann, sollten die Cards permanent einen „spy“ hinter der Defensive Line haben, jemanden der sich nur um Newton kümmert.

Carolina hat zwar jetzt seit fünf Wochen die gleichen fünf Starter in der Offensive Line nachdem vorher jeden Sonntag locker durchgewechselt wurde, aber einen richtig harten Test hatten sie bis jetzt noch nicht zu bestehen. Wenn man während der Saison einen Spieler von St. Louis practice squad verpflichtet und der dann gleich, wie RT Mike Remmers, Stammspieler wird, hat man ein Problem.

Fehler und Big Plays

Viel wird wahrscheinlich nicht gehen für Carolinas Offense. Aber ebenso wie auf der anderen Seite ist die Verteidigung anfällig für Big Plays. Das Ziel muß sein, mit Olsen die Ketten zu bewegen und im Laufspiel irgendwie Big Plays zu generieren, vielleicht indem man die RBs oder Newton in offene 1-v-1-Situation gegen die überaggressiven Safeties oder den langsamen LB Foot bekommt. Es werden wahrscheinlich am Ende eher die Fehler sein – missed tackles, Fumbles, Interceptions, coverage breakdowns – als eine starke und konsistente Leistung über 60 Minuten, die dieses Spiel entscheidet. Ebenso bei Arizona, die von drei, vier gute tiefe Pässe brauchen – und ein wenig magic von Peterson.

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8 Kommentare zu “Preview Wildcard Playoffs – Arizona Cardinals @ Carolina Panthers

  1. ich weiß ja nicht, was an einem 6:3 langweilig sein soll …
    aber Defense fights muss man auch mögen 😉

  2. Pingback: Preview Wildcard Playoffs – Baltimore Ravens @ Pittsburgh Steelers | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  3. Nicht wirklich. Aber jedes spiel ist besser als kein Spiel. Football ist wie pizza. Selbst wenn es schlecht ist ist es immer noch gut.

  4. Eine schlechte Pizza ist doch nicht gut.^^ Dann lieber gar keine.
    Sehe die Panthers vorne. Es gibt eine Position, die man im Football nicht verstecken kann und das ist der QB. Da hat Carolina die Nase klar vorn. Rechne aber auch mit einigen TO auf beiden Seiten. Bowles wird mit seinen kreativen Blitz Packages die Panthers O aber gehörig fordern. Ich freu mich auf das Spiel.

  5. Pingback: NFL Wildcard Weekend 2014/15, Samstagsvorschau | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

  6. Pingback: NFC-Wildcards 2014/15: Carolina Panthers – Arizona Cardinals live | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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