NFL Power Ranking 2014/15, Wildcard Weekend: Das letzte Ausrufezeichen

Kurzer Nachklapp zum Wildcard-Wochenende: Nach drei doch eher schaumgebremsten Angelegenheiten brachte Dallas Cowboys vs Detroit Lions dann doch noch einen Kracher der höchsten Stufe, der nicht so schnell vergessen sein wird.

Auch ein paar Stunden später ist das Ausscheiden nicht leicht zu verdauen, aber auf der anderen Seite: Wenn du ausscheidest, willst du genau so ausscheiden. Du willst keine zehntausend zu Boden fallende Pässe wie in Arizona. Du willst nicht in Lethargie verfallen wie die Pittsburgh Steelers. Du willst keine leblose Vorstellung wie Cincinnati.

Ich konnte mir ausmalen, dass Detroit in Dallas so auftreten wird wie im ersten Viertel, und hätten die Lions die Pace halten können, die Partie wäre nie mehr knapp geworden. Es hätte aber selbst mit dem gleichen Spielverlauf nebst aller Verletzungsausfälle reichen können, wenn Dallas nicht jedes einzelne der kritischen Plays in 3rd-Down und 4th-Downs gemacht hätte.

Dem Headcoach Jason Garrett sei gedankt, dass er den Mut hatte, beide 4th-Downs, vor allem aber jenes an der Goal-Line, auszuspielen. Ich hatte es dem notorischen Versager Garrett nicht zugetraut. Leider werden seine mutigen Entscheidungen im Quark der Pundits („take the points!“) untergehen.

Die Cowboy-Offense führte die Plays in entsprechender Qualität aus. Vor allem Romo lieferte eine epische Leistung gegen eine erstklassige Defense. Leider wird seine Super-Leistung vergessen sein, wenn die Cowboy-Verteidigung nächste Woche von Aaron Rodgers in Grund und Boden gespielt wird.

Trotzdem fehlte nicht viel, einmal eine Hand, die eine Millisekunde früher an Romos Arm dran war, einmal ein Fingernagel, den man nicht in der Früh abgeschnitten hätte usw. 50/50.

Beeindruckend und aus spielerischer Hinsicht das bleibende Element der Partie war das Auftreten der Defensive Line der Detroit Lions, die die vermeintlich beste Offensive Line der heutigen NFL komplett pulverisiert. Sechs Sacks gegen Romo, und minimum zehn weitere Hits, dazu etliche grenzwertige Holdings der Offense – es war komplette Dominanz. DT Suh setzte in seinem letzten Spiel in blau/weiß noch einmal ein Ausrufezeichen, das an sein verrücktes letztes Spiel am College erinnerte. Suh wird gehen, aber mit dem famosen DE Ziggy Ansah und wohl auch DT Fairley werden großartige Leistungsträger bleiben.

An das Spiel wird man sich natürlich aber in erster Linie wegen der skurrilen Schiedsrichter-Entscheidung – Stichwort Faceguarding und DPI – erinnern, die die Partie schon jetzt in das Pantheon der großen kontrovers diskutierten Postseason-Spiele hebt, Tuck Rule Game, Music City Miracle, usw. Die Phantom-Flagge, die es nicht gab.

Analytisch hat Brian Burke schon aufgearbeitet, wie viel das Play in etwa wert war: 12% Sieg-Chance. Das ist einer der größten Plays in einer umkämpften Partie, aber nicht der allergrößte. Trotzdem natürlich bitter, und man kann verstehen, warum sich die Lions verschaukelt fühlen.

Der Call des Jahres

Der Call des Jahres

Auf der anderen Seite waren die zu konservativen Entscheidungen von Jim Caldwell weniger dramatisch als angenommen. Wie gesagt: Ein Spiel, in dem Kleinigkeiten entschieden. Jetzt weiß ich, wie es sich anfühlt, ein dramatisches Ausscheidungsspiel knapp und als vielleicht einen Tick bessere Mannschaft zu verlieren. Weiterlesen