Preview Divisional Playoffs 2014/15 – Baltimore Ravens @ New England Patriots

Playoff-Football!

Es ist das schönste Wochenende des Jahres: zwei Tage, vier Spiele, acht Mannschaften und 16 Zigaretten für den Patriots-Fan gleich zu Beginn des ganzen Buheis. Mit dem Abpfiff der Regular Season Ende Dezember waren sich so gut wie alle Fans darin einig, daß die Baltimore Ravens (11-6) das gefährlichste mögliche match-up für ihre New England Patriots (12-4) sind. Warum?

Wie man an der aktuellen Ausgabe des Patriots-mailbags von ESPN Boston hier schon an der Überschrift sehen kann, haben die meisten Pats-Fans allerhögschten Respekt vor den Ravens; und einige sogar die Hosen voll.  Hangeln wir uns für diese Vorschau mal an den Hintergründen für diese Gefühlslage entlang anstelle der üblichen Offense-vs-Defense/Defense-vs-Offense-Nummer.

1. History

Seit Baltimores Head Coach John Harbaugh seinen aktuellen Job 2008 angetreten hat, sind die beiden Mannschaften vier Mal in der Regular Season aufeinandergetroffen (3-1 nach Siegen für die Pats) und drei Mal in de Playoffs. Das Wildcard Game der Saison 2009 war nach 20 Minuten vorbei: Fumbles, Interceptions und zwei Big Plays von Ray Rice führten zu einem 24-0-Zwischenstand – im ersten Viertel.

Das AFC Championship Game 2011/12 gewann New England denkbar knapp. Kurz vor Schluß schlägt im letzten Moment der erst wenige Wochen vorher von der Straße geholte Sterling Moore Lee Evans den siegbringenden Touchdown aus der Hand (das war das Jahr als NE auch Matt Slater und Julian Edelman regelmäßig als DBs einsetzte, weil die „richtigen“ DBs zu schlecht oder verletzt waren), bevor Kicker Billy Cundiff ein 32-Yard-FG ins bittere Aus kickte. New England war gerade noch so von der Schippe gesprungen.

Ein Jahr Später, im Championship Game 2012/13 haben sie dafür dann die Schippe auf’n Kopp gekriegt. In der zweiten Hälfte machten die Pats drei Turnovers, die Ravens drei Touchdowns zum am Ende deutlichen 28-13-Sieg. Bei den Niederlagen haben die Pats-Fans die Ravens als ungemein diszipliniertes, effizientes und hartes Team kennen- und respektieren gelernt.

Ein großer Teil des Kaders ändert sich natürlich im Laufe von sechs NFL-Jahren. Aber einige der „großen Namen“ sind geblieben. Neben HC Harbaugh vor allem auf der defensive Seite Terrel Suggs und Naloti Ngata. Und im Hintergrund natürlich immer der blitzgescheite GM Ozzie Newsome, der es wie sonst wohl nur Bill Belichick himself in der AFC versteht, Saison um Saison einen starken Kader zusammenzustellen.

2. Pressure up the gut

13, 30 und 14 Punkte haben die Patriots in den drei erwähnten Playoffspielen zustande gebracht. Regelmäßig ein großer Faktor war dabei der Druck auf Tom Brady, vor allem der Druck über die Mitte. Und ausgerechnet da scheinen sich die Ravens nun auch noch verstärkt zu haben. Erstens ist natürlich Haloti Ngata noch da, und der hat sogar im Dezember vier Wochen Pause bekommen (Dopingsperre) und ist daher fit wie zu Saisonbeginn. Zweitens ist der junge Pernell McPhee vor allem in passing situations eine einzige Migräne für die Mitte der Offensive Line. Und drittens sind außen T-Sizzle und Elvis Dumervil so starke pass rushers, das man sie nicht das ganze Spiel über in eins-gegen-eins-Situationen verteidigen will.

New England hatte auch in dieser Saison Probleme mit Druck über die Mitte. Und schon in den letzten Jahren war in allen „großen“ Niederlagen das einer der Gründe für die Probleme im Angriff: die beiden Super Bowls gegen die Giants, das C’ship Game gegen die Ravens 2012 und im C’ship Game letztes Jahr gegen die Broncos.

Auch die jetzt gefundene Kombination mit Rookie Center Bryan Stork flankiert von Dan Connolly links und Ryan Wendell rechts wackelt immer mal wieder gefährlich. Das ist schon seit Jahren ein Problem. Einer der Gründe für den Trade von Logan Mankins vor Saisonbeginn waren auch seine Aussetzer in pass protection in den letzten beiden Jahren, sehr deutlich zu sehen zum Beispiel im Championship Game gegen die Denver Broncos im Januar 2014 oder auch im Super Bowl gegen die Giants im Februar 2012.

Immerhin: wie immer im Football kann man individuelle Schwächen taktisch wettmachen. In diesem Fall zum Beispiel mit vielen schnellen Würfen, die Bradys Hand verlassen, bevor der pass rush eine Chance hat. Neben WR Julian Edelman auf den berühmten Wes-Welker-Gedächtnis-option-routes ist das seit einigen Wochen auch der kräftige WR Brandon LaFell, der mit Brady auf kurzen comeback routes und back shoulder throws and der Seitenlinie eine gute Chemie entwickelt hat.

Eine andere Option ist es, RB Shane Vereen in space den Ball zu geben, also vor allem über Screenpässe oder den bei OC Josh McDaniels anscheinend überaus beliebte wheel routes, wobei Vereen aus dem Backfield heraus einen Bogen in Richtung Seitenlinie läuft und dabei den ihn verteidigenden Linebacker abhängt. Allerdings brauchen diese Routen etwas mehr Zeit. Man kann entweder mal der Offensive Line vertrauen. Oder man macht es mit play-action. Wobei ein Tight End oder Alles-back James Develin als sechster Blocker fungieren.

Oder Brady wirft einfach zum Gronk. Wer einen Gronk hat, braucht keinen game plan.

3. Brady

Naja, obwohl: mit diesem Brady braucht man auf jeden Fall einen guten game plan. Ich hab hier in den letzten zwei Jahren schon oft geschrieben, daß Tom Terrific immer weniger terrific wird. Patriots-Fans haben sich sehr gewundert, als im diesjährigen MVP-Chatter tatsächlich einige pundits Brady mit Stimmen bedachten. Die Siege und Spiele gegen Chicagos Verteidigung haben es oft vernebelt, aber Brady hat mittlerweile einige Defizite. Zum Beispiel kommt kein Ball, der mehr als 12 Yards in der Luft ist, irgendwo anders an als im Land der Träume.

Wie es sich für einen richtigen Fan gehört, hab auch ich nach der Peinlichkeit gegen Kansas City in Woche Vier überreagiert und hier geschrieben: „[…]hat Tom Brady in Hälfte Zwo seine Kündigung zum Saisonende unterschrieben.“

Am Dienstag sind dann alle wieder ein bißchen runtergekommen, haben sich beruhigt, aber sicherheitshalber auch nochmal nachgeguckt, und siehe da: aufgrund der Vertragsstruktur ist Brady dieses und auch nächstes Jahr unkündbar, er hat einfach zu viel guaranteed money in seinem Vertrag zu stehen. Und dann haben die Patriots auch noch angefangen zu gewinnen: gegen Cincy, Indy, Denver und Detroit zum Beispiel, alles Playoffmannschaften. Aber Brady hatte einige Halbzeiten dabei, die standen dem Gegurke im Arrowhead in Nichts nach, zum Beispiel die erste gegen Indy, in den Spielen gegen die Jets und die Chargers.

Siege heilen aber alle Wunde und mit Siegen kann man auch gerne mal etwas unter den Teppich kehren – ja wenn der GM nicht Bill Belichick wäre. Darth Vader. Der Mann ohne Gefühle. Der, gerade wenn es um das Karriereende (bei den Pats) seiner größten Stars geht, nach dem Motto verfährt: rather one year early than one year late. Man kennt die Namen alle zur Genüge: Lawyer Milloy, Richard Seymour, Mike Vrabel, Randy Moss, Wes Welker, Logan Mankings. Und trotzdem – schließlich ist der QB mit drei Ringen etwas anderes als ein Safety oder Wide Receiver – trotzdem waren alle Fans baff, als zwischen den Jahren Bradys Vertrag so geändert wurde, daß er sofort und ohne auch nur einen einzigen Cent dead money rausgeworfen werden kann. Die meisten pundits waren seltsamerweise nicht baff. Bill Barnwell hat als einer der wenigen hier zusammengeschrieben, was diese Vertragsänderung tatsächlich bedeutet.

Sollte also Brady morgen ganz fürchterlich rumgurken, und sollte Jimmy Gallapagos der Panzer zugetraut werden, die Position zu übernehmen, würde Bellichick dann tatsächlich BÖÖÖÖP! Sorry, Fangfrage. Jede Frage, die mit „um die Mannschaft insgesamt zu verbessern, würde Belly….“ beginnt, muß mit Ja beantwortet werden.

4. Put your players in a position to succeed

Das ist aber eine Diskussion für später. Zurück zum Spiel. Jeder kennt Bellys „Do your Job!“-Mantra, das hier in der Vorschau für das letztjährige Divisional Playoff Game gegen die Colts im Zentrum stand. Ein anderes immer wiederkehrendes Thema Belichicks ist: „put your players in a position to succeed„. Belichick umreißt das in Pressekonferenzen immer so: jeder Spieler hat Stärken und Schwächen. Jeder. Die Aufgabe der Coaches ist es, Spielern nur solche Aufgaben zu geben, die sie auch lösen können – und sie nicht in Situationen zu bringen, in denen ihre Schwächen zum Vorschein kommen.

So stand zum Beispiel Publikumsliebling Brandon Spikes nie bei dritten Versuchen auf dem Feld. Der Linebacker ist ein Monster gegen den Lauf, aber irrt immer blind umher, wenn es gegen den Paß geht. Darum mußte er auch gehen, als die Bills ihm letztes Jahr mehr geboten haben, als er den Pats als two down linebacker wert war. Darum spielt zum Beispiel auch Devin McCourty seit einigen Jahren Safety, obwohl er als Corneback gedraftet wurde. McCourty fühlt sich sichtlich wohler, wenn er das „Spiel vor sich hat“, „im Raum operiert“ und nicht einem WR an den Fersen kleben soll.

[Interessanterweise sagt auch Chiefs HC Andy Reid seid Jahren nach jeder Niederlage immer zuallererst: „We coaches didn’t put our players in a position to succeed“. Auch Andy Reid ist seit Jahren konstant erfolgreich wie sonst kaum jemand in der Liga. Als Negativbeispiel ist dieses Jahr zum Beispiel Philadelphias CB Bradley Fletcher aufgefallen, der oft aussah, wie der schlechteste CB der Liga. Das ist er beileibe nicht – wenn man ihm Verantwortlichkeiten gibt, in denen er seine Stärken ausspielen kann. Stattdessen hat er seine Saison damit verbracht, dem speedster DeSean Jackson auf tiefen Routen ohne safety help hinterherzulaufen.]

Also: let’s put Brady in a position to succeed. Er kann nicht mehr so gut werfen. Okay. Er ist aber immer noch smart und hat ein blindes Verständnis mit den Paßempfängern, denen er vertraut. Das sind, wie schon gesagt, Edelman und mittlerweile auch LaFell. Das Vertrauen ist bei den Patriots besonders wichtig, da die WRs sehr viele option routes laufen. Das heißt, je nachdem, wie ihr Verteidiger zu ihnen steht, cutten sie nach links oder nach rechts; drehen sie sich um oder laufen weiter. Weil das kurze Routen sind, meistens mit three step drops des QBs, wirft dieser schon bevor der Receiver den cut gemacht hat. QB & WR müssen on the same page sein, wie Phil Simms erst sagen wird, wenn es dabei zu einer Interception kommt.

Was Brady auch immer noch so gut kann wie kaum ein anderer, ist seine Offense im hurry-up-/-no-huddle-modus das Feld hinunterzutreiben. Er stellt die receivers um, scheucht die Running Backs von links nach rechts, ändert die protection für seine Offensive Line und zur Not auch den Spielzug, wenn er etwas bestimmtes in der Defensivformation gibt.

Kurz zusammengefaßt: um den pass rush aus dem Spiel zu nehmen und um Bradys Stärken auszuspielen anstatt seine Schwächen offenzulegen, sollte es viel no-huddle offense geben, mit vielen kurzen Pässen zu Edelman & LaFell, mit Pässen zu Vereen in space und natürlich einige hohe Bälle zu TE Rob Gronkowski, der dann irgendeinen Winzling schlägt, bevor er mit einem anderen Winzling an seinem Trikot hängend noch ein paar yards after catch macht.

5. Dean Pees

All die kleinen Feinheiten und wrinkles, die noch dahinterstecken, kenne ich natürlich nicht. Aber Baltimore hat einen Mann, der sie kennt: Defensive Coordinator Dean Pees. Von 2004 bis 2009 war er Linebackers Coach und Defensive Coordinator in New England. Wenn jemand weiß, wie er seine eigenen Spieler in gute positions bringt gegen die McDaniels/Belly-Offense, dann er.

Das wichtigste bezüglich der Ravens-D ist oben schon angesprochen. Die Front-7 ist bombig, dazu gehören nicht nur Suggs/Dumervil/Ngata/McPhee, sondern auch die beiden LBs Daryl Smith und der Rookie C.J. Mosley. Die beiden sind sehr solide gegen den Paß, nur werden sie das kaum ausspielen können gegen den zu quicken Edelman oder die größeren mit sicheren Fanghänden ausgestatteten Tight Ends Gronkowski und Tim Wright. Aber hinter dieser Front-Four, die im Laufspiel mit Brandon Williams auch noch einen Felsen hat, machen sie einige Laufspielzüge kaputt. Um diese beiden gerade nicht in „a position to succeed“ zu stellen, erwarte ich hier nur wenig Laufspiel, dafür unendliches Kurzpaßgedödel.

6. Baltimores tiefer Ball

Im Paßspiel muß New England auf jeden Fall die tiefen Bälle auf Torrey Smith verhindern. Das wird wahrscheinlich die Aufgabe von Safety Devin McCourty sein, der dem Cornerback auf seiner, Smiths, Seite hinterläuft (hinterherlaufen im Sinne von trail coverage, nicht im Sinne von abgehängt werden). Spannend wird die Rolle von Darrelle Revis sein. Ich glaube nicht, daß er Torrey Smith als Hausaufgabe bekommt, der sollte eher durch den tiefen Safety aus dem Spiel genommen werden. Wahrscheinlich wird er Steve Smith überallhin verfolgen. Flaccos security blanket Owen Daniels sollte bei den LBs Dont’a Hightower und Jamie Collins gut aufgehoben sein.

Seit sie Revis haben, spielen die Pats so viel man coverage wie nie zuvor und blitzen auch immer häufiger. Die explosiven Hightower und Collins sind starke blitzer und sollten einige Male auf die Rookies James Hurst (Left Tackle) und John Urschel (Right Guard) losgelassen werden. Dann müssen hinten aber Revis und McCourty auch ihrem Ruf gerecht werden.

Solange man nicht Penaltymaschine Brandon Browner gegen Torrey Smith stellt (mit 250 yards (!) durch pass interferences mehr als doppelt so viele yards wie der zweitbeste WR in dieser Kategorie), sollte aber alles unter Kontrolle sein. Wirklich gefährlich sieht Baltimores Angriff nicht aus. Wobei sich New England schon gehörig umstellen muß.

In den letzten Wochen hat die Pats-D fast 80% aller Snaps in 4-2/2-4 Nickel gespielt. Gegen Baltimores bis zum Erbrechen wiederholte Aufstellungen mit 12- bzw 21-personell, also mit nur zwei WRs, aber wahrscheinlich so viel base defense spielen (3-4; drei Dicke, Jones/Ninkovich on the edge, Hightower/Collins als ILB) wie sonst nur gegen die Jets. Mit Vince Wilfork und Sealver Siliga haben sie auch zwei gute Männer gegen den Lauf; und wenn Chris Jones und Alan Branch auch noch gut dagegenhalten können, sieht es ganz gut aus. Dahinter stehen mit Jamie Collins und Dont’a Hightower zwei LB, die nicht nur von Patriots-Fans spätestens in der nächsten Saison auf Kuechly/Davis- oder Bowman/Willis-Level geshen werden. Die eine Außenbahn macht Rob Ninkovich so zuverlässig zu wie sonst kaum jemand; die andere war in dieser Saison etwas shaky, auch Chandler Jones – wenn er nicht verletzt war – wird da einige Male in der montäglichen film session Ärger bekommen haben.

7. Disziplin

Es braucht gegen Baltimores Offense mit den vielen zone blocking schemes vor allem Disziplin. Die braucht es nicht nur im Laufspiel, sondern auch gegen die daraus resultierenden play-action Pässe. So ein Touchdown nach play-action links, bootleg nach rechts wie letzte Woche der von einem Herren namens Crockett Gillmore gegen Pittsburgh sollte nicht passieren.

Überhaupt sind die Ravens wie auch die Patriots eines der diszipliniertesten Teams der NFL. Gerade deshalb waren letzte Woche so viele geschockt, als Baltimore bei einem FG-Versuch der Steelers 12 men on the field hatten. So was wird es morgen nicht geben.

Hier können wir also ein Spiel erwarten, daß ohne große Fehler und dumme Strafen sauber heruntergespielt werden sollte. Baltimores Offense sollte für New Englands Defense keine große Gefahr darstellen. New Englands Angriff dagegen muß sich schon etwas ausdenken, um den pass rush von Baltimore zu eliminieren.

Mehr previews, auch mit mehr Fokus auf match-ups und Spieler, gibt’s hier:

16 Kommentare zu “Preview Divisional Playoffs 2014/15 – Baltimore Ravens @ New England Patriots

  1. vielen Dank, flüssig geschrieben und sehr inhaltsreich. großes kompliment. Gerne viel viel mehr davon und danke für die große mühe.

    Ich tu mich leider etwas schwer mit den taktischen feinheiten. Was genau muss ich mir unter zone blitz vorstellen und welchen vorteil hat es gegenüber „normalen“ blitzes?

    weiß leider nur, dass rex ryan das öfter nutzt und irgendwie keiner der gegener damit klar kommt.

    vielen dank

  2. Zone Blitz heißt, dass nicht die in einem Spielzug mit einem 4oder5-Man-Rush nicht die Defensive Line den Quarterback rusht und die Linebacker in Pass-Coverage droppen, sondern die Die defensiv Line, oder zumindest ein Teil davon der in Zone-Coverage droppt und die Linebacker den Pass-Rush ausüben. Vorteile sind die Verwirrung der O-Line und bei den Ravens der verstärkte Einsatz Pass-Rush-begabten Linebacker gegen den Quarterback. Zudem ist er auch gegen Screenpässe gefährlich, da die D-Line gute Tackler sind. Nachteile sind die meist schwächere Laufverteidigung, da die guten Spieler gegen den Lauf in Passcoverage droppen, weswegen der Zone-Blitz häufig nur in 3. und lang verwendet wird. Ein weiterer Nachteil ist, dass nun die großen, dicken D-Liner in Passcoverage gegen kleine schnelle Slot-Receiver stehen.
    http://en.m.wikipedia.org/wiki/Zone_blitz

  3. Zone Blitz:
    Als Zone Blitz wird die Kombination von Blitzes (also extra Leute, die Druck gegen den Quaterback machen) mit einer Zone Coverage (Im Gegensatz zur Mancoverage wird nicht ein Receiver verteidigt, sonder ein gewisser Bereich pro Spieler) bezeichnet.
    Vorher galt das Credo: Wenn Blitzes, dann Man Coverage.

    Als Folge dessen, war es aber für den QB recht einfach mit Hot routes (quasi sicherheits-Lieblingsroute eines Spielers) schnell den Ball los zu werden. („Den Ball dahin werfen, von wo der Blitz kommt“; meine ich auch letztes Jahr noch von manchem Kommentator gehört zu haben….)
    Im Gegensatz dazu ist das bei Zone Blitzes eben nicht so einfach, weil der Verteidiger einfach blöd in der Route steht….
    Die Schwäche bei der Zone Defense sind ja immer die Übergänge der einzelnen Verteidigungsbereiche (und bei Blitzes sind die ja noch größer). Deshalb ist es wichtig den Quaterback zu kriegen, bevor ein Reciever eben in einer Solchen Lücke steht.

    In der Umsetzung dieser Spielidee kommt es zu dem von „Neutraler Zuschauer“ beschriebenem Effekt, dass oft D-liner (oft die Ends) in die Coverage droppen, Während aus der zweiten Reihe der Rush kommt – Ziel ist es hier eine lokale Überlegenheit zu schaffen, ohne sich gänzlich zu entblößen.
    Gleichzeitig wird auch die Arbeit der O-line erschwert, da die eben 5/6 gegen 8 steht und man nicht genau weiß, er Blitzt und wer droppt.

    Hoffe es ist klar geworden….

  4. Super Beitrag, der meine Vorfreude auf das Spiel noch einmal gesteigert hat. Go Ravens! #doitagain

  5. Beim letzten Punkt (Disziplin) stimme ich nicht wirklich ueberein. Die Pats gehoeren heuer zu den meist bestraften Teams der Liga (wenngleich es da auch ne Rolle spielt, dass bei Browner gerne mal mit vollkommen anderen Massstaeben gemessen wird vonseiten der Refs). Dazu sind eben genau die letzten Playoff-Begegnungen durch Disziplinlosigkeiten/Fehler entschieden worden (TOs, 80 Yard Runs, verschossene FGs).

    Als Pats-Fan habe ich im Gegensatz zu den letzten 3 Spielen in den Playoffs nicht so ein mulmiges Gefuehl. Diese Defense ist einfach nicht mit dem vergleichbar, was wir zuvor hatten. Ich wuerde zwar definitiv sagen, dass Flacco in der jetzigen Situation der gefaehrlichere QB als Brady ist (eben weil er auch tiefe Baelle anbringen kann), aber ich sehe einfach die Moeglichkeit sowohl Smith x 2 zu weitgehend zu entschaerfen. Das Colts-Spiel erscheint mir als gutes Vorbild, weil T.Y. Hilton als Deep Threat mit Torrey vergleichbar ist, und Reggie Wayne mit Steve. Natuerlich haben die Ravens halt auch ein veritables Running Game, davon wird viel abhaengen.

    Mit Sicherheit der schwerste aller Gegner fuer die Pats (das inkludiert Denver), aber wenn man eine ernsthafte Chance auf die SB haben will, dann muss man ein Team wie Baltimore, das seinerseits ganz klare Schwachstellen hat schlagen koennen. Sonst hat man’s auch selbst nicht verdient, gar keine Frage.

  6. Was bisher noch nicht genannt wurde (was aber keineswegs ein Makel an der hervorragenden Preview sein soll), ist, dass wir auch auf das Team treffen, das seit Jahren hervorragend gecoacht ist. Belly mal außer Acht genommen, ist Harbaugh IMO der beste Coach der Liga. Das betrifft nicht nur Spieler-/ Teamentwicklung, was in der Postseason sowieso nicht zählt, sondern auch In-Game-Management, Adjustments und Taktik. Seit Jahren hat er meistens perfekte Game-Pläne entwickelt und ist seinem Gegenüber fast immer überlegen gewesen (das inkludiert leider auch BB).

    Der langen Rede kurzer Sinn: Die große Angst, die ich vor den Ravens verspüre, kommt eben aus dem Respekt vor der Arbeit Harbaughs. Säße da ein Caldwell etc. wäre ich trotz aller Stärken, die Baltimore hat, viel, viel zuversichtlicher.

  7. Definitiv. Harbaugh gehört zu den allerbesten im Moment und er hat meiner Meinung nach den Vorteil, dass er nicht wie Belichick GM und Coach in Personalunion sein muss, sondern mit Ozzie Newsome einen grandiosen GM hat, der ihm jahrein jahraus eine großartige Basis baut.

  8. Was ich jetzt allerdings nicht verstanden habe:
    können die Pats nun einfach ohne große Probleme (dead / guaranteed money) kündigen oder nicht? Da wiedersieht sich der ansonsten wirklich gute Beitrag m.E.

  9. @Toschi

    Jetzt können sie Brady ohne dead money entlassen, sofort oder wann immer sie wollen. Bis zu der Vertragsänderung Ende Dezember konnten sie das nicht. Also konnten schon, aber mit $42Mil dead money, wenn er nach dieser Saison gecuttet, bzw $29Mil nach Saison ’15 oder $14 nach Saison ’16.

    Jetzt sind es stattdessen genau 0,0 Taler dead money, sollten sie ihn loswerden wollen.

  10. Und wie haben sie dieses Wunder des Arbeitsrechts erreicht? Oder sieht das nur aus Sicht des Salary Cap so aus und was das tatsächlich kostet ist den Patriots wurscht?

  11. @sternburg
    Das mit den 0,0Talers war nicht ganz richtig; das bezieht sich nur auf das Gehalt (das jetzt nicht mehr garantiert ist), und nicht auf den „prorated signing bonuse“, von dem bleiben $18Millionen auf jeden Fall noch in den Büchern, allerdings werden es jedes Jahr $6M weniger. Entläßt man ihn nach Saison 2015, wären es $12M dead money (die man im Notfall auf zwei Jahre aufteilen kann).

    In cash money sind es allerdings tatsächlich $0,0, denn der signing bonus wurde bereits überwiesen (2013).

    „Bezahlt“ hat Belichick die Umwandlung von 24 garantierten Millionen in 27 potentielle Millionen mit dieser Differenz: in den nächsten drei Jahren bekommt Brady jeweils $1M mehr Gehalt (also falls er dann noch da ist).

    Super für Belichick. Aber für Brady? Den einzigen Vorteil den Brady davon hat, ist, sich aussuchen zu können, für wen er spielt, falls Belly ihn 2015 oder 2016 rauswirft. Vor der Vertragsänderung hätte der bestenfalls getradet werden oder in den Ruhestand treten können ohne NE in den Ruin zu reißen; jetzt kann er auch gecuttet werden. Damit muß Brady nicht fürchten, wie Richard Seymour nach Oakland oder Logan Mankins nach Tampa getradet zu werden.

  12. “ Aber für Brady? Den einzigen Vorteil den Brady davon hat, ist, sich aussuchen zu können, für wen er spielt,…“

    Ich glaube Brady ist es herzlich egal. Er hat sein Geld gemacht, seine Familie ist längst abgesichert, seine Frau bringt selbst gutes Geld mit nach Hause – 2009 oder 2010 allein schlappe 25 Millionen – und gecuttet wird er wohl sowieso erst werden wenn er körperlich auch nicht mehr in der Lage ist sinnvoll weiter zu spielen. Und bis dahin macht er halt etwas mehr Kohle.

  13. Pingback: AFC Divisional Playoffs 2014/15: New England Patriots – Baltimore Ravens live | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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