Der letzte Tag des Jahres

… zumindest des NFL-Jahres, denn morgen öffnet mit dem Start der Saison 2015 der Transfermarkt. Die Salary-Cap wird ligaweit 143 Mio. Dollar betragen, ein relativ massiver Anstieg von rund 10 Mio. vom letzten Jahr. Wegen des Cap-Rollover haben verschiedene Teams aber natürlich mehr oder weniger Cap-Space verfügbar.

Defensive Backs

In den letzten Tagen vor Start des Transfermarkts gab es bereits einige Moves, die als Indikatoren für den Markt 2015 gelten könnten. So wurde in Houston CB Kareem Jackson für einen relativ hoch dotierten 4yrs/34 Mio. Vertrag gehalten, mit 20 Mio. Handgeld. Das deutet auf einen überteuerten Cornerback-Markt in diesem Jahr hin – der Markt gilt als relativ schwach besetzt, umso mehr nun als Jackson nicht mehr bekömmlich ist.

Bis zur letzten Offseason galt Cornerback viele Jahre lang als vergleichsweise moderat bezahlte Position, aber dann stiegen die Preise doch massiv an. „Tier 1“ bei den CB ist mittlerweile an die 10-12 Mio. Dollar/Jahr wert. „Tier 2“ schreibt für gewöhnlich nun auch schon 7-9 Mio./Jahr an. Selbst ein durchschnittlicher Cornerback kann rund 3-5 Mio/Jahr bekommen – satte Werte auf dem Markt.

Ohne die Situation von CB Darrelle Revis in New England exakt einschätzen zu können (sicher ist nur, dass Revis nicht unter dem bestehenden Vertrag in Foxboro bleiben wird), dürften die besten bekömmlichen Cornerbacks 2015 folgende sein:

  • Brandon Flowers, ehemals Chargers. Schaffte das Revival in San Diego und gilt als nahezu idealer Slot-CB.
  • Byron Maxwell, ehemals Seahawks. War in Seattle „nur“ ein weiterer Baustein einer hervorragend besetzten Defense. Dürfte auch aufgrund des relativ jungen Alters viele Anbieter haben, zum Beispiel die Eagles, die als Favoriten gelten.
  • Tramone Williams, ehemals Packers. Nicht mehr der Jüngste, gilt aber als sehr guter Durchschnitt.
  • Chris Culliver, ehemals 49ers. Bewies sich 2014 nach einer schweren Verletzung.
  • Antonio Cromartie, ehemals Cardinals. Tingelt schon seit Jahren durch die Liga, mit wechselnden Erfolgen, aber Cromartie gilt in motiviertem Zustand noch immer als einer der besseren seines Fachs.

Der Oldie Rashean Mathis von den Lions oder Perrish Cox von den 49ers könnten Kandidaten für einen kurzen, mittelhoch dotierten Vertrag sein.

In New England gibt es neben Revis noch einen zweiten Defensive Back, auf den man ein Auge halten sollte: Devin McCourty, Free Safety und einst auch ein guter Cornerback. McCourty ist im besten Alter und dürfte durch die jüngsten Verträge für Defensive Backs aufgehorcht haben. McCourty gilt als Mann, der die Grenzen von New England nur ungern verlassen würde, aber wenn es wirklich hoch dotierte Angebote regnet, könnte er tatsächlich wechseln.

Running Backs

Es ist Bewegung in den seit Jahren stagnierenden Markt für Runningbacks gekommen. Diese Bewegung dürfte sich aber nicht wirklich krass auf die Gehälter auswirken. In New Orleans verlängert RB Mark Ingram für 4yrs/16 Mio. Das deutet darauf hin, dass sich die Prei$e bei den Backs gegenüber den letzten Jahren nicht großartig verändern werden und dass der jüngst in Seattle ausgeheckt Vertrag für Marshawn Lynch keine große Auswirkung auf das Salär der Backs haben wird.

Das sind auch schlechte Nachrichten für den Cowboys-RB DeMarco Murray, der zuletzt eine heftige Workload tragen musste und der sich Zweifeln ausgesetzt sehen wird ob denn nun mehr er oder seine Offensive Line in Dallas für die Yards zuständig waren. Murray wird wohl deutlich unter Peterson / Lynch / McCoy bleiben.

Peterson selbst könnte noch eine Neustrukturierung seines Vertrags sehen; nicht auszuschließen ist auch, dass er selbst noch auf den Markt kommen wird, weil die Vikes keine 13 Mio. für seine Dienste zahlen wollen.

Defensive Front Seven

Sehr, sehr gut besetzt ist die Defensive-Front Seven. DT Ndamukong Suh staubt die meisten Headlines ab, soll bereits in Miami im Wort stehen, acc. to ESPNs Mortensen. Die Vertragsparameter sind noch nicht 100%ig bekannt, aber der Rahmen soll ein Sechsjahresvertrag über 114 Mio. Dollar sein, mit ca. 60 Mio. an guarantees. Die ersten drei Jahre sollen ca. 60 Mio. wert sein – die wichtigste Zahl in diesem Vertragskonstrukt.

Damit hat eine Entwicklung ein Ende gefunden, die sich seit Jahren abgezeichnet hat. Detroit Front-Office betrieb ein schlechtes Cap-Management mit Suhs Vertrag. Miami, dessen Owner dringend einen großen Namen wollte um die Ränge zu füllen, bekommt, was es wollte.

Der zweite Star-DT der Lions ist Nick Fairley, der in etwa die Hälfte von Suh cashen dürfte. Auch ein interessanter Mann: DT Terrance Knighton. Die Frage ist wie sich die gut besetzte Draftklasse in der Front-Seven auf diesen Markt auswirken wird, denn es ist ein tief besetzter Markt bei Rookies und Free Agents, was bei vielen Teams Hoffnungen schüren dürfte, nicht zu stark überzubezahlen.

Bei den Edge-Rushern sind die verfügbaren Topleute Greg Hardy (einst Panthers), Brandon Graham (Eagles), Derrick Morgan (Tennessee), Jason Worilds (Steelers), Jerry Hughes (Bills) und Brian Orakpo (Redskins). Orakpo dürfte dabei der Mann sein, der „auf sich wettet“: Kommt von einer schweren Verletzung, hat aber ein exzellentes CV.

Bei den Oldies kann man auf den in Philadelphia gefeuerten Trent Cole, den einstigen Colt und Charger Dwight Freeney sowie den Steelers-OLB James Harrison zurückgreifen. Sie alle haben nicht mehr die Klasse alter Tage, dürften aber noch immer moderate Ein- bis Zweijahresverträge kassieren.

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19 Kommentare zu “Der letzte Tag des Jahres

  1. Bei den Defensive Backs hat sich schon einiges getan:
    CB Byron Maxwell nach eigener Aussage zu den Eagles – nicht offiziell.
    CB Brandon Flowers bleibt für 4 Jahre, $36 Mio. bei den Chargers.
    S Devin McCourty bleibt für 5 Jahre, $47,5 Mio. beim Super Bowl Champion 😍 – jetzt 2. best bezahlter Safety.
    Jetzt wird’s interessant, was mit Revis passiert, Patriots oder zurück zu den Jets?!…

    Bisschen Wunschdenken für die Pats: D-Line / Pass-Rush Verstärkung in Form von DT Fairley oder DT Knighton. ER Hughes wäre natürlich auch nice, aber eher unwahrscheinlich denke ich 😏

  2. Hughes ist sich wohl mit den Bills so gut wie einig. Fairley und Knighton dürften finanziell schwer machbar sein, wenn dann evtl eine erneute Rückkehr von Wilfork.

    Bei Revis bin ich ganz optimistisch, da ich davon ausgeh, dass DMacs Cap-Hit in den nächsten Jahren noch moderat ausfällt und ersst später ansteigt und man somit Revis Gehalt da einfahren könnte.

    Ansonsten ist man wohl bei den mittleren WR mit dabei..

  3. Ich habe bzgl. Revis noch meine Zweifel. Der hat jetzt die letzten Jahre bei „nicht so konkurrenzfähigen Teams“ zwar gut verdient. Bei den Pats hat er wahrscheinlich die Chance was zu gewinnen. Er hat jetzt einen Ring gewonnen. Wenn es ihm jetzt nur noch darum geht das Konto zu füllen, dann wird er wahrscheinlich die Pats verlassen und zu den Raiders, Jaguars oder so gehen.

    Wenn man ihm so um die 14-15 Mio zahlen will/kann, ist er wohl der bestbezahlte CB der NFL, was ihm ja immer wichtig war und gewinnen kann er dann vielleicht auch noch was.

    Wie die Pats das allerdings machen wollen erschließt sich mir gerade nicht so wirklich. Die waren sowieso schon über der Cap, jetzt noch McCourty verlängert und Gostkowski mit Tag versehen (Vertrag sollte da wohl das Ziel sein) was auch nicht unbedingt billig war. Wenn ich mich recht erinnere braucht man noch ca. 7 Mio an Cap um die Draft-Klasse mit Verträgen auszustatten. Da weiß ich nicht wo Bill da das Geld herholen will. OK, dafür ist er auch der GM und nicht ich 😉

  4. Man ist momentan über den Cap, weil man die 25 $ von Revis rumschleppt. Folglich kommt man mit einem neuen Vertrag mit ihm unter den Cap

  5. Hab das mit Hughes auch gerade gesehen. Schade. Wäre aber wohl finanziell genauso wenig machbar gewesen wie Fairley (oder Knighton).. 😅
    Laut patscap.com dümpeln die Patriots irgendwo bei $149 Mio. rum (inkl. Revis‘ $25 Mio.). Würde mich freuen wenn man Revis für 12-15 Mio pro Jahr für 2-3 Jahre verlängern würde.
    Dann könnte das mit der Cap auch klappen. #inbillwetrust #hoodedgenius

  6. Revis sehe ich nächste Saison nicht unbedingt in New England. McCourty war nicht ganz billig und Revis liebt New York.
    Das Ingram bei den Saints bleibt ist für die unfassbar wichtig. Neben CB und LB auch noch auf der Running Back Position ne Baustelle aufmachen wäre fatal.

    Der Suh Deal ist monströs und die FIns haben meiner Meinung nach aus der Not heraus mit zu großem Kaliber geschossen. Für nen sehr nützlichen QB würde das Geld passen, aber kein DT, egal wie super er ist (und Suh ist super), hat einen 20 Millionen werten impact aufs Spiel.

    Auf CB ist es FA mäßig ja dünn geworden nach Maxwell und Flowers Verträgen.

    -Snoopy´s American Football Blog-
    https://americanfootballsnoopy.wordpress.com/

  7. Wer einen schlechten Pass Rush hat und sich Orakpo nicht schnappt, ist selbst schuld. Persönlich grosser Fan von ihm. Evtl. ja ein Kandidat für z.B. die Colts?

  8. Wird nun ja auch bei den 49ers spannend, nachdem Justin Smith und Patrick Willis (DOH!) zurückgetreten sind. Willis soll eine „religiöse Erleuchtung“ gehabt haben und keine Lust mehr auf Football haben… nunja.

    Niners verlieren viele Spieler: Smith, Willis, Crabtree, Gore, Iupati, Cox und Culliver. Boldin und Davis sind auch nicht mehr die Jüngsten und Bowman kommt von torn ACL zurück. CHRIS BORLAND TIME bei den Niners?

  9. @Revis: ich glaube nicht, dass die Pats ihm mehr als 8-9 Mille zahlen würden. McCourty wurde ja bereits gehalten, Browner kann man schon als CB#1 spielen lassen (wenngleich nicht die gleiche Qualität wie Revis), mit Arrington hat man einen guten Mann im Slot. Das eigentlich Problem liegt dann auf der CB#2 Position, wo Ryan riskant ist (weil er in der letzten Saison nach einem sehr guten Rookiejahr deutliche Schwächen gezeigt hat – da könnte auch, siehe McCourty, ein Move in Richtung Safety anstehen), ebenso Butler, den ich da aber noch ehesten sehen könnte. Nicht, weil er ein tolles Play in der SB gemacht hat, sondern weil er bereits im Patriots Training Camp im letzten Sommer herausgestochen ist – ich glaube nicht, dass er ein one-hit-wonder bleiben wird. Oder man schnappt sich einen jungen Mann im Draft, CBs gäbe es da schon ein paar, allerdings ist der Track Record von BB was jene betrifft sehr bescheiden.

    Ob Revis mehr Kohle nimmt wird sich weisen, aber wenn man davon ausgeht, dass die Line und die LBs der Pats nächstes Jahr nominell mal um einiges stärker sein könnten (weil Jerod Mayo zurück ist, weil Collins und Hightower noch mehr Erfahrung haben und weil der letztjährige 1st-Rounder Dominique Easley eigentlich erst nächstes Jahr richtig einsteigen wird; Wilfork sehe ich als keinen großen Verlust, gegen den Pass war er eh nie besonders stark und gegen den Run können Siliga, Jones und Vellano die reduzierte Qualität von Wilfork aus dem letzten Jahr auch bringen) denke ich nicht, dass es für die Patriots absolutes Muss ist Revis zu halten.

  10. Ich sage ja nicht, dass sein Wert darunter liegt, ich sage nur, dass die Pats ihm das nicht zahlen werden.

  11. D-Mac ist als Captain und als Leader on und off the field enorm wichtig. Gerade auch,da Wilfork höchstwahrscheinlich nicht wieder kommt.

  12. Sehe ich auch so. D-Mac ist kaum zu überschätzen in seiner Bedeutung für diese Defense. Sowohl charakterlich als auch am Feld. Revis ist sicherlich nicht ersetzbar im Sinne der Qualität, aber das wohl wahrscheinlich ungleich höhere Investment rentiert sich für ihn denke ich nicht.

  13. Harrison wird wohl bei den Steelers unterschreiben (will nach eigener Aussage nicht woanders spielen, da er dann zu weit von seinen Kids weg wäre). Denke bei ihm kann man mit nem Einjahresdeal nicht viel falsch machen: Vereinslegende, teilt sich Snaps mit J.Jones, der nach schlechter Rookiesaison und verletzungsgeplagter letzter Saison (die er vielversprechen begonnen hatte) was zeigen muss und ein Harrison ist an guten Tagen immer noch zu legendären Leistungen imstande (siehe Ravens Regular-Season Game letzte Saison).

  14. Könnte mir auch vorstellen das Revis selbst nun weiterziehen möchte. Er hat nun seinen Ring und damit nochmal ein Strich unter seine Leistung gezogen. Damit könnte er nun als „Söldner“ bei bestimmten Teams sicher mehr verdienen als wenn er bei den Pats bleibt und um den Betrag feilscht.

  15. Pingback: Das Liga-Jahr 2015 beginnt - German Sea Hawkers

  16. Ist halt auch ein bisschen eine persoenliche Frage. Wenn er maximale Kohle haben will, dann wird er den Erfolg den er jetzt bei den Pats gekostet hat erstmal nicht mehr schmecken. Und wie das ist kennt er aus seinen Jets & Bucs Tagen. Kann natuerlich auch sein, dass er in einem aufstrebenden Team die Chance sieht auf Jahre hinweg oben mitzuspielen. Die Colts fallen mir da ein, oder auch die Packers. Kenne aber da keine Salary-Cap Situationen.

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