New York Jets in der Sezierstunde

Eines der aktiveren Teams der ersten Woche am Transfermarkt waren die New York Jets, letzte Saison wie erwartet abgeschmiert und mit 4-12 Bilanz und Top-10 Draftpick wie lange angekündigt am Bodensatz gelandet. Das neue Front-Office nebst neuem Trainerstab geht die Dinge nun mit entsprechend viel Feuer an.

Man muss jedoch kurz ausholen um die Situation der Jets zu beschreiben: Sie waren eines der klassischen Beispiele, wie es für eine Franchise, die in wenigen Jahren „all in“ zu gehen versucht, enden kann, wenn die Verträge überhand nehmen. Der einstige GM Mike Tannenbaum hatte die Franchise an den Rand der Salary-Cap Hölle gebracht und jahrelang Draftpicks für teure Free-Agents verscherbelt. Erst GM John Idzik sanierte die finanzielle Situation in New York, bekam dafür aber von den Medien auf die Fresse, die nur sahen, dass die Jets kaum Punkte in der Offense scorten und kaum Interceptions in der Defense fingen.

Auf den knallharten Verhandlungsmeister Idzik, der sich lieber die Hand abgehackt hätte als einen Cent über seine Verhandlungsschmerzgrenze zu gehen folgt nun in Mike Maccagnan ein General Manager, dessen Dollars scheinbar wieder etwas lockerer sitzen – kein Verbrechen in einer Franchise, deren Salary-Cap von Idzik geheilt wurde.

Wer die Jets vor der Free Agency beraten wollte, der hätte gesagt spendiert euch ein paar Defensive Backs und regelt eure Quarterback-Situation. Letzteres gilt aufgrund der Verfügbarkeit von ernsthaften Optionen als eher schwieriges Unterfangen, aber die Secondary ging Maccagnan an als gäbe es kein Morgen.

CB Darrelle Revis wurde für 16 Mio/Jahr aus New England zurückgeholt, CB Antonio Cromartie, CB Buster Skrine und DB Marcus Gilchrist folgten Revis und komplettieren eine Secondary, in der sich in den letzten Jahren Jungspunde wie CB Dee Milliner oder Safety Calvin Pryor schwer taten.

Vor allem Revis kann eine entscheidende Verstärkung sein. Revis ist auf Spielerseite das Gegenstück zu Belichick, ein Legionär ohne Sentimentalitäten. Kaum ein Spieler in der NFL weiß es so geschickt, in jedem seiner Verträge das absolute Maximum an $$$ herauszuschlagen. Manch einer will Revis dafür als Söldner verteufeln. Man kann im selben Kontext jedoch auch für einmal betonen, wie bedingungslos das Unternehmen Revis seine Dienste verkauft.

Sportlich ist er ein absoluter Gewinn für eine Defense, die nun zwar nicht mehr von Revis‘ altem Kumpel Rex Ryan gecoacht wird, dafür aber von Todd Bowles in sowas wie Ryans heimlichem Zwillingsbruder. Bowles tingelte jahrelang durch die NFL, schaffte erst in den letzten Jahren in Arizona seinen Durchbruch mit einer hyper-aggressiven Defense, die eine am Ende komplett kaputte Mannschaft wie durch ein Wunder in die Playoffs trug.

Schlagzeilen machte dabei Bowles‘ Blitzing, aber kein Blitzing funktioniert ohne stabile Secondary. Insofern ist ein aufgemotztes Defensive Backfield eine wichtige Grundlage für die neuen Jets. Revis‘ Manndeckungskünste sind legendär, und wenn sein Jahr in New England auf etwas hindeutet, dann, dass er kaum etwas von seinen Fähigkeiten verloren hat.

Die Vertragsverlängerung des 31jährigen LB David Harris (15 Mio. Handgeld!) kommt auf dem Papier wie hoffnungslos überbezahlt daher. Immerhin hält man den Routinier Harris damit im Kader, anstelle ein weiteres Loch zwischen Defensive Line und Secondary aufzureißen – dass es eine weise Entscheidung mit Blick auf die Zukunft war, muss erst bewiesen werden; die Chancen stehen schlecht.

Für 2015 sollten mit all den Moves die Weichen in der Defense gestellt sein: Die Defensive Line gilt mit den Bolzen Harrison, Richardson und Wilkerson als eine der dominantesten der Liga. In Babin und Quinton Coples gibt es akzeptable Pass Rusher für die Flanken, und über die Secondary muss man sich personell erstmal keinen Kopf mehr zerbrechen. Wirklich schlecht war die Jets-Defense sowieso nie. In Ryan verliert sie ihren Strategen, aber Bowles dürfte kein allzu großes Downgrade auf dem Trainersessel sein. Und bei 1.1% Interception-Quote kann schließlich auch noch Genosse Regression zur Mitte für den anstehenden Herbst nachhelfen.


Auch in der Offense machte man keine schlechten Moves. Man kaufte sich von Houston via Trade den Wandervogel-QB Ryan Fitzpatrick ein, der dem jungen Geno Smith (2014: 5.4 NY/A, #30 der Liga) Feuer unterm Arsch machen soll. Fitzpatrick gilt als einer der Lieblingsschüler vom neuen Jets-OffCoord Chan Gailey. Unter Gailey hatte Fitzpatrick vor einigen Jahren in Buffalo seine besten Jahren, bekam sogar mal kurzzeitig einen Dutzende Millionen schweren Vertrag angeboten.

Bessere QB-Optionen als Fitzpatrick sind abseits des Drafts nicht bekömmlich. New York draftet an #6, was auch zu spät sein könnte um sich einen der beiden vermeintlichen Top-Prospects Winston oder Mariota zu greifen. GM Maccagnan versuchte sich wohl deshalb vor allem darin, die Skill-Positionen zu verbessern.

WR Percy Harvin und sein achtstelliger Monstervertrag wurden gefeuert, dafür wurde aus Chicago für einen recht billigen 5th-Round Draftpick WR Brandon Marshall geholt. Marshall ist eine der faszinierenden Gestalten in der NFL: Allein vom Körperbau und seinem Speed machte er niemals irgendwelche Höschen nass, sorgte aber trotzdem auf jeder seiner Stationen für erstaunliche Zahlen. Alle drei Jahre galt Marshall als einer der besten Receiver der Liga. Trotzdem machte er sich überall nach zwei oder drei Spielzeiten entbehrlich. Marshall ist wohl kein wirklich einfacher Typ. Jedenfalls wurde er in Chicago wie schon zuvor in Denver und Miami ohne mit der Wimper zu zucken gehen gelassen.

Ist seine Historie ein Indikator, ist damit in neuer Mannschaft und nach einem schwachen Jahr 2014 wieder ein Durchbruch zu erwarten. Marshall gilt als fähig, die Last der Nummer 1 zu tragen – etwas, das dem prädestinierten WR2 Eric Decker (kam 2014 für viel Geld aus Denver) stark entgegen kommen sollte.

Die größten Schwächen der Jets sind damit abseits vom Quarterback in der Offensive Line ausfindig zu machen. LT Ferguson und C Mangold gelten als Stabilisatoren, aber die rechte Tackle-Position (Giacomini vs Colon) sowie zumindest eine Guard-Position (auch Neueinkauf Carpenter gilt nicht als wirkliche Option) vertragen noch ein Upgrade, ohne jedoch als katastrophale Schwachstellen angesehen zu werden.


Alles in allem ein guter Start der Jets in die Free Agency. Natürlich sollte man sich nie allzu sehr von teuren Einkäufen blenden lassen, aber die Richtung scheint zu stimmen. Man kann Argumente dafür aufbringen, dass die Jets sich nun abseits der Quarterback-Position mit ihren Divisionsrivalen in New England, Buffalo und Miami auf Augenhöhe bewegen.

Die Defense hat Potenzial für Großes, die Offense wird bis zum Einkauf des Franchise-Quarterbacks eine Baustelle bleiben, aber sie sollte funktionaler, organischer auftreten als letztes Jahr. Man hat noch zirka 20 Millionen Dollar Cap-Space für den einen oder anderen Move – aber man kann es auch sein lassen und in den Draft gehen.

Dort wird man ein spannender Player sein. Quarterback ist die einzige wirklich „logische“ kurzfristige Lücke, aber man scheint nicht wirklich die Munition aufbringen zu wollen um sich einen Franchise-QB zu holen. In allen anderen Fällen können Maccagnan und Bowles mit ihren Picks bereits auf die mittelfristige Zukunft denken, müssen keine offensichtlichen kurzfristigen Needs stopfen – nie eine schlechte Ausgangslage vor dem Draft.

17 thoughts on “New York Jets in der Sezierstunde

  1. Als Jets-Fan muss ich sagen: Chapeau! – Ich hätte es nicht besser formulieren können. Eine Kurzversion habe ich auf Covers gepostet -> http://www.covers.com/postingforum/POST01/showmessage.aspx?spt=21&sub=102086038

    Ich schaue dem Draft sehr entspannt entgegen. Egal was bei den ersten fünf Picks vom Band geht, die Jets können getrost den bestmöglichen Spieler für den Kader auswählen. Ich möchte Geno Smith noch eine Chance in einem ruhigeren Umfeld mit verbesserter o-line und receiving-core geben, frage mich allerdings, ob die Jets auf Marcus Mariota verzichten können, sofern er verfügbar ist. Oder wird man doch auf RF als Starter setzen ?

    Ansonsten könnte ich mich sehr gut mit einem playmaker und pass rusher für die variable Bowlesche front seven engagieren, die schon in Arizona sehr oft zwischen 3-4 und 4-3 hin und her switchte. Vic Beasley oder Dante Fowler gefallen mir da sehr gut.

    Mit einem WR hätte man in der Offense zumindest keine Ausreden mehr, egal wer am Ende in der ersten Woche als QB auf dem Feld steht. Obwohl die meisten ACooper und KWhite favorisieren, sehe ich in DeVante Parker den fähigsten Mann.

    Weitere Optionen wären Danny Shelton für optimale DT-Besetzung oder einem guten o-liner, der allerdings auch Anfang Runde zwei noch verfügbar sein sollte.

    Gruß, suuma

  2. @Jack: ist doch im Artikel schön beschrieben. Die Cap-Hölle hat Idzik die letzten 2 Jahre entschärft, sie jetzt wieder akut zu machen, das dauert schon 2 – 3 Jahre. Aber mit diesen Verträgen ist man auf einem guten Weg😉

    Im Ernst: was ich nicht so ganz verstehe ist, dass man mit der Defense jetzt (mal wieder) all-in geht, ohne dass man eine Offense dazu hat. Das hört sich erstmal so an, als ob man aus den letzten Jahren nichts gelernt hat. Auch in den guten Ryan-Jahren hat ja die Defense das Team in die AFC Championship Games getragen. Nur wenn man in die Liga schaut, dann funktioniert das halt maximal bis richtige Gegner in den Playoffs kommen. Grade Bowles möchte man meinen sollte diese Lektion aus Arizona mitgenommen haben.

    Gut, vor dem Draft ist es etwas unfair zu urteilen, und vielleicht stauben sie ja tatsächlich Mariota dazu ab, dann hat das Team schon mit einem Schlag Potential. Aber ohne QB wird man in diesem AFC East-Arms Race in den entscheidenden Momenten nicht Schritt halten können.

  3. Also ich habe gelesen, dass Mariota kein QB ist den man sofort spielen lassen könnte. Der wird seine Zeit brauchen.

  4. Jap, glaub ich auch. Deswegen bezweifle ich, dass die Jets einen QB so früh picken werden, höchstens Winston, was sehr unwahrscheinlich ist. Bei Mariota sind sich ja alle Experten eigentlich einig, Potenzial-ja , ein first-day FC-QB? Eher nicht. Da sollten andere Spieler interesannter sein, die ihnen sofort helfen können.

  5. @Philipp S.: „[…] ohne dass man eine Offense dazu hat“ – das ist für dich keine Offense ? Letzte Saison hatten die Jets das #7-beste running game der Liga (4.5 ypc). Powell und Ivory sind wieder am Start, dazu wird sich im Draft wohl auch noch was tun. Mit BMarshall, EDecker, JKerley und JAmaro/JCumberland hat man einen Receiver-Kern, der auf dem Papier schon top-12 würdig ist. Die O-Line stellt eine leichte Verbesserung da und wird mindestens noch einen weiteren Guard (rechte Seite) und durchaus auch einen Tackle bekommen, ob free-agency oder Draft. Dazu bekommt Geno Smith einen komplett neuen Coaching Staff mit einem neuen OffCoord der eine Spread Offense installieren wird, mit der Geno schon bei West Virginia gespielt hat. Wenn Geno nicht startet, hat man mit RF einen soliden QB, der zuletzt bessere Zahlen aufgelegt hat als viele meinen und der schon unter Chan Gailey in Buffalo die Spread Offense gespielt hat. Und wenn RF nicht startet, hat man in der ersten Runde Mariota bekommen. Also diese Vorschau als „ohne Offense“ zu betiteln, ist schwer daneben.

    @Dal: Welche anderen interessanten Spieler sind denn zu haben ? Bei den nach Mariota verfügbaren Quarterbacks im Draft würde ich zum Saisonstart beispielsweise Ryan Fitzpatrick jedes Mal bevorzugen. Auf dem Markt ist momentan keiner zu bekommen, der ein Upgrade darstellt. Matt Moore, Colt McCoy ?

    Gruß, suuma

  6. @suuma: ein Running Game alleine bringt dir aber ohne Passspiel in der heutigen NFL genau Nüsse. Und um ein Missverständnis hier zu klären: mein Post vorhin war etwas überspitzt, worauf ich hinaus wollte war, dass die Jets auf der Defense-Seite Moves machen, die sehr nach All-In aussehen. Sprich man holte relativ teure – aber sicherlich qualitativ gute! – Veteranen jenseits der 30. Macht auch Sinn insofern, als dass man die billigen Rookie-Veträge von Coples, Richardson und Wilkerson noch ausnutzen möchte.

    Nur, auf der anderen Seite steht eine Offense der der QB fehlt. Smith betrachte ich nicht als den Heilsbringer, der hat – ähnlich Sanchez – immer mal wieder sehr starke Spiele abgeliefert und dann nie die Konstanz gebracht. Klar, er ist noch jung, Coaching Staff Changes, etc. etc. Nur wann hat der berühmte Wechsel beim Coaching Staff und beim Offensive Scheme das letzte Mal wirklich einen QB gerettet? Für mich hört sich das immer sehr nach Wunschdenken an, solange man sich selber nicht eingestehen möchte, dass ein QB halt nicht das ist was man sich erwartet hat. Geno Smith mag mich hier natürlich Lügen strafen.

    Und zu RF gehe ich d’accord. Sicher der beste Backup den man bekommen konnte, allerdings halt auch einer, der üblicherweise einknickt wenn es um die Wurst geht. Er bringt dich auf 8-8, vielleicht 9-7, mit der Defense vielleicht sogar auf 10-6 – wobei, da muss man dann wieder in die inzwischen nominell sehr starke Division schauen und feststellen, dass selbst das zu wenig für die Playoffs sein könnte.

    Zusammengefasst: für mich passen die Moves einfach nicht zusammen. Man geht in der Defense für die nächsten 2 – 3 Jahre (so sind die meisten Verträge strukturiert) all-in, ich sehe aber nicht, dass die Offense das tragen kann. Und in 2 Jahren spätestens steht man vor riesigen Entscheidungen. Wilkerson und Richardson werden richtig viel Kohle wollen und bekommen. Revis und Cromartie werden Mitte 30 sein. Der LB-Kern wird neu sein müssen. Und einige mehr.

    Wie gesagt: ich find die Moves nicht grundsätzlich schlecht, aber finde sie nicht rund im Sinne des Teams. Aber stimmt natürlich, besseren QB findet man aktuell keinen, also macht’s schon Sinn zu schauen was so geht.

    @Mariota: wenn der zu den Jets fällt greifen die mit Handkuss zu. Ob er gleich startet würde dann ein Zeugnis ob der Intelligenz des neuen Jets-Coaching Staffs ablegen. RF kann man ohne Probleme mal eine Saison spielen lassen und Mariota langsam in die NFL reinkommen lassen. Nur, es ist halt New York, und dort ticken die Uhren immer ein wenig anders.

  7. @Philipp: Das mit dem all-in gehen stimmt ja so auch nicht. Und du hast den Todd-Bowles-Faktor nicht mit einbezogen. Die Jets hatten den drittgrößten cap-space und einige Needs. Der CB-Markt war in diesem Jahr einfach sehr teuer. Momentan beträgt der cap noch $20M, dazu noch ein paar Rookie-Verträge zurückstellen. In 2016 betrüge der cap $36M, die Verträge von Coples & Wilkerson laufen aus, das war es im nächsten Jahr auch schon an wichtigen Startern. 2017 sieht es dann wieder anders aus. Die Jets haben es in der Vergangenheit aber immer geschafft, über den Draft gute Defensiv-Starter zu picken, jetzt haben sie in Maccagnan einen sehr erfahrenen Scout. Bis 2017 sind es drei Drafts und noch ein solider cap space. Also wollen wir mal den Teufel nicht gleich an die Wand malen. Darüber hinaus hat Bowles es auch in Arizona mit einer eher durchschnittlichen front-seven und playmakern in der Secondary geschafft, eine sehr gute Defense zu etablieren, zumindestens bis die Verletzungen eintraten. Die Secondary steht für mindestens drei Jahre mit top-3-Potenzial, David Harris hat ebenfalls verlängert. Über den Draft vernünftige OLB/DE oder auch mal DT ziehen um mögliche Abgänge von Wilkerson, Coples und Richardson zu kompensieren in den nächsten beiden Jahren, evtl. noch jemanden via free agency und alles ist gut. Den Rest kann man sich auf die Offense fokussieren

    Natürlich ist die QB-Position momentan die große Variable, und ich bin als Numbers-guy ein Verfechter von Passspiel, da man mit dem running-game keine Titel holt. Running-game setzt aber Wege für das Passspiel frei, sonst würde Russel Wilson mit diesem unterdurchschnittlichen Receiver-Kern nicht so gut aussehen. Solch ein Running game ist in der kommenden Saison wichtig, egal wer QB bei den Jets ist. RF hat letzte Saison mit einem mageren running game eine Career-Saison hingelegt , das stimmt mich immerhin hoffnungsvoll. Eventuell lässt man Mariota auch an #6 in Ruhe und tradet beispielsweise down für einen oder zwei extra Picks und holt einen QB a la Petty oder Hundley in späteren Runden um diese ruhig im Camp mal anzutesten.

    So oder so, das Jets-Management macht momentan einen guten Job. Es sind drei Drafts und Cap-Space übrig bis es 2017 in der Defense kritisch wird.

  8. @suuma „da man mit dem running-game keine Titel holt“. Ich glaube das sehen die in Seattle etwas anderst.

  9. Seattle muss laufen, damit das Pass-Spiel funktioniert. Yards per pass attempt korrelieren zu ~75%, yards per carry nur zu etwa 25% mit erzielten Punkten. Das ergab die letzte Korrelationsanalyse, die ich erstellt habe. Schau dir die letzten Super-Bowl-Sieger an. Steelers, Giants, Patriots, Packers, Saints und eben die Seahawks mit einem top-10-Wert in yards pro passversuch. All diese Teams haben auf lange Sicht wegen Pass-Offense und Pass-Defense gewonnen. Mit Running game hatte das immer nur passiv etwas zu tun.

  10. @Jack: Ich habe vor ein paar Monaten eine normale stochastische Korrelationsanalyse erstellt, also wie viel oder wenig zwei Werte miteinander korrelieren. Dabei ging es darum, yards per pass attempt in offense und defense und yards per carry mit gescorten (offense) und kassierten Punkten (defense) gegeneinander „laufen“ zu lassen. Als Ergebnis erhielte ich, dass YPPA zu ca. 75% mit dem Output, also erzielten Punkten korrelieren. Bei der Defense lag der Wert auch in diesem Bereich. Beim Running Game ist es so, dass yards per carry nur zu ca. 22% mit erzielten Punkten korrelieren. Daraus kann man ableiten, dass das Passing game auf beiden Seiten des Balls ob Offense oder Defense viel wichtiger ist als das Running game.

    Da ich selber wette – letzte Saison 62% gegen den Spread – beschäftige ich mich sehr viel mit solchen Dingen.

    Für nähere Infos empfehle ich diesen Artikel: http://thepowerrank.com/2014/01/10/which-nfl-teams-make-and-win-in-the-playoffs/

  11. Bin momentan dabei, die KA nochmal mit den endgültigen Saisonwerten zu erstellen und auch mal für andere Saisons. Ergebnisse kann ich dann hier rein hauen, wenn jemand interessiert ist.

  12. Natürlich Kausalität, aber auf lange Gesicht gewinnt man in der NFL über den Pass auf beiden Seiten. Das Laufspiel kann dabei unterstützend sein – und muss es bei manchen Teams auch – oder auch nicht, das würde ich unter Kausalität verbuchen. Die Patriots haben in den Playoffs gegen die Ravens 1,1 und gegen die Seahawks 2,7 yards per carry auf das Parkett gelegt. Grottenschlecht, aber den Ring hat Tom Brady an der Hand – dank hervorragender o-line, schlechter Seattle d-line und ausgeklügeltem Passspiel.

    Wie konnte man die Patriots in der Vergangenheit schlagen ? Mit einer guten Pass-Defense, die vor allem bei der d-line anfängt (Siehe Jets zweimal in dieser Saison). Setze Tom Brady unter Druck und du hast eine Chance. Der Super Bowl wurde im Match zwischen Seattle d-line und NE o-line entschieden (In meinem Super Bowl Write-Up habe ich das meiner Meinung nach sehr treffend vorhergesagt: http://www.covers.com/postingforum/post01/showmessage.aspx?spt=21&sub=102054154). Seattle hatte in dieser Saison eine sehr schwache d-line durch die ganzen Abgänge gehabt, besonders im Laufe der zweiten Halbzeiten hat sich das bemerkbar gemacht, wie auch im Super Bowl. Sogar Drek Carr und die Raiders konnten in Halbzeit zwei noch auf 21 Punkte kommen. Das hat sich ebenfalls schon gegen Carolina und vor allem gegen Green Bay angedeutet. Dass die Seahawks überhaupt im Super Bowl standen war für mich schon ein Witz. Man erinnere sich, dass die Panthers in jeder Statistik des Spiels vorne lagen.

    Egal wieviel ich rede, am Ende gewinnt man über lange Sicht mit und gegen den Pass. Warum haben die Cowboys DeMarco Murray gehen lassen und Dez Bryant getagged ? Weil Dez Bryant für das Spiel viel wichtiger ist. Hinter der besten o-line der NFL können auch 20 andere RB’s gute Statistiken auf die Tafel bringen und die Zeit fressen. Dallas hat in dieser Saison die Playoffs gemacht, weil sie durch das Laufspiel die Zeit fressen konnten, der „execute“ entstand meistens durch Pässe, bei denen Romo dank der o-line eine Menge Zeit hatte. Dadurch konnte man die grottenschlechte Defense an der Seitenlinie lassen. Ob da jetzt DeMarco Murray oder ein anderer RB gestanden hätte – komplett egal. Murray hatte 4,7 yards pro carry (laut ESPN). Diesen Wert haben ACHT (!!!) andere Running Backs ebenfalls erreicht oder sogar mehr. Siehe das Spiel gegen Arizona. Arizona hatte zu dem Zeitpunkt die beste Defense gegen den Lauf. Die Cowboys haben nur 3,7 yards per carry hinbekommen und da Tony Romo nicht gespielt hat, war das Spiel von vornherein aussichtslos.

  13. Pingback: Die furchtlose NFL-Vorschau 2015/16 | Das Niemandsland | Sideline Reporter - Eier, wir brauchen Eier!

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