Samstagsvorschauer, Week 1 | College Football 2015/16

Donnerstag und Freitag waren gutes Warm-Up auf die Saison im College Football 2015/16. Richtig los geht es heute mit dem Kickoff-Weekend. Früher war das eines meiner Lieblings-Sportwochenenden, aber seit dem Ableben von ESPN America und der etwas eingeschränkteren Berichterstattung hat sich das Thema etwas gelegt.

1ter Spieltag im College Football ist für viele Teams ein leichtes Einrollen gegen unterklassige Gegner, vergleichbar mit Freundschaftsspielen im Preseason-Fußball: Selbstvertrauen tanken und trotzdem ein paar schematische Kniffe probieren, bevor es ab Woche 2 mit dem Ernst des Lebens losgeht.

Es gibt aber immer wieder auch Leuchtturm-Ansetzungen für die großen TV-Anstalten. In diesem Jahr sticht kein „Top-Spiel“ richtig heraus – zumindest keine Partie, die für beide Teams bereits unmittelbare Auswirkungen auf die Playoffs haben wird.

Programm bei SPORT1 US

18h: Northwestern – #21 Stanford. Los geht es mit einem durchschnittlichen IQ von 183 bei Northwestern vs Stanford, einem sportlich vermutlich ungleichen Duell. Beide Elite-Unis haben im Recruiting damit zu kämpfen, dass aufgrund der hohen akademischen Standards gewisse Athleten für sie nicht in Frage kommen.

Stanford hat sich in der Harbaugh/Shaw Ära diesbezüglich mittlerweile gut aufgestellt und gilt auch heuer als gefährlicher Außenseiter in der Pac-12. Northwestern dagegen kratzte mehrere Jahre lang am Durchbruch, wurde aber zuletzt ziemlich heftig geerdet.

Der Head Coach Pat Fitzgerald ist ein ehemaliger QB der Uni – ja eigentlich mehr: Er war der Quarterback in den 1990er Jahren, als Northwestern seine Blütezeit im Football hatte und zweimal als Conference-Champion die Qualifikation zur Rose Bowl schaffte. Ich kenne einen Studenten, der damals auf dieser Uni studierte. Die noch immer glänzenden Augen bei den Erzählungen über die Fahrten nach Pasadena vermitteln einen Eindruck, was allein die Strahlkraft der Rose Bowl für ein derartiges Mittelklasseprogramm bedeutet.


21h30 Nebraska – BYU. Nebraska-Heimspiele sind immer atmosphärisch besonders, was schon allein an dem knallrot gefärbten und seit 50 Jahren stets ausverkauften Memorial Stadium in Lincoln liegt. Nebraska tritt heuer mit neuem Head Coach an. Insofern dürfte die Stimmung diesmal besonders erwartungsfreudig sein, vor allem weil Mike Riley als sehr sympathischer Zeitgenosse gilt und gut auf dem Campus aufgenommen wurde.

Für Nebraska ist das Riley-Debüt ein ungewohnt schwieriges Auftaktspiel: Seit vielen Jahren hat man nur Kanonenfutter in Woche 1 bespielt. Die Mormonen-Universität Brigham Young hingegen zählt für manchen Beobachter zu den angehenden „Power-Five“ Teams und ist somit ein anderes Kaliber. BYU ist Independent und stellt sich als solcher seinen Schedule selbst zusammen, und als ehemaliger Landesmeister (1984) hat man auch einen entsprechenden Ruf.

2015 ist man allerdings erstmal auf Wiedergutmachung aus: In der Bowl-Season lieferte man sich eine epische Schlägerei mit den Memphis Tigers. Head Coach Mendenhall wird heute etliche der Beteiligten zur Strafe nicht einsetzen. Zudem fallen die Linebacker wegen zu schwacher Noten aus.

Dafür gibt es das Comeback von QB Taysom Hill, der sich letztes Jahr das Bein brach. Bis zu Hills Verletzung war BYU sehr gut unterwegs gewesen (u.a. ein 41-7 Kantersieg über Texas). Danach ging es abwärts zu einem 8-5 Ende. Hill ist ein ungemein spektakulärer Spieler, der schon angekündigt hat, auch nach dem Beinbruch auf keinen Scramble zu verzichten (92 Rush-yds pro Spiel).


1h: #15 Arizona State – Texas A&M. Quasi-Heimvorteil für Texas A&M bei dieser im Houstoner NFL-Stadion ausgespielten Partie. Arizona State ist für einige der Pac-12 Favorit und ein Playoff-Kandidat. Aber die Mannschaft gilt als extrem inkonstant. Für Taktikfreunde sollte es ein Feinschmecker werden:

  • ASUs sehr motion- und Lauf-lastige Spread-Offense gegen die letztes Jahr nur an #110 gerankte Run-Defense der Aggies. Die haben allerdings vom neuen DefCoord John Chavis viele Freiheiten bekommen und werden sehr angriffig und straight erwartet.
  • Texas A&M mit seiner passlastige Spread-Offense von Houston gegen die zielgerichteten Zone-Blitzes bzw. Secondary-Blitzes der Sun Devils.

Sonntag 8h35 als Tape: #3 Alabama – #20 Wisconsin (ab 2h live ESPN Player): Auch hier neutrales Feld. Die Partie wird im Cowboys-Stadion in Arlington ausgetragen. Beide Teams müssen ihre wichtigsten Skill-Player im Vergleich zur letzten Saison ersetzen: Bei Wisconsin RB Gordon, bei Alabama QB Sims, RB Yeldon und WR Cooper (zwei 1st-Rounder, ein 2nd Rounder).

Alabama geht als haushoher Favorit in die Partie, denn Wisconsin ist in der Offense vor allem eines: Laufspiel. Alabama hat die anerkannt beste Run-Defense der Liga, und alle erfahrenen Bolzen in der Front-Seven kehren zurück. Wisconsin dürfte relativ schnell eindimensional gemacht sein und keine Antworten in der Offense finden. Auf der anderen Seite wäre Wisconsins Run-Defense nicht zum ersten Mal suspekt unterwegs.


Restprogramm

Schauen wir noch schnell auf die Partien der anderen gerankten Teams:

  • #6 Auburn – Louisville (21h30, CBS). Vielleicht die beste oder zweitbeste Ansetzung. Bobby Petrino gegen die SEC. Louisville ist für viele ein heißer ACC-Tipp mit seiner beinharten Defense.
  • #7 Oregon vs Eastern Washington (2h, ESPNP): Oregons neuer QB Vernon Adams gegen dessen alte Mannschaft.
  • #8 USC – Arkansas State (5h, PAC12)
  • #9 Georgia – ULM (18h, ESPNP)
  • #10 Florida State – Texas State (2h, ESPNP): Start der Ära post-Winston.
  • #11 Notre Dame – Texas (1h30, NBC): Ein sehr klangvolles Spiel. Notre Dame trauen einige heuer den Durchbruch zu. Bei Texas dürfte der Breakout noch 1-2 Jahre entfernt sein.
  • #12 Clemson – Wofford (18h30, ESPNP)
  • #13 UCLA – Virginia (21h30, FOX): Virginia hatte 2014 recht gute Advanced-Stats (Top-40 Team), aber eine negative Sieg-Bilanz. Der Cavs-Coach Mike London gilt als möglicher Entlassungskandidat.
  • #14 LSU – McNeese State (1h30, ESPNP)
  • #17 Ole Miss – Tennessee Martin (18h, ESPNP)
  • #18 Arkansas – UTEP (21h30, ESPNP): Arkansas ist für viele einer der ganz heißen Außenseiter, der die Footballwelt heuer überraschen wird. So sehr überraschen, dass ein Durchbruch längst keine Überraschung mehr wäre.
  • #19 Oklahoma – Akron
  • #24 Mizzou – Southeast Missouri State (22h, ESPNP)
  • #25 Tennessee – Bowling Green (22h, ESPNP): Tennessee ist auch so eine Mannschaft, von der viele heuer den Durchbruch erwarten.

Also tatsächlich alle Top-25 Teams am ersten Spieltag im Einsatz, denn: Am Montag folgt dann der Abschluss der 1ten Woche mit dem Nachtspiel Virginia Tech – #1 Ohio State (Partie live ab 2h bei SPORT1 US). Dazu aber vielleicht noch ein paar Zeilen wenn es soweit ist.

2 thoughts on “Samstagsvorschauer, Week 1 | College Football 2015/16

  1. Ich tippe, dass Ohio State und Alabama sicher in die Playoffs kommen.
    Es wird wohl nur eine Frage wer die beiden anderen Teams werden.

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