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Die furchtlose NFL-Vorschau 2015/16 | Die Titelaspiranten

Abschluss der großen furchtlosen Vorschau auf die NFL-Saison 2015/16 mit den acht wahrscheinlichsten Titelanwärtern. Links und Erklärungen zu den verwendeten Metriken wie immer rechts in der Rubrik Referenzen.

#8 Miami Dolphins

Sezierstunde
Div    AFC East
Coach  Joe Philbin
2014   8-8
Tipp   9-7

Lange Jahre waren die Miami Dolphins eine Mannschaft zur frühen mentalen Vergreisung. Theoretisch hat man seit Jahren eine gut und teuer zusammengestellte Mannschaft, aber unterm Strich kam nix bei raus. Das Jahr 2015 könnte aber tatsächlich den ersehnten Durchbruch mit sich bringen. Miami schloss die letzte Saison zwar enttäuschend ab, war aber unter der Hand ein Sleeper ersten Grades: Das Power-Ranking beendete man als #6, nachdem man lange Wochen an den Top 3 gekratzt hatte.

Nun machte GM Dennis Hickey in der Offseason zum wiederholten Male einen Superstar-Einkauf in DT Ndamukong Suh, der als neuer Ankermann der Defensive Line fungieren soll. Suh wird die Dolphins mittelfristig finanziell in ein tiefes Loch reißen, aber für 2015 allein könnte er ein entscheidender Move sein, zumal sein Line-Kollege DE Cameron Wake mit seinen 33 Lenzen auch gerade noch kurz vor Rentenalter ist.

Miami hatte zuletzt keine wirklich überzeugende Defense: 6.2 NY/A gegen den Pass und 58% Success-Rate gegen den Lauf rangieren gerade mal im Mittelfeld. Beide Werte dürften sich mit der Präsenz Suhs verbessern lassen. Suh ist nicht bloß ein guter Pass Rusher und ein exzellenter Lauf-Verteidiger, sondern mit seinen 800-1000 Snaps auch noch ein durchhaltevermögender Tackle. Sein Nebenmann könnte vielleicht schon heuer Rookie-DT Phillips aus Oklahoma sein; der zweite Defensive End neben Wake dürfte in der Stammrolle Olivier Vernon sein, als situativ eingesetzter End schon mal mit über 10 Sacks pro Saison.

In der Offense tat man alles menschenmögliche um QB Ryan Tannehill Waffen zu geben: WR Wallace wurde verkauft, dafür WR Jennings, TE Cameron, WR Stills und Rookie-WR Devante Parker (1te Runde) geholt. Sie sollen mithelfen, dass sich Tannehills Offensiv-Produktion entscheidend von den 5.8 NY/A der Vergangenheit nach oben verbessert. Tannehill gilt bislang nicht als krasse Enttäuschung. Er hatte oft gute Ausreden, wie zum Beispiel unterirdische Ballfänger und schwache Offensive Line.

Jene Offensive Line bleibt allerdings ein Fragezeichen: LT Albert kommt von einer schweren Verletzung zurück, und RT James konnte als Rookie nicht überzeugen. Beide Guard-Positionen gelten als Fragezeichen. Tannehill war bislang mit 6.7%, 9.0% und 7.7% einer der meistgesackten Quarterbacks in der NFL. Es ist nicht sicher, ob die Offense Line diesmal wirklich höherwertig als in Vergangenheit ist. Immerhin sollte das Laufspiel um RB Lamar Miller und den Rookie Jay Ajayi passen.

Eines der Fragezeichen der Dolphins sitzt auf der Bank: Head Coach Joe Philbin gilt als einer der Coaches, der auf einem Stuhl mit Knallkörpern und angezündeter Zündschnur sitzt. Das könnte für Unruhe sorgen. In OffCoord Lazor und DefCoord Coyle hat Philbin allerdings Assistenten, die die Arbeit mit ihren Units relativ autark abwickeln.

In den Details darf man sich natürlich darüber streiten, ob Miami sich mit der Suh-Verpflichtung nicht einen langfristigen Bolzen eingekauft hat. Die Zeit wird zeigen, ob Suh der ganz große Fang ist. Für 2015 kommt er aber gerade recht. Miami ist keine Mannschaft ohne Flauseln und einiges an der Hoffnung hängt sich an der möglichen Entwicklung von QB Tannehill auf. Trotzdem: Wenn die Miami Dolphins jemals eine Chance haben, die New England Patriots in der AFC East anzugreifen, dann heuer.

#7 Atlanta Falcons

Sezierstunde
Div    NFC South
Coach  Dan Quinn
2014   6-10
Tipp   9-7

Die Atlanta Falcons sind ein “logischer“ Kandidat für einen schnellen Aufschwung nach zwei horrenden Jahren (4-12 und 6-10). Der Absturz gab der Führung in Atlanta die Chance zum Großreinemachen: Head Coach Mike Smith wurde gefeuert und durch Dan Quinn aus Seattle ersetzt. Quinn kommt vor allem mit einer Mission: Die absurden Defense-Probleme in den Griff zu bekommen.

Atlanta hatte 2014 nicht bloß eine schlechte Defense. Atlanta hatte eine Defense, die das Prädikat „unterirdisch“ mehr verdiente als die meisten: 7.6 NY/A gegen den Pass aufzugeben wurde zuletzt von den sieglosen Lions anno 2008 unterboten, und so sollte es nicht überraschen, dass die Defense im Power-Ranking als Schlusslicht der Liga gereiht war.

Drücke Enter und es kommt Quinn, der die Verteidigung nach Seattle-Vorbild installieren will. Sprich: Fokus auf zügigen Pass Rush und groß gewachsene, physische Cornerbacks in der Secondary. Quinn übernahm auch im Personalwesen die Kontrolle vor dem entmachteten GM Dimitroff und kaufte mit Nachdruck ein: DE Clayborn aus Tampa, DT Schofield aus Seattle, LB Durant aus Dallas und LB Reed aus Houston, plus zwei Rookies aus der 1ten Runde: Pass Rusher Beasley und CB Collins.

Die Effizienz der Defense wird sich spürbar verbesser; die Frage ist, wie weit die Verbesserung geht. Vom 127kg-Bolzen Clayborn wird erwartet, dass er ähnlich wie Michael Bennett in Seattle als flexibler Lineman eingesetzt wird. Beasley gilt als prototypischer LEO – die Rolle des #1-Passrushers. LB Reed soll mehr in die Deckung abrutschen und Collins die Rolle als Gegenpart des Hoffnungsträgers CB Trufant übernehmen. Weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung des bislang enttäuschenden Star-Athleten DE Tyson Jackson und DT Rashede Hageman. Auf dem Papier ist ein sofortiger Sprung ins – sagen wir – untere Mittelfeld keine Utopie.

Den Rest regelt die Offense, wo man in OffCoord Kyle Shanahan einen interessanten Mann verpflichten konnte: Shanahan verbrannte sich in den letzten beiden Jahren an QB-Talenten wie RG3 oder Manziel, doch alle sagen, es war am wenigsten seine Schuld. Shanahan steht für zone blocking und er hatte noch überall großen Erfolg in der Revitalisierung des Laufspiels.

Shanahan ist kein allgemeines Blabla mit der Recherchetiefe eines Schülerzeitungsredakteurs, sondern durchaus präzise Situationsanalyse und Aktion: OG Blalock, von vielen gelobt, wurde bereits ausgetauscht, weil er nicht ins System passte. Dafür wurden mit OG Chester und OT Polumbus zwei alte Spezln aus Washington geholt und kurz vor Saisonstart OG Levitre aus Tennessee. Profitieren soll auch der wendige LT Jake Matthews, als Rookie im Power-System heillos überfordert.

In RB Tevin Coleman wurde ein neuer Lead-Back gedraftet, der sich die Snaps mit dem agilen Devonta Freeman teilen soll; RB-Oldie Steven Jackson wurde entlassen. Jede Wette, dass das Duo mehr als die 3.7yds/Carry und 35% Success-Rate zustande bekommt.

Jede Entlastung durch das Laufspiel wird QB Matt Ryan und seiner Luftwaffe entgegenkommen. Ryan konnte mit 6.8 NY/A bei 66% Completion Rate, 4694yds, 28 TD und 14 INT noch am wenigsten für die Misere. Seine Top-Anspielstation ist seit zwei Jahren WR Julio Jones (104 Catches für 1593yds, 6 TD), der Roddy White (80/921/7) sowohl in Qualität als auch in Quantität der Catches mittlerweile abgehängt hat. Nicht ganz klar ist allerdings, wer die Bälle fangen muss, sollten entweder White oder Jones ausfallen.

Einschneidende Veränderungen also in Atlanta mit erfrischend neuem Wind. Atlanta sollte in einer stagnierenden NFC South der sicherste Tipp sein. Am Ende kann es so weit gehen wie die Moves in der Defense greifen.

#6 Indianapolis Colts

Sezierstunde
Div    AFC South
Coach  Chuck Pagano
2014   12-4
Tipp   11-5

Bei den Indianapolis Colts wird es Zeit anzuerkennen, dass sie trotz all ihre Flauseln und eines suboptimal zusammengestellten Kaders mittlerweile zu den Teams mit berechtigten Superbowl-Chancen gehören. Nicht, dass die Colts das beste Team der Liga wären. Aber sie stellen eine gefährliche Mannschaft in einer weiterhin schwachen Division – das kann zu vielen Siegen und höherem Seeding im AFC-Ranking führen.

QB Andrew Luck dürfte einer der Favoriten auf den NFL MVP 2015 sein: Seine Zahlen wurden mit jedem Jahr monströser, letztes Jahr 4761yds, 40 TD und 16 INT bei 7.2 NY/A. Zugegeben, einige Prozentpunkte trägt der Jahr für Jahr stets einfache Schedule dazu bei. Ein gängiger Kritikpunkt an Luck ist seine INT-Quote, die sich über seine Karriere mit 2.4% jedoch in etwa im NFL-Durchschnittsbereich bewegt; Lucks spektakuläre Playoff-INTs dürften in dieser Geschichte mit reinspielen.

Für 2015 haben die Colts massig Skill-Players eingekauft: WR Andre Johnson aus Houston, RB Frank Gore aus San Francisco, WR Philip Dorsett via 1te Runde Draft aus Miami. WR Reggie Wayne wurde nach 14 Jahren entlassen, doch Waynes 62 Catches für 779yds und 2 TD sollten durch die Neuen ersetzbar sein. Die Frage ist, wie viel von den Tight Ends kommt: WR Dwyane Allen hatte 2014 ein schwaches Jahr mit nur 29 Catches in 13 Einsätzen; Allen, als Rookie 2012 eine Offenbarung, scheint von seinem Jahrgangskollegen TE Fleener überholt zu werden.

Knackpunkt bleibt die Offensive Line. RG Herremans kam aus Philadelphia, doch mit LG, Center und RT werden vermutlich 3/5 der Line mit Backup-Qualität besetzt werden. Dafür dürfte im Laufspiel der Abgang von Trent Richardson sogenannte Addition durch Subtraktion sein. Der Versuch, mit dem Supertalent Richardson Groove ins Running Game zu bringen, ist grandios gescheitert.

Ein möglicher Killer bei den Colts ist ihre Defensive-Front Seven, die in den letzten Jahren vor allem gegen New England kein Land sah und jedes Mal mit über 200yds überlaufen wurde. Indianapolis unternahm dagegen… nichts. Nada. Der Mittdreißiger Trent Cole wurde von den Eagles geholt, doch Cole gilt eher als Pass Rusher den Run-Stopper. Dass man auf den 34-jährigen OLB Robert Mathis nach seinem Achillessehnenriss noch viel geben kann, ist blanke Hoffnung. Björn Werner wurde letztes Jahr nicht mal mehr im AFC-Finale für den Kader berücksichtigt. In der Line selbst ist die Hoffnung, dass Arthur Jones heuer gesund durchkommt.

Linebacker und Safety gelten als bestenfalls Durchschnitt, auf Cornerback muss man hoffen, dass CB Vontae Davis seine Leistungsexplosion von 2014 durchhalten kann. Aber: Indy muss die 6.0 NY/A (#8 der Liga) und die 54% Success-Rate (#25) in etwa bestätigen um ein hohes Playoff-Seeding zu ergattern.

Ein weiterer Killer in den letzten Jahren war das Verletzungspech bei den Colts, wobei diese Serie fragen lässt, ob es sich hier allein um „Pech“ oder eventuell um falsches Training handeln kann: #30 in 2012, #30 in 2013, #30 in 2014… wenigstens ist Konstanz drin (plus #28 in 2011 vor der Pagano-Zeit).

Ich halte die Colts nicht für das sechstbeste Team der Liga, aber wenn du insgesamt zehn Partien gegen AFC South und NFC South spielen darfst, und zusätzlich Heimspiele gegen New England und Denver bekommst, hast du einmal mehr Glück im Spielplan. Einfacher Spielplan macht viele Siege macht höheres Playoff-Seeding.

#5 New England Patriots

Sezierstunde
Div    AFC East
Coach  Bill Belichick
2014   12-4
Tipp   10-6

Die New England Patriots haben 2014 den lange ersehnten vierten Titelgewinn geschafft. Die Wiederholung des Husarenstücks dürfte ein schwieriges Unterfangen werden, nachdem sowohl in der eigenen Conference mächtige Konkurrenz erwacht und auch die NFC wieder nachrüstet.

Lange Zeit hatte ich die Patriots in der AFC East nur hinter die Miami Dolphins gereiht. Jetzt, wo die wichtigste Personalie geklärt ist (Tom Brady), dürfen sich die Patriots wieder als Divisionsfavoriten sehen – und somit auch vor Miami gereiht werden.

Grosso modo sind die Patriots im Vergleich zum letzten Jahr eine ähnliche Mannschaft mit ähnlichen Stärken und Schwächen geblieben – mit einer Ausnahme: Im Defensive Backfield musste man in Darrelle Revis, Browner und Arrington die drei Stammspieler ziehen lassen. Ersetzt wurde keiner von ihnen.

Die Defense wird damit abhängiger von der Front Seven: Dort hat man ein großartiges Linebacker-Trio in Collins, Hightower und dem von Verletzung genesenen Jerod Mayo. Die Defense Line ist mehr Potenzial als Produktion: DT Brown und DT Easley haben noch kein NFL-Down gespielt, sind aber beide 1st-Rounder. DE Chandler Jones gilt seit Jahren als Verlockung, macht aber noch zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Eine Wiederholung der 6.0 NY/A im Passspiel scheint ausgeschlossen.

In der Offense bleiben die Zweifel an der Offensive Line, die „innen“ erneut wackelig aufgestellt ist. Das Laufspiel dürfte nicht mehr so effizient sein wie in der Vergangenheit. Fragen gibt es auch im Passspiel: Auf Wide Receiver kannst du hinstellen wen du willst, sie werden dir alle das gleich unspektakuläre bieten. Zentral sind die beiden Figuren Brady und TE Gronkowski. Streckenweise war schon 2014 ordentlich Sand im Getriebe. Dann aber vollzog man wieder eine Kurzpassorgie mit teilweise Spielzügen von einem anderen Stern.

In Summe ergab es trotzdem „nur“ 6.5 NY/A, weil man ein ganzes Saisonviertel komplett verschlief. Diesmal muss man schneller aus den Startlöchern kommen um sich die aufkommende Konkurrenz in der Division vom Leib zu halten.

Eine der Wettregeln in der NFL lautet: Wette nicht gegen Brady und Head Coach Bill Belichick. Die Regel hat nach wie vor Bestand, umso mehr nach 2014. Vor Verletzungsausfällen muss man nicht zu große Angst haben, denn es gelingt den Patriots häufig, sie extrem gut zu kompensieren. Davor, dass man nach Pythagorean und Power-Ranking über den Verhältnissen spielt, auch nicht: Belichick schlägt die Zahlen so beständig wie kein anderer Coach, weil er die meisten Hebel am besten nutzt.

New England hat Brady um die Division zu gewinnen. Man hat die Nummer der Colts um sie in den Playoffs erneut in Angst und Schrecken zu versetzen. Wo es aber personell und qualitativ dünn wird, sind die nächsten beiden Mannschaften in dieser Aufstellung.

#4 Denver Broncos

Sezierstunde
Div    AFC West
Coach  Gary Kubiak
2014   12-4
Tipp   11-5

Qualitativ eine Stufe höher sind die Denver Broncos einzuschätzen, aber hier nur mal so als Vergleich: Denver hat es neben seiner durchaus nicht einfachen AFC West noch mit NFC North und AFC North zu tun, und muss zusätzlich auswärts gegen Indianapolis ran. Der Schedule ist allerdings nicht das größte Sorgenkind der Broncos vor dieser Saison.

Viel offensichtlicher ist die Änderung im Trainerstab, wo John Fox nach vier Jahren, in denen er mit Tim Tebow die Playoffs erreichte und dreimal mit Denver unter den Top-2 im Power-Ranking war (eine Superbowl-Teilnahme) mit Schimpf und Schande entlassen und durch Gary Kubiak ersetzt wurde. Kubiak ist quasi eine „interne Lösung“, hat er sich seine ersten NFL-Sporen doch in Denver erarbeitet, bevor er in Houston und Baltimore recht erfolgreich arbeitete.

Kubiak steht für Zone-Block System und erfolgreiches Laufspiel, was wiederum eine spannende Mixtur abgibt, wenn dein Quarterback Peyton Manning ist. Manning ist der König, dessen Thron 2014 erste Risse zeigte: 2014 begann gut, wurde immer zäher und endete schließlich in einer desaströsen Playoff-Performance, nach der kein Schwein überrascht von Mannings Rücktritt gewesen wäre. Manning blieb. Er wird vielleicht seine letzte Saison bestreiten, und er wird sich umstellen müssen: Kubiak lässt keine 70% Shotgun, 3 WR, 1 TE und 1 RB Formation spielen.

Die Offensive Line muss schon wieder auf LT Clady verzichten, der mit Achillessehnenriss das ganze Jahr ausfällt. Mutmaßlich wird er durch Rookie-OT Sambrailo ersetzt. Als linker Guard dürfte der im Trainingslager für billige Kohle verpflichtete Evan Mathis auflaufen, und RG Vasquez gilt auch nicht als schlechter. Wenn Manning nicht plötzlich mit 39 eine Offensive Line braucht und Kubiak nicht plötzlich seine Fähigkeit zum „Hoch-Coachen“ von Offensive Lines verloren hat, dürfte diese Unit keine Sollbruchstelle sein.

Bis auf den Einkauf von TE Owen Daniels (aus Baltimore) und den Abgang von TE Julius Thomas gibt es wenige Änderungen bei den Skill-Players. Das ist wiederum zu begrüßen: Entgegen aller optischen Eindrücke brachte Denver immer noch 7.2 NY/A (#4) Passspiel und 42% Success-Rate im Laufspiel zustande – zweitbeste Offense im Lande.

Die Defense war nicht viel schwächer: #3. Sie verliert in Fox und DefCoord Jack Del Rio ihre beiden Köpfe, aber auch Kubiak brachte einen lauten und profiliterten Coordinator mit: Wade Phillips, der als Mastermind gilt. Phillips bevorzugt straighte Defenses, die nicht lange fackeln. Er machte J.J. Watt in Houston zu dem, was J.J. Watt heute ist. Denver hatte schon letztes Jahr mit nur 6.0% Sack-Quote (#21 der Liga) die beste Pass-Defense der NFL (5.3 NY/A) – einen allzu dramatischen Absturz erwarte ich nicht.

Star-Pass Rusher bleibt OLB Von Miller. OLB Demarcus Ware wird nicht jünger, dürfte sich seine Rolle jedoch schön langsam mit Rookie-OLB Shane Ray zu teilen beginnen. Die Secondary muss nach dem Abgang von FS Rahim Moore einen der beiden Stamm-Safetys vorgeben, gilt jedoch auf Cornerback als bestens gerüstet.

Obwohl keiner der Defensive Tackles und Inside-Linebackers als herausragender Individualist gilt, war zuletzt auch Denvers Run-Defense Top-3 der NFL. Nach dem Abgang von „pot roast“ DT Terrance Knighton ist ein kleines Fragezeichen zu setzen.

Überhaupt sind es die kleinen, feinen Abgänge, die bei Denver für leichte Zweifel sorgen: TE Thomas, TE Tamme, OG Franklin, C Montgomery, LB Irving, Knighton, DT Unrein, FS Moore sind alles keine Beinbrüche für sich, aber sie hinterlassen einen etwas ausgedünnten Kader. Denver hatte 2014 die Mannschaft mit den wenigsten Verletzungen (#1 nach AGL). 2015 wird das nicht zu halten sein, nicht, nachdem in Clady schon der ersten namhafte Starter ausfällt.

Die Broncos sind kein todsicherer Tipp, und ihr Pythagorean von 11.0 Siegen sowie ihre Close-Game Bilanz von 4-1 könnten Indizien sein, dass es diesmal nicht zwingend wieder 12 oder 13 Siege werden. Aber sie sind starke Indizien dafür, dass die Broncos auch nach dem Trainerwechsel, nach den Abgängen und nach der Entzauberung von Peyton Manning ein Team bleiben, das an vielen Stellen hochklassig besetzt ist und um die AFC-Krone mitspielt.

#3 Baltimore Ravens

Sezierstunde
Div    AFC North
Coach  John Harbaugh
2014   10-6
Tipp   10-6

Die Baltimore Ravens gehen als gefährlicher Außenseiter in die anstehende Saison. Letztes Jahr bereits wanderten sie als #6 Seed der AFC und 10-6 Bilanz mit einigem Hype in die Playoffs und veranstalteten dort einigen Rabatz. Unter anderem hätte man trotz eklatanter Personalausfälle in der Secondary um ein Haar den späteren Superbowl-Champ New England in dessen Stadion gefällt.

Auch bei genauem Hinsehen ist Baltimore ein brandheißer Tipp: Die Performance 2014 entsprach einem Team, das nach Pythagorean 10.8 Siege einfährt. Im Power-Ranking landete man auf Platz 8. Nur zweimal verlor man mit mehr als 7 Punkten, und beide Male waren Turnovers in der Offense das große Problem.

Dort verliert man zwar OffCoord Gary Kubiak, konnte ihn jedoch mit Marc Trestman ersetzen, dessen Qualitäten im Game-Planning in der Offense unbestritten sind. Trestman ist ein Segen vor allem für QB Joe Flacco, der aus einer hervorragenden Saison kommt und mit neuen Waffen nur besser werden sollte: 62% Comp.-Rate, 6.7 NY/A und 27/12 TD/INT Rate zuletzt für Flacco.

Die Offensive Line gilt als beste im Lande. RB Forsett gilt als idealer System-Back. Auf Wide Receiver verliert man in Torrey Smith das wichtigste deep threat, aber Rookie-WR Breshard Perriman galt für einige als potenziell bester Receiver im Draft. TE Daniels wird durch Rookie-TE Maxx Williams ersetzt, und wenn Williams so viele Catches macht wie er X im Namen führt, wird er ein guter Ersatz. WR Steve Smith wird eine letzte Saison spielen.

Die Offense sollte gut aufgestellt sein. Größter Treiber der Hoffnungen dürfte aber die Defense sein. Die Front-Seven ist sehr knackig besetzt mit den beiden Tackle-Monstern Williams und Timmy Jernigan sowie dem Edge-Rush Trio bestehend aus Terrell Suggs, Elvis Dumervil und Courtney Upshaw. Dahinter steht mit LB Moseley und LB Daryl Smith eines der besten Linebacker-Duos seinen Mann.

Die Front-Seven würgte schon 2014 mit 64% der Runs (#2 der Liga) die meisten Läufe der Liga erfolgreich ab und hatte mit 7.6% Sack-Rate die siebtbeste Quote im Land – in einem Jahr, in dem man sich neu finden musste!

Jetzt sollten die Bausteine ineinander greifen. Die Secondary ist tiefer besetzt als in der Vergangenheit, u.a. mit dem aus New England geholten CB Arrington. Größtes Fragezeichen ist Safety Will Hill, der mit seinen Off-Field Aktivitäten stets am Rande der Suspendierung wandelt, aber in einsatzfähigem Zustand zu den besten in der Liga gehört.

Baltimore hat alle Puzzleteile beisammen. Die Offense wird sich unter Trestman nur noch weiter entwickeln, die Defense hat ihre Verjüngungskur nahezu abgeschlossen und einen Reifegrad wie seit Jahren nicht mehr. Die Division ist nicht einfach, aber man ist for real. In John Harbaugh hat man einen hervorragenden Coach, der sich auch im laufenden Spiel was traut. Auch ohne Top-Seed traue ich in der AFC am ehesten den Ravens den Superbowl-Einzug zu.

#2 Green Bay Packers

Sezierstunde
Div    NFC North
Coach  Mike McCarthy
2014   12-4
Tipp   10-6

Klar scheint: Die NFC ist ein two horse race. Eines dieser Rennpferde sind die Green Bay Packers, bei denen auch klar ist, dass sie eher wegen QB Aaron Rodgers als Titelkandidat gehandelt werden als wegen Head Coach Mike McCarthy. So bestürzend McCarthy die eigene Mannschaft mit seinen Entscheidungen im laufenden Spiel torpediert, so kohärent wirkt allerdings das Gesamtgebilde.

Rodgers ist der beste Quarterback, den ich jemals gesehen habe. Er wird seine Offense heuer ohne seinen wichtigsten Receiver Jordy Nelson führen, denn Nelson ist mit Kreuzbandriss auf der IR. Ohne Nelson und seine 98 Catches für 1500yds und 13 TD wird einiges an Last auf WR Randall Cobb zurückfallen, der auch kein schlechter ist. Den wahren Leistungssprung muss der junge WR Davante Adams machen müssen, der aus seiner Hundehütte kriechen muss und Wesentliches auf die 38 Catches und 3 TD von letztem Jahr draufschippen muss.

Vielleicht wird die Offense auch lauflastiger um den Bullen Eddie Lacy gebaut (Lacy wurde bislang mit ca. 250 Carries/Jahr nicht verheizt, machte aber 4.6yds/Carry). Die mittlerweile sehr zuverlässige Offensive Line erlaubt diesbezüglich viele Möglichkeiten. Solange Rodgers fit bleibt, wird die Offense unter den besten im Lande bleiben, auch ohne Nelson.

Die Defense ist vor allem in der Front Seven nicht ganz so gut besetzt, hat aber nach der Einberufung zweier Cornerbacks aus den ersten beiden Runden exzellente Tiefe im Defensive Backfield (vor allem CB Hayward und CB Shields haben sich zu Stars entwickelt). Obwohl der Pass Rush ohne die großen Individualisten auskommen muss, war e mit 6.8% Sack-Rate die #11 der Liga. In Kombination machte das zuletzt 6.0 NY/A, ebenso #11.

Weil man auf Linebacker nur wenig unternahm um das Problem der Run-Defense (51% Succes-Rate, #32 der Liga), muss wohl auch künftig immer wieder LB Clay Matthews geopfert werden um die Spielfeldmitte zu stabilisieren. Das sorgt für einige Zweifel in der Verteidigung.

Die Packers hatten 2014 Glück, dass sie überwiegend von Verletzungen verschont blieben (#3 nach AGL). Das wird sich diesmal nicht wiederholen, nachdem schon der erste zentrale Ausfall zu beklagen ist. Auf der anderen Seite schleppen die Cheeseheads seit Jahren viele Verletzungen mit und spielten dennoch häufig um den Titel mit. 2010/11 gewann man mit der halben Stammelf im Lazarett sogar die Super Bowl.

Insofern habe ich um Green Bay weniger Angst als man meinen würde. Die Zuversicht, dass Rodgers die Offense zusammenhält, der Glaube, dass auch die Pass-Defense zumindest im oberen Leistungsdrittel bleibt – es sind die Hauptfaktoren dafür, dass Green Bay einer der größten Titelfavoriten bleibt. Einer der größten. Nicht der größte. Denn…

#1 Seattle Seahawks

Sezierstunde
Div    NFC West
Coach  Pete Carroll
2014   12-4
Tipp   11-5

…die Seattle Seahawks stellen die dominante Footballmannschaft unserer Zeit. Schon 2012 beendete man die Saison als leistungsmäßig wohl beste Mannschaft. 2013 folgte der endgültige Durchbruch mit einem souveränen Superbowl-Gewinn. An der Wiederholung des Husarenstücks scheiterte man ein Jahr später um ein einziges, verflixtes Yard. Die Chance auf einen historischen Dreierpack hat man somit erstmal verpasst, aber ein weiterer Superbowl-Ring 2015/16 wäre ein akzeptabler Trost.

Und die Chancen stehen exzellent: Es gibt wenig Grund, die Seahawks leistungsmäßig schwächer einzustufen als in der Vergangenheit, als man über drei Jahre 36-12 in der Regular Season war und stets unter den Top-3 im Power-Ranking abschloss.

Die Offensive Line ist nach dem Verkauf von C Unger und dem Abgang von LG Carpenter ab sofort rechtsseitig von LT Okung eine Patchwork-Family, aber dafür wurde in TE Jimmy Graham einer der spielentscheidenden Skill-Player der Gegenwart geholt.

RB Marshawn Lynch wird nicht jünger, aber er machte die letzten Jahre trotzdem immer um 4.5yds/Carry, und er bricht mit die meisten Tackles, kaschiert somit die mäßigen Vorblocker. QB Russell Wilson hat so viele Waffen wie noch nie und zeigte in den letzten Jahren nie die Tendenz, sich von einer mäßigen Offense Line verrückt machen zu lassen.

Die großen Gefahren bei den Seahawks lauern in der Kaderpolitik, wo infolge der großen Verträge für die vielen Superstars einiges an Kadertiefe aufgegeben werden musste und z.B. die Front-Seven nur noch durchschnittlich besetzt ist. Auf der Gegenseite stellte man dadurch sicher, dass auf etlichen Positionen Top-5 Talente auf Jahre im Kader bleiben.

Quarterback, Runningback, Tight End, Linebacker, Secondary – auf zumindest fünf Positionen macht den Seahawks so schnell keiner was vor. Und mal ehrlich: Verletzungsprobleme hatte man schon letztes Jahr… Und trotzdem scheiterte man nur um ein Yard.

Die NFC hat das look’n’feel einer Conference, die sehr „top-heavy“ ist. Seattle, Green Bay und dann lange nichts. Auch wenn die Seahawks noch einen Vertragsstreit mit Safety Chancellor an der Backe haben, auch wenn sie in Woche zwei auswärts in Lambeau ran müssen: Die Packers beklagen in WR Nelson schon den ersten massiven Ausfall und müssen einen unterirdischen in-Game Coach durchschleppen.

Eine NFL-Saison ist lange und es kann viel passieren. Nicht immer kommt das beste Team als Champion durch, aber auf hätti und wäri kannst du nicht tippen. Deshalb muss der Siegertipp auf die Mannschaft mit der größten Siegchance fallen, und das sind 2015/16 einmal mehr die Seattle Seahawks.

13 thoughts on “Die furchtlose NFL-Vorschau 2015/16 | Die Titelaspiranten

  1. Mal wieder einie sehr tolle Vorschau-Serie!!! Natürlich wird es immer Leser geben, die nicht zu 100% einverstanden sind.
    Als Patriots-Fan bin ich einverstanden mit dem Ranking. Seattle und Green Bay sind einfach ziemliche Kaliber. Habe das Gefühl, dass zwischen Baltimore, Denver und New Enland nicht viel liegt und Nuancen über das beste Team der AFC entscheiden werden.

    Grüße patpicksix

  2. Zu den Colts:
    Arthur Jones ist bereits auf IR. Colts werden also wieder von den Pats überrannt.

    Zu den Pats:
    Klar kann man Revis nicht ersetzen. Aber gerade Browner hat nur funktioniert, weil Revis da war. Man traut Butler den Sprung zu nem #1 CB zu (Ein Scout meinte, beste undrafted CB seit Harris).

    Ebenfalls klar, dass die Defense-Line mehr Potential als Erfahrung hat. Aber Easley hat schon NFL-Downs gespielt (hallo Colts), dazu kommt Sheard aus Cleveland der Nink und Chandler entlastet. Siliga wird als Secret Superstar von PFF ausgewiesen und auch Flowers deutet sein Potential an.
    passend dazu auch diese Grafik:

    Man brauchte letztes Jahr ne enorm gute Secondary, weil man NULL Passrush hatte.
    Sollte in diesem Jahr anders sein.

    Insgesamt sehe ich die Defense sogar verbessert.

  3. @Flipps: Da ist viel Glauben und Meinen dabei. Butler hat genau ein Viertel (nicht einer Saison, sondern eines Spiels durchgespielt), an der Seite von Revis und Browner, gegen überwiegend zweitklassige Receiver. Daraus Schlüsse zu ziehen auf eine große Karriere, halte ich für gefährlich, besonders bei einem UDFA.

  4. Schöne Vorschau. Da kann ich mir einen eindruck machen.
    @unterirdischer Ingame Coach: Hatte McCarty das nicht abgeben wollen?

    Seattle wird zu 99% wieder oben mitspielen, aber ich sehe einbruchspotential an der O-Line. Wenn gegen eine dominante Front7 der Run nicht mehr funktioniert kannd as echt gefährlich werden. Das wird auch Beastmode nicht rausreißen können.

    Was mir noch fehlt wäre eine gute erklärung wie eigentlich Zone Blocking funktioniert.
    Alle reden/schreiben von Kubiack wie von einem Messias der aus 5 Eimern Sand und einem Krückstock im rollstuhl 4,5 Y/Carry zaubert aber ich hab noch nirgends gelesen wie er das eigentlich macht.
    vor allem: Wenn das so viel besser funktioniert als ein Powerrunning game funktioniert, warum spielene s dann nciht mehr leute?

    Das könnte ja mal schöner Eintrag zum Thema Football erklärt werden😉

  5. Zum Zone-Blocking: https://americanfootballsnoopy.wordpress.com/2015/06/30/laufspiel-im-american-football-das-zone-blocking/

    Bei Seattle wird denke ich viel drauf ankommen, ob Chancelor nochmal zurück kommt oder weiter streikt und dann vielleicht auch abgeschoben wird. Die Frage ist auch, wer der zweite Corner sein wird. Denn die Pats haben im Superbowl schon gezeigt, dass Simon es nicht sein kann. Der wurde da ja doch ein paar Mal übelst verheizt. Und da Sherman auf seiner Seite bleibt kann man den auch mal mit seinem #1-Rec „bearbeiten“.
    Insgesamt ist glaube ich bei den Seahawks die Tiefe dieses Jahr das Problem. Wenn sich niemand verletzt sind sie wohl im Championchip-Game zu erwarten. Wenn aber Chancellor nicht zurück kommt und noch einer der Starter ausfällt bleibt abzuwarten was dann von der D noch über bleibt.

    Die Packers sind ein gut geführtes Team mit einem „suboptimalen ingame-HC“. In der Tat kümmert sich McCarthy ab jetzt nicht mehr um das Playcalling sondern wennn ich mich recht erinnere wird er die Special-Teams übernehmen. OK, die sind auch ein zu oft unterschätzter Teil eines Teams, aber es wirkt doch schon wie ein Dämpfer wenn man dem HC das Playcalling abnimmt. Das wird er sicher nicht von sich heraus entschieden haben. Was noch offen ist, ist ob der OC dann entscheidet ob 4. Versuche gegangen werden oder ob der HC da das letzte Wort hat und seiner Line treu bleibt.
    Die Verletzung von Nelson war bitter. Wie sehr sein Fehlen die Offense bremsen wird, muss man sehen. Leichter ist es auch jeden Fall nicht geworden.

    Bei den Patriots hat die Vergangenheit schon mehrmals gezeigt: Du willst nicht gegen die Wetten und du willst nicht, dass Tom Brady von irgendwas oder irgendwem angepisst ist wenn er gegen dich spielt, denn das endet meistens unschön.
    In der Offense sehe ich auch in der Mitte der Line Fragezeichen. Ansonsten ist fraglich ob Dobson die Kurve bekommt und Brady beim tiefen Pass Vertrauen und Präzision hat. Der Ausfall von LaFell ist natürlich auch nicht unbedingt förderlich. Aber so lange Gronk da rumläuft wird McDaniels mit Bill und Tom irgendwas auf die Beine stellen was ordentlich punktet. Und wenn wieder Kurzpassspiel deluxe ist und man damit regelmäßig Punkte machen und reichlich Zeit von der Uhr nehmen kann muss die Defense nicht so gefordert werden. Solche Drives sind für die gegnerische Defense nicht nur körperlich anstrengend, die Spieler sind dann irgendwann auch ordentlich genervt, dass man so das ganze Feld hinuntergeprügelt wurde.

    Die Defense wird wohl wieder ein klassisches bend but don’t break sein. In der Preseason hat sich schon gezeigt, dass da wieder massig Yards aufgegeben wurden, aber in der Redzone gab es dann doch oft den Stop zum FG. Und da wir alle wissen, wie die meisten Coaches zu 4. Versuchen stehen braucht man sich da nur gegen wenige Teams Gedanken zu machen😉
    Der Passrush sah ganz gut auch. Gerade Flowers hat im Spiel gegen GB deren Starting-LT ein paar Mal so weggefrühstückt, das war schon großes Kino.

    Am Ende hat dann wahrscheinlich alles spekulieren nichts genutzt und Bill zaubert irgendwas komplett anderes aus dem Hut…

  6. Zu den Seahawks:
    2/4 der dominanten Secondary fehlen, die anderen beiden waren lange verletzt. Egal, wer den zweiten Cornerback spielen wird – er muss es erstmal besser als der vielbeschäftigte Byron Maxwell vergangene Saison machen. Und Kam Chancellors körperbetontes Spiel wird auch fehlen, sollte es zu keiner Einigung mehr kommen. Vielleicht entwickelt sich die Front Seven zur neuen Stärke von Seattle. Die D-Line ist hochkarätig besetzt und tief aufgestellt.
    Die O-Line dagegen ist jedes Jahr in der Vorbereitung im Fokus und kommt mit der Zeit ins Rollen. Das liegt am vorhandenen Personal und am Konzept von Tom Cable. Und der sagt dieses Jahr, dass er wohl noch nie zuvor eine so talentierte Gruppe hatte.

  7. Klar ist da viel glauben und hoffen.
    Allerdings ist das bei Perriman (der seit 30.07 nicht mehr im Training ist und davor auch nicht geglänzt hatte) und Williams bei den Ravens doch noch schlimmer. Wenn S.Smith wie letzte Saison in der zweiten Hälfte nachlässt, hat Flacco im schlimmsten Fall niemanden mehr zu dem er werfen kann. Forsett hatte genau eine gute Saison.
    Letztendlich sehe ich deine #3,#4,#5 auf Augenhöhe, wo am Ende der Heimvorteil in den Playoffs den Unterschied machen könnte.

  8. Barnwell hat KC und DAL in den Top 8 anstelle von MIA und ATL wenn ich das richtig sehe, und MIA und ATL sind bei ihm Rising teams. ATL sehe ich auch nicht in den Top 8 aber bei den anderen drei kann man imho bei jedem argumentieren dass er in Kategorie Elite oder Rising / Play Offs gehört.
    Denke, dass die Saints auch nach oben gehören könnten. Sie hatten eine miserable TO Bilanz.

    Danke auf alle Fälle wieder für die super Vorschau, ich fühle mich bestens eingestimmt auf die Season und bin HEISS!

    Super Bowl 50 = Packers over Patriots

  9. colts d-line: keiner mehr da vom letzten jahr, von daher kanns ja nur besser werden😉 DE Kendall Langford, free agent von den rams sieht bisher gut aus und die beiden rookies DE Henry Anderson & NT David Parry (beide stanford) machen hoffnung…
    Die Pass Rusher sehen ganz ordentlich aus, Mathis kommt zurück, Cole kam von den Eagles, Newsome hatte als Rookie 6 Sacks und wird auch einiges an spielzeit sehen.
    Björn Werner spielt mittlerweile strong side linebacker und das als backup hinter Erik Walden und an dem wird er nicht vorbeikommen.
    Sio Moore kommt von den Raiders.
    Insgesamt eine verbesserte front 7, allerdings mit null tiefe in der D-Line

    Fazit Colts 2015: von erste runde rausfliegen bis Superbowl ist alles möglich

  10. In der Tat nicht einfach, einen klaren Favoriten zu benennen aber in Wahrheit ist das jedes Jahr so. Ein Favoritenkreis von 5-8 Mannschaften mit Außenseiter Chancen für min. 5 weitere. Nur so am Rande die Giants, jedesmal als Nobody gestartet und zweimal mit dem Ring geendet: 2007, 2011… 2015? Überraschen täte es mich nicht.

    Anstatt Atlanta hätte ich eher New Orleans von der NFC South in die Top Gruppe gesetzt, und statt Miami eher Dallas. Beim Rest bin ich d’acord. Die hohe Einstufung der Ravens hat sich ja schon mit der Sezierstunde angekündigt. Ich sehe New England und Denver aber leicht vorn.

    Playoffs NFC: SEA, GB, DAL, NO, ATL, DET
    Playoffs AFC: NE, DEN, BAL, KC, IND, CIN
    SB: DEN over GB
    Es muss einfach ein gutes Ende für P.Manning nehmen.

    Das Lob für diese Vorschauserie kann ich nur wie immer wiederholen. Ich freue mich immer schon lange im Voraus drauf, gefällt mir super auch wenn ich mit einigen Einstufungen manchmal nicht einverstanden bin. Chapeau.

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