Recap – Monday Night Football, Woche 1 | NFL 2015

Recap der beiden Monday Night Games.

Atlanta Falcons 26, Philadelphia Eagles 24. Eines der meistgehypten Auftaktspiele mit dem Debüt für Falcons-HC Dan Quinn und dem ersten Outing der „neuen“ Chipadelphia Eagles. Es war ein spektakuläres Spiel, aus dem man vieles ziehen kann und doch hinterher nicht so recht weiß, was man davon halten soll – zu unterschiedlich waren die beiden Spielhälften in Atlanta.

Die Falcons dominierten die erste Halbzeit mit langen Drives in der Offense und exzellentem Pass Rush in der Defense. Nach der Pause kollabierte eine müde Defense und proportional mit dem Verschwinden des Pass Rush steigerte sich Eagles-QB Sam Bradford in einen Groove, versenkte 21/25 seiner Pässe nach der Pause für über 200yds und brachte die Eagles nahe heran an ein nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback.

Die Eagles mit 52 Passversuchen vs nur 16 Laufspielzügen: Eine Ratio, die man von Chip Kelly nach dieser Offseason nicht erwartet hatte. Der Großteil davon war dem schnellen hohen Rückstand (phasenweise 2-30 Rückstand) geschuldet. Ein Teil aber war auch der überforderten Offensive Line geschuldet, die auf beiden Guard-Positionen so schlecht wie von vielen befürchtet aussah und immer wieder platt gemacht wurde.

QB Bradford mit einer schwachen ersten Halbzeit: 3.4 NY/A und 3 three’n’outs, zwei weiteren Drives mit nur einem 1st-Down und einem Drive mit Interception. Es war die Zeit, in der die komplette Protection wackelte. Vor allem Rookie-ER #44 Vic Beasley geigte gigantisch gegen LT #71 Peters auf.

Nach der Pause ermüdete Atlantas Abwehr. QB Bradford fast mit dem Comeback. Bei 24-26 mit 2:21min to go hätte Chip Kelly ein 4th/1 an der ATL 26 ausspielen können, entschied sich aber nach einigem Zögern doch für das Field Goal – und scheiterte. Es war durchaus keine so eindeutige Fehlentscheidung, wie man im ersten Moment meinen würde. Trotzdem hätte man das Ding auch ausspielen können.

Letztlich trotzdem eine Partie, aus der beide Teams Positives ziehen können. Atlanta mit einer teilweise hervorragenden Offense. QB Ryan mit 8.3 NY/A, aber zwei überflüssigen Interceptions. WR #11 Julio Jones mit 9/141 und 2 TD. Jones ist in der aktuellen Verfassung das Musterbeispiel für den Modellathleten. Ästhetisch unerreicht. Dazu ein ordentliches Laufspiel mit einem sehr wuchtig aussehenden Rookie-RB #26 Coleman. Und natürlich die gute erste Halbzeit der Defense. Dan Quinn und seine Coaches können darauf aufbauen.

Bei den Eagles kann man sich am Aufbäumen des Sam Bradford festklammern. Mit etwas Zeit in der Pocket sah Bradford brandgefährlich aus und zerpflückte die Defense nach Strich und Faden. So mausetot wie die Eagles vor der Pause aussahen, so stiegen sie doch wie Lazarus aus dem Grab und hätten einen nicht unverdienten Auswärtssieg bei einem möglichen Titelaspiranten feiern können.


San Francisco 49ers 20, Minnesota Vikings 3. Das Spiel in Atlanta sah insgesamt 17 Penaltys für 145yds und somit mehr als die Partie in San Francisco (13 für 82yds), aber sie störten mehr bei 49ers vs Vikings – vermutlich, weil das sportlich gebotene dort um ein Vielfaches banaler war als bei dem teilweise sehr ansehnlichen Raubvogelduell.

Das Positive an San Francisco vs Minnesota: Die 49ers haben zumindest zum Auftakt die ganzen negativen Vibes abschütteln können und einen souveränen Sieg eingefahren. Die Offense sah in lichten Momenten exzellent aus, v.a. im Laufspiel mit 39 Rushes für 230yds (5.9yds/Carry). Vor allem RB #28 Hyde konnte die guten Eindrücke seiner Rookie-Saison bestätigen und wuchtete sich zu 168yds und 2 TD. QB Colin Kaepernick mit einigen guten Pässen, sehr effizientem Scrambling und letztlich relativ fehlerarmer Wurfleistung (17/26 ohne Turnover). Sehr gute Front Seven Arbeit der 49ers.

Geheimtipp Minnesota dagegen enttäuschte auf ganzer Linie: Ganze 49 Offense-Plays für die Vikings, mit 4.6yds/Play. Das Laufspiel über RB Adrian Peterson wurde komplett abgewürgt. Peterson war hinter einer unterirdischen Offense Line komplett chancenlos.

Noch besorgniserregender war die Vorstellung von QB Teddy Bridgewater. Ich habe keine Ahnung wie Bridgewater 23/32 komplettierte. In Erinnerung blieben vor allem einfache Overthrows und – OK – überwiegend Checkdowns: Bridgewater mit 10.1yds/Completion und 5x gesackt. Sehr, sehr übel sagen die beiden erbärmlichen Hail-Mary Versuche Bridgewaters vor der Pause aus, nach denen man sich ernsthaft fragte ob der Mann überhaupt den Wurfarm besitzt für einen 20+ Yards Pass.

Ich hatte Bridgewaters Rookie-Saison nicht so positiv gesehen wie die meisten, u.a. auch weil ich ihn als Top-Pick gesehen hatte und noch mehr von ihm erwartet hatte. Trotzdem hat er viel ansprechendere Ansätze als Rookie gezeigt als am Montag in San Francisco. Das sollte man nicht vergessen, trotz der wirklich schwachen Vorstellung. Aber die Vikings müssen zu allererst die Offensive Line hinbiegen, wo die eigenen Offense Tackles den eigenen Quarterback im Backfield in die Scheiße reiten.

3 thoughts on “Recap – Monday Night Football, Woche 1 | NFL 2015

  1. Ich war ja positiv überrascht von den 49ers nach dem komplett nachvollziehbaren Abgesang in der preview hier. Kap sah wieder besser aus als zuletzt und Hyde lies Gore gar nicht vermissen. Bin gespannt wie es da weiter geht…

  2. Ja der Augentest sagt, dass sie nicht bis auf den Liga-Bodensatz gefallen sind aber konkurrenzfähig sind sie, glaube ich nur im Durchschnitt.

    Bei dem Spiel erschien mir der niedrige Vikings-Level als die größere Überraschung.

    Man darf nicht vergessen, dass erst nach 25 Minuten Spielzeit die ersten Punkte auf´s Board gebracht wurden.

    Kaep und tiefer Pass bleibt ein Paradoxon. In dieser Division sehe ich die Niners nicht in den Playoffs.

    ABER: nach Woche eins sollte man ja sowieso nicht überreagieren, vielleicht wird noch alles anders…

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s