Montagsvorschauer, Week 3: Green Bay Packers – Kansas City Chiefs

Heute ab 2h30 nachts der Abschluss von Woche 3 mit dem Monday Night Game Green Bay Packers – Kansas City Chiefs, live bei SPOX.com, SPORT1 US und im Gamepass. Die Packers sind recht optimal mit 2-0 in die Saison gestartet, und die Chiefs könnten selbigen Record haben, wenn sie nicht mehrfach gegen die Broncos gefumbelt hätten.

Zwischen den beiden Mannschaften gibt es einige Connections, sporthistorischer aber auch personeller Natur. Packers vs Chiefs war die Ansetzung von Super Bowl I – da passt es im Jubiläumsjahr der Super Bowl nur zu gut, dass die NFL diese beiden Mannschaften in der Primetime mal wieder aufeinander gematcht hat. Weil die beiden in verschiedenen Conferences spielen, trifft man sich heute in der Regular Season nur noch ein Mal alle vier Jahre – zum letzten Mal war es kurz vor Weihnachten 2011, als der krasse Underdog Chiefs den Packers die nahenden Perfect Season zerstörte.

Auf personeller Ebene ist die sportliche Leitung der Chiefs geführt von zwei Menschen, die ihr Handwerk im System der Packers gelernt haben. GM John Dorsey ist ein Schüler von Packers-GM Ted Thompson. Er war zuerst Spieler, dann Scout, und hernach jahrelang dessen leitender Angestellter in der Scouting-Abteilung, ehe er vor zweieinhalb Jahren das Front Office in Kansas City übernahm.

Das Kuriosum an Dorseys Einstellung war damals das Timing: Dorsey kam eine Woche nach der Einstellung von Andy Reid als Head Coach. Trotzdem gilt Dorsey zumindest auf dem Papier als der Mann der letzten Entscheidung. Krasse Widersprüche sollte es zwischen den beiden nicht geben, denn auch Reid kommt aus der Schule der Packers bzw. der Packers-Version der West Coast Offense der Packers, die dort in den 1990er Jahren kultiviert wurde und Einflüsse auf die ganze Liga ausübte.

Green Bay selbst hat sich mittlerweile emanzipiert von jener West Coast. Das liegt in erster Linie am Quarterback, Aaron Rodgers, über den wir keine Hymnen mehr singen müssen. Rodgers wurde 2005 von Thompson in der 1ten Runde gedraftet, allerdings nicht wie erwartet als #1 des Drafts, sondern nach stundenlangem bangem Warten im Green Room als #24. Ohne das Pedigree des Top-QBs folgten für Rodgers Jahre des Wartens auch in der Kader-Hierarchie der Packers, da an der QB-Legende Brett Favre kein Vorbeikommen war.

An #1 wurde in jenem Draft ein anderer Quarterback gezogen: Alex Smith von der University of Utah. Smith durfte relativ schnell spielen, wurde in San Francisco aber nicht glücklich. Das lag an seiner Verunsicherung, aber auch an Verletzungen und ständigen OffCoord-Wechseln. Erst vor wenigen Jahren fand Smith unter Jim Harbaugh einigermaßen einen Groove und stabilisierte sich als durchschnittlicher Quarterback in der NFL.

Just in jenem Moment, bzw. mitten in einer Saison, in der die 49ers die Super Bowl erreichen sollten, wurde Smith jedoch auf die Bank gesetzt und durch den jüngeren, dynamischen Colin Kaepernick ersetzt. Seine Karriere in San Francisco war zu Ende, und Smith wechselte quasi als erste Amtshandlung vom sportlichen Tandem Dorsey/Reid nach Kansas City. Heute gibt es also ein Wiedersehen mit Rodgers, den Smith nur im Draft schlagen konnte.

Rodgers wie Smith gelten beide als Quarterbacks, die extrem wenige Interceptions werfen. Beide hatten in den letzten Jahren stets unter 1.5% Interception-Quote – Top 3 Werte. Doch während Rodgers gleichzeitig als fulminanter Play-Maker mit über 7 NY/A gilt, gurkt Smith bei selten mehr als 6 NY/A und vielen Querpässen und Sacks herum. Zur Saison 2015 haben die Football Outsiders eine Statistik mit dem sensationellen Namen Air Less Expected, kurz ALEX, entwickelt.

ALEX misst, wie weit ein Quarterback in 3rd Downs wirft bis der Fall gefangen wird bzw. wie weit der Fänger zum Zeitpunkt des Catches von der 1st-Down Markierung entfernt ist.

2015 hat man Smith in WR Maclin eine Waffe eingekauft um endlich nach fast zwei Jahren wieder mal einen WR-Touchdown zu erzielen. Nach zwei Partien hat Smith 38 Pässe komplettiert, 26 davon nicht zu Wide Receivern. Es wird also eine Fortsetzung der letzten Jahre bei den Chiefs geben, sprich viel Jamaal Charles in der Offense, egal wie oft Charles fumbelt.

Die Chiefs-Offense krankt dieser Tage nicht nur am Kurzpass-Phänomen Smith, sondern auch an der schwachen Offense Line. OT Eric Fisher, 2013 als Top-Pick gedraftet, ist mittlerweile auf Right Tackle versetzt worden, wo er weniger Schaden anrichten soll. Fisher wird es damit heute häufig mit DE Julius Peppers zu tun bekommen. Auch Peppers ist ein großer Name, soll jedoch 2015 eher schwer in die Saison gekommen sein.

Auf der anderen Seite trifft QB Rodgers eine Woche nach Seattle auf die nächste Super-Defense. Kansas City ist vielleicht in der aktuellen Besetzung noch besser aufgestellt als die Seahawks, als da wären ein monströser Edge-Rush um die OLBs Houston/Hali, ein unnachgiebiger Linebacker-Corp um Derrick Johnson sowie eine Defense Line um die Bullen Poe und Howard. In der Secondary soll sich Rookie-CB Marcus Peters hervorragend eingelebt haben, und dass FS Eric Berry nach überstandener Krebserkrankung zunächst noch als Backup agiert, sagt einiges.

Weil Offense fast immer Defense schlägt und Rodgers zuhause fast immer alles schlägt, kann man die Packers ohne Probleme favorisieren. Aber auch Rodgers wird gegen diese Defense nicht fünf oder sechs lange Drives zu Touchdowns das Feld hinunter treiben. Ich erwarte eher ein sich langsam entwickelndes Spiel, in dem beide Offenses mit Fieldgoals starten und Green Bay schön langsam davon zieht.

7 thoughts on “Montagsvorschauer, Week 3: Green Bay Packers – Kansas City Chiefs

  1. „Just in jenem Moment, bzw. mitten in einer Saison, in der die 49ers die Super Bowl erreichen sollten, wurde Smith jedoch auf die Bank gesetzt und durch den jüngeren, dynamischen Colin Kaepernick ersetzt.“

    War es nicht so, dass Smith mit ner Gehirnerschütterung raus war und Kaep bei seinen Einsätzen die sich daraus ergaben dermaßen beeindruckt hat, dass er seitdem der Starting-QB der Niners geblieben ist? Sachlich sagt deine Formulierung zwar auch nichts anderes, aber ich finde man tut Smith unrecht, wenn man unterschlägt, dass er seinen Platz vor allem aufgrund der eigenen Verletzung verloren hat.

  2. go Pack go , was für eine Vorstellung , die Packers sollten immer zur Prime-Time spielen ! Die erste frage der Saison lautet ja immer , welches Team bleibt am längsten ungeschlagen ? da kommen für mich nur die Patts und Packers in frage , Rogers mit einer Gala Leistung , na ja beinahe eine Interception , aber die Offens war einfach zu stark im Pass wie im Laufspiel und wenn die Defens aus allen Rohren Blitzen , dann gefällt sie mir am besten , Charles hatten sie bis zur Redzone eigentlich gut im griff , aber seine TD in der Redzone stimmen mich dann doch Nachdenklich .

  3. Pro Football Focus disqualifiziert sich einmal mehr selbst: https://www.profootballfocus.com/blog/2015/09/29/why-aaron-rodgers-earned-a-slightly-negative-grade/

    QB Rodgers mit einer negativen Benotung für die Partie gegen Green Bay. Die Erklärung dafür macht auch keinen Sinn.
    Es gibt ein + für einen guten Wurf. Es gibt ein – für einen schlechten Wurf oder einen schlechten Read.

    In anderen Worten: Wenn ein QB ein gutes pre-Snap Adjustment macht und die Dinger somit einfach aussehen lässt, wird er praktisch von PFF bestraft. Dass Rodgers einen sensationellen Snap-Count hat? Komplett ignoriert. Der Snap Count gegen die Chiefs war teilweise so gut, dass man ihn ins Detail analysieren sollte.

    Eine QB-Leistung detailliert zu bewerten, ist nicht einfach. PFF hat damit nach wie vor Probleme.

  4. QB-rating 138 !!! 333 y , 5 TD , gegen Chiefs , in der Liga 135 Passer Rating ( Nummer 1 ) , 10 TD (Nummer 1) keine Interception
    unter dem Aspekt warum er kein Rating von 150 hat , kann man kritisch sehen das er gegen die Chiefs das ein oder andere mal das Ei zu lange hielt und er einmal Glück hatte als die Chiefs beinahe ein Interception machen konnten , seine Pässe waren aber fast alle erste Sahne und wie gut sein Snap Count ( das hat er vom Altmeister Favre gelernt ) ist , hat man gesehen als die Chies 2mal ins offside gelockt wurden und Rogers 1 TD daraus machte !!!
    Wie unfassbar gut Rogers zur Zeit spielt kann man mit Worten einfach nicht beschreiben ( und die Stat sagt dann glaube ich auch alles ) !!!

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