Samstagsvorschauer 2015, Week 5 | Tim Tebow war mal ein ganz Großer

Woche 5 im College Football 2015/16, und es ist Hurrikan-Saison in den Vereinigten Staaten. Die Wetterbilder der letzten Tage sahen in etwa so aus wie in eingangs verlinktem Bild, weswegen vor allem die Südstaatenspiele und die Partien entlang der Atlantikküste sehr regenreiche Angelegenheiten werden dürften.

Programm bei SPORT1 US

SPORT1 US weicht in seiner Abendschicht dem ganz großen Regen aus und bringt die beiden top-gerankten Teams: #1 Ohio State und #2 Michigan State. Für beide ist es der Beginn der Conference-Saison in der Big Ten Conference. In der Nacht wird es dann aber doch nass, wenn es nach Clemson (Bundesstaat South Carolina) geht.


18h | #2 Michigan State Spartans – Purdue Boilermakers. Neulinge mögen sich fragen, warum in der aktuellen Situation alle von der University of Michigan, ihrem neuen Head Coach und ihrem 3-1 Start sprechen, während die an #2 gerankten „kleinen Brüder“ von Michigan State so gar keine Beachtung zu finden scheinen.

Nun, als Antwort kann man dem folgendes entgegen werfen: Michigan State ist so hoch wie lange nicht mehr gerankt. Heute feiert man das Homecoming alter Alumni, und trotzdem hat das Athletic-Department Probleme, die Hütte für heute Abend voll zu bekommen. Das Stadion von Michigan State fasst 72.000, ist also kein kleines, aber bei Michigan wären an so einem Abend 114.000 Fans dabei, mit einer Warteliste von nochmal 80.000.

Um ehrlich zu sein: Wirklich aufregend waren die bisherigen Partien der Spartans nicht. Man ist zwar 4-0, aber es wurde bisher eher geschlafwandelt. Die Offense beginnt nur dann zu werfen, wenn es unbedingt sein muss, und das, obwohl man in Connor Cook einen der begehrteren Quarterbacks für den 2016 NFL Draft im Lineup hat. Die Pass-Defense der Spartans macht auch nicht den allerbesten Eindruck.

Heute geht es gegen Purdue, das mit 1-3 in die Saison gestartet ist. Aber Achtung: Purdue lieferte in den letzten beiden Jahren jeweils kampfstarke Leistungen gegen Michigan State ab. Vor zwei Jahren verlor man nur 0-14 in einer unansehnlichen Partie mit nur einem Offense-Touchdown. Letztes Jahr wurden die Spartans nur durch einen Return-TD gerettet, gewannen am Ende 45-31.

Purdue-Coach Darrell Hazell ist in seiner Grund-Philosophie ähnlich gepolt wie sein Gegenüber Mark Dantonio. Auch bei ihm wird eher widerwillig geworfen. Immerhin überraschte Hazell damit, dass er den Freshman QB David Blough zum neuen Starter ernannte. Dennoch: Der Leading-WR der Boilermakers macht 7.8yds/Catch, was alles über die Risikofreudigkeit von Purdue aussagt. Insofern dürfte es eine Partie von begrenzter Sexyness werden.


21h30 | Indiana Hoosiers – #1 Ohio State Buckeyes. Aufeinandertreffen zweier ungeschlagener Teams in Bloomington, wobei man natürlich beachten muss, gegen wen Indiana bislang seine Siege eingefahren hat: SIU, FIU, Western Kentucky und Wake Forest, und drei Siege davon innerhalb eines Scores. Den Fans ist es egal, die Stimmung auf dem Campus ist gut, und heute ist das Stadion zum ersten Mal seit fünf Jahren auch wieder ausverkauft.

Indiana lebt von einer lauflastigen Offense, in der RB Jordan Howard 111 Carries für 635yds und 4 TD hat. Howard ist kein big play Back, sondern eher der geduldige Mann für die konstanten 6yds-Gains. Für eine Offense kann so ein Mann wertvoll sein, solange die Partie eng ist und von einem fehlerlosen Quarterback wie Nate Sudfeld (7 TD, 1 INT) komplementiert wird.

Indiana trifft heute allerdings auf Ohio State, das sich zwar weiterhin nicht in Bestform befindet und noch immer auf der Suche nach dem Groove in der Offense ist. Dort wird es schwierig, Schritt zu halten. Inwiefern wird Urban Meyer seine Buckeyes die extrem junge Secondary der Hoosiers (3 Freshmen) austesten lassen?


02h | #12 Clemson Tigers – #6 Notre Dame Fighting Irish. Eine Partie mit wichtigen Implikationen im Playoff-Rennen, wenn man den sich langsam aufbauenden Hype um Notre Dame anschaut. Was ich bisher von Notre Dame gesehen habe, war okay, aber nicht großartig. Natürlich haben die irish Pech, dass sich ihr QB Malik Zaire für die komplette Saison verletzt hat. Backup Deshone Kizer sieht mir aus wie ein QB, der abhängiger vom Laufspiel ist und sich von Druck schneller aus dem Konzept bringen lässt.

Insofern dürfte für Clemson der Schlüssel der Partie in der Defensive Line liegen: Schick Pass Rush und kontrolliere die Running-Lanes über die A und B Gaps, und Notre Dames Offense kommt in die Bredouille.

Das Wetter in Clemson soll heute grottig sein (Wind und Regen), was der Offense um QB Watson nicht entgegen kommt. Das sind alles Gründe, warum ich kein Punkt-Festival erwarte. Das könnte dafür für eine spannende Partie sprechen. Die Wettbüros sehen ein Pick’em. Mich würde nicht überraschen, wenn Clemson die Partie aufgrund seiner exzellenten Front Four gewinnt.

Das Restprogramm: Die AP Top 25

Neben der Partie in Clemson gibt es heute noch gleich vier Partien zwischen Top-25 Teams.

#25 Florida – #3 Ole Miss (1h, ESPNP). Vor sieben Jahren fuhren die Ole Miss Rebels zum letzten Mal nach Gainesville zu den damals top-gerankten Florida Gators, und gewannen sensationell 31-30 und zerstörten damit den Traum von der Perfect-Season vom Topfavoriten Florida.

Jenes Spiel ist es wert, daran erinnert zu werden, denn es war die Zeit bevor Tim Tebow zu einer Karikatur seiner selbst wurde und quer durch die Lande durch alle Suppen gezogen wurde. Tebow war mal eine ganz große Figur im College Football. Nach jener Niederlage stellte er sich den Mikrophonen in der Pressekonferenz:

Florida beendete die Saison als National Champion. Tebow ging ein Jahr später in die NFL. Der Florida Gator ist seither vom Raubtier zur handzahmen Eidechse verkommen. Tebow ist heute mehr Name als Sportler. Heute das Wiedersehen von Florida und Ole Miss, mit umgekehrten Vorzeichen: Ole Miss als der große Favorit, der in der SEC die Rolle des Front-Runners übernommen hat.


#4 TCU – Texas (18h, ESPNP)

#5 Baylor – Texas Tech (21h30, ESPNP) aus Dallas. Eine Woche nach dem Shootout gegen TCU erwartet die Texas Tech Red Raiders nun der nächste Offense-Gigant. Die beiden Teams verbindet eine lange Tradition. Seit 6 Jahren spielt man auf neutralem Feld gegeneinander. Letztes Jahr entfloh Baylor mit einem knappen 48-46.

#7 UCLA – Arizona State (1h30). Letztes Jahr fuhr UCLA auswärts 62-27 über ASU drüber. Diesmal läuft man mit fast unveränderter Mannschaft auf. Fast… denn der Quarterback ist neu: Josh Rosen, Freshman, der bislang einen hervorragenden Eindruck hinterlässt.


#8 Georgia – #13 Alabama (21h30). Bei uns nicht außerhalb der Grauzone zu sehen: Das Topspiel aus der SEC mit den beiden Divisionsfavoriten ist ein Re-Match des sensationellen SEC-Endspiels von 2012, einem meiner absoluten Favoriten aus dem Football-Bereich.

Georgia gegen Alabama ist in gewissem Sinne immer auch ein Kulturkampf. Georgia gilt als Uni, die vergleichsweise strenge Benimmregeln aufstellte und nicht davor zurückschreckt, aus Angst vor sportlichen Verlusten ihre Stars zu suspendieren bzw. vom Campus zu verweisen. Unter anderem daher gilt das Programm der Bulldogs auch als leichter Underachiever (nur ein einziger National Title).

Athens, die Heimatstadt der Universität, gilt als eine der intensivsten College-Football Towns in den USA und hat seit Jahren auf die Rückkehr des SEC-Schwergewichts Alabama gewartet. Für heute ist Dauerregen angesagt, aber es wird prophezeit, dass sich die Fans davon die Laune am Tailgating trotzdem nicht nehmen lassen.

Sportlich ist Georgia in den Wettbüros leicht favorisiert. Es ist das erste Mal seit über sechs Jahren, dass Alabama als Außenseiter in eine Partie geht. Und trotzdem fühlt es sich nicht wirklich so an. Trotzdem wäre irgendwie jeder überrascht, wenn Alabama die Partie verliert bzw. Georgia sie gewinnt. Das mag dran liegen, dass allein die Vorstellung von einem Alabama mit zwei Saison-Pleiten am 3.10. völlig utopisch scheint.


#9 LSU – Eastern Michigan (1h, ESPNP). Eine eher niedrige Latte bei akademischen Standards: LSU. Dafür hat man in RB Leonard Fournette den Favoriten auf die Heisman-Trophy. Es beginnen auch jetzt schon die Stimmen, die Fournette raten, 2016 auszusetzen um seine NFL-Aussichten nicht zu gefährden.

Wake Forest – #11 Florida State (21h30, ESPNP)

#14 Texas A&M – #21 Mississippi State (1h30, ESPNP)

#15 Oklahoma – #23 West Virginia (18h). Der Sieger dieser Partie wird in der Hackordnung der Big 12 je nach Ausgang bei TCU und Baylor zumindest auf #3 hochrutschen. Die Advanced-Stats sehen in West Virginia übrigens den größten Sleeper für die Big 12, und eigentlich sogar mehr: Sie sehen WVU als das bislang beste Team der Big 12.

#16 Northwestern – Minnesota (18h, BTN)

#18 Stanford – Arizona (4h30, PAC12). Stanford mauserte sich in den letzten Wochen mit dem Erwachen der Offense zum Geheimfavoriten in der Pac-12.

#19 Wisconsin – Iowa (18h, ESPNP)

#20 Oklahoma State – Kansas State (22h)

Maryland – #22 Michigan (18h, BTN). Auch hier Regeneinfluss: Die Partie wurde wegen Hurrikan-Warnungen auf lokale Mittagszeit vorverlegt um dem ganzen großen Sturm aus dem Weg zu gehen. Sportlich dürfte es eine punktarme Partie werden, wenn Michigans Defense weiter so aufspielt wie zuletzt.

#24 Cal – Washington State (22h, PAC12). Die Chance, QB Jared Goff von Cal zu sehen. Goff gilt in Scout-Kreisen mittlerweile als einer der besten Quarterbacks für den nächsten NFL-Draft.

2 thoughts on “Samstagsvorschauer 2015, Week 5 | Tim Tebow war mal ein ganz Großer

  1. Georgia-Alabama ist live auf drr CBS Sports App auf dem Smartphone zu sehen. Einseitige Angelegenheit bisher.

  2. Die kurze Vorschau – wie angedacht bei
    #12 Clemson Tigers – #6 Notre Dame Fighting Irish.
    Mit Beginn der zweiten Hälfte ….einfach nur noch Crazy was da abging bis zum Abpfiff.

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