Samstagsvorschauer 2015, Week 6

Woche 6 im College Football mit denn Penn State Nittany Lions, dem besten Runningback und dem besten Quarterback im College Football, sowie dem black’n’blue Duell zwischen der alten, neuen SEC-Macht Alabama und Arkansas.


18h | Penn State Nittany Lions – Indiana Hoosiers. Es ist die erste Übertragung aus Happy Valley in dieser Saison bei SPORT1 US. Penn State ist auch fast vier Jahre nach dem Auffliegen vom Sandusky-Skandal um den Missbrauch von Kindern auf der Suche nach einer neuen Identität. Head Coach James Franklin, fast genauso viel Fan wie Angestellter der Uni, bewegt mit seiner engagierten Art zwar mehr Steine als ein normaler Mensch schaffen würde, aber Franklin hat dem Team noch kein richtig markantes Gesicht verpassen können.

Auch sportlich ist man noch eher Mittelmaß. Penn State ist mit 4-1 Siegen gestartet, aber die Spiele waren alle recht harzig. Problematisch ist vor allem die Offense. QB Christian Hackenberg galt vor der Saison als einer der potenziell besten QBs des Landes und angehender Top-Draftpick. Ich habe Hackenberg in Woche 1 gegen Temple gesehen und war relativ schockiert.

Hackenberg hat einen extrem starken Arm und kann einige Monster-Würfe machen. Aber er ist relativ unkonstant. Gegen Temple hatte er die Chance, die Offense auf 17-0 zu bringen und verpasste den einfachsten Wurf der Welt (Penn State verlor am Ende 10-27). Hackenberg hat kein einfaches Leben, weil seine Offense Line ihren Namen nicht verdient und die Receiver viele Drops fabrizieren.

Viele der wahren Top-Picks haben in den letzten Jahren aber ähnliche Schwierigkeiten übertüncht. Hackenberg sah vor zwei Jahren wie ein echter Hoffnungsträger aus. Mittlerweile bin ich nicht mehr so überzeugt. Seine Zahlen sind seit dem Temple-Spiel etwas besser geworden, aber wie ein echter 1st-Rounder sieht er nicht aus.

Gegner Indiana forderte letzte Woche die landesweite #1 Ohio State lange Zeit mehr heraus als es alle erwartet hatten. Lange Zeit führte man sogar, ehe in der zweiten Halbzeit die Run-Defense komplett einbrach und gefühlt mehrere hundert Yards gegen einen RB Elliott aufgab, der wie ein heißes Messer durch die Butter schnitt. Wenn Indiana heute ähnliche Schwierigkeiten gegen den Lauf hat, werden wir nicht viel von Penn States QB Hackenberg sehen. Denn dann scort allein das Laufspiel 250 Yards und 3 TD.


21h30 | #7 Louisiana State Tigers – South Carolina Gamecocks. Diese Partie wurde vor wenigen Tagen vom schwer unwettergeschädigten Columbia (Heimat der Gamecocks) ins Stadion des Gegners verlegt, da die Sicherheitskräfte und Feuerwehren in Columbia ihre Kräfte in die Aufräumarbeiten der Region stecken müssen und die Organisation der Partie nicht verkraftet hätten.

LSU kündigte bereits an, ein freundschaftliches Publikum im ansonsten Death Valley genannten Tiger Stadium auf die Tribünen zu schicken, und die Marching-Band der Tigers war in den letzten Tagen fleißig am Einlernen der Campus-Hymnen von South Carolina. Trotzdem erwartet man kein ausverkauftes Haus.

Sportlich dürfte vor allem der Blick auf den atemberaubenden Runningback von LSU, Leonard Fournette, interessant sein. Fournette gilt mittlerweile als Favorit auf die Heisman-Trophy. Seine Highlights sehen brillant aus. Fournette kann wegen eines Abkommens zwischen NFL und NCAA frühestens 2017 in die NFL wechseln. Nicht wenige raten ihm aber nun, 2016 im College Football auszusetzen um seine sportliche Zukunft nicht zu gefährden. Als fixer 1st-Rounder gilt er schon jetzt.


1h | #8 Alabama Crimson Tide – Arkansas Razorbacks. Alabama gilt nach dem 38-10 Kantersieg in Georgia wieder als das heißeste SEC-Team und die alten Elogen auf die Saban-Mannschaft sind schon wieder ausgepackt.

Arkansas ist mit seiner 2-3 eine der größeren Enttäuschungen der ersten Wochen. Als Geheimfavorit gestartet und als zahmes Spanferkel gelandet. Head Coach Bielema kassierte nach Pleiten gegen die von ihm so verspotteten Spread-Pass Offenses von Texas A&M und Texas Tech ziemlich viel Hohn und schrumpfte gefühlt von 1m80 x 1m80 auf 1m x 1m80 zusammen.

Arkansas-QB Brandon Allen galt vor der Saison als potenzieller Geheimtipp. Sein Start gegen UTEP war verheißungsvoll. Danach wurde es harziger. In guter Form ist Allen ein exzellenter Kurzpass-QB, der der manchmal zu brave Alabama-Defense einige Stiche versetzen könnte. Trotzdem gilt Bama als klarer 17pts-Favorit.


4h30 | #5 Utah Utes – #23 California Golden Bears. Zum Ausklang der Nacht das Duell der letzten beiden unbesiegten Pac-12 Mannschaften. Utah gegen Cal liest sich doch überraschend für eine Partie mit dem Label „Spitzenspiel“. Fakt ist neben der Ungeschlagenheit auch, dass beide Teams noch gar einige Fragezeichen zu beantworten haben.

Utah hat in QB Travis Wilson einen guten Leader für die Offense gefunden. Wilson, bislang ein Verletzungsfragezeichen, zeigt imposanten Führungsstil und trotz seiner manchmal unkonventionellen Spielart hat er seine Offense ganz gut im Griff. Laufspiel klappt nicht immer so gut, aber Cal hat eine suspekte Abwehr.

Bei Cal kannst du den QB Jared Goff begutachten. Goff gilt bei vielen Scouts mittlerweile als bester QB für den Draft 2016. Goff spielt allerdings auch in einer recht QB-freundlichen Offense von Sonny Dykes, einem Schüler der Air-Raid Offense mit ihren vielen Antworten für den Quarterback auf alle Fragen.

Utah geht als Favorit in die Partie, nachdem Cal zwar seit Wochen Siege einfährt, aber auch meistens recht knapp gegen durchschnittliche Gegner gewonnen hat. Utah dagegen ist spätestens seit dem 62-20 Kantersieg über Oregon zumindest landesweit ein Begriff.

Die restlichen AP Top 25

#1 Ohio State – Maryland (18h, BTN). Ohio State entwickelt sich immer mehr zum FSU von 2015: Titelverteidiger mit extrem hohen Erwartungen, aber einem eher mittelmäßigen sportlichen Produkt. Aber Ohio State gewinnt, so wie letzte Woche, als man nach schwacher 1ter Halbzeit am Ende die überlegene Physis doch noch zum Sieg und 5-0 Record umwandeln konnte.

Heute geht es gegen die Maryland Terrapins, die bei 2-3 stehen und als krasse Enttäuschung gelten. Maryland hat nächste Woche spielfrei. Alle Vorzeichen deuten darauf hin, dass Head Coach Randy Edsall nach der Partie gefeuert wird. Edsalls Zeit in College Park stand von Anfang an unter keinem allzu guten Stern: Edsall (gewann 2010 mit UConn die Big East) hatte vor fünf Jahren den extrem beliebten Headcoach Ralph Friedgen abgelöst. Quasi mit seiner Einstellung zum neuen Coach verließ die halbe Stamm-Elf die Uni fluchtartig. Als Edsall zum Einstand eine 2-10 und dann eine 4-8 Saison lieferte, war er schnell in der Fan-Base unten durch. Zuletzt stagnierte Maryland bei zweimal 7-6. Im Sommer bekam Edsall eine Vertragsverlängerung. Jetzt soll er gehen.

Kansas State – #2 TCU (1h30)

Kansas – #3 Baylor (18h)

Rutgers – #4 Michigan State (2h, BTN). Michigan State ist nach SRS nicht mal ein Top-30 Team in der aktuellen Saison.

#6 Clemson – Georgia Tech (21h30, ESPNP). Nächster Test für Clemson, das letzten Samstag knapp gegen Notre Dame bestehen konnte. Es wird spannend zu sehen sein, wie Clemson mit seiner phasenweise überwältigenden Defensive Line die sehr atypische Flexbone-Offense von Georgia Tech in Schach halten kann.

Texas – #10 Oklahoma (18h, ESPNP). Die Red River Rivalry, über die ich in den letzten Jahren immer wieder geschrieben habe, hat heuer das Flair von nassem Schüttelbrot. Texas erlebt eine unterirdische Saison mit selbstverschuldeten Pleiten z.B. gegen Cal und Schlachtfesten gegen Notre Dame (3-38 Pleite) oder TCU (zu knappe 7-50 Pleite). Aber: In den letzten Jahren spielte Texas manchmal trotz aller Probleme ein kampfstarkes Derby gegen Oklahoma und bereitete den Sooners Probleme.

Mizzou – #11 Florida (1h30, ESPNP). Bei Florida kommt die Offense vom neuen Headcoach Jim McElwain langsam in Schwung. In lichten Momenten sieht das schon sehr dominant aus.

#12 Florida State – Miami/FL (2h, ESPNP). Für Miami-Coach Al Golden könnte der Ausgang dieser Partie richtungsweisend sein. Nicht wenige glauben, dass Golden bei einer weiteren Niederlage die Koffer packen kann – nicht unbedingt direkt nach diesem Spiel, aber dann sicher am Ende der Saison. Die Canes kommen einfach nicht aus dem Mittelmaß heraus. Schlüssel wird heute sein, inwieweit die Run-Defense den FSU-RB Dalvin Cook im Griff hat.

#18 Michigan – #13 Northwestern (BTN). Wichtiges Spiel für beide Mannschaften auch bei Michigan vs Northwestern. Beide sind viel besser in die Saison gekommen als gemeinhin angenommen. Beide verlassen sich auf eine furztrockene Defense. Michigan wird mittlerweile schon zugetraut, entweder Ohio State oder Michigan State (oder beide) zu fällen. Northwestern ist zum Stand heute der Favorit in der Parallel-Division der Big Ten Conference.

#14 Ole Miss – New Mexico State (18h, ESPNP)

#15 Notre Dame – Navy (21h30)

Tennessee – #19 Georgia (21h30). Georgia ist nach dem 10-38 Debakel gegen Alabama auf Wiedergutmachung aus. Tennessee ist auch diese Saison immer wieder „dran“, verliert in der Crunch Time aber alles.

West Virginia – #21 Oklahoma State (1h, ESPNP)

#22 Iowa – Illinois (18h, ESPNP)

#24 Toledo – Kent State (21h, ESPNP)

Colorado State – #25 Boise State (1h, ESPNP). Spitzenspiel der Mountain West Conference. Boise State spielt hier möglicherweise um einen Platz in einer der New-Year Bowls.

4 thoughts on “Samstagsvorschauer 2015, Week 6

  1. Miami:
    Playcalling… 4/15 bei 3rd downs wenn du 4.6 Yards pro Rush und 6.9 Yards pro Pass Raumgewinn erzielst? Gescheitert bei: 3rd und 4; 2nd und 2 / 3rd und 1; 3rd und 3 and der Bearcats 33 zurückliegend (Punt).

    Letztes Jahr:
    „On third downs, where UM ranked 95th nationally as a team (36.81 conversion rate), Kaaya was 57 of 99 (57.6 percent) for 759 yards, five touchdowns and two interceptions for a 134.61 rating. While those numbers weren’t nearly as bad as Stephen Morris‘ in 2013 on third down (40-100, 664 yards, 3 TDs, 9 INTs, 87.68 rating), it wasn’t as good as what Morris put up in 2012 (71 of 122 for 1,103 yards, 5 TDs, 1 INT, 146.02 rating) or even Jacory Harris in 2011 (53 of 89 for 701 yards, 7 TDs, 3 INTs, 144.92 rating).“

    Nach 2 Spielen Miami steht and Stelle 118 bei 3 Down, erfolgreich bei 6-von-24 Versuchen. 6/24+3/14 gegen Nebraska + 4/15 gegen die Bearcats = 13/53. Sie haben ständig den Ball wegen einer annehmbaren Defense und kriegen trotzdem nichts zustande. Mit guten Recruting und ohne Ende Draftpicks jedes Jahr.
    Ihr QB Kaaye bringt 61.4% der Pässe an den Mann bei 7.81 pro Versuch für 1094 Yards und nur 4 Sacks und einer Interception. Ihre RB’s bringen alle zusammen mit 135 Carries für 699 Yards bei 5,2 Yards pro Versuch.

    Das sagt doch alles.

  2. Hab Hackenberg heute gesehen und das ist ein ganz komischer Spieler. Der pendelt von miserabel zu genial und wieder zurück. Was er aber eigentlich gar nicht müsste, er hat offensichtlich ziemlich viel Talent, aber haut dann wieder Dinger raus, da zieht es dir die Schuhe aus.
    Die D-Line von PennState hat mir gut gefallen, namentlich #98 Zettel, #95 Nassib und #99 Johnson.

  3. Meine Spielauswahl;
    Red River Rivalry mit einem mentalen, starken Longhorn Team, das diesmal das Game prägte.

    #18 Michigan – #13 Northwestern – Bei einem vollen Haus (110000 begeisterte Zuschauer) war die Geschichte schon nach dem 1.Quartal gegessen. Die Wolverines weiter auf Erfolgswelle.

    Kansas State – #2 TCU – QB Trevone Boykin schrieb die Schlagzeilen einer bis zum Ende spannenden, unterhaltsamen Auseinandersetzung.

  4. Spoiler Texas-Oklahoma




    Texas mal wieder in der motivierten Verfassung gegen Oklahoma, gewinnt 24-17 mit einer bissigen, konzentrierten Leistung. In der Form von gestern ist der Pass Rush der Longhorns schon eines Top-Teams würdig. Oklahoma mit vielen langen 3rd Downs chancenlos. Texas-Offense bleibt aber extrem eindimensional und kann nicht mehr als Laufspiel und Laufspiel (und Laufspiel).
    Okahoma dagegen mal wieder mit einem selbst gelegten Ei. Nicht zum ersten Mal, dass man sich von einer offensichtlich limitierten Texas-Mannschaft übertölpeln lässt.

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