Samstagsvorschauer 2015, Week 7 | Die Schlagzeilen gehören Michigan

Mitte Oktober und noch so viele ungeschlagene Footballteams! Im College geht es heute in die Schlussrunde von Woche 7 mit einigen hochkarätigen Ansetzungen, und es verspricht ein Tag zu werden, an dem vermutlich der eine oder andere Traum von der Perfect Season ausgeträumt sein wird.

SPORT1 US

18h | #20 Northwestern Wildcats – #17 Iowa Hawkeyes. Der Footballabend bei SPORT1 US beginnt mit zweimal Big Ten Conference. Zuerst das Aufwärmprogramm aus der Western Division mit zwei Überraschungsmannschaften der heurigen Saison: Northwestern (5-1) vs Iowa (6-0). Northwestern kennen wir bereits aus den letzten Wochen; die Wildcats wurden vergangenen Samstag von Michigan brutal mit 0-38 geerdet.

Gegner Iowa kommt mit seinem noch immer perfekten Record als vielleicht noch größere Überraschung des Weges: Iowa stellt seit Jahren eines der mittelmäßigen Programme der Liga, schickt aber immer wieder gute Line-Spieler in die NFL. Weil zuletzt aber der Erfolg ausblieb (2014 z.B.: 7-6 mit Bowl-Debakel), galt Head Coach Kirk Ferentz vor der Saison als lame duck. Ferentz ist nicht ein komplett dahergelaufener Coach. Ferentz ist ein ehemaliger Assistent Belichicks und gilt als einer der bestbezahlten Coaches im College Football.

Iowa spielt dieses Jahr einen relativ lachhaften Schedule: Die Western Division gilt als absurd schwach, und im Osten trifft man nicht auf die Granden um Michigan, Penn State oder Ohio State, sondern auf Rutgers und Maryland, die beide große Wunden zu lecken haben.

Es ist nicht so, dass Iowa bislang alles in Grund und Boden gespielt hat: Eine Ferentz-Mannschaft wird immer solide Basics exekutieren, ohne für die ganz großen WOW-Momente zu sorgen. QB Beathard hat immer wieder Partien unter 100yds Passing. Im Laufspiel verlässt man sich stark auf Senior-RB Jordan Canzeri (697yds, 9 TD), der bis heuer kaum in Erscheinung getreten war. Dazu schaffte Kicker Marshall Koehn nach zwei verpassten Extrapunkten gegen Pitt den Wunderkick – einen 57yder zum Sieg in der letzten Minute. 57yds Kicks im College entsprechen in etwa einem 80yder in der NFL (just kidding).

Dennoch: Gute Partie. Northwestern ist im SRS an #24 mit 13.2 Punkten gereiht. Iowa folgt an #26 mit 12.2 Punkten. Der Leistungsunterschied zwischen beiden Teams ist also nicht groß.


21h30 | #12 Michigan Wolverines – #7 Michigan State Spartans. Michigan State gilt trotz gelegentlicher Erfolge in Football und Basketball in den Vereinigten Staaten als ein kleiner, wenig glamouröser Bruder der University of Michigan, die zwar in besagten Sportarten nicht wesentlich erfolgreicher ist, aber über die Jahrzehnte die schillernden Persönlichkeiten hervorgebracht hat und als eines der absoluten Aushängeschilder im College-Sport gilt.

Wir schreiben 2015, und obwohl Michigan State (5-0) nicht nur ungeschlagen ist und seit vielen Jahren die besseren Mannschaften stellt, spricht dieser Tage jeder nur darüber, wie sensationell die Michigan Wolverines (5-1) unterwegs sind und wie schnell Head Coach Jim Harbaugh seine Alma Mater wieder zu einem Contender gemacht hat. Und das krasse: Sie alle haben vermutlich recht.

Michigan State quält sich seit Wochen zu wackeligen Siegen gegen inferiore Konkurrenz und wurde dafür trotz hohem Preseason-Ranking und anhaltender Siegserie auf mittlerweile #7 in den AP-Polls zurückgestuft. Michigan ist mit seiner Auftaktniederlage gegen Utah zwar an #12 immer noch hinter den Spartans gerankt, aber wohl nicht mehr lange: Die Wolverines haben seit dem 17-24 gegen Utah zum Auftakt nur noch 14 Punkte kassiert, zuletzt dreimal en suite einen Shutout (null Punkte zugelassen) fabriziert.

Viel dominanter geht für eine Mannschaft nicht, die viele Jahre Wackel-Defense und Brüche mit alten Traditionen hinter sich hat. Selbst die knappe Pleite bei Utah sieht im Rückspiegel gar nicht mehr so schlecht aus: Utah ist seinerseits noch ungeschlagen und gilt als legitimer Pac-12 Favorit. Es ist das Spiel zwischen der #1 nach SRS (Michigan) und der #56 (Michigan State). Gehen wir nach SRS, ist Michigan nebst Heimvorteil mit über 28 Punkten favorisiert.


(Kein 01h oder 02h Spiele heute Nacht, weil SPORT1 US die MLB-Playoffs bevorzugt. Ab 04h beginnt Utah-Arizona State, wo SPORT1 US ab ca. 5h zur zweiten Halbzeit einsteigt.)

05h | #4 Utah Utes – Arizona State Sun Devils. Utah ist mit 6-0 Record noch mit weißer Weste unterwegs. Arizona State hat bereits zwei Pleiten kassiert, aber wir sollten mittlerweile um die Unberechenbarkeit von Arizona State wissen, die jederzeit zu einem Ausreißer nach oben in der Lage sind (zum Beispiel wurde UCLA geschlagen).

Läuft das Spiel nach bisherigem Saison-Film ab, wird Arizona State auch auswärts in Salt Lake City das Spiel machen, und Utah wird die Interceptions zum Touchdown zurücktragen. Utah als #3 des SRS ist gegen Arizona State als #52 mit über 17 Punkten favorisiert. Es gibt einige, die das Matchup enger sehen, nicht zuletzt, weil die Sun Devils gegen Utah seit vielen Jahren nicht mehr verloren haben.

Die anderen Gesetzten

#1 Ohio State – Penn State (2h, ESPNP)

#2 Baylor – West Virginia (18h). Baylor gegen das Team, das den Bears letztes Jahr die Qualifikation für die Playoffs kostete.

Iowa State – #3 TCU (1h, ESPNP). TCU hat eine personell extrem ausgedünnte Defense. Es wäre aber überraschend, wenn das gegen Iowa State zu einem Problem wird.

#5 Clemson – Boston College (1h, ESPNP). Clemson sieht immer mehr wie das zu schlagende Team in der ACC aus. Für die Alteingesessenen stets das Zeichen darauf zu verweisen, dass die Tigers genau in solchen einzubrechen pflegen. Was wiederum die Advanced-Analytiker hervorruft, die die alten Weisheiten von Vizekusen Clemsoning widerlegen.

#6 LSU – #8 Florida (1h, ESPNP). Zwei weitere ungeschlagene Mannschaften, von denen eine heute ihre Unschuld verlieren wird.


#9 Texas A&M – #10 Alabama (21h30). In den letzten Jahren hat sich im College Football der Glaube durchgesetzt, dass die Defense der Alabama Crimson Tide von schnellen Spread-Offenses zu schlagen ist. Dieser Glaube rührt vor allem noch von jenem einen atemberaubenden Auftritt der Texas A&M Aggies, die 2012 die Festung von Alabama stürmten und mit Johnny Manziel an der Front den amtierenden Landesmeister stürzten. Seither wackelte Alabama das eine oder andere Mal gegen Angriffslinien mit vielen Receivern und gutem Laufspiel. Wirklich abgeschossen wurde Bama aber nie mehr. Heute muss man auswärts gegen A&M ran, gegen Kevin Sumlin und seine Offense, gegen den oft überzeugenden QB Kyle Allen. A&M ist nach dem verheerenden 0-59 letztes Jahr auf Rache aus.

2015 hat Alabama bereits eine Pleite auf dem Konto, aber spätestens nach dem knüppelharten 38-10 im strömenden Regen bei Georgia dämmert der Football-Elite wieder, wer im Grunde auch heuer wieder die kompletteste Mannschaft im Rennen um den Meistertitel stellt. Alabama hat sein Schicksal nicht mehr wirklich in den eigenen Händen (weil man gegen Ole Miss verlor), aber es zweifelt eigentlich kaum jemand, dass die Jungs von Nick Saban wieder im SEC-Finale spielen werden, wenn sie den Rest ihres Schedules schlagen.

Die Partie ist nicht auf offiziellem Wege zu sehen. Die Geschichten hinter dem Spiel sind aber auf offiziellem Wege zu lesen. So zum Beispiel bei Matt Hinton, der schön die Zusammenhänge zwischen der SEC-Großmacht Alabama und dem SEC-Newcomer A&M aufzeichnet.


#11 Florida State – Louisville (18h, ESPNP)

Memphis – #13 Ole Miss (18h, ESPNP)

#14 Notre Dame – USC (1h30). Erster Auftritt für USCs jüngst zum Cheftrainer bestimmten Clay Helton beim alten Erzrivalen USC („Jeweled Shillelagh“). Helton übernimmt vom diese Woche wegen Alkoholproblemen entlassenen Steve Sarkisian. Im Case-Study Sarkisian fiel auf, dass die Zeitungen in Los Angeles sehr schnell nach Hochkochen der Suspendierung die detaillierten Kolumnen rausließen. Das spricht dafür, dass Sarkisians Probleme unter Insidern schon lange ein gängiges Thema waren.

USC reist mit bereits zwei Pleiten im Gepäck nach South Bend an: -10 gegen Stanford und letzten Donnerstag -5 zuhause gegen Washington. Man hatte vor der Saison mehr erwartet. Vermutlich trägt auch die (für USC-Verhältnisse) bescheidene sportliche Bilanz dazu bei, dass man Sarkisian letztlich doch so schnell über die Klinge springen ließ.

USC hat in den letzten Jahren Erfahrung mit Interimstrainern gesammelt. Pete Carroll und Lane Kiffin verließen die Uni zuletzt beide vor Saisonende. Notre Dame ist allerdings ein recht harter Brocken zum Einstieg für eine unzweifelhaft talentierte USC-Mannschaft, der eine ganz klare Handschrift nach wie vor abgeht.

Kansas State – #19 Oklahoma (21h30, ESPNP)

#22 Toledo – Eastern Michigan (18h, ESPNP)


Abschließend noch die Picks, die das SRS für Woche 7 für einige ausgewählte Partien ausspuckt:

SRS 2015, Tipps für Week 7

SRS 2015, Tipps für Week 7

6 thoughts on “Samstagsvorschauer 2015, Week 7 | Die Schlagzeilen gehören Michigan

  1. Ein Tipp für alle, ich bin mir nicht 100% sicher aber nachdem die LA Times das Portal schon beworben hat, glaube ich es ist legal. Es gibt eine neue Streaming Seite EVERSPORT.TV die ein Alternativangebot zu S1 US und ESPN Player bietet mit Games aus P12, B1G, CUSA oder B12. Die meisten Games scheinen von der FOX Sendergruppe zu kommen.

    http://eversport.tv/content/college-game-pass

    Ist allerdings kostenpflichtig und nicht ganz billig. Scheint so als ob kleinere Ligen und auch anderer College Sports gratis angeboten wird.

    Hier noch der Artikel aus der LA Times:
    http://www.latimes.com/business/technology/la-fi-1004-cutting-edge-eversport-20151004-story.html

    Wenn nicht legal, bitte löschen.

  2. @BBQ Danke für den Link. Für Baylor@West Virginia werde ich das wohl heute im Tagespass einmal testen. Da das Angebot wesentlich teurer als ESPN Player ist, sollte die Qualität hoffentlich besser sein und Werbeblöcke nicht mit dem Logo ausblenden.

  3. Die Schlagzeilen gehören Michigan -wie treffend

    Zwei andere Games standen diesmal in meinem Fokus.
    Heimspiel Utah Ute gegen Arizona State​ Sun Devils
    Ein offenes Game -bis zum Schlussviertel. Das Problem von Arizona war heute ihr QB Mike Bercovici, der den Ball viel zu lange in den Händen hielt, so ein ums andere mal gesackt werden konnte. Kam er mal zum Wurf, so war dieser überhastet und unpräzise, schwer zu kontrollieren was dann auch oft als Drop endete.
    Gegen Utah kann gewinnen wer ein schnelles Passgame vom Stapel lässt, mit Laufspiel ist denen schwer beizukommen.

    Fast ähnlich im Spiel LSU vs. Florida Gators.

    Floridas Backup-Quarterback Treon Harris vergab seine Chance, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken leichtfertig, vor allem auch wieder im Schlussteil nach einem tollen dritten Viertel bis zum Unentschieden.

    Lange den Ball in den Händen, danach wildes rumrennen mit ungenauen Passversuchen. So war es ein leichtes für die LSU Defense sich zu positionieren. Dass dann ein Fake Fieldgoal Versuch von LSU zu 7 Punkte Vorsprung führte kann passieren, entschuldigt jedoch nicht die vergebene Chance zum möglichen Sieg der Gators am heutigen Tag.

    Weshalb Ole Miss heute so eingebrochen ist hat mich bei dem Gegner doch mehr wie überrascht, habe das Spiel aber nicht verfolgt.
    Aber so ist eben College Football. Noch lange keine Profis, dafür mit viel Spielwitz, überraschenden Wendungen und spannende Unterhaltung für den Zuschauenden.
    Mir gefällts ausgesprochen gut.

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