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NFL Power Ranking 2015 nach einer Woche 10 der Außenseiter

Die NFL-Saison 2015 gestaltet sich als außerordentlich schwierig zu prognostizieren. In der abgelaufenen Woche hatte das Power-Ranking eine 5-9 Bilanz beim Tippen des Siegers. Im Vergleich zum ESPN-Rechner ist das sogar noch eine selige Bilanz. Dieser tippte eine 3-11 Bilanz. Besser sieht es für das Power-Ranking bei den Tipps gegen den Spread aus, wo mit 8-6 Siegen erneut eine positive Bilanz getippt wurde.

Das Power-Ranking steht nach Woche 10 bei 47-36 korrekten Siegertipps. Im vergleichbaren Zeitraum hat der ESPN-Computer eine 52-31 Bilanz eingefahren. Das sind 63% und war in der Vergangenheit in etwa die Genauigkeit des hiesigen Power-Rankings.

Woche 5    10-4   11-3
Woche 6    7-7     9-5
Woche 7    11-3   10-4
Woche 8    8-6    11-3
Woche 9    6-7     8-5
Woche 10   5-9     3-11
SAISON    47-36   52-31

Ziel dieses Power-Rankings ist nicht unbedingt, eine maximale Preview-Genauigkeit zu erzielen. Wenn das Power-Ranking Team A eine Sieg-Chance von 60% gibt, möchte es in 6/10 der Fälle richtig liegen, da ein solches Team A über lange Sicht 6 von 10 seiner Spiele gewinnen sollte. Gewinnt es 10/10 der Spiele, wird es vom Power-Ranking falsch eingeschätzt, sprich überschätzt. Gewinnt es nur 2/10, wird es unterschätzt, ergo ebenso falsch eingeschätzt.

Die folgenden Zahlen zeigen die Performance des Power-Rankings in den Wochen 5-10. Die Grafik liest sich so: Es hat 22 Fälle gegeben, in denen ein Team vom Power-Ranking zwischen 50.1% und 57% Favoritenstatus hatte. In 15 dieser Fälle hat das Ranking den richtigen Sieger getippt. Das sind 68% der Fälle.

Die Intervalle habe ich willkürlich gewählt. 57% entspricht dem Heimvorteil oder grob 2.5 Punkten Spread. 70% entspricht der Differenz von ca. 7 Punkten, also einem Touchdown. 78% entspricht der Differenz von ca. 10 Punkten. 85% entspricht der Differenz von ca. 14 Punkten, also 2 Touchdowns. Alles drüber ist Favoritenstatus mit mehr als 2 TD, ist heuer aber erst zweimal vorgekommen.

Performance Power Ranking 2015, Week 10

Die Zahlen sind noch nicht wirklich ernst zu nehmen, da wir erst 83 Fälle in den sechs Wochen seit Einführung des Rankings 2015 hatten. Wenn wir schon etwas herauslesen wollen, können wir sagen, dass das Ranking „clutch“ ist, sprich bei den „Münzwurf-Partien“ überproportional häufig richtig liegt.

Große Schwachstelle scheint die Performance bei den Spielen zwischen 57% und 70% zu sein, wo das Ranking nur ca. 1/3 der Sieger richtig tippt. Das können wir auch so interpretieren: Das Ranking meint, Team A gewinnt fast 2/3 seiner Spiele, aber in realiter sind es nur 1/3.

Aber wie gesagt: Zahlenmenge ist noch gering. Ich werde das im Auge behalten und am Saisonende die Ergebnisse posten, wenn wir bei ca. 200 Spielen sind und etwas verlässlichere Aussagen treffen können.


Bei Spread-Tipps vergleichen wir im Prinzip die Performance dieses Rankings gegen die „Performance“ der Wettbüros. Ich vergleiche die Opening-Lines von Las Vegas mit den Spreads in meinem Ranking.

„Performance“ bei den Wettbüros ist unter Anführungszeichen gesetzt, da Las Vegas vor allem darauf bedacht ist, ein Szenario zu schaffen, in dem 50% der Wetter für und 50% gegen den Spread wetten. Weil sich Las Vegas ca. 1/10 oder 2/10 des Einsatzes als Dienstleistungsgebühr behält, musst du 1/1.9 oder 1/1.8 der ATS-Spreads richtig tippen um am Ende mit positivem Cash-Flow aus der Wette zu kommen. Sagen wir, du musst in ca. 55% der Fälle richtig liegen.

Das Ranking liegt nach Woche 10 bei 44-38-1 gegen den Vegas-Spread. Das sind 54% der Fälle. Erstaunlicherweise ist dieser Wert nicht weit von den Siegertipps entfernt.


Wollen wir mal Zahlen gegen Gefühl setzen? In Woche hätte ich Baltimore gegen Jacksonville gesetzt und wäre falsch gelegen.

Ich hätte Cincinnati über Houston gesagt. Falsch.

Ich hätte Denver über Kansas City gesagt. Falsch.

Ich hätte Green Bay über Detroit gesagt und meine Hand dafür ins Feuer gelegt. Gottseidank habe ich es nicht gemacht.

Ich hätte New England über Giants gesetzt und wäre richtig gelegen.

Ich hätte Jets over Buffalo gesagt. Falsch.

Ich hätte Oakland over Minnesota gesagt. Nöp.

Philadelphia over Miami? Falsch.

Pittsburgh over Cleveland. Glückstreffer.

Seattle over Arizona. Hier wäre ich falsch gelegen.

St Louis über Chicago. Falsch.

Tampa in einem gefühlten Münzwurf rein aus der Laune über Dallas. Korrekt.

Carolina über Tennessee. Korrekt.

New Orleans über Washington. Falsch.

Ich hätte 4-10 richtig getippt. Es war eine verrückte Woche. Schon die Ansetzungen klangen verdächtig schwach, also musste es eine schwierige Woche werden. Oder eine verrückte. Wie bemerkte der Captain Comeback Scott Kacsmar richtigerweise? In vier der fünf gelungenen Comeback-Siege versagte der siegreiche QB… um durch äußere Umstände dann doch im Spiel gehalten zu werden.

Wer hat sich in Woche 10 bewegt?

Kurz zu den Bewegungen im Ranking diese Woche. Denver wandert nach der üblen Manning-Performance von #6 auf #9. Die Broncos sind nun wieder bei der #31 Offense angekommen. Ein Experte, mit dem ich gestern sprach, meinte: Manning muss sich endlich eingestehen, dass er gewisse Würfe einfach nicht mehr kann. Er muss so ehrlich zu sich sein wie ein Brady, der bestimmte Aspekte seines Spiels gar nicht mehr versucht. Das klingt etwas nach den Managementlehrgängen von wegen du hast einen Vorteil, wenn du deinen blinden Punkt kennst. Da ist was dran.

Green Bay fällt von #9 auf #13. Ist es eine Krise? Krisen-Offense gegen Denver (4.8 NY/A gegen den Pass, #1) und Carolina (5.3 NY/A gegen den Pass, #2) kannst du noch entfernt mit der Qualität der Defenses erklären, aber dann dieses Gurkenspiel gegen die Detroit Lions? Schwierig.

Das Spiel war überwiegend faszinierend. Den Packers geht Jordy Nelson wohl doch mehr ab als gedacht. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Lions darauf konzentrierten, WR James Jones aus der Partie zu nehmen. Vor WR Cobb hatte man weniger Angst als gedacht. Cobb ist ein Mann, der bei PFF seit Jahren hymnisch besungen wird. Cobb hat aber immer „nur“ als Slot-Ergänzung zu Nelson spielen müssen. 2015 ist er in der Lead-Rolle, und es schaut nicht gut aus. Erschwerend kommt hinzu, dass Green Bay auch keine TE-Waffe mehr hat. Ob man nicht doch eine Wunderheilung bei Jermichael Finleys Nacken erbitten kann?

Auch hier *vielleicht* Selbsteingeständnis: Packers-Offense ist darauf aufgebaut, dass die Anspielstationen ihre direkten Duelle gegen die Manndecker gewinnen und der tödliche Rodgers die perfekten Pässe anbringt. Wenn die Receiver diese Duelle nicht mehr gewinnen können, weil das wichtigste Puzzleteil im Krankenstand ist, sollte der Trainerstab vielleicht seine Philosophie überdenken oder zumindest einige andere Konzepte einbinden um die Offense wieder in Schwung zu bekommen. Andererseits: Es ist immer noch Aaron Rodgers. Vielleicht ist die Panikmache zu früh…

…zumindest, was das Passspiel angeht. RB Lacy ist ein fetter Abglanz alter Tage. Die Defense ist mittlerweile auf #22 angelangt. Vor einigen Wochen hieß es noch, die Packer-Offense ist die große Überraschung der Saison. Ob es allein am Fehlen von CB Sam Shields liegt?

Detroit dagegen nutzt den Überraschungscoup, um die rote Laterne abzugeben und vier Plätze auf #29 zu klettern. So gut waren die Lions heuer noch nie klassiert. Saison ist zum Vergessen, aber der Sieg in Lambeau hat mich emotional mal wieder mitgenommen. Eine beherzte Vorstellung der Defense, gute Führung im Schlussviertel, und dann versemmelt man zwei Extrapunkte, verliert einen Onside-Kick durch die Hände eines des besten Receivers unserer Zeit und wurstelt sich am Ende zu einem verrückten 18-16, weil der gegnerische Kicker den Ball (nicht die Stangen!) im letzten Kick verfehlt…

Klettererkönige des Wochenendes: Kansas City von #7 auf #12. Chicago von #16 auf #11 (Chicago! Keine Sau hatte Chicago bis vor fünf Sekunden auf irgendeiner Rechnung!). Washington heimlich und leise von #30 auf #24.

Das Spitzenfeld

Vorne bleibt alles unverändert. Arizona spielt eine geile Offense mit den vielen tiefen Bällen. Nix gegen Brady, aber wenn du fünf Jahre fast jedes Patriots-Spiel siehst, sind Carson Palmer und Bruce Arians eine hochwillkommene Abwechslung.

Cincinnati zeigt Risse. Man hat schon in den letzten Wochen viele (zu viele?) knappe Dinger gefeiert. Auch diesmal wieder mausetote Offense. Die Defense riss vieles raus und sorgt dafür, dass Cincinnati ein komplettes Team bleibt. Aber dieses Flair der ersten Wochen im Angriff ist weg.

New England verliert einen Offensivspieler nach dem anderen und muss ein Lazarett durch die zweite Saisonhälfte schleppen. Das kann noch bitter werden für die Patriots. Das Spiel @Giants war das knappste der Saison und hätte locker in beide Richtungen ausschlagen können.

Carolina bleibt das schwer einzuschätzende Team am Eck. Die Panthers haben famose Qualitätssiege und eine großartige Defense und ein Sekundengenie in QB Cam Newton, aber so recht ernst zu nehmen scheint diese Jungs noch niemand. Das Power-Ranking ist allerdings überzeugt, reiht Carolina in den Top 5.

Pittsburgh ist ein brandgefährliches Team trotz andauernder Verletzungsprobleme. #4 Offense, #12 Defense. Wenn sich Roethlisberger in der Bye-Week halbwegs auskuriert, kann das der Sleeper der zweiten Saisonphase werden.

Seattle? 4-5 nach Siegen, aber #6 im Power Ranking. Die Seahawks sind 2-4 in engen Spielen. Sie haben den bislang 8t-schwersten Schedule gespielt. Der Rest der Saison sieht den 19t-schwersten. Das Wildcard-Rennen in der NFC ist nicht einfach, Atlanta (6-3) oder Green Bay (6-3) sind schon einige Siege entfernt, aber bitte cool bleiben. Es sind noch einige Wochen zu spielen und z.B. die Falcons straucheln seit 6 Wochen gewaltig.

NFC North ist übrigens spannend: Packers mit 6-3 sind nur noch die #2. Minnesota mit 7-2 führt die Division an. Die Vikes sind im Power-Ranking allerdings nur an #18 gerankt. Das ist besser als die letzten Wochen, aber eben immer noch unter Durchschnitt.

Minnesota ist 3-1 in engen Spielen (das Raiders-Spiel zählt noch nichtmal als enges Spiel, obwohl eng). Nun stehen die Wochen der Wahrheit an: GB, @ATL, SEA, @ARZ, CHI, NYG, @GB. Der Negativist sieht hier keinen offensichtlichen Sieg. Ein 3-4 oder 2-5 ist denkbar. Das wird noch spannend.

Power Ranking von Woche 10

NFL Power Ranking 2015, Week 10 NFL Power Ranking 2015, Week 10

Und so liest sich das ganze: Die erste Sektion (WP | E16) beschreibt die Stärke der jeweiligen Mannschaft. WP entspricht der Siegchance der jeweiligen Franchise gegen eine standardisierte, durchschnittliche NFL-Franchise, E16 ist WP hochgerechnet auf 16 Spiele (WP*16 = E16). Die zweite Sektion (SOS | Rs) beschreibt die Stärke des Schedules und die Platzierung des Schedules. OFF ist die Platzierung der Offense, DEF die Platzierung der Defense. LW ist die Platzierung der entsprechenden Mannschaften in der letzten Woche.

Hier weitere erklärende Grafiken mit den Statistiken hinter dem Power-Ranking und weiteren Zahlen. Bitte durchwühlen:

Sieg-Wahrscheinlichkeiten für Woche 11

NFL Wahrscheinlichkeiten 2015, Week 11

NFL Sieg-Wahrscheinlichkeiten und Spreads 2015, Week 11

Ich halte jetzt hier mal dagegen.

ARZ vs CIN? Cards dank Heimvorteil.

ATL vs IND? Falcons, weil die Colts nur mit Ersatz-QB antreten.

BAL vs STL? Schwierig, weil die Rams einen QB-wechsel von Foles auf Keenum vollziehen. Keine Ahnung. Ravens aus Bauchgefühl.

CAR vs WAS? Redskins scheinen immer für eine Überraschung gut, aber: Panthers.

CHI vs DEN? Nach den letzten Wochen keine Ahnung. Chicago, weil sich John Fox rächen will und die Broncos schon länger fällig waren.

DET vs OAK? Raiders.

HOU vs NYJ? Schwierig. Jets-Laufspiel kränkelt gewaltig, und die Texans-Front zuletzt mit einer guten Vorstellung in Cincinnati. Trotzdem Jets.

JAX vs TEN? Jaguars wegen Heimvorteil. Morgen mehr dazu.

MIA vs DAL? Dolphins wg. Curse of Signing Hardy.

MIN vs GB? Geile und für Division und Wildcards wichtige Partie. Gefühlt würde ich sagen Green Bay.

PHI vs TB? Buccs.

SD vs KC? Null Ahnung. Chiefs, weil ich im Powerranking nachgeschaut habe und die Chargers immer noch für überbewertet halte.

SEA vs SF? Seahawks mit 2 Touchdowns.

Ab Woche 12 haben wir dann wieder 16 Spiele pro Woche.

22 thoughts on “NFL Power Ranking 2015 nach einer Woche 10 der Außenseiter

  1. Das Spiel Bills vs Pats fehlt noch in der Auflistung. Rexy wird wieder sein bestes geben um die Spieler bis ans Limit zu pushen und den Pats fehlt die beste Waffe im Arsenal. Das wird wohl eine echte Bewährungsprobe.

  2. Deine Einschätzung zu Spiel MIN vs GB würde ich nicht teilen, denn leider ist der Coaching Staff aus Käsestadt nicht in der Lage, diese gut aufgestellte Mannschaft, an die Gegebenheiten anzupassen. Im Moment schafft es jede gegnerische D GBs Offense komplett aus dem Spiel zu nehmen und von der Sideline wird nur zugesehen.
    ich bin seit 3 Jahren schon der meinung das McCarthy weg muss, nicht weil er der Coach ist der er ist sondern weil sein System nicht mehr greift

  3. Das was du beschreibst, lag z.B. gestern und auch gegen die Panthers nicht an Cobb, sondern an Rodgers, der mehrfach den freien Cobb überging und zu einem anderen Receiver schaute. Seit der ersten Hälfte gegen die Broncos wirkt Rodgers ein wenig „gunshy“.

    „Er muss so ehrlich zu sich sein wie ein Brady, der bestimmte Aspekte seines Spiels gar nicht mehr versucht.“
    Das klingt genau heuer recht amüsant, wo Brady bisher der zweitgenaueste Deep Passer der Liga ist.😉

  4. Bei Collins war Brady am genauesten.

    RE: Rodgers / Receiver offen
    Ich weiß nicht genau, welche Plays du ansprichst, aber prinzipiell muss „in die anderen Richtung“ schauen nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Die QBs haben verschiedene Progressions, eine Reihenfolge, die sie beim Durchschauen der Receiver vorgehen.
    Wenn der WR just in dem Moment nicht „frei“ ist oder „gleich frei sein wird“, wenn der QB zu ihm schaut (kann viele Gründe haben und muss nicht allein am Play Calling liegen), muss man es nicht dem QB ankreiden.

    Mir hat vor 3-4 Jahren mal ein US Highschool Coach gezeigt, wie Brady bei den Progressions arbeitet. Brady geht die Reihenfolge exakt durch. Brady ist dabei so phänomenal und so schnell, dass manchmal ein WR / TE schon wieder offen ist, aber Brady schon an ihm „vorbei“ ist.

    PS / bleicht OT
    Aussage jenes HS Coaches (der Brady kennt): Brady kann nicht rational erklären, warum er zu Spieler X oder Spieler Y geworfen hat. Aussagen Brady: „Just felt he was open“. Ich habe gefühlt. Die Entscheidung fällt also am Ende sogar instinktiv.

    Das fand ich sehr bemerkenswert.

  5. Mir kommt Rodgers diese Saison auch so vor als sei er nicht bei der Sache, er macht immer mal kleine Patzer, das ist ja normal, aber heuer sinds vermehrt auch grobe Patzer.
    Aber auch ein so herausragender QB ist nur teil des Teams und das wird nicht gut geführt. Die Strategie auf dem Platz wird von der Seitenlinie gesteuert ….
    In diesem Zusammenhang ist auch sinnfrei Rodgers mit Brady zu vergleichen.
    ich kann mich an ein Pack erinnern das souverän durch die Saison marschiert ist und nur offene Münder zurück gelassen hat… dann wurde es von Saison zu Saison schlechter….

  6. @Korsa

    Haha, ja, Collins hat er genau gefunden.😉

    „Schaute“ war vllt nicht das richtige Wort. Ich weiß schon wie Progressions, „Safety wegschauen“, etc. funktionieren. Palmer machte das beim Gresham-TD am Sonntag z.B. sehr stark.

    Wirklich interessant, glaube ich habe auch schon mal ähnliche Aussagen gelesen. Das könnte auch einer der Gründe sein, wieso er so spät gedraftet wurde. Athletisch eine Null, aber im nicht scoutbaren Bereich den anderen dafür voraus.

    Zurück zu Rodgers, es wirkt so, als würde er seit der ersten Hälfte gegen die Broncos seinen Receivern in wichtigen Situationen nicht vertrauen. Dann scrambelt er in einer eig guten Pocket gleich los und gibt dem eigentlichen Play keine Chance.(z.B. 4th Down vs. Panthers; hat er danach selbst zugegeben)
    Eine interessante Statistik noch zum Detroit-Spiel: Adams: 21 Targets, Cobb und Jones zusammen: 10 Targets.
    Diese 21 Targets für Adams resultierten in 79 yds…. Wie sagte Kacsmar so schön, das sind quasi T-Rich-Werte für einen WR.😉

  7. Sorry, war auch nicht persönlich gemeint😉

    Was Rodgers betrifft scheint ja auch einigkeit zu herrschen.
    Was ich wirklich nicht verstehe ist aber dennoch, dass egal welches Team die Coaches ihr Fett weg bekommen, nur McCarthy wurde einmal kritisiert (nach der Ansage im Playoff vs Sea) soweit ich das mitbekommen habe. Ich glaube nicht, dass GB so gruselig spielt weil ein paar Mann verletzt sind (Nelson) oder nicht in Form sind.
    Liege ich mit meiner Theorie so falsch?

  8. Der Coach meinte, dass im Prinzip alle QBs so entscheiden. Sie vertrauen darauf, was sie tausendfach eingeübt haben. Bei diesem Punkt „die Intuition entscheidet“ könnte man Daniel Kahnemann ins Spiel bringen und das Thema Entscheidungsfindung weit über den Football hinaus ausdehnen.
    In der Tat dürfte dieser Punkt aber nicht „scoutbar“ sein, weil die Entscheidung eben nicht rational getroffen wird.

    RE: Rodgers
    Ich denke, wir sind relativ nahe beeinander. Rodgers vertraut seiner Offense nicht, weil sie qualitativ schlicht deutlich schwächer besetzt ist als das was er gewohnt war. Es zeigt sich momentan, dass (Nelson+Cobb)-Nelson = weniger als Cobb. Das scheint eine neue Situation zu sein. Ich gehe davon aus, dass Coaches und QB in der Lage sind, die Kursrichtung zumindest soweit zu korrigieren, dass es zumindest wieder besser aussieht.
    Ob die Offense aber in der Lage sein wird, wie früher eine saftlose Defense durchzuschleppen, bleibt offen.

  9. @Chrishan: Auch von mir nicht.

    Ich finde nicht, dass Green Bay schlecht geführt ist. Ich finde auch nicht, dass die Offense schlecht gecoacht ist. Das Play Calling im Sinne von 4th Down Entscheidungen udgl. ist unterirdisch, aber rein strategisch und in der Arbeit unter der Woche scheint die Arbeit gut zu sein, denn die Offense ist seit Jahren unter den Top 5.

    Es hat schon öfter Krisen gegeben, aber die Richtung wurde immer wieder korrigiert. Dass die Herangehensweise „Receiver muss die Manndeckung schlagen, QB muss den Ball blitzblank in die Deckung werfen“ eine schlecht ist, glaube ich nicht – sie nutzte bislang ja die Stärken des vorhandenen Personals.

    Jetzt ist das Personal auf Receiver-Seite geschwächt. Es zeigt sich, dass Cobb, Adams usw. ohne eine echte #1 überfordert sind, weil sie Aufmerksamkeit und Deckungen bekommen, die sie nicht gewohnt sind. Ergo sieht auch der QB nicht mehr so reibungslos wie vorher aus.

    Ich halte das für normal. Es ist nicht zu spät, neue Konzepte einzubauen, vielleicht neue Aufstellungen, Crossing-Routen… irgendwas, was das Personal besser bedient. Das ist doch „Coaching“ -> um Probleme herum arbeiten, schauen, dass man mit vorhandenen Mitteln das Optimum herausholt.

    Ich denke schon, dass McCarthy und sein Offense-Stab das bislang gut gemacht haben. Sie haben bloß die Früchte am Ende nicht geerntet, weil der Mann keine Ahnung von 4th Downs und Timeout Management hat.

  10. Zum Thema Instiktives Werfen:
    Meiner ansicht nach versucht der Wondelic Test hier zu messen. Wenn ich beim Wonderlic anfange Aufgaben zu bearbeiten – also wirklich begründet zu einer Lösung zu kommen, rennt mir die Zeit weg und ich schaffe nur einen Bruchteil der Fragen. Hier muss ich instinktiv die richtige Antwort auswählen. (Tom Brady: 33 Punkte =Überdurchschnittlich)

    Thema Greenbay:
    Ich würde da noch mal abwarten. Green Bay hat ja auch diese Saison schon sehr überzeugend gespielt. Da geht die Leistungskurve auch mal wieder nach oben – vielleicht dieses Wochenende; vielleicht das darauf… Auch bei Rodgers würde ich keine Krise herbeireden. Zuletzt war er nicht ganz so überragend, wie man es gewohnt ist…. McCarthy kann ich wegen Ingame Entscheidungen kritisieren – ansonsten hat der mann seine Spieler phenomenal entwickelt und ein tolles Offense Speil aufgezogen. Nelsons abwesenheit würde ich hingegen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Man darf nicht vergessen, dass es eben nicht nur ein Spieler der Offense ist, der fehlt, sondern auch der Defense vieles einfacher gemacht wird.

  11. Das sehe ich ganz ähnlich, auf dem Trainingsgelände ist McCarthy wohl top. Aber irgendwie macht sich die Entscheidung, dass er keine Calls mehr machen will nicht bemerkbar, am Anfang der Saison sah das sehr viel besser aus. Ich hoffe auch, dass GB noch wieder besser wird, dafür ist es aber nötig, gerade ingame Entscheidungen zu treffen die vllt unkonvetionell sind. Wenn die D des Gegners sofort mein Spiel erkennt und ich erst im 3 Q darauf reagiere ist das wenig erfolgversprechend.
    Aber ich versuche jetzt mal Euren Optimismus zu teilen…..

  12. @Korsa

    Ja, so kann man es stehen lassen.

    Sehe das bei McCarthy wie du, bin auch von ihm als Coach überzeugt. Gerade so wie die Franchise in GB geführt ist der ideale HC. Er entwickelt seit Jahren die gedrafteten(oder auch die UDFA´s) Spieler hervorragend weiter und seine Arbeit unter Woche dürfte wirklich sehr gut sein.

    @Panthers

    Jaein…. Das mag zwar bei Spielern wie Brady, Rodgers oder Romo zutreffen, aber es gibt auch genug andere Beispiele. Der Wonderlic-Test zeigt mMn nach wirklich nur wie „gescheit“ die Spieler sind. Fitzy und Gabbert hatten da z.B. extrem hohe Werte und treffen auf dem Platz teilweise katastrophale Entscheidungen.

  13. In meinen Augen lässt sich die Arbeit McCarthys unter der Woche oder in der Ausarbeitung der Offense nur schwer beurteilen. Wie gut ist er denn wirklich?

    Ich tendiere langsam eher ins Negative, unabhängig von unterirdischen 4th Down-Entscheidungen.

    Die Defense ist doch seit Jahren schwach, trotz der Investition mehrerer First rounder und vieler Kapazitäten in der Draft. Wenn man sich mal anschaut, was der Trainerstab in Carolina auf die Beine stellt oder in Baltimore. Gerade letztere hatten über die Jahre immer massive Abgänge und konnten sie fast immer kompensieren.

    Und die Offense, tja, ich glaube, da täuscht der jahrelange Top 5 Status ein wenig darüber hinweg, dass man den vllt besten QB aller Zeiten hat. Rodgers ist vllt auch SO gut, dass er trotz aller Widrigkeiten eben dauerhaft eine Offense egal welchen Personals unter die Top 5 führen kann.

    Wie groß ist McCarthys Anteil wirklich daran? Ich glaube, wie gesagt, dass er sehr überschätzt ist und quasi mehr von Rodgers lebt als man bislang glaubte. Peyton Manning hat in seinen besten Zeiten auch immer mittelmäßige Coaches „durchgeschleppt“.

    Keine Ahnung, welche Spieler er auch großartig entwickelt haben soll. Da gibt es in der Liga viel (!) bessere Coaching Staffs.

  14. @Pippo

    Nicht überzeugt. McCarthys Packers-Bilanz:

    2006 erstes Jahr, insofern entschuldigt
    2007 Halbfinale: Overtime und Favre-Interception
    2008 1-7 in engen Spielen
    2009 Wildcards: Overtime, 45 Offense-Punkte und Fumble-Return TD
    2010 Superbowl-Sieg mit der halben Mannschaft im Lazarett
    2011 15-1 trotz Katastrophen-Defense, Zillionen Drops zum Viertelfinal-Aus
    2012 Viertelfinale, Offense mit 31 Punkten, Gegner nutzt das eine Mis-Match (QB-Scrambling) gnadenlos aus
    2013 Wildcards: Niederlage mit 3 Punkten gg. 2t-beste Mannschaft des Jahres
    2014 Halbfinale: Freak-Pleite in der Overtime trotz kaputtem QB-Knöchel, etliche Touchdown-Chancen von der gegnerischen 1 weggekickt

    Ich sehe hier immer wieder Playoff-Runs, viele knappe Niederlagen und fast nie war die Qualität der Offense schuld. Ein Rodgers, so gut er ist, musste auch erst entwickelt werden. Es brauchte EIER (ich kann es leider nicht doppelt so dick schreiben) um die Legende Favre abzusägen. McCarthy war mit im Boot. Du musst auch dem besten QB der Welt für maximale Effizienz das entsprechende System basteln. McCarthy war der Kopf.

    Und das mit 2 nennenswerten Free-Agent Einkäufen in 10 Jahren: FS Woodson und DE Peppers, die beide als verbraucht galten (und beide Defense spielen). Die Receiver? WR Jennings = 2te/3te Runde. WR Nelson = 2te Runde. TE Finley = 3te Runde. WR Cobb = 3te Runde. WR Adams = 4te Runde. Keine Late-Rounder, aber auch keine 1st Rounder. Und keine bzw. kaum Busts. Ein Jennings funktionierte woanders nicht halb so gut.

    OL? Nicht großartig, ja, einige Ressourcen reingesteckt, aber wer noch weiß, was Anno Neun welcher Schweizer Käse in GB auflief, ist mit dem Status 2015 nicht unzufrieden. Fazit: Deutliche Entwicklung erkennbar. Fast ohne Einkäufe, nur Eigenbau.

    Ich würde mich damit nicht schämen. Ich würde mich nur fragen, warum ich immer und immer wieder die knappen Dinger vergeige, obwohl ich nur auf den Sideline Reporter klicken müsste um nachzulesen woran es das liegt.

  15. Ergänzung noch zu „Manning hat mittelmäßige Coaches durchgeschleppt“

    Waren die Coaches wirklich so mittelmäßig? Dungy hat immerhin aus der Lachnummer Tampa einen Titelkandidaten gemacht, und das ganz ohne Quarterback.
    In Indy die Defense nicht auf Topniveau zu halten, ist keine Schande, wenn dein GM 80% der Ressourcen in die Offense steckt.

    Ein John Fox hat Carolina in die Superbowl und mehrfach in die Playoffs gebracht, mit bestenfalls durchschnittlichem Personal und ohne höherklassigen QB.

    Caldwell, nunja. Indy 2009/10 war eine der bizarrsten Mannschaften. Aber dann zwei dürftige Jahre. Vielleicht bestätigt hier die Ausnahme die Regel.

    Aber Fox und Dungy sind bestimmt keine Graupen. Sie hatten nämlich auch ohne QBs Erfolge.

  16. @brady12:
    Ist ja im Moment alles eher intelligentes Raten😉 Müsste man halt mal mit Methoden der testheorie rangehen. Ich bin zumindest skeptisch, inwieweit wirklich Intelligenz getestet wird. Zum einen sind Situationen im SPiel noch mal was anderes, als die im Test; zum anderen glaube ich, dass der Test in den Randbereichen unscharf wird: Wer unheimlich blöd ist, bekommt dennoch ein paar Punkte, weil er zufällig richtig kreuzt; Wer hochintelegent ist; bzw. gebildet ist, braucht keine Entscheidung treffen, weil er die ANtwort weiß. Spannend wird es im Mittelmaß, und da glaube ich kann gute Entscheidungsfindung durchaus Intelligenz schlagen

  17. bzgl. MM und das ‚pre-game-coaching‘:
    ich sehe auch so dass MM hier in der Vergangenheit gute Arbeit als HC geleistet hat.
    Aber: in allen 3 Partien zuletzt wirkte GB schlecht eingestellt. Und man hatte noch dazu vor dem ersten loss @DEN die bye-week.
    Man hatte auch in der Vergangenheit Durchhänger, aber keine 3 Pleiten am Stück. Und noch dazu zuletzt gegen eine der eher schlechtesten Mannschaften (sorry korsakoff) heuer und das zuhause!
    Wenn MM und sein coaching-staff in den nächsten Wochen auch keine Antworten finden wird man vom SB-contender zum Playoff-Zuschauer.

  18. Ein wenig Überzeugungsarbeit konntest du leisten, aber restlos überzeugt bin ich immer noch nicht.

    Es heißt sowohl von dir als von brady12, dass er ein guter Spielerentwickler war. Das sehe ich aber nicht, weder in Offense, noch in Defense. Gerade die WRs und TEs profitieren doch gerade von Rodgers Brillanz, dafür würde auch sprechen, dass Spieler woanders nie funktioniert haben.
    Ich denke einfach, dass es hierbei keine absolute Antwort gibt, womöglich unterschätze ich die Arbeit des Trainers HIERBEI ein wenig, anderen (oder ihr) überschätzen sie.

    Was die mittelmäßigen Coaches angeht. Ich denke, dass Fox offensiv in der Tat kein Coach ist, der in der heutigen NFL noch wirklich ein Fachmann ist. Seine Erfolge in Carolina waren halt in einer anderen Zeit, bei Denver hingegen gab und gibt es so viele kritische Stimmen zu seiner Offensiv-Arbeit.

    Dungy? Ja, da hast du wohl recht. Aber dennoch hat Manning seine Coaches besser aussehen lassen als sie waren. Nicht umsonst ja auch immer das Gespräch vom „Off Coordinator Peyton Manning“.

    Ich sage ja nur, dass ich der Überzeugung bin, gute QBs wie Manning und natürlich auch Rodgers kaschieren einige Schwächen im Trainerstab und in der Defense. Bei MM nicht anders. Ob solche Hypothesen zu beweisen sind? Wohl eher nicht.

    Dennoch darf man nicht darüber hinweg sehen, dass GB in den POs in den letzten Jahren oft verloren hat, weil das Team schlecht „eingestellt“ war und die Defense seit Jahren unterer Durchschnitt ist. Hätte man Rodgers nicht, hätte man womöglich einige hohe Picks in den Teil der Mannschaft stecken können.

  19. Natürlich ist es nie schwarz/weiß. Man könnte für jeden deiner Punkte wieder eine Gegenthese einbringen.

    Auch viele von Belichicks Lieblingsschülern funktionieren woanders nicht. Ist er deswegen ein schlechter Coach?

    Die These des großartigen QBs der Coaches besser aussehen lässt, gilt prinzipiell für alle. Belichick hat in den 90ern in Cleveland strategisch sehr gute Arbeit geleistet, wurde aber als Flop mit vielen 8-8 Saison zum Teufel gejagt, weil er das eine nicht hatte: Einen Franchise-QB.

    Fox und Offense? Womöglich wie Hund und Katz, und trotzdem will es die Ironie, dass Denver unter Fox die punktbeste Offense aller Zeiten hatte. Wenn sein Anteil daran auch nur war, dass er sich komplett rausgehalten hat und dem OffCoord + Manning 100% vertraut hat, ist das als Führungskraft auch eine Qualität.

    Die NFL ist so QB-lastig, dass im Prinzip die besten Ideen und Philosophien immer mit dem QB stehen und fallen. Und trotzdem: Du musst den QB auch entwickeln. Auch ein Manning, ein Brees, ein Roethlisberger, ein Brady haben in verschiedenen Situationen besser oder schlechter funktioniert.

  20. @ Offensive Cooardinator Manning:
    Der Offensive coordinator in Indianapolis war die meiste Zeit über Tom Moore. Korsakoff hats letzte Woche oder so verlinkt.
    Im moment ist er Off Coordinator in Arizona. Man schaue sich da mal das QB-Play an.

    Und ja natürlich, jeder gute QB macht jeden Playcall etwas besser. Rote Farbe ist rot.

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