Date am Donnerstag 2015, Week 11: Jacksonville Jaguars – Tennessee Titans Preview

Jede Mannschaft sollte zumindest einmal pro Saison in der Primetime spielen – das ist NFL-Mantra. Und so kommt es, dass wie heute Nacht im Thursday Night Game das AFC-South Duell Jacksonville Jaguars (3-6) vs Tennessee Titans (2-7) serviert bekommen. Es ist das Spiel der Mannschaften, die im Draft an #2 und #3 gezogen haben.

Jacksonville kommt auch diese Saison nicht wirklich in die Gänge: Nach 3-13, 4-12 und 3-13 ist man schon wieder unterwegs zu einer horrenden Bilanz, die Head Coach Bradley möglicherweise den Kopf kosten wird. So sehr geduldiger Aufbau in der NFL angepriesen wird, so langsam geht es in Jacksonville. Man steht bei 3-6 und ist verrückterweise nur ein verschenktes Spiel in Indianapolis (vs Backup Hasselbeck) von der Führung in der AFC South entfernt, aber es ist auf der anderen Seite immer noch 3-6 in der schlechtesten Division seit Menschengedenken und man hat das Spiel gegen einen Backupquarterback versemmelt.

Aber nicht alles ist furchtbar: QB Blake Bortles hat immer mehr lichte Momente mit dabei. Er bringt 6.1 NY/A an den Mann. Unter Druck sieht es teilweise noch immer brutal aus, aber wenn Bortles mal eine saubere Pocket bekommt, sind schöne Würfe und teilweise echter Rhythmus mit dabei.

Die Pass-Protection ist noch immer ein Problem: LT Joeckel ist auch im dritten Jahr eine Enttäuschung. RT Parnell und LG Beadles gelten als Fehleinkäufe und C Wisniewski hat seine Stärken eher im Lauf-Blocking. Weil RG Linder, eine Augenweide 2014, langzeitverletzt ist, gilt die Anspiellinie weiterhin als Problem. Bortles hat angesichts dieser Schwierigkeiten den Auguren nach eine bislang ordentliche Saison gespielt.

Die wichtigsten Anspielstationen bleiben WR Allen Robinson (40 Catches, 707yds, 6 TD) und WR Allen Hurns (36/635/6), die fast identische Stats haben. Seit der teuer eingekaufte TE Julius Thomas vor einigen Wochen aus dem Verletztenstand zurückgekehrt ist, gilt auch diese Dimension als halbwegs gesattelt, auch wenn Thomas bis dato kaum Produktives zustande gebracht hat.

Die Offense der Jaguars war 2014 die jüngste der Liga mit mehr als einem Jahr „Vorsprung“. Daran dürfte sich 2015 nicht viel geändert haben (Neuzugänge wie RB Yeldon oder TE Thomas sind auch eher jüngere Spieler). Die Offense ist verglichen mit 2014 schon einen ganzen großen Schritt weiter. Wenn sie einen ähnlichen Schritt für 2016 macht, haben wir einen sleeper, der dann auch tatsächlich ein Kandidat für den Durchbruch ist.

Bortles ist also ohne Druck ein verlässlicher Zeitgenosse. Mit Druck bleibt er aber ein Problemkind. Tennessee hat ja eine schrille Combo an Defensive Coordinators in Ray Horton und dem 77-jährigen Dick LeBeau. Am Sonntag gegen Carolina glänzte das Duo mit einer altbekannten Taktik: Blitzing, verstärkter Druck bis hinauf zu konstant 6 Passrushern, manchmal 7. Carolinas bis dahin gute Offense Line hatte damit immense Probleme.

Wie wird sich Jacksonville schlagen, wenn Tennessee mit der großen Wucht kommt? Bringt Bortles die Bälle schnell raus, wo doch im Titans-Backfield mit CB McCourty und CB Cox die beiden besten Manndecker ausfallen?

Die Titans stehen am Scheideweg: Im April wurde mit QB Marcus Mariota der möglich Franchise-QB gedraftet, aber nur sieben Spiele später warf man Headcoach Whisenhunt raus. Interimscoach Mike Mularkey, bekannt als einstiger OffCoord in Pittsburgh und später Headcoach in Buffalo und Jacksonville, hat die Offense in den letzten zwei Wochen „power-lastiger“ gemacht: Viele Aufstellungen mit 2 oder 3 Tight Ends, weniger Wide Receivers. Teilweise werden die Anspiellinien in der „Box“ wie in der alten Wing-T Offense mit 8-9 Mann zugestellt, mit nur 1-2 Wideouts.

Mularkey gilt als Coach, der sehr darauf bedacht ist, eine schwer auszurechnende Offense zu spielen, was die Run/Pass Ratios angeht. Er ließ Mariota mehr Rollouts machen als in den Spielen zuvor. Mariota fand sich dabei gegen New Orleans hervorragend zurecht, hatte gegen die massive Front Seven der Panthers aber mit zunehmendem Spielverlauf Schwierigkeiten.

Einiges daran würde ich am Personal der Titans festmachen. Die Offense will u.a. Power-Runs spielen, aber der entsprechende Back dafür, Rookie David Cobb, ist verletzt. Einen Scat-Back wie #22 Dexter McCluster kannst du schlecht die Rolle spielen lassen, und Antonio Andrews… sah gegen Carolina recht verloren aus. Kombiniert mit einer eher enttäuschenden Offensive Line geht damit Mariota die wichtige Unterstützung vom Laufspiel verloren.

Mariotas Anspielstationen sind im aktuellen Zustand eher untere Schublade: WR Kendall Wright ist verletzt, WR Justin Hunter wurde am Sonntag mit böse aussehender Beinverletzung abtransportiert. Rookie Dorial Green-Beckham mag in 2 Jahren ein Top-WR sein, ist aber im gegenwärtigen Zustand ein unzuverlässiger Zeitgenosse, der Routen falsch läuft, Bälle droppt und hie und da aus mangelnder Konzentration einen Spielzug zu schnell aufgibt. Bleiben die Tight Ends, die in #82 Walker, #80 Fasano und #88 Craig Stevens aber auch keine Leute sind, die regelmäßig das 1-vs-1 gewinnen werden.

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