Samstagsvorschauer, Week 12

Wichtige Partien zwischen hoch gerankten Teams heute in den Conferences Big Ten und Big 12. Und das beste: Fast alles ist bei SPORT1 US zu sehen.

Big Ten Conference

#5 Iowa Hawkeyes – Purdue Boilermakers (18h, ESPNP)
Penn State Nittany Lions – #12 Michigan Wolverines (18h, SPORT1 US)
#3 Ohio State Buckeyes – #9 Michigan State Spartans (21h30, SPORT1 US)

Zentrale Partie ist Ohio State Buckeyes vs Michigan State Spartans aus dem 105.000 Zuschauer fassenden Ohio Stadium. Die Rahmenbedingungen sind einfach: Michigan State kann mit einem Sieg die Qualifikation für das Big-Ten Finale fix machen, tritt aber als relativ klarer Außenseiter an: Ohio State ist in den Wettbüros mit 13 Punkten favorisiert.

Beide Teams haben Offensiv-Probleme. Ohio State hat sein QB-Dilemma noch immer nicht eindeutig gelöst. QB J.T. Barrett ist der laufstärkere, aber weniger explosive QB im Vergleich zur letztjährigen Post-Season Sensation Cardale Jones. Weil Head Coach Urban Meyer in seinem Konzept aber für gewöhnlich Konstanz über Explosivität stellt, dürften die meisten Snaps an Barrett gehen.

Bei Michigan State plagt sich die halbe Mannschaft mit Wehwehchen, angefangen von den Schulterproblemen bei QB Connor Cook. Auf Cook lastet heuer extremer Druck, weil die Spartans ein unterirdisches Laufspiel durchschleppen müssen; immerhin scheint der potenzielle 1st-Rounder Cook in den letzten Wochen ganz guten Groove mit den jungen WRs Aaron Burbridge (über 1000yds) und Macgarredge Kings jr (Name ist richtig geschrieben!) entwickelt zu haben.

Die großen Unterschiede sind in der Defense zu finden. Hier ist Ohio State um den sensationellen DE #97 Bosa sehr stabil, während bei Michigan State ein kaputtes Defensive Backfield mitgeschleppt werden muss. Eine so schlechte Defense hatte MSU seit Jahren nicht mehr.

Für Ohio State beginnt heute im Prinzip die „echte“ Saison nach 10 Aufwärmrunden: Heute MSU, nächste Woche @Michigan, dann eventuell Big-Ten Finale und Playoffs.


#12 Michigan @ Penn State hat insofern Auswirkungen, als dass Michigan mit einer Niederlage aus dem Conference-Rennen ausscheiden würde. Bei einem Sieg und gleichzeitigem Sieg von Ohio State kann man nächste Woche im Derby gegen die Buckeyes noch einmal ins Rennen einsteigen.

Penn State gilt allerdings als möglicher Stolperstein. Die Lions gelten als extrem heimstark und sind mit 7-3 Bilanz in Jahr 2 unter James Franklin auf dem Weg nach oben. Problemkind bleibt allerdings die zu eindimensionale Offense um QB Hackenberg.

#5 Iowa kann mit Heimsieg über Purdue sein Finalticket lösen. Will Iowa noch mehr, sprich seine Playoff-Chancen wahren, sollte es am besten gleich klar gewinnen.

Big 12 Conference

#6 Oklahoma State Cowboys – #10 Baylor Bears (1h30)
#7 Oklahoma Sooners – #18 TCU Horned Frogs (2h, SPORT1 US)

Die Big Four unter sich: Das ungeschlagene Oklahoma State, plus Baylor, TCU und Oklahoma jeweils mit einer Pleite. Das Round-Robin der Big 12 geht in seine vorletzte Runde; nächste Woche sind die 4 wieder unter sich, dann in anderer Konstellation.

Nicht zu sehen sein wird #6 Oklahoma State vs #10 Baylor. Die Partie gilt in den Wettbüros als „Pick-em“, also ohne Favoriten. Baylor hat seit 1939 nicht mehr auswärts bei den Cowboys gewonnen. Zuletzt ging den Bears vor zwei Jahren mit einem 17-49 am vorletzten Spieltag bei Oklahoma State ihre Chance auf das BCS-Finale flöten. Heute kann man sich revanchieren, bangt allerdings noch um seinen QB Stidham, der eh schon nur der Backup ist. Möglicherweise muss Baylor mit dem 3rd-Stringer Chris Johnson auflaufen, der bislang hauptsächlich Receiver gespielt hat.


Größte Frage im Vorfeld zu #7 Oklahoma vs #18 TCU ist der Gesundheitszustand von TCU-QB Trevone Boykin, der letzte Woche verletzt runter musste und als „questionable“ gilt. Weil TCU neben dem Zweifeln um Boykin auch WR Doctson für den Rest der Saison vorgeben muss und eine Backup-Defense durchschleifen muss, gilt Oklahoma hier als klarer Favorit.

Oklahoma wird hier versuchen, nicht bloß zu gewinnen, sondern wenn möglich hoch zu gewinnen um das Playoff-Gremium zu beeindrucken. Die schwierige Übung kommt dann nächste Woche: Auswärtsspiel @Oklahoma State.


SPORT1 US zeigt im Anschluss an Oklahoma-TCU noch ab 5h30 per Live-Einstieg #11 Stanford vs Cal, und bringt morgen ab 8h ein Tape von Arkansas – Mississippi State.


Pflichtübungen für die anderen Top-Teams: #1 Clemson gegen Wake Forest, #2 Alabama gegen das unterklassige Charleston Southern, #4 Notre Dame auf neutralem Boden gegen Boston College aus der ACC, #8 Florida gegen FAU, #14 FSU gegen Tennessee-Chattanooga. Jedes Upset wäre nicht bloß ein Upset, sondern eine faustdicke, unerklärliche Sensation, die das Playoff-Rennen in ihren Grundfesten erschüttern würde.

#11 Stanford – Cal ist das Big Game, in dem Stanford heute nach der enttäuschenden Heimpleite letzte Woche gegen Oregon zumindest den Pac-12 Finaleinzug klarmachen kann. Cal ist ein Team, das von der Spielanlage recht gut in die Pac-12 passt, und mit QB Jared Goff hat man einen der meistgehypten Spieler im Kader. Stanford hält mit old school football dagegen: Viel Laufspiel und dichte Front Seven. Knackpunkt dürfte werden, ob Cal überhaupt in der Lage ist, Stanfords Running-Offense einzubremsen.

In der Pac-12 South prügeln sich ab 21h30 #13 Utah und UCLA um den Endspieleinzug, wobei zeitgleich USC bei Oregon antritt. #24 USC hat das Heft rein rechnerisch in der eigenen Hand: Utah hat man bereits geschlagen, gegen UCLA geht es dann nächste Woche. USC spielt ab 21h30 bei #23 Oregon, das sich nach einem schwachen Oktober erholt hat und in die Rankings zurückgekehrt ist. Die Partie ist im ESPN-Player wohl zu sehen.

#22 Ole Miss – #15 LSU hat nur noch formelle Wichtigkeit, da Ole Miss rechnerisch noch an Alabama in der SEC West vorbeiziehen könnte.

#16 Navy (vs Tulsa) und #19 Houston (@UConn) mit Durchlaufstationen auf dem Weg zum großen Showdown der Mid-Majors nächste Woche am Black Friday.


Dazu Virginia Tech Hokies – #17 UNC Tar Heels. Es ist der Abschied vom langjährigen VT-Headcoach Frank Beamer aus Blacksburg. Beamer wird am Saisonende nach über 25 erfolgreichen Jahren zurücktreten. Mit Beamer waren die Hokies mehrfacher Conference-Champion und spielten 1999/2000 sogar im BCS-Finale mit. Beamer war berühmt-berüchtigt für seinen „Beamerball“: Offense nur als Alibifunktion, dann hoffen, die Spiele mit Defense und Special-Teams zu gewinnen. Virginia Tech ist 5-5 und kann sich mit einem Heimsieg noch einmal für die Bowl-Season qualifizieren.

Und noch ein Abschied bei Mizzou Tigers vs Tennessee ab 1h15 (ESPN Player): Es ist Gary Pinkels letztes Heimspiel. Pinkel war die letzten 15 Jahre der Cheftrainer in Missouri und galt als Institution. Pinkel war kein Mann der großen Worte und kein Charismatiker. Aber er wurde berühmt dafür, dass er 100%ig hinter seinen Spielern stand, egal welche Scherereien sie ihm bereiteten. Pinkel spornte seine Athleten an, auch fleißig in den Vorlesungen zu sein.

Das verhinderte nicht, dass Leute wie Sheldon Richardson oder Aldon Smith heute als Problemkinder gelten, aber die meisten der „Made Mizzou“ Athleten gelten als Führungspersönlichkeiten. Als vor drei Wochen einige seiner Spieler aus Solidarität mit einer protestierenden Studentenbewegung in den Hungerstreik traten, fand Pinkel darüber lobende Worte.

Es gibt wenige Coaches, über die Spieler so unisono schwärmen als Pinkel. Pinkel hatte auch sportliche Erfolge: Er führte das kleine Missouri 2007 bis auf #1 in den BCS-Rankings, ehe ein Upset die Teilnahme am Landesmeisterschaftsfinale verhinderte. Nach dem Conference-Wechsel in die SEC erreichte er mit Missouri zweimal das SEC-Finale (beides Niederlagen), kletterte aber wieder auf #5 der BCS-Rankings.

Nun der Abschied, weil die Gesundheit nicht mehr mitmacht.

Die Top-25 im Überblick

  • #1 Clemson – Wake Forest (21h30, ESPNP)
  • #2 Alabama – Charleston Southern (22h, ESPNP)
  • #3 Ohio State – #9 Michigan State (21h30, S1US, ESPNP)
  • #4 Notre Dame – Boston College (1h30)
  • #5 Iowa – Purdie (18h, ESPNP)
  • #6 Oklahoma State – #10 Baylor (1h30)
  • #7 Oklahoma – #18 TCU (2h, S1US, ESPNP)
  • #8 Florida – Florida Atlantic (18h, ESPNP)
  • #11 Stanford – Cal (4h30, S1US, ESPNP)
  • Penn State – #12 Michigan (18h, S1US, ESPNP)
  • #13 Utah – UCLA (21h30)
  • #14 Florida State – Tenn-Chattanooga (21h, ESPNP)
  • #22 Ole Miss – #15 LSU (21h30)
  • Tulsa – #16 Navy (1h)
  • Virginia Tech – #17 UNC (18h, ESPNP)
  • UConn – #19 Houston (21h30, ESPNP)
  • #25 Wisconsin – #20 Northwestern (21h30, BTN)
  • Temple – #21 Memphis (18h, ESPNP)
  • #23 Oregon – #24 USC (21h30, ESPNP)

7 thoughts on “Samstagsvorschauer, Week 12

  1. Hier ist vor einigen Tagen angeklungen dass Navy noch eine große Überraschung schaffen könnte. Aber warum spricht eigentlich niemand von Iowa das immerhin an #5 gerankt ist und fast fix im B1G Final steht.
    Was wenn heute MSU gewinnt und damit der Final Gegner ist. Würde das PO Comittee ein 1 loss MSU oder einen 0 loss Iowa B1G Champion außen vor lassen, weil beide wenig Zählbares gespielt haben?

    Ich weiß, kleine Chance. Aber das Szenario besteht und ich fände es einen spannenden Entscheidungs Case.

  2. Ein 13-0 Iowa ginge sogar sehr sicher in die Play Offs, aber da fällt eher der Himmel runter als dass die Hawks das B1G Finale gewinnen. Ganz egal, ob Mich, OSU oder MSU der Gegner ist.

    Ob ein 1 Loss MSU B1G Champion in die Play Offs kommt, hängt wohl von den anderen Teams in der Losung ab. Wenn z.B. OU oder ND mit 1 Loss durchkommen, kannst du darauf wetten, dass MSU draußen bleibt.

    Das spannendste Szenario haben wir dann wenn Clemson + Bama + Oklahoma + Notredame + Ohio State (oder Iowa) alle ausständigen Games gewinnen.

    Clemson + Bama sind klar, weil SEC und direktes Duell Clemson v ND.
    OSU/Iowa als #3 weil ungeschlagen.
    Aber wie soll man OU und ND voneinander trennen. Die B12 wieder draußen lassen oder das beliebteste Team?

  3. Was ist eigentlich mit 10-0 Houston?
    Momentan auf #19 aber mit #16 Navy und vielleicht Temple (bis Week 10 gerankt) noch zwei Chancen Eindruck zu schinden. Oder ist der Bias gegen die Kleinen noch immer so stark.

    Was ist wenn TCU jetzt 2 Kantersiege feiert. Wie groß sind dann die Chancen von #18 in die PO zu springen?

  4. Weil wir schon beim Thema sind: Ist Michigan tatsächlich schon aus dem Playoff Race?
    1 Fluke Loss gegen #9 MSU und ein 1 Score Loss gegen #13 Utah, beides Away Games. Ein Big 10 Champion Michigan sehe ich durchaus auch mit 2 Losses als reelen Playoff Contender.

  5. Houston hätte selbst in den optimistischsten Szenarien IMHO keine Chance. Alle anderen: Theoretisch ja. Aber wir müssen uns auf die wahrscheinlicheren Szenarien kümmern. Rechnerisch sind noch hunderte Kombinationen denkbar, aber nur wenige sind wirklich wahrscheinlich.

  6. Damit dürfte sich die Hoffnung auf TCU verflüchtigt haben.

  7. Es ist schon krass was für eine Augenweide die Offenses von Oregon und Baylor sind. Einmal gesehen und die anderen CFB Spiele sind nur noch eine Enttäuschung😀

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