Montagsvorschauer 2015, Week 11: New England Patriots – Buffalo Bills

Divisionsduell in der AFC East zwischen den ungeschlagenen New England Patriots (9-0) und den Wildcard-Kandidaten Buffalo Bills (5-4). Um kein Ergebnis von gestern zu spoilern, bleibe ich mal direkt bei der Ansetzung. Das „Hinspiel“ zwischen Bills und Patriots hatten wir schon in Woche 2 im September. Es endete 40-32 pro New England, aber das Ergebnis war knapper als der tatsächliche Spielverlauf: New England führte nach drei Vierteln mit gewaltigem Vorsprung und ließ die Bills hernach im Schlussviertel sukzessive wieder herankommen, ohne jedoch jemals wirklich den Sieg in Gefahr zu sehen.

Alles hatte damals großen Passrush und wildes Blitzing seitens der Bills und ihres Headcoaches Rex Ryan erwartet, doch es wurde eine lahme Partie: Buffalo spielte windelweiche Vanilla-Defense, die QB Brady ausreichend Zeit zum Werfen gab. Ich habe es damals komplett nicht verstanden.

Heute liegt die Vermutung nahe: Week 2 war ein Innuendo. Sie deutete an, was kommen würde. Und die Realität sscheint so auszuschauen: Buffalo 2015 ist kein blitz- oder sackgewaltiges Team. Das ist umso erstaunlicher, weil die Bills zwar nominell eine hervorragende Defensive Line besitzen (DE Hughes, DT Dareus, DE Williams + der aktuell verletzte DT Kyle Williams), diese großen Namen als Einheit aber bislang wenig Zählbares angeschrieben haben: 3.8% Sack-Quote sind einer der schwächsten Werte.

Aus der zweiten Reihe kommt wenig. Es wurde schon zu Ryans Jets-Zeiten diskutiert, ob es sich bei der Rex-Defense um „Blitzing“ oder nur um „Zone Exchanges“ handelt, wobei die Übergänge hier fließend sind. Zone Exchange ist eine Form des Zone-Blitzes, in der nicht DL + Linebacker gegen QB drängen, sondern sich im Gegenzug zu einem blitzenden Linebacker ein Defense Liner nach hinten abfallen lässt um in Coverage zu gehen. Ich habe die Bills zu wenig studiert um hier ins Detail zu gehen, aber dazu haben wir ja heute die Chance darauf ein Auge zu werfen.

Zum Zustand der New England Patriots

New England wird von Woche zu Woche ein größeres Flickwerk. In der Offense Line ist keine Position mehr so besetzt wie noch im Februar, als man die superbowl holte. Gegen die Giants letzte Woche war die Start-Formation LT Fleming, LG Mason, C Andrews, RG Kline, RT Stork.

QB Brady antwortet mit noch schnelleren Pässen als gewohnt, geht sogar wieder hie und da tief trotz bloßem 3-Step Dropback (wie gegen die Giants, als er im entscheidenden Moment genau FS Collins erwischte, der die sichere INT fallen ließ).

Nun fällt aber WR Edelman vermutlich bis ca. Ende Regular Season mit Beinverletzung aus. Irrlicht Edelman war mit seiner Agilität ein wichtiger Baustein. Er soll durch den höher bezahlten, aber weniger auffälligen WR Amendola ersetzt werden, aber wer ersetzt dann Amendola? Immerhin: Solange TE Gronkowskis Hochform anhält, läuft der Motor. Ich gehöre mittlerweile auch zu der Fraktion, die in Gronkowski, nicht in Brady, die absolute Schlüsselfigur zum Erfolg der Patriots sehen (abseits natürlich von den Coaches).

Je länger ich der Pats-Offense und Gronkowski zusehe, desto mehr fällt es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich Gronkowski vermutlich immer unterschätzt habe – und das, obwohl ich seit ziemlich genau Startdatum dieses Blogs, also 2010, der Meinung bin, dass Gronkowski der absolut beste Tight End in der NFL ist. Der Mann ist ein legitimer Kandidat auf den Offense-MVP Preis des Jahres. Die Bills müssen sich was gegen Gronkowski überlegen. Dumm, dass ausgerechnet Linebacker und Free Safety die Schwachpunkte im Kader sind.


New Englands Defense festigt sich mit jeder Woche, und das obwohl der möglicherweise Schlüsselspieler #91 Collins nun schon einige Wochen verletzt ausfällt. DE #95 Chandler Jones scheint sich endlich zum kompletten Spieler entwickelt zu haben, der fast jedes Down im Griff hat.

Im Backfield hat letzten Sonntag CB #21 Butler ein großes Spiel gegen WR Beckham abgeliefert. Beckham hatte zwar einen 87yds-TD, aber der war eher dem stupide anstürmenden FS #32 McCourty zuzuschreiben. Butler ist nicht fehlerlos, aber meine Fresse, der Mann strahlt ein immenses Selbstvertrauen bzw. eine Selbstverständlichkeit in seinem Tun aus, die man von einem ungedrafteten Mann im 2ten Jahr nicht erwartet (OKAY, der Superbowl-Play, aber trotzdem). Gleichzeitig war just jener 87yds-TD eine Erinnerung daran, dass McCourty ein famoser Mann ist. Du siehst ihn nie. Außer er schießt mal einen Bock. Am Sonntag, Woche 10, habe ich ihn zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder gesehen.

Heute steht nach Beckham die Herausforderung WR #14 Watkins an, den ich auf Augenhöhe mit Beckham sehe. Watkins zeigt mittlerweile schon einem Revis, wo es langgeht.

Ich habe mir notiert, dass die Patriots 2015 häufig ihren Top-CB in Manndeckung auf den WR2 des Gegners aufstellen und erwarten, dass er diesen im Alleingang kontrolliert. Der gegnerische WR1 wird vom CB2 plus guter Safety-Unterstützung durch #32 McCourty gedeckt. So war es heuer häufig – aber nicht gegen die Giants. WR1 wäre Watkins. CB1 wäre Butler. Möglicherweise sehen wir also nicht das direkte Duell dieser aufstrebenden Jungspunde.

5 thoughts on “Montagsvorschauer 2015, Week 11: New England Patriots – Buffalo Bills

  1. Gibt es eigentlich eine Statistik aus der hervorgeht welches Team durch Verletzungen am meisten gehandicapt ist?

    Wäre interessant z. B. mal zu vergleichen welches Team bei Verletzungen am besten reagiert hat.

  2. Pats D wird immer noch unterschätzt. 48.5 Points total, halte ich für vollkommen übertrieben, v.a. da auch die Offense von NE Schwierigkeiten haben sollte.
    Collins ist übrigens wieder genesen, aber hatte die letzte Woche damit zu tun wieder Gewicht zuzulegen, da er zu Beginn seiner Krankheit nichts behalten hat.
    Mayo sollte aber eh so langsam wieder seine Form erreichen.
    Denke schon, dass Butler Watkins decken wird(wie in den kommenden Wochen wohl auch DThomas und Nuk). Coleman fällt aus, d.h. einer der Safeties (im Zweifel DMac könnte CB spielen). Chung sollte Clay im Griff haben und die DLine die RB der Bills.

    Bei der Offense ist zumindest die O-Line langsam wieder am gesund werden. Vollmer und Cannon sind zurück.
    Dobson war in der Saison auch in Ordnung wenn er gebraucht wurde.

    Sollte ein Sieg werden, wie hoch trau ich mir aber nicht zu sagen.

  3. Zur NE-Defense gab es vor einigen Wochen mal eine Statistik, dass sie von den Punkten die kassiert haben ziemlich viele erst einstecken mussten nachdem die Win-Percentage >99% war. Ich finde die aber gerade nicht mehr bzw. keine aktualisierte Version.

    Damit könnte man auch argumentieren, dass sie hochkonzentriert spielen solange es notwendig ist. Wenn das Spiel dann durch ist schalten sie einen gang zurück, weil die Offense dann in der Regel mindestens genausoviele Punkte macht wie sie kassieren oder einfach die Zeit runterlaufen.

    Wobei ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass aus dem Mund von BB Worte wie „Jetzt lasst es mal ein bisschen ruhiger angehen“ kommen.

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